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geschrieben von molosovsky, am: Montag, 11. Jun. 2007
(Eintrag No. 379; Phantastik, Weird Fiction, Fantasy, Science Fiction, Western, Golem) — Vorweg der Offenbarungseid: Seit meiner ersten Reise zur »Perdido Street Station«[01] New Crobuzons in der ›Weird Fiction‹ [02]-Fantasywelt Bas-Lag bin ich von China Miéville (* 1972) und seinem Schreiben in zappeliger Fan-Manier begeistert. In noch heftigeres Erstaunen versetzte mich die zweite, diesmal maritime Ausfahrt mit »The Scar«[03]. Entsprechend besorgt und her-ausgefordert bin ich deshalb, ob’s mir denn dermaßen heftig infiziert überhaupt gelingen kann, nicht-peinlich über »Der Eiserne Rat« zu schreiben. Immerhin ist Miéville einer dieser Autoren, die Leserschaften polarisieren. Noch vor wenigen Jahren, im Umfeld des Erscheinens von »Perdido Street Station« und »The Scar«, hat Miéville rabaukig über die ›ausgelatschten‹ Touristik-Pfade in tolkienartige ›Fäntäsyländs‹ gemosert. [04]
»Jüngstes Superduper-Genie der anspruchsvollen Genre-Zunft!«, jubeln durch die Phantastikbeete ondulierende Hurra-Schlümpfe wie ich; »›Nett‹, jedoch störend verhunzt durch renitente Marxistenprophetenpolemik«, meinen Skeptiker, und deuten dazu jetzt besonders bei »Der Eiserne Rat« auf die befremdende politische Heftigkeit von Miévilles verdrehter Fabuliererei hin. Später mehr zu diesen ›Vorwürfen‹.
Allein das Kuddelmuddel an Widersprüchen, in die sich Miéville verstrickt, wenn er über die empfohlene Lesereihenfolge der Bas-Lag-Romane spricht: Mal sagt er, dass jeder der drei Bas-Lag-Romane für sich allein genommen ›rund‹ sei; als Text Genuss verschaffen, als Story Substanz, und als Statement Virulenz haben soll. Dann aber nennt er die drei Bücher auch mal locker ›Anti-Tolkien‹-›Anti-Trilogie‹-Trilogie, deren Teile sich in beliebiger Reihenfolge lesen ließen. Und schließlich, dass in der Folge ihres Erscheinens (die auch dem Verlauf der Bas-Lag-Chronologie entspricht) nach »Perdido Street Station« und »The Scar« nun »Der Eiserne Rat« so was wie ein Abschlussstein ist. In mehrfacher Hinsicht wird damit diesem Dritten im Bunde strukturell und programmatisch die Aufgabe aufgebürdet, kulminativer Höhepunkt zu sein. Wurscht, was man sonst über das Fantasy-Genre zu wissen glaubt, sicher ist immer: Der letzte Teil einer Trio lässt die Fetzen nur so fliegen!
Jetzt wäre China Miéville nicht dieser unverschämt talentierte Ideen-Lausbub der er ist, wenn er nicht schon bei der Komposition der Struktur einer Trilogie ›Unsinn‹ anstellte. »Perdido Street Station« und »The Scar« ähneln einander, sind beide noch verhältnismäßig konventionelle Romane. Beide schildern auktorial die Handlung linear von A nach Z. »Perdido Street Station« bietet kleine Intermezzi einer, »The Scar« mehrere Ich-Erzähler-Stimmen, von denen eine auch in längeren Briefauszügen zu Wort kommt. »Perdido Street Station« ist ausschließlich in New Crobuzon (der bratzigsten Industriemetropole der Welt Bas-Lag) angesiedelt und umspannt einen Zeitraum von einem halben Jahr [05]. »The Scar« setzt nur wenig später ein, erstreckt sich über etwa ein Jahr [06] und begibt sich auf eine weite Rundreise durch die östliche Hemisphäre von Bas-Lag mit der schwimmenden ›Gestalt‹-Großstadt Armada (EIN Konkurrent von New Crobuzon beim Rennen um Macht und Reichtum).
Buch drei schlägt nun aus der Art. »Der Eiserne Rat« springt zwischen New Crobuzon und den westlichen Weiten des Kontinents Rohagi hin und her. Es gibt diesmal keine Ich-Erzählerstimme, alles wird aus einer Art auktorialer Vogelperspektive geschildert. Eine lange Rückblende steckt wie ein Fremdkörper im Gewebe des linearen, chronologischen Erzählverlaufs. Der Kernzeitraum der Gegenwartshandlung schildert die Ereignisse eines Jahres [07], die bis zu den Ereignissen der beiden Vorgänger reichende Rückblende aber umfasst einen Zeitraum von etwa 20 Jahren. Obwohl man die beiden Vorgänger nicht gerade als ereignisarm bezeichnen kann, überbietet »Der Eiserne Rat« — das kürzeste der drei Bücher — in fast schon beängstigender Manier die Geschehnisdichte von »Perdido Street Station« und »The Scar«.
Kurzum: »Der Eiserne Rat« ist als Bas-Lag-Einstiegslektüre nur Lesern anzuraten, die als waghalsige Freeclimber ohne Sicherung gern gewillt sind, die schwierigsten Hänge zu erklimmen. Man sollte schon ›einen leichten Schuss‹ haben, oder über so etwas wie ›robuste Lesegeschicklichkeit‹ oder ›Aufnahmeflexibilität‹ verfügen, wenn man mit »Der Eiserne Rat« seine Freude haben will.
Mit einer gewissen ›musikalischen Lesart‹ aber lässt sich diese widersprüchlich daherkommende Trilogie-Partitur als klassisch-dreisätzige Symphonie nehmen. In den einzelnen Sätzen greift Miéville thematisch und bezüglich des Settings auf ein jeweils anderes historisches Vorläufer-Genre der modernen Phantastiksparten zurück. Und jeder der drei Romane beschäftigt sich mit einer anderen Facette zum Thema Magie, die in Bas-Lag größtenteils als Thaumaturgie bezeichnet wird.
So gibt »Perdido Street Station« als urbaner Horrorthriller das Allegro ma non troppo, und ein freischaffender Querbeet-Thaumaturg baut einen Transformator, mit dem sich ›die Macht‹ der allgegenwärtigen Krisis-Energie nutzen lässt. Als Adagio in exile schildert dann »The Scar« eine Entdeckungsabenteuerfahrt von Piraten, und setzt sich anhand arkaner Möglichkeitsmagie mit den quantenphysikalischen Eigenschaften der Thaumaturgie auseinander. »Der Eiserne Rat« darf nun das Finale allegretto extravaganza sein und als großangelegtes, aus den Nähten der üblichen Romanform platzendes Potpourrie dem Eisenbahn-Western seine Referenz erweisen.
»›Once Upon A Time In Bas-Lag‹, mindestens!« könnte ich flapsig trailern. Denn das Superbreitwandpanorama des Romans erzählt davon, wie das Vorankommen eines Dampfrosswundermaschinendings die Entfernungen nichtet; wie einst isolierte Orte durch Schienen vernetzt werden; und dass mit dem Anschluss an das pumpende Herz des monströsen Zivilisationsmolochs New Crobuzon nicht nur Fortschritt, Neues, Nachrichten und lebhafter Handel in einstige Ödnisse strömen, sondern auch Korruption, Ausbeutung, Intrigen, sowie soziale und bellezistische Konflikte. Ganz ähnlich wie in dem melodramatischen Todestanz von Sergio Leone kann man anfangs ‘ne ganze Weile die ungewöhnliche Informationsfülle an Kleinigkeiten und die angespannten Situationen von »Der Eiserne Rat« nur rätselnd mitverfolgen. Da ich glaube, dass die Komplexität und Tiefe des Romans schier undurchschaubar sind, wage ich es, in folgender Inhaltsskizze einige hoffentlich hilfreiche Spoiler zu platzieren.
Nach einem kurzen ›raunend‹-lyrischem Intro über einen Mann, der weiß, dass seine Pläne heilig sind, wird der Leser mitten in die Äktschn des ersten von drei großen Handlungssträngen in den Wald geschickt. Dort erwartet Cutter, ein Ladenbesitzer in den Dreißigern aus dem Gelehrtenviertel, in einer Hahnenkampfgrube seine Revoluzzerkameraden aus dem nahen New Crobuzon. Das Stadtimperium führt Krieg gegen das ferne und quecksilbrig-rätselhafte Tesh. Wie der Krieg losging, weiß niemand mehr so wirklich, sicher ist aber, dass der Konflikt für New Crobuzon bitterer und zäher verläuft, als das herrschende Stadtparlament und dessen Milizia erwartet haben. Die sechs Revoluzzer folgen der Spur des von ihnen allen verehrten, von Cutter sogar sehnsüchtig geliebten Judah, einer Art Guru der Dissidentenszene, der selbst auf der Suche nach dem legendären Eisernen Rat ist. Cutters und Judahs homoerotisch-, tragisch-romantische Liebesgeschichte erzählt von der Asymmetrie des Verlangens, mit für erfolgreiche Fantasy ungewöhnlicher Offenheit und ›Härte‹. Wer Schwulitäten in der Fantasy nicht abkann, sei ein wenig beruhigt. Der diesmal überwiegend knorrige, ›an kurzer Leine gehaltene‹ Sprach- und Szenenrhythmus bewahrt solche Leser davor, seitenlanges Auswalken von Homo-Herzeleid und Sexszenen ›erleiden‹ zu müssen. Alle anderen, denen es wie mir auch piepegal ist, zwischen wem oder was sich eine bewegende Liebesgeschichte abspielt, können Cutters Leiden an seiner eigenen be-dingungslosen Treue zu Judah als gute Darstellung von universellen Problemen lesen, die sich nun mal aus intimer Nähe ergeben. Doch Romanze beiseite, kommt Cutter mit am weitesten herum in der Welt des Romans. Seine ersten fünf Kapitel ist er mit seinen Revoluzzerkumpeln auf sich gestellt. Man reist mal zu Fuß, mal in einem Luftvehikel, mal übers Meer, und es ereignet sich auf diesen ersten 80 von 680 Seiten mehr Äktschn und Hatz, als anderswo im ersten von fünf dickleibigen Büchern.
Der zweite Handlungsstrang begleitet den jungen Dissidenten Ori auf seinem Weg durch die radikale Untergrundszene von New Crobuzon. Zugegeben, Ori vertritt sehr deutlich den Typ des tatendurstigen ›zornigen jungen Mannes‹. Man lernt ihn kennen bei einem außer Rand und Band geratenen Auftritt der Nuevisten, einer Gruppe kritisch-provokativer Agitprop-Aktionskünstler. Ein bissiges Marionettentheaterstück über die Hinrichtung des legendären Volkshelden Jack Gotteshand vor zwanzig Jahren wird gegeben. Ein Zensor der Stadtregierung hat ein wachsames Auge auf diese Michael Moores, und die extrem rechten Schlägerjungs von der Spitzen Feder Partei wollen den linken Provokateuren ans Leder: Tumult, Saloon-, pardon: Vaudeville-Schlägerei par excellence. So cool Ori die kreativen Sticheleien, Aktionen und Happenings der Nue-visten findet, ist er dennoch auf der Suche nach zupackenderen Tatgemeinschaften. Ori hat keinen Bock, seinen Gestaltungsdrang für eine gerechtere und bessere Zukunft mit Diskutierereien zu vertrödeln, und folgt lieber den wirren Weisungen eines alten Fuzzis aus einem Obdachlosenasyl. Dieser irre Alte, Spiral Jacobs, hat Jack Gotteshand noch gekannt und hilft nun Ori, das heikle Initiationsritual der Aktivisten-Zelle von ›Toro mit dem Stierkopf‹ antreten zu können. Nur fair und billig, in heutigen Zeiten die gute alte ›Knappe wird zum Ritter‹-Queste mal mit fanatischen Terrorzellen zu inszenieren (und: dieser Handlungstrang kommt mir zudem vor, wie eine sehr auf den Kopf gestellte Verarbeitung des minoischen ›Minotaurus im Labyrinth‹-Mythos).
Im dritten Gegenwartsabschnitt sind wir wieder mit Cutter unterwegs, diesmal durch die Randzonen des Krieges zwischen New Crobuzon und Tesh. Nach diesen Kriegsgräuel und Flüchtlingsschicksalen folgt die Unterbrechung, die große Synkope der ›Anti-Trilogie‹: Judahs Vorgeschichte, oder genauer, die »Anamnese«[08] vom ewigen Zug. Judah hat vor vielen Jahren als Kundschafter für den visionären Industriekapitän Wrightby das Sumpfland des Stiltspear-Volkes erforscht. Wrightby wollte das Unmögliche schaffen und eine Eisenbahnlinie westwärts quer durch den ganzen Kontinent errichten. Als die Bautruppen den Sumpf erreichten, konnte Judah nichts ausrichten und Wrightbys Unternehmen verdrängt die Stiltspear, wie alles andere, was sich dem Zug in den Weg stellt. Judah versucht verzweifelt, so viel wie möglich von der Stiltspearkultur zu bewahren und zu lernen. Dazu gehört die seltsame Kunst, Zeit zu manipulieren, welche schon Kinder üben, indem sie kleine, ungeschickte Matschmännlein machen. Nach der Zerstörung des Lebensraums der Stiltspear will Judah nichts mehr mit Wrightby und seinem ›Trancontinental Railway Trust‹ zu tun haben, kann sich jedoch dem Sog des Zuges nicht entziehen und bleibt so in dessen wuseligem Umfeld. Hier gibt es nun ordentlich viel Wilden Westen, und mittendrin Judah als Mann vieler Karrieren in den schnell entstehenden und wieder verfallenden Orten am Rande der Gleise, zwischen Kopfgeldjägern, Eisenbahnräubern, Spielern, Duellisten und Streckenbauern. Judah lässt sich auf ein junges wildes Landei ein, Ann-Hari, die sich lebenshungrig als Hure dem Eisenbahn-Tross anschließt. Für einige Zeit gehen die beiden nach New Crobuzon, und Judah beginnt sich intensiv mit Golemetrie zu beschäftigen.
Dieses bewusste Eingreifen in den Lauf der Dinge, diese Unterbrechung und Neuausrichtung von Vorgefundenem ist das magische Hauptthema dieses Bas-Lag-Romans. Judah wird zu einem Genie in der Kunst des thaumaturgischen Formatierens von ›Etwas‹ zu einem meist menschenförmigen Wesen und dem Programmieren dieser Wesen zu selbsttätig handelnden Agenten. Atemberaubend, woraus Judah im Lauf seines Lebens alles Golems macht [09], oder wie er diese Kunst mit Uhrwerken zu Zeit-bomben und Fallen ›verfeinert‹.
Zu den aufregenden Gedankenspielen Miévilles über Golemetrie gehört etwas, das man Judahs ›inneren Moral-Golem‹ nennen könnte. Diese ›Gutheit mit eigenem Willen‹ hat ein alter Stiltspear in Judahs Brust als Abschiedsgeschenk erweckt. Eine bewegende Szene und typisch für Miévilles zerschartete Idyllik: Die Rückmeldung der vom Fortschritt Überrollten ist hier nicht blinde Rache, sondern eine Gabe, die man ›Gewissen‹ nennen könnte. Gäbs ‘ne Hall of Fame für Metaphern, würde ich diesen Moral-Golem in der Abteilung vermuten, in der auch die goldene Kugel aus »Picknick am Wegesrand« der Strugatzki-Brothers ausgestellt wird. Atemberaubend auch, wenn in einem der längeren Großkämpfe des Buches Golemetrie und die am anderen Ende des thaumaturgischen Tat-Spektrums angesiedelte Elementarbeschwörung aufeinanderprallen: Wilde, ungezügelte Begierde von Feuer-, Fleisch- und Mond-Elementardämonen gegen mehrere Golems aus Eisenbahnbestandteilen und einen Lichtgolem.
Ich geh mal die Gefahr ein, als blauäugiger oder unentschlossener Depp dazustehen. Ich kann nicht erkennen, dass der bekennende Trotzkist und ›politische Aktivist‹ China Miéville mit solchen thematischen Melodien über bewusstes Manipulieren und leiden-schaftliches Draufloshandeln dem Leser wie auch immer geartete Propaganda für allgemeine oder extrem linke Programme auftischen will. Alle drei Bas-Lag-Romane führen am Ende ihrer argumentativen Verläufe allerdings zu vielstimmigen Fragestellungen, zu Aussichtsposten auf einschüchternd große und komplexe Probleme. Die Geschichten aus Bas-Lag sind eben kein Manifest und versuchen nicht, dem Leser das ein oder andere DU SOLLST! MANN MÜSSTE! reinzureiben, oder das sich dem menschlichen Komplettverständnis immer entziehende Echtwirklichkeits-Tohuwabohu in griffige Vereinfachungen zu pressen. Freilich werden Miévilles Bücher durch seine persönlichen Interessen und Vorlieben geprägt. So berechtigt eine gewisse Paranoia gegenüber der fabulierenden Zunft auch ist, ›vertraue‹ ich Miéville aber soweit, seine Romane als seine erzählende ›Kür‹ zu verstehen, in der er sich als Weird Fiction-Freak austobt. ›Nebenbei‹ zu seinen Romanen arbeitete Miéville an seiner akademischen ›Pflicht‹ in Form der Abschlussarbeit (über Theorie und Geschichte des Völkerrechts aus marx-istischer Sicht) »Between Equal Rights« an der London School of Economics. Seine Sympathien sind deutlich zu erkennen, wenn man sich z.B. die Milieu-Architektur seiner Dramaturgie anschaut: Die eigentlichen Machthaber, und die sonst oftmals im Zentrum von Genre-Stoffen stehenden Reichen und Schönen spielen meist nur am Rande eine Rolle, die tragenden ›Helden‹ der Bas-Lag-Bücher aber sind Außenseiter, Abweichler, oftmals aus den unteren Gesellschaftsschichten und entsprechend arm und durch’n Wind.
Die kräftigste Einzelillustration Miévilles für die Probleme, die sich aus der Um-zingelung des Menschen durch den Menschen ergeben, sind dabei vielleicht die ›Remade‹ von New Crobuzon. Die Rechtssprechung des imperial-merkantilen Stadt-staates verurteilt ihre Delinquenten zu einer Behandlung in den thaumaturgisch ausgestatteten Straffabriken, in denen die Körper der Verurteilten mit allen Kniffen der Kunst einer meist abartigen Umgestaltung unterzogen werden. Die Umgemodelten sind in den schlechteren Gegenden der Stadt zuhause und bilden neben den Armen und Immi-granten den verachteten und ignorierten Bodensatz der Gesellschaft von New Crobuzon. ›Glück‹ haben dabei noch jene Remade, die speziell für ihre jeweiligen Tätigkeiten als Kampf- oder Arbeitsmaschinen hergerichtet werden, oder als Sklaven in den fernen Kolonien und für andere Großprojekte schuften. Richtig arm dran sind die Remade, an denen sich ihre Richter kreativ ausgetobt haben. Dann werden aus den Verurteilten lebendige Skulpturen gemacht, ihre Körper zu perversen, bescheuert-grausamen ›Sinnbildern‹ der jeweiligen Verbrechen umgeformt.
»Die Moral von der Geschicht?« Na, einer tragischen Kindsmörderin werden halt die Arme ihrer toten Tochter wie Fühler auf die Stirn gepflanzt, oder einem Verräter die Zunge durch ein gefräßiges Meeresvieh ersetzt. Für Liebhaber von Grotesquerie-Revues ist das freilich für sich schon ‘ne feine Monsterparade, doch die Remade sind mehr als nur das: nämlich bitter-brilliante Phantastik über die finsteren Gepflogenheiten in allen Kulturen, wenn eben jene mit Deutungs- und Gestaltungshoheit, wie es ihnen richtig erscheint oder beliebt, Leben, Psyche und Physis der ihnen Ausgelieferten zurechtkneten. Die Utopien vom neuen Menschen (bzw. die Träume vom unverdorbenen Menschen) entpuppen sich in der Welt Bas-Lag als die Schokoladenseite der Untaten, die Menschen einander antun, oder die sich antun zu las-sen sie bereit sind. Doch es gibt auch Remade, die sich auflehnen, die in New Crobuzon untertauchen oder ins Umland fliehen, zu ›fReemade‹ werden, sozusagen Freigemodelte.
Der oben erwähnte Jack Gotteshand [10] wurde in Perdido Street Station als solch ein krimineller Volksheld vorgestellt und hatte dort einen Heldenauftritt [11]. Jack war ein Mann der Tat, der Miliziaspione und Hinterzimmerschreibtischtäter in bester Vigilantenart meuchelte oder bloßstellte, den Reichen Geld stahl und an Arme verteilte. Nach seinem Tod ist die Stelle des Volkshelden vakant, und in »Der Eiserne Rat« geht’s es zu einem Gutteil darum, wie dieser Posten eines hoffnungsspendenden Widerstandsmythos neu besetzt wird. Nachdem Judah und Ann-Hari zum ewigen Zug zurückkehren, verschärfen sich dortz in der Anamnese die Zustände. Nachschub und Lohnzahlungen stocken, die Stimmung lädt sich auf und es kommt zu einer Rebellion der Trosshuren, einiger nichtumgemodelter Arbeiter und der Remadesklaven gegen die Aufseher des TRT. Der ewige Zug macht sich frei von New Crobuzons Kontrolle, flieht westwärts in die Wildnis und wird für die Bewohner von Rohagi schnell zum sagenhaften Eisernen Rat. Als Barde für die Sache des Eisernen Rates wird Judah später wieder nach New Crobuzon zurückkehren und den dortigen Widerstandgruppen vom unerhört erfolgreichen Aufbegehren das sich in der fernen Fremde zutrug berichten. In dieser Zeit wird er Cutter kennen lernen, und sich dann in der zuspitzenden Krise des Krieges New Crobuzon gegen Tesh aufmachen, den Eisernen Rat zu suchen.
Ganz passend empfiehlt Kolja Mensing für Deutschlandradio Miéville als »Begleitlektüre für die globale Katerstimmung zu Beginn des 21. Jahrhunderts«[12]. Vor allem »Der Eiserne Rat« wendet sich trotz all seiner Vernarrtheit für genrespezifische Steckenpferde eher an eine Fantasy-, Horror- und SF-Leserschaft, die sich bei allem ›Eskapismus‹ gern und heftig mit der Echtweltwirklichkeit konfrontiert, und/oder auch beim geliebten Genre-kram avantgardistischen Anspruch mag. In zwei jüngeren Interviews hat Miéville sein literarisches ›Programm‹ umschrieben:
»Es gibt mehrere Werte — das avantgardistische Fein-gefühl, die realistische Schilderung von gesellschaftlichen Strukturen, ein reißerisches Garn zu spinnen — und es ist unklar, bis zu welchem Maß diese Werte in einem Text miteinander fruchtbar auskommen.« [13]
und:
»Mein Ziel wäre also, genau dieses reißerische Garn zu spinnen, das gesellschaftlich ernsthaft und stilistisch avantgardistisch ist. Meiner Meinung nach ist das doch der Heilige Gral.« [14] Für mich eine Wonne, dass es Genreautoren gibt, die sich, obwohl sie ihre Leserschaft im Blick haben, dennoch trauen auf ästhetische Gralssuche zu gehen, und nicht ›nur‹ den Markt zu bedienen trachten.
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[01] Siehe »Magira 2003«: Besprechungen von Werner Arend (S. 23) und Molosovsky (als Alexander Müller) (S. 91). ••• Zurück
[02] ) Übersetzte ich mir mit ›verdrehte, verrückte, seltsame, befremdende Fiktionen‹. (Nebenbei. Bemerkenswert, daß am ethymologischen Brunnen des Wortes ›weird‹ wiederum drei alte Zauberweiber rumhängen.) Um den Begriff New Weird gabs und gibts in ›der Szene‹ sowohl angeregte wie auch aufgeregte Diskurse. So ganz kann ich auch (noch) nicht nachvollziehen, wie der neue Subgenrebegriff aufkam, aber als einer der ersten die ihn gebrauchten, wird immer wieder M. John Harrisson genannt, von dem Freund China ja bekennender Fan ist. Von Harrisson hat Miéville sich das Ettikett New Weird geborgt und sich selbst und vielen anderen — von denen nicht alle darüber glücklich waren — ans Revers geheftet. Wichtig erscheint mir, daß mit ›New Weird‹ ein Begriff da ist, mit der sich die heutigen Strömungen brauchbar umschreiben lassen, die weniger an die ›klassische‹ (High Fantasy) Phantastik eines J. R. R. Tolkien, C. S. Lewis, Lloyd Alexnder oder E. R. Eddison anknüpfen, als vielmehr auf Werken von Autoren wie Mervyn Peake, Stefan Grabinski, Bruno Schulz, den jungen H. G. Welles und den Papst des Old Weird H. P. Lovecraft aufbauen. — Die derzeit verlässlichste Auskunft zur ›New Weird‹-Entwicklung gibt Thomas P. Weber in »Fischer Kompakt: Science Fiction« (Fischer Taschenbuch, November 2005), S. 81 ff. Dort heißt es z.B. knapp und einleuchtend über Miéville, daß er »… die Möglichkeiten der SF und Fantasy {und des Horrors. – Molo} zu nutzen {versucht}, um die in einer neoliberalen Welt verkümmerte soziale Phantasie wiederzuerwecken.« ••• Zurück
[03] Siehe »Magira 2004«: Besprechung von Manfred Roth, S. 191. ••• Zurück
[05] Von Chet (April) bis Thatis (Juni) des Jahres ›Anno Urbis‹ 1779. ••• Zurück
[06] Von Rinden (Oktober) 1779 bis Tathis 1780. ••• Zurück
[07] Von Chet 1805 bis Lunary (Januar) 1806. ••• Zurück
[08] Bedeutet allgemein ›zur Sprache gebrachte Erinnerung‹; medizinisch ›Vorgeschichte‹; liturgisch der Teil einer Messe, in der man der Toten (und besonders der Märtyrer) gedenkt. ••• Zurück
[09] Erde, Fels, Leichen, Giftgas, Schwarzpulver, Schatten, um ein paar Beispiele zu geben. Auch spekuliert Judah, ob sich aus Hoffnung, Angst und Ähnlichem Golems schaffen lassen. ••• Zurück
[10] Jack Half-a-Prayer im Original. Der Spitzname bezieht sich auf Jacks rechten Unter-arm, der durch eine übergroße Gottesanbeterschere ersetzt wurde. ••• Zurück
 [11] »Ein versteckter Schlüssel?«, trau ich mal in einer Fußnote drauflos zu spekulieren, denn mit der Story »Jack« reicht China Miéville in seinem Kurzgeschichtenband »Looking For Jake« (»Andere Himmel«, Bastei 2007) ein Zuckerl über diesen legendären fReemade-Rebellen. Darin erzählt ein Mitarbeiter der Straffabriken nach Jacks Tod seine Meinung zu diesem fReemade im besonderen und den Remade im Allgemeinen. Die Kurzgeschichte »Jack« liest sich wie eine grimmig-kritische Meditation über Heldentum und die Sehnsucht nach großen Gestalten und deren typischen ›Trieb‹, ihren wahren Gefühlen um scheinbar jeden Preis gestaltend Ausdruck zu verleihen, also Zeichen und Markierungen in der Welt zu hinterlassen. ••• Zurück
Geschieben von molosovsky am: Dienstag, 12. Jun. 2007
Manchmal, ja manchmal, lese ich englischsprachige Bücher doppelt, genauer: ich lese absatzweise zwischen dem Original und der deutschen Übersetzung wechselnd. Ich mach das zuvörderst, um mein eigenes Sprachgefühl zu trainieren. Diesen Aufwand betreibe ich freilich nur bei Büchern, die sprachlich so arg sind, daß sich dieses Abklopfen auch lohnt. Ein einziges Mal, eben bei »Der Eiserne Rat« von Miéville, habe ich meine entsprechenden Anstrengungen öffentlich zugänglich gemacht: auf den Lesezirkelseiten des Bas-Lag-Forums.
So kann ich als besonderen Service nun die in der deutschen Fassung fehlenden Stellen von »Iron Council« (Der Eiserne Rat) präsentieren. Fehlende Stellen? Nein, schreit nicht gleich Zensur, obwohl hier eine kleine unschöne Praxis des deutschen Unterhaltungsbuchmarktes unter der Decke hervorgrient.
Es ist läuft bei manchen Verlagen, bzw. manchen Programmsegmenten nämlich so: zuerst kommt die Buchherstellungs- und Profitkalkulation, dann kommt die Texttreue. Wenn eine geplante Übersetzung eines englischen Titels nur soundsoviel Buchseiten darf, dann wird angeordnet, doch um entbehrliche Zeilen zu kürzen.
Hier nun die aus der deutschen Fassung von »Iron Council« rausgeflogenen Stellen. (Für die in meiner Aufzählung enthaltenen Tippfehler bitte ich um Nachsicht. Ha, wenn das nicht inkonsequent ist … erst die ›Fehler‹ von Bastei anmakeln, aber selber rumschlampen.)
- Seite 17 • Am Ende des 2. Absatzes fehlt der Satz: ›When the guns' heinous syncopation stopped, he unchlenched his jaw.‹
- Seite 75 • Zwischen Zeile 25 & 26 fehlt folgendes: ›{Neue Zeile} It was a hand. A mottled right hand. From its wrist a short tail grew. It swung deadweight and dripping. {Neue Zeile}‹
- Seite 83 • Zeile 7 v.u.: Der Vorgang ist aus Samt (›Velvet‹ unterschlagen).
- Seite 94 • Zeile 21: Nach ›… Vorsprüngen des Mauerwerks‹ fehlt der Satz: ›From the oldest part of the city, tough hut-work, ivy-swaddeld ruins of Sobek Croix.‹
- Seite 104 • Zeile 6 v.u.: Nach ›… der Spezialoffensive.‹ fehlt ›New Crobuzons goverment had mobilised.‹
- Seite 123 • Zeile 9: Nach ›Er vermied kategorische Aussagen,…‹ fehlt ›— he admitted nothing —‹.
- Seite 136 • Zeile 3 v.u.: In dem Satz ›Eine fahle Schreckensblässe überzog X sein Gesichtt‹, fehlt beim X ein ›kurz‹ (brief).
- Seite 138 • Zeile 18: In dem Satz ›…,dass ich nicht X deinetwegen mitkomme‹ fehlt beim X ein ›nur‹ (just).
- Seite 151 • Zeile 17: Nach ›Judah war hocherfreut.‹ fehlt folgendes: ›»We've got to go though that«, he said.‹
- Seite 152 • Zeile 2: Nach ›Ursprung des Brandgeruchs.‹ fehlt Folgendes: ›One by one they let out sounds.‹
- Seite 192 • Zeile 10: Nach ›»… Reiter in Bewegung hält.«‹ fehlt Folgendes: ›»Are you here because you think Iron Council's like the Marzipan Palace? Are you looking for heaven?«‹.
- Seite 200 • Zeile 9: Nach ›Beute‹ fehlt Folgendes: ›…, but the creature had been to close to be dissuaded.‹
- Seite 205 • Zeile 11 v.u.: Nach ›—Im Bruch leben Leute,‹ fehlt Folgendes: ›sir.‹
- Seite 217 • Zeile 23: Dann fehlt Folgendes: ›A crowd unfolds towrd him.‹
- Seite 219 • Zeile 12: Dann fehlt Folgendes: ›At the train window Judah watched the wilderness.‹
- Seite 228 • Zeile 7: Nach ›an den Gendarmen‹ fehlt Folgendes: ›who pretend not to see him.‹
- Seite 230 • Zeile 8 v.u.: Nach ›Snapjack und Würfel,‹ fehlt Folgendes: ›but it's not just the ally-ate-ours‹.
- Seite 234 • Zeile 7/8: Auslassung: Aus ›As the townspeople of the punkvillage‹ wurde ›Während die Einwohner…‹.
- Seite 235 • Zeile 1: Nach ›TRT,‹ fehlt Folgendes: ›to Weather Wirghtby and his monopoly railroad.‹
- Seite 235 • Zeile 15/16: Nach ›Revolverschwinger‹ fehlt Folgendes: ›, in his duster,‹.
- Seite 240 • Zeile 1: Nach ›fühlt sie.‹ fehlt Folgendes: ›They well up in him.‹
- Seite 246, Zeile 5 v.u.: Nach ›als Kind einmal gewesen ist.‹ fehlt folgendes: ›She tells him all the races that she sees.‹
- Seite 250, Letzte Zeile: Nach ›steigen läßt.‹ fehlt folgendes: ›They relish these stage names.‹
- Seite 256, Zeile 9 v.u.: Nach ›die keine Ruhe geben will.‹ fehlt folgendes: ›He is tugged by it; he feels it seeing through him.‹
- Seite 290, Zeile 19: Nach ›seinen Worten Schweigen.‹ fehlt folgendes: ›The gendarms have interposed between the strikers and the Remade. {Neue Zeile} —Take the picks. Go into the tunnel. Follow it to the end. Cut it. {Neue Zeile} There is silence for a while.‹
- Seite 294, Zeile 13: ›Zwischen den Bäumen‹, genauer ›Zwischen den toten Bäumen‹.
- Seite 300, Zeile 4: Aus ›They won you your damn strike, and ours too, even though we strike against each other‹ wurde ›Sie haben euch geholfen, euren verdammten Streick durchzuhalten, und genauso uns.‹ Halbsatz fehlt.
- Seite 301, letzte Zeile, 302 erste Zeile: Aus ›They roar. Someone pulls Ann-Hari back, and Judah sees her…‹ wurde ›Ihr Barritus übertönt die Stimme des Offiziers, und Judah schaut Ann-Hari an…‹.
- Seite 330, Zeile13: Nach ›…flüsterungen zu tun.‹ fehlt Folgendes: ›A strategy of life-giving. {Neue Zeile} —Well now.‹ {Neue Zeile}‹.
- Seite 340, Zeile 11: Nach ›Größer als Menschen.‹ fehlt folgendes: ›Premade and waiting.‹
- Seite 350, Zeile 14: Auslassung nach ›wohin sie euch nicht folgen‹, wenn aus: ›You'll cross, right across the world. Where there's fruit an meat. Where the train can stop‹ — ›Ein Platz zum Hütten bauen, wo es Früchte gibt und Fleisch‹ wurde.
- Seite 352, Zeile 6: Nach ›ihr kommt durch,‹ fehlt ›Sisters‹.
- Seite 355, Zeile 3/4: Nach ›verlassenen Weiden.‹ fehlt folgendes: ›, miles by miles‹.
- Seite 360, Zeile 13 v.u.: Bei ›Die Mauern von Pincod‹ fehlt folgendes. ›in New Crobutzons west‹.
- Seite 372, Zeile 5: Auslassung: Aus ›(the trains over his head lit up by the gas, under skies awash in brown dusk) toward Badside, were Toro was waiting‹ wurde ›– die über seinen Kopf hinwegratternden Züge mit gaslampenhellen Fenstern,‹.
- Seite 376, Zeile 5: Nach ›Sind nicht wie wir:‹ fehlt folgendes: ›Jabber, I done things to people…‹
- Seite 376, Zeile 10: Aus ›prodding the sky with tubes and tuskish jiggs, profane and arrogant‹ wurde ›der mit Trümern und krummen Hauern gen Himmel drohte‹. Auslassung.
- Seite 377, Zeile 9: Bei ›verstreuten Milität‹ fehlt ›armoured‹.
- Seite 379, Zeile 12: Aus ›of some one thing, a moment of — what? blood? death? transfiguration? —‹ wurde ›an ein Erlebnis, ein ganz bestimmtes Erlebnis‹. Auslassung.
- Seite 380, Zeile 4 v.u.: Aus ›and yes they had done violent, murderous thinbgs in the name of change‹ wurde ›je nun, sie schreckten nicht vor brutalen, blutigen Taten zurück‹. Auslassung.
- Seite 381, Zeile 2: Nach ›Geheimdienstoffiziers‹ fehlt folgendes: ›The roughhousing had been easy‹.
- Seite 384, Zeile 10: Bei ›aus der Historie‹ ungenau, weil ›early history‹.
- Seite 390, Zeile 6: Absatz fehlt: ›'It's why Toro didn't send me to Motleys — I used to work for him. Long time ago.' He indicated his neck‹.
- Seite 393, Zeile 7/6 v.u.: Nach ›Positionslaternen‹ fehlt folgendes: ›There were militia on the streets, shielded, their faces hidden behind mirrors, specialist squads with hexed truncheons and blunderbusses for crowd control‹.
- Seite 406, Zeile 10: Nach ›Blut sudelnder Faden,‹ fehlt folgendes: ›infecting landscape‹.
- Seite 407, Zeile 18: Aus ›hundereds of figures attending to its complex fussy needs‹ wurde ›, all seinen Bedürfnissen hundertfach Rechnung getragen‹. Auslassung.
- Seite 417, Zeile 7: Nach ›Lebensweise‹ fehlt ›there was nothing like this‹.
- Seite 418, Zeile 4 v.u.: Nach ›, wie sie‹ fehlt folgendes: ›of more than two years‹.
- Seite 423, Zeile 7: Bei ›Crobuzon‹ fehlt davor ›New‹.
- Seite 423, Zeile 12 v.u.: Aus ›das Thalasomach-Kadabra‹ fehlt folgendes ›Witchocracy's thalassomach hex‹. Auslassung.
- Seite 423, Zeile 10 v.u: Nach ›an Schiffen hat‹ fehlt folgendes ›all the way around the coast‹.
- Seite 423, Zeile 10 v.u.: Nach ›auf den Weg gebracht.‹ fehlt folgendes ›weeks back‹.
- Seite 423, Zeile 10/9 v.u.: Nach ›Unter Wasser‹ fehlt folgendes ›Ictineos‹.
- Seite 429, Zeile 19: Aus ›had uncoupled it from some restraint‹ wurde ›hätten ihn von einem selbst auferlegten Tabu befreit‹. Dann fehlt in Zeile 20 ›that it was takenby a tndency long immanent‹.
- Seite 435, Zeile 5 v.u: In ›was sie machen‹ fehlt folgendes: ›all the bloody lunacies the Nuevists do‹.
- Seite 438; Zeile 3: Aus ›…chains of—' She looked around. '—chains of command.‹ wurde ›Befehlsketten. Kommunikation‹. Auslassung.
- Seite 446, Zeile 6: Nach ›auf der Suche nach‹ fehlt Folgendes: ›to ground him‹.
- Seite 447, Zeile 21: Bei ›Willst du aussteigen?‹ fehlt: ›, now‹.
- Seite 451, Zeile 3: Nach ›seinen Arm‹ fehlt Folgendes: ›made a last joke‹.
- Seite 453, Zeile 13 v.u.: Bei ›zu dem sie bei ihrem ziellose Spaziergang‹ fehlt ›as part of the aimless walking that Petron theorised‹.
- Seite 454, erste Zeile : Aus ›the world itself, the air, was bleeding beneath its skin‹ wurde ›die Welt an sich blutete‹. Auslassung.
- Seite 457, Zeile 4 v.u.: Nach ›Mein Wort darauf.‹ fehlt: ›Thank you‹.
- Seite 458, Zeile 16 vu.: Bei ›Spitfeds zusammenzucken, herumfahren‹ fehlt: ›Quillers start and turn like a pack of feral‹.
- Seite 459, Zeile 9: Bei ›hohen Backsteinmauern‹ fehlt: ›, rising scores of feet obove their heads‹.
- Seite 466, Zeile 5 v.u.: Nach ›…seufzte.«‹ fehlt: ›It jutted mirrors before his eyes‹.
- Seite 471, Zeile 17: Nach ›profanes Meisterwerk‹ fehlt: ›It gave without restraint‹.
- Seite 472, Zeile 5 v.u.: Bei ›leckten‹ fehlt: ›like ivy‹.
- Seite 473, Zeile 14: Nach ›lange Tonpfeife‹ fehlt: ›slender as a fingerpone‹.
- Seite 474, Zeile 15 v.u.: Nach ›Angesicht gegenüber‹ fehlt: ›and gave another smile‹.
- Seite 479, Zeile 8: Nach ›sagte Ori‹ fehlt: ›There was a sound of approach‹.
- Seite 481, Zeile 5/4 v.u.: Nach ›kniff er‹ fehlt: ›and teeth‹.
- Seite 482, erste Zeile: Aus ›He gasped, and the substance of air began to part him and like water tension it tried to draw him in‹ wurde ›Die Substanz der Luft begann sich für ihn zu teilen und versuchte, ihn einzusaugen‹. Auslassung.
- Seite 482, Zeile 9: Nach ›nicht auf die Toten.‹ fehlt: ›she had made‹.
- Seite 483, Zeile 4 v.u.: Bei ›für den Helm trat‹ fehlt: ›, he pocketed his pistol,‹.
- Seite 484, erste Zeile: Nach ›rasch verbreitet hatte‹ fehlt: ›, in fact he did not believe it‹.
- Seite 488, Zeile 9 v.u.: Bei ›andere fielen Raubzeug zum Opfer‹ fehlt: ›inland‹.
- Seite 492, Zeile 2 v.u.: ›wirkten verängstigt‹. Die kleinen Geschöpfe ›sind‹ (Plural ›were‹) verängstigt. Und danach fehlt: ›Cutter watched them‹.
- Seite 493, erste Zeile: Nach ›Kolben und Pleuelstangen.‹ fehlt: ›the bleatings of unseen animals‹.
- Seite 495, Zeile 11: Nach ›auf die Echos‹ fehlt: ›He led them hours from the train‹.
- Seite 504, Zeile 14: Aus ›There was no scientist in the world of Bas-Lag who knew more about Torque, about the cacotopos, than the Iron Council‹ wurde ›Kein Wissenschaftler in Bas-Lag wusste mehr über den Malakornu als der Eiserne Rat‹. Auslassung.
- Seite 510, Zeile 10/11: Nach ›nach New Crobuzon.«‹ fehlt ganzer Absatz: ›{Neue Zeile} Even knowing the militia followed them could not know them. »They're come after us. They followed us into the stain«, Judah told Cutter. »They've triggerd a golem trap I put in the cacotopus.« No militia had ever gone so deep. This must be a dedicated squad, who realised the Council was heading back for New Crobuzon‹.
- Seite 520, Zeile 8: Nach ›Man sah den Sprecher nicht.‹ fehlt: ›The sounds ebbed up suddenly‹.
- Seite 522, Zeile 11/12: Nach ›ihres Plans‹ fehlt: ›Months of preperation, huge energy‹.
- Seite 529, letzte Zeile: Bei ›Verstärkung in schnellem Lauf‹ fehlt: ›unnaturally {fast}‹.
- Seite 538, Zeile 10 v.u.: Aus ›Everywhere. Over the griders of Barley Bridge, there streets concatenate with the everyday‹ wurde ›Allerorten die Straßen verknüpft durch das Alltägliche, das Monströse und das Schöne‹. Auslassung.
- Seite 539, Zeile 14 v.u.: Aus ›like farmboys from the Mendican Foothills‹ wurde ›wie Hinterwäldler‹. Auslassung.
- Seite 539, Zeile 11 v.u.: Aus ›Wild, they made playgrounds‹ wurde ›Sie machten Ruinen zu ihrem Spielplatz‹. Auslassung.
- Seite 539, Zeile 7 v.u.: Aus ›thick wires uncoiled arm-thick form the ground‹ wurde ›und Kabelschlangen‹. Auslassung.
- Seite 544, Zeile 7 v.u.: Aus ›You been Remade, chaver, and it's a sick thing‹ wurde ›Man hat dir etwas Furchtbares angen‹. Auslassung.
- Seite 548, Zeile 6: Etwa bei ›Erschütterung‹ fehlt: ›sadness‹.
- Seite 548, Zeile 2 v.u.: Nach ›zwängte sich hindurch‹ fehlt: ›again and again‹.
- Seite 549, Zeile 8: Nach ›eingehen‹ fehlt: ›It was of the moment. The world was changed. It would be part of the momentum‹.
- Seite 551, Zeile 6: Nach der Hinzufügung ›Er wusste es nicht mehr.‹ fehlt in Zeile 7: ›Waht is it I did? What did I do?‹.
- Seite 552, Zeile 20/21: Bei ›bedeuten hätten, trotzdem spürte er‹ fehlt: ›He believed at first that that was what e thought‹.
- Seite 554, Zeile 3: Bei ›gegen ihn rammte‹ fehlt: ›gouged‹.
- Seite 554, Zeile 11: Bei ›war ein Penner‹ fehlt: ›real‹.
- Seite 554, Zeile 9: Nach ›wirklich aus?« fehlt: ›{Neue Zeile} »What are you doing?«.
- Seite 561, Zeile 6 v.u.: Aus ›The pod blew, its payload conflagrating in an apocalypse instant, and it plummeted in a smoke-described arc‹ wurde ›Die Gondel zerbarst in einem apokalyptischen Feuerball und stürzte als lodernder Komet vom Himmel‹. = Auslassung.
- Seite 563, Zeile 8 v.u.: Aus ›that hidden Tesh Moment‹ wurde ›Augenblick des Verborgenen‹. Auslassung.
- Seite 563, Zeile 6 v.u.: Aus ›In her, or his faintly decomposing way, Qurabin was anxious‹ wurde ›So sehr, wie ihm im Zustand seiner diskret voranschreitenden Auflösung noch möglich, war Qurabin beunruhigt‹. Auslassung.
- Seite 563/564, letzte bzw. erste Zeile: Nach ›Er komme‹ fehlt ›soon‹.
- Seite 565, Zeile 18/18 v.u.: Bei ›die Fahnenflucht des Ewigen Zuges hatte‹ fehlt ›had been the last part of the crisis of corruption‹.
- Seite 565, Zeile 15 v.u.: Bei ›aus dem Boden gestampften Siedlungen und Heimstätten‹ fehlt ›thrown-up tonwns and hamlets of the plains, the herds of beef and cross-bred meat-beasts‹.
- Seite 565, Zeile 8 v.u.: Bei ›Der Eiserne Rat fraß‹ fehlt ›The iron council would be accelerating‹.
- Seite 565, Zeile 3 v.u.: Nach ›unerbittlich auf der Fährte‹ fehlt ›all the way back toward their home‹.
- Seite 566, Zeile 12 v.u.: Aus ›terror and the unhappiness of those bleak days‹ wurde ›der Endzeitstimmung‹. Auslassung.
- Seite 571, Zeile 9 v.u.: Bei ›nicht verrückt, dumm. Nie im Leben‹ fehlt ›A stupid, stupid man‹.
- Seite 572, Zeile 10: Nach ›an uns hast‹ fehlt ›It ain't right, Judah‹.
- Seite 574, Zeile 7: Aus ›Qurabins distress became animal‹ wurde ›steigerte sich Qurabins Verzeiflung‹. Auslassung.
- Seite 574, Zeile 13: Aus ›Once he could not find him; once he found him but in the farthest north‹ wurde ›Einmal entdeckte er ihn tatsächlich, aber ganz im Norden‹. Auslassung.
- Seite 577, Zeile 15/16: Nach ›einem breitem Sims.‹ fehlt ›There was a snap of thaumaturgy.‹
- Seite 577, Zeile 5 v.u.: Nach ›in einen Abfluss‹ fehlt ›becoming darker as they went‹.
- Seite 579, Zeile 15: Aus ›despite his age and gait‹ wurde ›trotz seines Alters‹. Auslassung.
- Seite 580, Zeile 6: Aus ›They were in cold wind, in the city again, on the other end of that impossible alleyway‹ wurde ›In seinem Soag stolperten die Verfolger aus dem magischen Korridor. Sie standen in einem kalten Wind, in der wirklichen Stadt‹. Auslassung.
- Seite 580, Zeile 11: Bei ›und der Ombrago‹ fehlt ›darkness golem walked with him, step for step‹.
- Seite 580, Zeile 22: Aus ›Above them an enourmes column crowned with radial wires‹ wurde ›Eine gigantische Säule wuchs neben ihnen empor, an der Spitze einen Kranz straff gespannter Trossen, der Mittelpunkt eines Spinnennetzes über der Stadt‹. Hinzufügungen.
- Seite 584, Zeile 12: Nach ›Er hörte es.‹ fehlt ›He could see nothing‹.
- Seite 589, Zeile 2: Nach ›Kelltree und Dog Fenn.‹ fehlt ›With the halfmoons weak abouve the city's lights, they crept onto the rails and set out south‹.
- Seite 592, Zeile 4 v.u.: Aus ›Get out of the city however you damm well can‹ wurde ›Du musst die Stadt verlassen, egal wie‹. Kursivformat verlohren und Auslassung.
- Seite 600, Zeile 17: Bei ›auf den Fersen geblieben ist.‹ fehlt ›, do you understand?‹
- Seite 600, Zeile 24: Bei ›sie nicht besiegen,‹ fehlt ›and you goddammed well can't fight their paymasters‹.
- Seite 603, Zeile 4: Nach ›und kleinen Gruppen.‹ fehlt ›throughout the darkness hours‹.
- Seite 604, Zeile 12/11 v.u.: Nach ›dachte er.‹ fehlt ›He felt dispair‹.
- Seite 607, Zeile 8: Nach ›zweifelhaft‹ fehlt ›elements made by history, born out of nothing and become real‹.
- Seite 607, Zeile 14 v.u.: Bei ›Wie sie fürchterlich schrien‹ fehlt ›one by one‹.
- Seite 611, Zeile 17: Bei ›von Luft, Zeugnisse‹ fehlt ›Cutter realised‹.
- Seite 611, Zeile 19: Bei ›von einem Luftgolem‹ fehlt ›implacable‹.
- Seite 612, Zeile 17: Bei ›hatten die Miliz-Magi‹ fehlt ›some‹ {einigte}.
- Seite 613, Zeile 17: Bei ›sich erhob‹ fehlt ›It stood, out of the foetus of light it had been‹.
- Seite 613, Zeile 22: Bei ›allerdings nicht‹ fehlt ›impossibly‹.
- Seite 613, Zeile 27: Bei ›durch die Reihen‹ fehlt ›outlying ranks of the Councillors‹.
- Seite 620, Zeile 11: Nach ›welche Vorbereitungen‹ fehlt ›In the Collective. It's too fucking late. It's too late. He's trying to do what he can‹.
- Seite 620, Zeile 15: Aus ›Shut your mouth, no listen‹ wurde ›Still, nein, hör zu‹. Auslassung.
- Seite 623, Zeile 17: Bei ›gallopierten davon‹ fehlt ›on their horses Remade and whole‹.
- Seite 625, Zeile 4/5: Bei ›sich ein Pferd nehmen‹ fehlt ›from the township's stables‹.
- Seite 625, Zeile 5: Bei ›können und wegreiten‹ fehlt ›He would have found the foothills … he would have come to New Crobuzon‹.
- Seite 626, Zeile 5 v.u.: Bei ›überrollte‹ fehlt ›His fields were a sidings yard full of men and women. The farmers and wilds people watched with stern pleasure‹.
- Seite 628, Zeile 13: Bei ›Sex und‹ fehlt ›New‹.
- Seite 630, Zeile 1/2: Nach ›zugehalten.‹ fehlt ›We're bringing history‹.
- Seite 636, Zeile 4/5: Nach ›Verbindungen‹ fehlt ›I've my plans‹.
- Seite 642, Zeile 6 v.u.: Aus ›»Well?« Ann-Hari said. {Neue Zeile} »Well?« {Neue Zeile} »Yes.« {Neue Zeile} »What will you do?« {Neue Zeile} »What would you do?«‹ wurde ›»Und?«, fragte Ann-Hari. {Neue Zeile} »Was wirst du jetzt tun?« {Neue Zeile} »Was würdest du tun?«‹ Zwei Dialogzeilen ausgelassen.
- Seite 656, Zeile 15/16: Nach ›und wieder zurück.‹ fehlt ›He looked over her shoulder and back at her‹.
- Seite 661, Zeile 16: Aus ›so she could not touch it, she could not touch it. She was in time. It was not, abnd it was beyond her. She could see it, and all the instant of her comrades, but she could not reach it‹ wurde ›sie konte ihn nicht erreichen, sie konnte ihn nicht erreichen‹. – Auslassung und ›touch‹ ist was anderes als ›reach‹.
- Seite 664, Zeile 14: Bei ›in die Felsen kletterten‹ fehlt ›for hides‹.
- Seite 674, Zeile 8: Bei ›pateroullierte,‹ fehlt ›patrolled the streets and locked down‹.
- Letzte Seite, erste Zeile: Nach ›Hand zwischen‹ fehlt: ›unmoving‹.
Geschrieben von felixbloggt, am: Dienstag, 19. Jun. 2007
Wow, hätte nicht gedacht, dass da soviel "der Schere zum Opfer fiel", wie man beim Film sagen würde. Vor allem da ich das Gefühl habe, dass die Übersetzerin einen ziemlich guten Job macht.
Aber ich habe sowieso schon mit dem Gedanken gespielt, nach "Perdido Street Station", das ich gerade lese, die anderen Bas-Lag Bücher auf Englisch zu lesen. Denn die Sprache Miévilles ist wahrscheinlich im Original noch eindrucksvoller. Und die Covergestaltung wahrscheinlich auch... :)
Aber ich bin mir nicht sicher, wie weit ich mit meinem Englisch kommen werde. Bin zwar einigermaßen fit, da ich vor allem für die Uni sehr viel auf Englisch lese, aber Roman von dieser Sprachgewalt ist doch was anderes.
Vielleicht versuch ich mich auch an dieser "Parallel-Lesen"-Methode, mal schauen.
PS: Es ist irgendwie nervig sich für Blog-Kommentare anmelden zu müssen (man hat doch so schon so viele Accounts...). Zu viel Spam?
Geschrieben von molosovsky, am: Dienstag, 19. Jun. 2007
Das freut und ehrt mich, daß ich Dich verführe übers Parallel-lesen nachzudenken. Ich selber mach das als Sprachtraining und Denksport, was aber ziemlich freakig ist, wie ich mir bewußt bin.
Leider ist es bei Antville nicht möglich unangemeldet zu kommentieren. Ich hoste dieses Blog nicht auf einem eigenen Server und kann deshalb solche großen Dinge nicht selber gestalten.
Was das Kürzen betrifft: Ich war auch ganz schön schockiert darüber, mache mir seitdem weniger Illusionen, sondern verstehe eben besser, was für eine Art von Verlasg Bastei ist. Das hat Vor- und Nachteile. Immerhin: Bastei hat ziemlich zeitnah Miéville veröffentlicht. Wer weiß, wie lange es gedauert hätte, bis der gute China auf Deutsch erschienen wäre (wenn überhaupt!), und ob ein anderer Verlag eine so gute Übersetzerin gefunden hätte. Ich versuche da unterscheiden zu können, zwischen dem empörten Miéville-Fan der ich bin, und meinem ›allgemein den Genre-Markt beobachten‹.
Geschrieben von paliato, am: Dienstag, 31. Jul. 2007
... ist an sich 'ne feine Sache. Habe ich bei Perdido Street Station auch gemacht. Allerdings eher aus dem Grund, dass mir die englische Variante (die wirklich wesentlich schöner ist als die beiden deutschsprachigen Bücher) zu schwer war.
Es hilft ungemein, den aktiven Wortschatz zu vergrößern und das Denken in der fremden Sprache zu erleichtern. Nachteil ist, dass, zumindest empfinde ich es so, der Lesespaß ein klein wenig leidet, doch bei China Miéville (und auch bei Steven Erikson, den ich auch parallel gelesen habe) wird dieser Verlust durch die Freude ausgeglichen, die teilweise wunderschönen originalen Formulierungen lesen und verstehen zu können.
Mehr wollte ich eigentlich gar nicht dazu loswerden.
Geschrieben von molosovsky, am: Dienstag, 31. Jul. 2007
P-Lesen ist einfach eine ganz andere Art zu lesen, ein bischen wie DVDs mit Untertiteln gucken.
P-gelesen hab ich die Miéville-Bücher bisher erst beim Zweitlesen. Erstlesung war (sucht gier sofort) bisher immer gradewegs von Ladentheke an auf englisch. — Noch mehr als Wortschatz, lerne und staune ich über das Formilieren selbst, beim Vergleich eines äußergwöhlichen englischen Textes mit seiner anspruchsvollen Übersetzung.
Geschrieben von paliato, am: Mittwoch, 01. Aug. 2007
Oh ja, da werden Erinnerungen wach. Beim ersten Band von Eriksons Malazan Book of the Fallen habe ich alleine auf der ersten Seite beim zweiten Lesen (welches dann das parallele war, vorher auf englisch) mehr verglichen und gestaunt und bewundert als eigentlich gelesen.
Der Vergleich des DVD-Guckens mit Untertiteln ist treffend, auch da lernt man und gewöhnt sich mit der Zeit an diese Art des "Konsums".
Geschieben von lucardus am: Dienstag, 28. Aug. 2007
Ich habe gerade die Gelegenheit genutzt die beiden deutschen Übersetzungen der Story "The Tain" von China Miéville zu vergleichen. Ich habe mir damals (dummerweise, wie ich jetzt denke) die sau-teure von der Edition Phantasia gekauft und mich schon damals über den irgendwie unbeholfenen Stil geärgert (über einen dicken Fehler sowieso ...), und jetzt sehe ich auch im Vergleich, warum mir Bauche-Eppers mehr zusagt.
Sie ist in meinen Augen eindeutig die bessere Stilistin. Allerdings würde mich jetzt interessieren, wie es im Original aussieht, dann könnte man sehen, wer näher dran liegt.
Jedenfalls ist die Bauche-Eppers-Version die deutlich besser zu lesende. Hätte ich eine Körber-Übersetzung von Miéville erwischt, wäre ich kaum ein Fan geworden. Jetzt reizt es mich, den Miéville mal selbst für mich zu übersetzen und zu sehen, was rauskommt.
Hmm, das wäre dann mein erstes englisches Buch außerhalb der Rollenspielszene. :)
Geschrieben von molosovsky, am: Dienstag, 28. Aug. 2007
Jöööh, SO würd ich auch gern vergleichen können, wobei ich das ›versus‹ hier natürlich ganz spielerisch sportlich zu verstehen anrege. Ich mag dieses A gegen B nicht so gern, wenn man es auf Hinz- und Kunz-Normalmensch überträgt. So gut wie Eva ist, und nach meinem Gespräch mit Joachim, trau ich mich mal die beiden insofern gegenüber ›uns China-Fans‹ in Schutz zu nehmen, als daß die beiden auf mich den Eindruck machen, auch ganz gehörig von Meister Miéville bezaubert worden zu sein.
Ich kenne »The Tain« (Spiegel, Spiegelschicht oder Spiegelhaut) nur auf englisch derweil. Die Bastei-Ausgabe von »Andere Himmel« (worin sich Eva Bauche-Eppers Übersetzung findet) kommt wohl bei mir bald ins Haus; und die feine Novellen-Einzelausgabe von Edition Phantasia, die Joachim Körber-Übersetzung, mit den schönen Illus von Reinhard Kleist (der mit dem Comicalbum »Lovecraft«, trotzdem er darin äußerst erkennbar McKean & Co gleichzuschaffen trachtet, Lob von F.W. Bernstein ernten konnte) kann ich mir nicht leisten. Müßt ich mal in der Deutschen Bibliothek durchkopieren, zwecks Sprachstudium.
Denn dieses spielerische Übersezten zwecks Spaß an der Freud, betreib ich ja ab und zu. Von Miéville hab ich mir vor einigen Monaten mal »Jack« aus »Andere Himmel« vorgenommen und bin schon gespannt, um wie vieles besser als ich Amateur Bauche-Eppers Arbeit ist. Reingelesen hab ich schon und beruhigt gemerkt, daß auch sie mit dem Anfang ringt. Sie hat sich genau wie ich nicht getraut, diesen totalen Verhau, mit dem der Erzähler anfangs unsicher, indirekt und umständlich loslegt, freier aber dafür vom Klang, Rhythmus und Slang bündiger-plauderhafter zu übersetzen. Und ganz besonders gespannt bin ich auch »This the Season«, die satierische Weihnachts-Geschichte, die mir vorkommt wie eine Homage a la »›Transmetropolitain‹ in London«.
Derzeit aber liegen hier andere neuerstandene Werke: - Miévilles »Un Lun Dun« (das wird heikel auf Deutsch, Wortspiele an masse!), worin Meister China u.a. Walter Moers und Neil Gaiman dankt;
- Hal Duncan: Vellum (ich hoffe, daß im Lesezirkel bei SF-Netzwerk schon jemand ausdeutet hat/oder noch wird wie die deutsche Fassung davon gelungen ist); die ersten Seiten und die Struktur macht sich schon mal ganz fein.
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