MOLOsovskysCHRONIK
Netztagebuch eines amœnokratischen Phantasten, Skribblers, Kritikers & Übersetzers


Einmal im Monat kann man als Flattr-Teilnehmer der Molochronik etwas zukommen lassen.
Google+ klicken, wenn Sie die Molochronik empfehlen möchten. — Zu Molos Google+-Profil.

Seit 3731 Tagen aktiv. Am 26. April 2012 gab’s zuletzt ‘ne Änderung.

Molos Wunschliste, falls Ihnen die Molochronik gefällt, und Sie mir aus Dankbarkeit eine Freude machen möchen.


Bitte melden Sie sich zuerst an.

geschrieben von molosovsky,
am: Freitag, 18. Jan. 2008
(Eintrag No. 439; Lyrik, Juvenilia, Deutschland) — Auch heute habe ich wenig Zeit, aber es ist mir nicht zu peinlich etwas aus meinem Archiv anzubieten. Diesmal Jugenddichtung, genauer: mein freies Lyrik-Triptychon über meine Teenagerbefindlichkeit zum Thema ›Deutscher sein‹, geschrieben am 13. Mai 1990, Hepberg. Zur Erinnerung: Damals regierte seit gefühlten 100 Jahren der Kandesbunzler Kohl.

I. PECHSCHWARZ

pechSCHWARZ
wird mir vor augen
wenn ich an sie denke

pechSCHWARZ
ist das innere ihrer welten
die meine zukunft werden sollen

pechSCHWARZ
ist wohl der himmel
in dem sie zu herrschen glauben

pechSCHWARZ
ist ihre treue
die sie zum gelde haben

pechSCHWARZ
sind die geschäfte
die sie betreiben

pechSCHWARZ
müssen ihre herzen
und ihre seelen sein

II. BLUTROT

bei dem kampf / um die macht / ist jedes mittel / die eignung / wird eingefangen / sterilisiert / eingedost / zu den akten / bei den wahlen / enblößt sich ihr denken / oder auch nicht / am ende sind sie es nicht / sondern andere / im hintergrund.

sie sind die wahren bewahrer / sie kennen sich aus / sie halten wacht / an den toren / freunde und klüngel / überall und immerdar / jeder ist für sie / jeder von ihnen / ist absolut ersetzlich / doch ihre taten sind entsetzlich / sie strecken den gewinn / und nutzen alle hebel / widerstände gibt es viele / und so ist ihr pfad / durch die akten / blutROT

III. KATZENGOLD

Wer sagt denn, dass ich glücklich bin —
hat das Leben einen Sinn?
Dass alles so schön rosa funkelt,
hat wohl ein Elephant gemunkelt.
Oder tragt ihr nach ob’rigen Willen
etwa alle rosa Brillen?

Ihr seid wohl alle echt vernarrt,
in euren Billigsupermarkt.
Alles ist so schrecklich günstig,
und macht die Zuckenden blutrünstig.
In eurem Lifestyleshopzentrum
lebt ihr nur für den Konsum.

Der Freigeist wurde arg verzollt,
es schwirren keine Träume durch die Köpfe,
kein Leben, keine Luft, nur gestutzte Zöpfe,
und alles hetzt nach KatzenGOLD.

In diesem Land, da gibt es Leute,
die woll’n Geschichte machen — heute!
Die nehmen Anlauf, woll’n springen,
und das Land hier vorwärtsbringen.
Doch ich glaub’ für diesen Kanzlerschein,
wird’s wieder nur ein Fettnapf sein.

Wer sagt denn, dass ich glücklich bin —


Stichworte: Lyrik

>>>ANMELDEN<<<
... Tags
... Abo


Re-AKTION
molosovsky (26.Apr.12): Portrait: Clifford D. Simak
Jeamy Lee (16.Apr.12): TinyMCE
molosovsky (05.Apr.12): Re: … dicke Bretter
root-1 (05.Apr.12): … dicke Bretter
thefallenangel (22.Mrz.12): schließe mich ...
molosovsky (21.Mrz.12): Nix neues, nur überarbeitet
simifilm (21.Mrz.12): Juhuu
Susanne Gerdom (04.Mrz.12): Porträt
Susanne Gerdom (29.Feb.12): Ich finde ihn ...
yiyippeeyippeeyay (28.Feb.12): Bleibt Hartz!

01. April 2012: Während der Layout-Neugestaltung des Blogs, gibt es vorrübergehend keine Link- oder ›Molochronik DeLuxe‹-Liste oder Buttons.

Creative Commons-LizenzvertragDie Inhalte dieses Blog dürfen nur unter Beachtung folgender Lizenz von Creative Commons bearbeitet werden. Wenn Sie bezüglich der Rechte hier nicht sicher sind, folgen Sie bitte dem CC-Link oder wenden sich per eMail an mich.