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Molos Wunschliste, falls Ihnen die Molochronik gefällt, und Sie mir aus Dankbarkeit eine Freude machen möchen.
geschrieben von molosovsky, am: Dienstag, 17. Aug. 2010
Eintrag No. 645 — Diese Woche gibts viel Zuckerl. Keine nennenswerten Ereignisse bei mir diese Woche, außer, dass ich die Molochronik bei Flattr angemeldet habe.
Flattr ist ein Weg, mit kleinen Gutschreibungen einen Internetbeitrag zu entlohnen. Wer bei Flattr angemeldet ist und über ein Guthaben verfügt, kann derweil einmal im Monat der Molochronik etwas spenden (siehe Flattr-Button oben in der rechten Säule). — Sobald ich dazu komme, werde ich die aufwendigeren ›de luxe‹-Einträge der Molochronik mit eignen Flatter-Buttons ausstatten. — Und ich freue mich natürlich, dass ich nach drei Tagen schon einmal geflattert wurde (kein Vergleich freilich zu wirklich beliebten Websites).
NETZFUNDE
Spannend ist der Briefwechsel von Marvin Oppong mit der Stadt Duisburg den »Carta« bietet. Oppong will Einsicht in die Genehmigungsunterlagen der Love-Parade, die so tragisch-tödlich verlaufen ist. Die verschiedenen Behörden mauern, unterschiedliche Auffassungen des Informationsfreiheitsgesetztes prallen aufeinander.
Leider hatte ich noch nicht die Zeit, ausführlich im neuen Gruppenblog der »F.A.Z.«, Deus ex Machina, zu stöbern. Dort soll berichtet werden …
… getreulich und mit Plaisir {…} von den göttlichen Internetmaschinen neuester Art, ihren Berechnungen unberechenbarer Weis- und Torheiten, und ihrem Wirken zum Gedeih und Verderb der menschlichen Art hienieden auf Erden {…}
Sehr gute Besprechung des Films »Agora« im Oliblog. Ich hab den Film im Kino gesehen, obwohl er ›nur‹ auf Deutsch lief. Auch wenn man sich bei der Nacherzählung des Martyriums der durch Fundi-Christen getöteten Bibliothekarin von Alexandria große Freiheiten die historischen Details betreffend genehmigt hat, bietet der Film ein bewegendes Drama und versteht es, weltanschauliche Streitfragen und ihre Verquickung mit einzelmenschlichen Zwängen ergreifend darzustellen. Allen Jungfrauen beiden Geschlechts zur inniglichen Beherzigung anempfohlen
Interviews mit zwei von mir sehr geschätzten Autoren habe ich diese Woche entdeckt: einmal spricht »io9« mit China Miéville über seinen neuesten Roman »Kraken«, warum er Joss Whedons Zeug mag und J. J. Abrams’ Zeug nicht; — und zweitens hat Matt Ruff der Seite »The Author Speaks« Fragen beantwortet, z. B. zum ›Lustiger Schwarzer Kerl‹-Klischee in Äktschnfilmen und seinen nächsten Roman »The Mirage«.
»Inception« ist einer dieser Filme, die das Publikum zum Deuten herausfordern. (Gehört zu den großartigsten Dingen, die ein Film fürs Massenpublikum leisten kann. Statt hinterher nur darüber zu babbeln, was cool, was nicht cool war, werden die Zuschauer animiert, weiter zu fabulieren und philosophieren.) — Peter V. Brinkemper hat für »Glanz & Elend« eine ausführliche Rezension über Christopher Nolans »Inception« geschrieben, die ich als (im besten Sinne) schwurbelige, schwindelerregende Cinemaskopie-Poesie bezeichnen kann. Der Text hat mich beim ersten Lesen etwas verstörend amüsiert (hatte z.B. den Verdacht, der Text sei zu fremdwortversalzen), doch die Zweitlektüre versetzt mich in einen schmunzelnden Sprachrausch, durch Sätze wie folgenden:
In »Inception« sind Träume und Traumzustände lebendige Membrane von anwesenden und unsichtbaren, aber spürbaren Ereignissen, Träume werden durch Kollektivschaltung zu sanften oder heftigen Dramen, immer noch intersubjektiv beeinflussbaren Situationen und relativ klaren Bewusstseinszuständen, zwischen rationaler Konstruktion, gezielt eingreifender, dominanter Manipulation und unwillkürlich subjektiver Projektion.
Nix Neues, aber eben letzte Woche von mir entdeckt, nämlich dass es eine Web-Site zum Werk des grandiosen deutschen Zeichners Hans Georg Rauch gibt. H. G. Rauch ist vielleicht am bekanntesten durch seine Illustrations-Reihe ›ZEITzeichen‹ für das große Hamburger Wochenblatt. Ist aber schon viele Jahre her. Rauch kann Wimmelbilder schraffieren wie nur wenige. Vor allem seine Auseinandersetzungen mit Strukturen, den Themen Landschaft und Architektur sind atemberaubend. Leider sind die Wiedergaben im Netz oft zu klein für diese detailreichen Meisterwerke.
ZUCKERL
Der ›Nostaligia Critic‹ hat einen dreiteiligen »Animaniacs« Tribut erstellt, in dem er Glanzmomente dieser Cartoon-Reihe zeigt und mit den Autoren & der Autorin (die teilweise auch Sprecher bzw. Sprecherin einiger Figuren sind) einen ausführlichen & erhellenden Plausch geführt. Ein Muss für Freunde des höheren Blödsinns.
Habe die Seite Springfield Punks entdeckt. Hier entwerfen Freunde der Familie Simpson selbst ihre gelbhäutigen Springfield-Versionen bekannter Figuren, von denen es eben noch keine Simnpson-Version gibt. Hier z.B. die »Watchmen«-Hauptfiguren im Matt Groening-Stil. Kann man bitte mal den ganzen Comic so machen?
Apropos ›Comic machen‹: Mahendra Singh zeichnet phantastische Illustrationen mit klassisch-altmodischem Strich (erinnern mich an Emlematik-Zeichnungen und Max Ernst). Ich freue mich schon auf den von ihm zum Graphic Novel hoch-illustrierten Lewis Carroll-Schaffenshöhepunkt »The Hunting of the Snark«, der im November erscheinen wird. In Mahendras Blog »Just the place of a Snark« kann man den Werdegang der Illustration vom Mai 2007 an verfolgen. — Hier als Beispiel die Doppelseite 10/11 des kommenden Buches, aus dem ›Second Fit‹ (›Zweiten Krampf‹).
Geschrieben von molosovsky, am: Montag, 23. Aug. 2010
Danke, klox! Eigentlich wollte ich erstmal meine aufwendigeren ›de luxe‹-Beiträge mit Flattr-Buttons ausstatten. Auf Dein Lob hin werde ich die Wochenrückblicke aber auch flott nachrüsten.
Vielen Dank für den Hinweis auf "Agora". Ich hab ihn erst jüngst gesehen und bin immer noch entzückt davon. Rachel Weisz hat mir schon immer imponiert, aber diesmal übertrifft sie sich selbst. Das Drehbuch ist ohne Tadel, die Umsetzung perfekt und das Thema höchst virulent. Ein must-have für alle aufgeklärten Geister oder solche, die es werden wollen.
Geschrieben von molosovsky, am: Samstag, 28. Aug. 2010
Wie auch bei der HBO-Reihe "Roma" begeistert "Agora" vor allem durch seine detailreiche und lebendige Darstellung des Lebens in einer antiken Großstadt. Zudem fand ich erfreulich, dass die Antike hier mal als Anlass für ein Drama diente. (Am liebsten wäre mir ja mal eine wirklich feine Verfilmung von Wilders "Die Iden des März".)
Das Kinoerlebnis war etwas befremdend. Erstens war ich glaub ich der einzige Mann im Auditorium, zweitens waren die meisten der ca. 20 anwesenden Damen älter als ich (und ich gehe auf die 40 zu!).
Es bleibt zu hoffen, dass "Agora" sich finanziell ordentlich genug behauptet, damit in Zuklunft bald mal wieder Finanziers solch einem feinen Filmprojekt zur Realisierung verhelfen.
Geschrieben von Savall, am: Samstag, 28. Aug. 2010
Ihr Wort in Gottes Ohr. Mittlerweile herrscht ja eine Art Aufklärungs-Bashing, das aus der Tiefe der idolatrischen Dummheit zu kommen scheint. Mir ist heute noch schleierhaft, wie "Agora" hat überhaupt gedreht werden können. Freuen wir uns drüber, ich hab selbstredend die Blu-Ray schon bestellt. Apropos habe ich als eine Art Hommage meinen Uralt-Blogversuch wiederbelebt: lurkersite.blogspot.com
Geschrieben von molosovsky, am: Samstag, 28. Aug. 2010
Mein lieber Savall, ich hatte mich eh immer gefragt, ob Sie ein Blog haben, und wenn ja, warum Sie das nicht mit ihrem Nickname verlinken. Von den "Reisenotizen" und hier sind Sie mir ja ja aufgefallen als einer, der *in Suppe kommt* (wie die Frysen sagen). Freut mich ungemein, dass Sie wieder zur Truppe gekommen sind.
Habe gerade sehr über Ihre Rezi zu "Conan der Zerstörer" schmunzeln müssen. Immerhin, trotz seiner allegmeinen Mistigkeit, bleibt der Soundtrack von Basil Polidouris ein echter Hinhörer und der Film ein beeindruckendes Zeugis davon, wie *professionell* Herr Schwazenegger aber auch jeden Quark mitgemacht hat. Sein Ringen mit den diversen lächerlichen Monstern, so albern mitleiderregend es auch ist, ist schon bestaunenswert.
Als Filmschauer, der sich eher "Conan" anschaut als "Agora" (kein Vertun, Thema und Anliegen von Agora klingen mir durchaus sympathisch, aber ich steh nun mal gar nicht auf Dramen und schaue Filme nicht, um mir sympathische Meinungen bestätigt zu bekommen, sondern allein zur Unterhaltung) ... wie auch immer, eigentlich wollte ich mich zu dem Conan-Einwurf auch noch zu Wort melden.
"bleibt der Soundtrack von Basil Polidouris ein echter Hinhörer"
Interessanterweise ist mir der Soundtrack des Films auch am ehesten im Gedächtnis geblieben, und ich habe mich eine ganze Weile (vergebens) danach umgeschaut, den mal zu bekommen. Bis ich dann Jahre später festgestellt habe, dass gerade die Stellen, die mir am besten gefallen hatten, auch schon aus "Conan der Barbar" übernommen waren. Den Soundtrack habe ich jetzt, und nachdem ich dann noch mal in den "Zerstörer" reingehört habe, muss ich sagen, da vermisse ich musikalisch eigentlich nichts mehr. Was gut ist, finde ich im ersten Teil auch.
Seitdem rätsele ich darüber, warum mir der Soundtrack bei "Conan der Barbar" /nicht/ besonders aufgefallen war, wenn doch da schon alles zu hören gewesen ist, was mir akkustisch von "Conan der Zerstörer" im Gedächtnis blieb. Hab ich mich in meiner Jugend, als ich den ersten Conan sah, noch nicht genug für Musik interessiert? War der zweite Film um so vieles schlechter, dass man einfach mehr auf die Musik gehört hat?
Und warum "laggt" die Eingabe von Kommentaren hier auf dem Blog so sehr, dass ich zwischendurch immer mal wieder eine halbe Minute Pause machen muss, bis, was ich getippt habe, auch alles auf dem Bildschirm erschienen ist?
Das sind die Fragen, auf die mich dieser Beitrag jetzt wieder gestoßen hat ...
Geschrieben von molosovsky, am: Sonntag, 29. Aug. 2010
Zuerst wegen der Verzögerung bei Kommentar-Eingabe. Dieses Problem kenne ich nur von Windows-PCs mit Explorer. Zuhause auf meinem Mac geht alles reibungslos flott.
Zum Soundtrack "Conan der Zerstörer". Ich habe nur den vom ersten Conan-Film, glaube mich aber zu erinnern, dass es da schon Unterschiede und neue Themen gibt. Gleich beim ersten Kampf gegen die Reiter von Tamaris (auf der Waldwiese) wird ein paar Mal ein Fanfaren-Thema angestimmt, welches im ersten Film so nicht zu hören ist.
Ich denke schon, dass bei einem ansonsten mauen Film die gute Musik stärker hervortritt (eben als das eine Element, das richtig funzt). Kann auch anderherum der Fall sein, wie die mich stellenweise sehr nervende Musik bei "Avatar" oder "Inception".