geschrieben von molosovsky, am: Dienstag, 10. Jan. 2012
Eintrag No. 758 — Die Blogtradition gebietet als Anlass für ein schwer notwendiges Lebenszeichen einen Rückblick auf die guten Sachen des vergangenen Jahres.
Gut Buch (Prosa)
»True Grit« von Charles Portis. Seit langer Zeit ein Roman, an dem ich keinerlei Makel feststellen konnte (denn mir fallen eigentlich immer irgendwelche Kleinigkeiten auf, an denen man noch hätte fizzeln können). Habe mir gleich darauf die anderen vier Bücher von Portis besorgt und bin bisher von »Dog of the South« ebenfalls ziemlich angetan. — (Und natürlich finde ich die Neuinterpretation als Film von den Coen-Brüdern viel besser als die alte Erstverfilmung mit John Wayne … auch wenn ein John Wayne-Film immer den entzückenden Charme eines John Wayne-Filmes hat.)
»Deadwood« von Pete Dexter. Ziemlich sicher, dass dieses dreckige, harte, tragische, melancholische und bisweilen abstrus- und/oder brutal komische Wild West-Panorama eine wichtige Inspiration für die gleichnamige HBO-Serie gewesen ist, auch wenn das nirgends offiziell eingestanden wird. — (Wenn ich jemals einen Fantasy-Roman schreiben wollte, wäre dieser Roman ein gutes Vorbild für die Struktur und Erzählhaltung, an der ich mich zu orientieren versuchen würde.)
»Embassytown« von China Miéville. Der erste richtige SF-Roman von Miéville bietet erstaunliche Spekulationen über eine Gesellschaft ohne sprachliche Symbole, die Macht von Metaphern und ist zudem eine eindringliche Auseinandersetzung mit Suchtproblemen und Kolonialismus.
»Reamde« von Neal Stephenson. Habe diesen über 1000-Seiten dicken Wälzer in wenigen Tagen verschlungen. Gelungene Äktschn mit Geheimagenten, Terroristen, Onlinerollenspielern und Geiseln, oben drauf geschmückt mit erhellenden Schmunzelkirschen zum Thema Mainstream-Fantasy.
Die ›Bigend‹-Trio von William Gibson, bestehend aus »Pattern Recognition« (›Finden Sie raus, wer diese viralen kleinen Kult-Filmschnippsel ins Internet stellt‹), »Spook Country« (›Auf den Weltmeeren ist ein geheimnisvoller Container unterwegs. Finden Sie heraus was drin ist‹) und »Zero History« (›Finden Sie raus, wer die Klamotten für die Underground-Modemarke Gabriel Hounds entwirft‹), etwas kühl und trocken, was mich aber nicht stört, denn Gibson flicht immer wieder auch geradezu poetische Stellen ein. Genial finde ich seinen thematischen Ansatz, die moderne Welt der sich auflösenden Staaten, der allgegenwärtigen Informationsgesellschaft, der Post-IX.XI.-Befindlichkeit anhand des Spannungsfeldes zwischen (bzw. der Gemeinsamkeiten von) Geheimdiensten und Marketing abzuklopfen. — Mein Liebling ist übrigens Buch 1, »Pattern Recognition«, nicht zuletzt, weil ich die weibliche Hauptfigur ins Herz geschlossen habe.
»Cyclonopedia. Complicity With Anononymous Materials« von Reza Negarestani. Eine verwirrend, verstörend betörende Hatz durch einschüchternd komplexe Themenstrudel veranstaltet dieses Theorie-Fiktionswerk. Ein Muss für jeden, der gerne eine wilde, gelungen relevante Mischung aus Cthulhu-Mythos, Geologie, orientalischer Dämonologie, kritischer Theologie und Petropolitik inkl. ›War on Terror‹ erleben möchte. — Auch wenn ich wahrscheinlich nur ca. 50% dieses Buches verstanden habe, bin ich beeindruckt. (Und falls dieses eigenwillige Meisterwerk jemals ins Deutsche übersetzt werden sollte, habe ich jetzt schon Mitleid und Respekt für wer auch immer das bewerkstelligen soll.)
Desweiteren möchte ich kurz als empfehlens- weil lesenswert erwähnen:
— die mit seltsam-heftiger Selbstbezüglichkeitsschleife versehene Zeitreisenovelle »How To Life Safely In a Science-Fictional Universe« von Charles Yu;
— das nekromatische Katz(Meister)- & Maus(Adeptin)-Duell im Renaissance-Europa in »The Enterprise of Death« von Jesse Bullington;
— den Biopunk-Thriller und Bürgerkriegskrisen-Bericht »The Windup Girl« von Paolo Bacigalupi;
— das kampfreichen Völkerwanderungs-Fantasyabenteuer und Auftakt der ›Foreworld‹-Reihe »The Mongoliad« von Greg Bear, Neal Stephenson & Friends;
— Berliner Stadtjungs erleben Abenteuer in den frühen Siebzigern: »Bloß Weg Hier!« von Frank Böhmert;
— gute SF-Kurzgeschichten, gut geschrieben, gut übersetzt: »Wir waren ausser uns vor Glück« von David Marusek;
— Fantasy-Kurzgeschichten der etwas anderen Art (gelungener Slalom zwischen zart und unheimlich): »Das Flüstern zwischen den Zweigen« von Markholf Hoffman.
Gut Buch (Sach)
»Blödmaschinen« von Markus Metz und Georg Seeßlen. Auch wenn die gewaltige Erkenntnislawine des Buches einen gewissen Deprifaktor mit sich führt, berauscht der Materialreichtum dieses gewitzten Dialektikrundumschlags. Phantastikfreunde dürfen sich zudem über gelungene Horror- und SF-Metaphern freuen.
»9. 11. Zehn Jahre danach. Der Einsturz eines Lügengebäudes« von Matthias Bröckers und Christian C. Walther. Weils ohne große Polemik die vielen empörenden Löcher der größten Ungereimtheit des jungen Jahrhunderts aufführt.
»The Magic of Reality« von Richard Dawkins und Dave McKean. Ein lehrreiches Jugendbuch – Dawkins, wie so oft, knuffig onkel-lehrerhaft – und Dank der atemberaubend schönen Gestaltung von McKean ein gigantischer Augenschmauß.
»Codex Seraphinianus« von Luigi Serafini. Schon Anfang der 80-ger erschienen, hat es nun endlich in meine Sammlung geschafft. Eine Bilderbuch-Enzyklopädie aus einer seltsamen anderen Welt. Gnadenlos undurchschaubar. Megapotente Verzauberungskraft. Ergiebige Traumreiseninspiration.
Gut Comic
»Nausicaä aus dem Tal der Winde« von Hayao Miazaki. Der Film ist, wie auch bei »Akira«, ein Spielfilmtrailer für das um einiges umfangreichere Manga-Epos. Dystopische Öko-SF-Fantasy vom Feinsten.
»The Hunting of the Snark« von Lewis Carroll und Mahendra Singh. Carrolls Werk ist einer meiner liebsten Klassiker und Singh hat daraus einen munteren Reigen der surrealen Kunst gemacht.
»Habibi« von Craig Thompson. Tragische Geschichte als Verneigung vor dem Zauber von 1001 Nacht, Ballade über den nahen Osten und Meditation über die Macht des Geschichtenerzählens.
»Gotham Central« von Ed Brubaker & Greg Rucka und diversen Künstlern, am besten ist der Stammzeichner dieser leider viel zu früh eingestellten Reihe: Michael Lark. Ganz feine Idee, dass nicht der dunkle Ritter und seine diversen Erzfeinde im Mittelpunkt stehen, sondern die Kommissare der Polizei von Gothams erstem Revier.
Gut Mukke
»The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford« (Soundtrack) von Nick Cave und Warren Ellis. Langsam, ruhig, melancholisch, perfekt.
»L. A. Noire« (Soundtrack) von Andrew & Simon Hale sowie Songs im Stil der 40er-Jahre eingespielt von The Real Tuesday Weld mit Claudia Brücken. Treffliche Krimistimmung.
»Batman: Arkham City« (Soundtrack) von Nick Arundel und Ron Fish. Gelungene Mischung der Batman-typischen Mukke von Elfman und Zimmer.
»Where Are The Arms« von Gabriel Kahane. Auch das zweite Album von Kahane bietet ausgetüfftelte Instrumentoerungen, wendungsreiche Melodien und geistreiche Lyrik.
Gut Film
»Scott Pilgrim Vs. The World«: Großartige flotte Romanze mit Game-Stilistik, und eine erstaunlich treue Umsetzung des ebenfalls lohnenden Comics.
»Super«: Endlich ein Film, der krass, gnadenlos, ätzend und dennoch anrührend von den Schattenseiten des ganzen Superheldengedöns erzählt.
»The Adventures of Tintin«: Spielberg hat es doch noch drauf.
»Ponyo«: Bei Myazaki kann man wieder Kind sein und das ist wundervoll.
»Summer Wars«: Ein SF-, Familien-Film wie eine prallgefüllte Wundertüte.
Kurz seien noch als sehenswert erwähnt:
— »X-Men: First Class«: Trotz der kleinen Makken endlich wieder ein ›tiefer‹ Superheldenflick. Fassbender und McAvoy brillieren als junger Magneto und Prof. X.
— »Tucker & Dale Vs. Evil«: Verblüffende Inversion des Schemas ›Killer-Hillybillies killen unbedarfte Jugendliche‹.
— »Sherlock Holmes: Games of Shadows«: Respektable Fortsetzung dieser Wiederbelebung des bekannten Privatdetektivs. Diesmal mit auch mit gelungenem Auftritt des Erzfeindes Moriarty.
— »Carnage«: (= »Gott des Gemetzels«) Wenn der Text stimmt, dann reichen eben zwei gute Schauspielerinnen und zwei gute Schauspieler. Zudem ein feines Beispiel der Wahrung der aristotelischen Einheit von Raum, Zeit und Thema!
Beste Momente
Janelle Monáe-Konzert im Mousonturm (dessen Bühne eigentlich eine Nummer zu klein war)
Kurzurlaub Berlin mit einem wunderbaren lange Spaziergang durch den Park von Charlottenburg; Treffen mit geschätzten SF-Netzwerk-Foristen; Plausch- und Kaufrunden im »Otherland«-Buchladen; Abendessen mit den Herrn Riffel, Böhmert und Kettlitz …
… dort dann abgemacht, dass ich nach den Ted Chiang-Geschichten (siehe »Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes« erschienen im Golkonda Verlag) als nächstes den ersten Hellboy-Kurzgeschichtenband »Odd Jobs« übersetzen werde
Vorsatz
Experiment: keine neuen Bücher kaufen dieses Jahr, sondern sich mal auf die eigene Bibliothek verlassen, um zu prüfen, wie ›stabil‹ und ›ergiebig‹ die ist.
Nein. Halt. Stop.
Maximal 10, oder pro Monat eins, also 12 Bücher übers Jahr verteilt anschaffen. Vorschau der bereits gebongten Titel:
— (Februar) Matt Ruff: »The Mirage«;
— (Februar) Nick Harkaway: »Angelmaker«;
— (Mai) China Miéville: »Railsea«;
— (Juli) Ian Tregillis: »The Coldest War«.
— (August) Neal Stephenson: »Some Remarks«;
— … und der Erscheinungstermin des vierten Romanes von Lawrence Norfolk, »John Saturnall’s Feast«, steht noch nicht fest.
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geschrieben von molosovsky, am: Freitag, 31. Dez. 2010
Eintrag No. 687 — Schon Anfang Dezember habe ich begonnen, auf das zur Neige gehende Jahr zurückzublicken, und abzuwägen, was auf die Liste meiner Jahresrückblicks-Empfehlungen kommt. Entsprechend umfangreich ist der diesjährige Eintrag geraten. — Soweit mein klapperiges Gedächtnis es vermag, hab ich die Titel in etwa chronologisch sortiert. — Wie letztes Jahr führen die fetten Verlinkungen zu Molochronik-Einträgen, und andere Verlinkungen sonstwohin ins Netzel.
Gut-Buch (Fiktion):
Cory Doctorow: »Little Brother«; mein erstes iTouch-Buch, & mein erster Doctorow. Großer Spaß, wie hier ein jugendlicher Internet- und Informationstechnologie-Eingeborener aus San Francisco sich gegen die Umtriebe der Überwachungs-Behörden der US-Heimatland-Sicherheit wehrt.
Wu Ming: »Manituana«; großartiger historischer Roman über den verzweifelten Überlebenskampf der englisch-indianischen Bevölkerung der Six Nations im Chaos des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, inklusive eines aufregenden diplomatischen Ausfluges nach London. Auch sprachlich eine Wucht. Kein gramm Fett zuviel. Pure narrative Muskeln.
Glen David Gold: »Sunnyside«; Charlie Chaplin in großer Schaffenskrise vor dem endgültigen erspriesen seines Genies, Amerikanische Soldaten in den Wirren des ersten Weltkrieges (Flieger in Frankreich und andere im harten russischen Winter), Propaganda-Umzüge und die Dämmerung der modernen Massenmedien-Psychagogie in einem atemberaubenden romantisch-abenteurlichern Mix.
China Miéville: »Kraken«; London als Tummelplatz der Kulte, ein Wettrennen der Apokalypsen und so viele Ideen pro Seite dazu, wie Magie in einer zeitgenössischen Metropole abgehen kann, dass dem Ministerium für Hirnsicherheit ganz blümerant wird.
Thor Kunkel: »Schaumschwester«; Großer Spaß, diese bitter-satirische Hurrah-Dystopie, mit der Kunkel seine fetzige Kritik der Pornokratie, die er in »Das Schwarzlicht-Terrarium« und »Endstufe« betreibt, weiterspinnt.
Alfred Kubin: »Die Andere Seite«; Zum dritten Mal gelesen und immer wieder ein Genuss. Auch wenn die Sprache deutlich veraltet und der Aufbau des Buches merklich holterdipolter ist, entwickelt Kubins Prophetie-Alptraum bei mir eine unwiderstehliche Zugkraft.
Wolf von Niebelschütz: »Der Blaue Kammerherr« und »Die Kinder der Finsternis«; Neben Mervyn Peake immer noch mein liebster klassischer Fantasy-Autor.
Ian Tregillis: »Bitter Seeds«; Nazi-Superhelden a la »X-Men« auf ›Götterelektron‹ gegen britische Blutmagier, die ihren Zoll einem menschenverachtenden kosmischen Dämonengrauselpack entrichten müssen. Gelungener Auftakt der bereits fertigen »Milkweed«-Trio.
Scott Westerfeld & Keith Thompson: »Leviathan« & »Behemoth«; Kurzweiliger Abenteuergran, hübsch bunter Weltenbau und viele dolle Illustrationen. Jupp, das reicht in diesem Fall, um auf dieser Liste zu landen.
Dirk van den Boom: »Tentakelschatten«; Vielleicht die Überraschung des Jahres für mich. Herr Boom konnte mich fast überzeugen, dass das SF-Reinheitsgebot wirklich nur folgende drei Zutaten verlangt: Wummen, Tentakel und Titten.
Neal Stephenson: »Der Barock-Zyklus«; diesmal als englische Hörbuch-Edition. Immer noch heisser Anwärter auf den Titel ›Lektüre-Höhepunkt meines Lebens‹.
Joe R. Lansdale: »Kahlschlag«; Sunset Jones erschießt ihren Mann während eines Wirbelsturmes und das ist erst der Beginn eines ausgesuchten Schlamassel-Bündels in der texanischen Provinz zur Zeit der Großen Depression.
Arno Schmidt: »Zettel's Traum«; Warum überhaupt so ein schwer lesbares Monster-Trumm lesen? Wie sagt der Bergsteiger?: »Weil es da ist«, punktum. Außerdem steh ich auf Kalauerfickdicht voller Altherrenzoten
Edward Abbey (mit Illustrationen von Robert Crumb): »Die Monkey Wrench Gang«; Letztes Buch des Jahres. Feine Erholung vom Winter, und eine Wonne bereitend, wie drei Erzindividualisten und eine Hippie-Braut in der Landschaft Uthas und Arizonas Großindustriemaschinen-Gedöhns beherzt kaporres machen.
Matthias Bröckers: »Die Drogenlüge«, ›Warum Drogenverbote den Terrorismus fördern und ihrer Gesundheit schaden‹;
Jochen Hörisch: »Theorie-Apotheke« ›Eine Handreichung zu den humanwissenschaftlichen Theorien der letzten fünzig Jahre, einschließlich ihrer Risiken und Nebenwirkungen‹
James Webb: »Die Flucht vor der Vernunft« & »Das Zeitalter des Irrationalen«, Politik, Kultur und Okkultismus im 19. und 20. Jahrhundert
Peter Watson: »The German Genius«; Irgendwie berührend, wenn ein profilierter englischer Gelehrter sich dafür einsetzt, man möge doch mal mehr von der deutschen Kulturgeschichte zur Kenntnis nehmen als Holocaust und Nazis, denn immerhin: die heutige Welt denkt deutscher als viele vermuten.
G. Peter Winnington (Hrsg.): »Mervyn Peake: The Man and His Art«; Peake als Autor beeindruckt mich ja schon schwer. Um so mehr war ich ergriffen, wie gut der Mann auch als Illustrator und Maler war.
Gut-Buch (Comic):
Posy Simmonds: »Tamara Drewe«; Realismus wie er mich begeistert. Englisches Provinz-Drama vom Feinsten.
Jens Harder: »Alpha … directions«; Ein Riesenwerk mit der Geschichte der Welt bis zum Debut des Menschen. Großartige Meditationshilfe.
Yann (Szenario), Oliver Schwartz (Zeichnungen) & Laurence Croix (Farben): »Spirou & Fantasio Spezial – Operation Fledermaus«; Die beiden großen franko-belgischen Comichelden als Widerstandskämpfer, die den Nazis aufs Maul hauen. Aber immer bitte gerne.
Marie Pommepuy & Fabien Vehlmann (Szenario), Kerascoet: »Jenseits«; Mal locker das poetischste, unheimlichste, zärtlichste und härteste Comic des Jahres.
Manu Larcenet (Text & Zeichnung) & Patrice Larcenet (Farben): »Die wundersamen Abenteuer von…«;
1) »…Sigmund Freud: Hundejahre«; Freud im Wilden Westen auf der Suche nach prestigeträchtigen Patienten und ein Hund auf der Suche nach einer Seele.
2) »…Vincent can Gogh: An vorderster Front«; Vincent soll das Grauen des ersten Weltkrieg so veranschaulichen, dass die Generäle und Politiker kapieren, warum die Frontsoldaten mies druff sind.
3) »Die Legende von Robin Hood«; Robin Hood als alter, dementer Knacker der in deutschen Wäldern Touristen mehr oder minder aus Versehen killt.
Jacques Tardi (Comic) & Jean-Pierre Verney (Dossiers): »Elender Krieg 1914 - 1915 - 1916« und »Elender Krieg 1917 - 1918 - 1919«; Noch mal erster Weltkrieg. Diesmal in einer gnadenlosen Schau, die den zornigen Pazifisten in mir mit gerechter Wut erfüllt.
Robert Kirkman (Autor), Tony Moore, Charlie Adlard, Cliff Rathburn (Zeichnungen): »The Walking Dead Compendium 1«, enthält die ersten 48 Einzelhefte, bzw. 8 Sammelbände auf 1088 Seiten.
Gut-Mukke (neu):
Zwei mal Hans Zimmer: »Inception« und noch einen ganzen Tacken besser »Sherlock Holmes«.
Regina Spector: »Sovjet Kitsch«; habe alle Alben durchprobiert, und gefallen hat mir nur dieses. Das ist aber dafür wirklich fein. Mein Lieblingssong ist »Chemo Limo«.
Gabriel Kahane: »Gabriel Kahane«; Dank sei Jeff Vandermeer, der diese Platte empfohlen hat. Schräge Texte und noch schrägere, ausgetüftelte Musik. Enthält den einzigen Popsong in 12-Ton-Manier (»Fughetta«), der funktioniert. »The Faithful« ist vielleicht das beste Musikstück des Jahres für mich.
Im letzten Quartal habe ich einige miteinander verbandelte Alternativ-Country & Bluegrass-Sachen entdeckt. Es geht los mit Nickle Creek: »Why Should the Fire Die?« und »This Side«. — Das neueste Solo-Album des Mandolinen- und Banjo-Magier dieser Gruppe, Chris Thiles: »How to Grow a Woman from the Ground«, hat mich auch überzeugt. — Und aufgestöbert habe ich diese Mukke als ich in iTunes über The Punch Brothers gestolpert bin: »Punch« und »Antifogmatic«.
Gut-Mukke (alt):
Georg Friedrich Händel: »12 Concerti Grossi« (op. 6) eingespielt von Il Giardino Armonico & Giovanni Antonini.
Jean-Philippe Remeau: »Six Concerts en sextuor« eingespielt von Christophe Rousset & Les Talens Lyriques.
Guillaume Dumanoir: »Suites D'Orchestre« eingespielt von Le Concert des Nations & Jordi Savall.
Gut-Film:
»Inception«; große Schauwerte und ein SF-Flick, der sich löblich um Charakter-Entwicklung kümmert.
»A Serious Man«; eine ruhige, stimmungsvolle und wunderbar tragik-komische Neufassung der biblischen Geschichte vom Hiob.
»Das Kabinett des Dr. Parnassus«; Terry Gilliam schenkt uns ein knallbuntes Märchen-Bonbon, bei dem es eine Freude ist, zuzuschauen, mit welcher Lust die Darsteller agieren.
»Social Network«; David Fincher wechselt wieder mal das Genre und zeigt, dass er weiterhin Meister aller Gattungen ist.
»Ponyo«; das Ghibli-Studio verzauberte mich mit einem Film für die ganz Kleinen.
»Star Wars: Clone Wars« Staffel 1 und Staffel 2. Ich bleibe bei meiner Meinung, dass hiermit »Star Wars« seine ideale Inkarnation gefunden hat, was Styling, Form und Inhalt angeht.
»Buffy« & »Angel«; atemberaubend gute, abwechslungs- und facettenreiche Serien, die mich immer wieder überrascht haben, wie gut sie sind.
Zwei Klassiker von John Sturges, die ich zuletzt vor ca. 20 Jahren im Fernsehen auf Deutsch sah, begeisterten mich beim Wiedersehen außerordentlich: »Die Glorreichen Sieben« und »Gesprengte Ketten«, auch wegen der grenzgenialen Musik von Elmer Bernstein.
Beste Momente:
Zur Gänze der Gründungskongress der ›Gesellschaft für Fantastikforschung‹. Endlich Simon Spiegel kennengelernt, sowie viele lehrreiche, kurzweilige, erbauende und herzliche Gespräche geführt und / oder belauscht.
BuCon in Dreieich: Auch hier gefreut über die Begegnungen, u.a. mit Ralf, HMP, Gero, Frank Böhmert; — uuuuuund: »Magira – Das Jahrbuch zu Fantasy« hat den Deutschen Phantastik-Preis als bestes Sekundär-Werk gewonnen.
Belegexemplare! Sehr stolz, dass meine Autorenportraits zwei Bücher von Golkonda zieren und meine Illustrationen nebst Titelbild Simons Buch über Todorovs Fantastik-Theorie schmücken.
Bart wachsen lassen, und arg in Eitelkeit geschwelgt, als ich ihn das erste Mal zwirbeln konnte.
Schlimmster Moment:
Die Ohrenhaare werden immer mehr und müssen nun regelmäßig beseitigt werden.
Ansonsten nichts schlimmes, außer der üblichen Sorgen, wenn mein Herzelieb bei harschem Wetter mit dem Auto lange Strecken fährt und dann nicht anruft, dass sie auch gut angekommen ist (seufz … das habe ich von meiner Frau Mama geerbt).
Gute Vorsätze:
Das Übliche: Weniger Haut von den Fingerspitzen knabbern; mehr gesundes Essen. — Mit Daddeln habe ich mich brav zurückgehalten (wegen meiner Übersetzerei für einen richtigen Verlag). — Groß Schulden habe ich auch keine mehr. — Jetzt kann ich mich langsam mal trauen, dass ich mir vornehme, mal wieder Fiktionen zu schreiben.
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01. April 2012: Während der Layout-Neugestaltung des Blogs, gibt es vorrübergehend keine Link- oder ›Molochronik DeLuxe‹-Liste oder Buttons.
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