MOLOsovskysCHRONIK
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geschrieben von molosovsky,
am: Sonntag, 15. Mrz. 2009
Eintrag No. 545 — Molo allein zuhaus die zweite. Gestern ›nur‹ zwei Filme geguckt. Ich hab mich diesertage auch noch um die »MAGIRA«-Portraits (und den diesjährigen Text) für die 2009-Nummer zu kümmern.

$tar Wars – The Clone Wars
Mein »$tar Wars«-Geschmack ist pervers. Ich finde die neue Trio mit Sissi Anakin und Franz-Padme besser als die alte mit Luki & Leier; ich mag die beiden Zeichentrick-DVDs und nun bin ich durchaus angetan von dieser DVD mit CGI-Abenteuern der Jedis im Kampf gegen das Böse. Angesiedelt sind diese Abenteuer irgendwo zwischen den Filmen »E2: Attack of the Clones« und »E3: Revenge of the Sith«. In dieser Phase zerbröckelt die föderal-demokratische Ordnung der Galaktischen Republik angesichts eines um sich greifenden extremistischen Separatismus (aus dem Hintergrund von den bösen, elitären Siths geschürt). — Anlass für viele Schlachten, wo es denkersparenderweise einfach nur ums Stellung- und Linienhalten geht. Neu dabei ist eine kleine bunte und von Tentakeln auf’n Kopf gezierte Jedischülerin, die dem Anakin auf den Nerv gehen darf (und dabei natüüürlich dafür sorgt, dass der für seine Ungestümheit berüchtigte Anni etwas über Verantwortung lernt). — Hauptmission dieses Films: der Sohn von Jabba the Hut wurde entführt, die Jedis sollen ihn retten, damit Jabba der Republik gewogen bleibt (denn der fette Wurm kontrolliert weite Teile des Randbereichs der bekannten Galaxis). — Die Schauwerte sind grandios, wenn man akzeptiert, dass man es hier mit einer CGI-Grafik- und Animationsqualität zu tun hat, die von so manchen NextGen Spiele-Konsolen (PS3, XBox360) übertroffen wird. Aber die Design-Mukkis der »$tar Wars«-Schmiede sind immer gut, um bonbonfarbsatte Landschaften, aberwitzige und stimmungsvolle Architekturen, und mehr harmlos-zünftigen Lasergeballer zu stemmen, als die Retina auf Dauer aushält.
Fazit: Hier passt inhaltliches und filmisches Niveau zusammen. Statt einer Bong (wie bei den protzigen Spielfilmen) reicht hier ein bescheidenes Gläschen Sekt, um sich trotz des biederen Humors und der vorhersehbaren HAndlung am knackig-bunten Desgin und der ›Zack Bumm Zisch Blitz Wuusch‹-Choreographie zu erfreuen.
7 von 10 Punkten.

Gomorrah – Reise in das Reich der Camorra
Vorausgesetzt, man ist kein krankes A***loch (das sich an realistisch dargestelltem kriminellem Elend aufgeilt), muss man sich bei diesem Film auf eine herbe, aufzehrende Erfahrung gefasst machen. Nichts desto Trotz aber ein Filmerlebnis, das sich lohnt. Erzählt werden verschiedene Facetten aus dem Krieg zweier Gangstergruppen um die Macht. Im Mittelpunkt stehen aber nicht die großen Macker und Krieger, sondern größtenteils Leute, die in anderen Gangster-Filmen bestenfalls als Nebenfiguren auftreten. — Allen, die auf irgendeiner Weise naiv-romantischen Träumen von vormodernen Krieger-Clan- und -Stammgesellschaften anhängen, sollten sich die hier gezeigten Typen und ihr Umfeld genau anschauen. Hier wird die Welt des Verbrechensproletariats und dessen Verflechtung mit der ›normalen‹ & ›ehrenwerten‹ Unternehmenswelt geschildert; es wird anschaulich gezeigt, wie fatal die Faszination für Gewalt und (vermeintlicher) Macht für heranwachsende Männer ist; vor allem aber wird die Trost- und Freudlosigkeit des Gangster-Milieus offenbart, einem Milieu, das oftmals bedenklich ins Spannend-Abenteuerliche verklärt wird. — Ein packender und aufregender Film, obwohl ich zweimal Pause machte, um mich zwischendurch wieder von den Depri-Aromen zu erholen.
Fazit: Interessanter Blick in die Welt des Verbrechens. Wegen des Mangels an Spektakel anfangs gewöhnungsbedürftig; macht das aber bald Wett, weil man merkt, dass hier mal zur Abwechslung nicht gelogen und beschönigt wird.
9 von 10 Punkten.

•••••
10 + + + + + Maßstabsetztendes Meisterwerk; Olympisch.
09 + + + + Überwiegend exzellent; Packend.
08 + + + Bemerkenswert mit leichten Schwächen; Anregend.
07 + + Befriedigendes Handwerk; Kurzweilig.
06 + Unterhaltsam mittelprächtig; Akzeptabel.
Unsichtbare Grenze der absoluten Mittelmäßigkeiten
05 - Brauchbar mittelprächtig; ganz ›nett‹, aber insgesamt lau.
04 - - Überwiegend mittelprächtig; Anstrengend bzw. langweilig.
03 - - - Bis auf wenige Momente daneben gegangen; Nervig.
02 - - - - Ziemlich übeles Machwerk; Zeitverschwendung.
01 - - - - - Grottenschlechtes übles Ärgernis; Pathologisch.

Gro&szlig;er horizontaler Trenner
Geschieben von ribisello,
am: Donnerstag, 19. Mrz. 2009
Starwars habe ich vor Urzeiten den allerersten gesehen, dem Rest bin ich aus dem Weg gegangen. Auch die anderen Filme kenne ich nicht. Lieber Molosovsky, Du kennst meine Filmabstinenz, obwohl es ja O. übernommen hat, mir so wie Du früher was aufzudonnern.
Die beiden Wächter-Filme mag ich übrigens gern, die Bücher Lukianenkos auch.
R.
Kleiner horizontaler Trenner.
Geschrieben von molosovsky,
am: Freitag, 20. Mrz. 2009
Lieber Ribisello.
Jaaaa, da ist immer schön, wenn jemand -- wie Du -- es zu schätzen weiß, wenn man eine DVD oder jemanden ins Kino (mit/an)schleppt. Obwohl: wenn ich ganz ehrlich bin, war ich ja schon immer jemand, der auch ganz gerne alleine einen Film guckt. Doppel-Obwohl: Den »Watchmen« hätte ich schon gerne in trauter Gemeinschaft gesehen, am liebsten mir Dir und Thomas (durch Euch habe ich immerhin dieses Comic kennengelernt) und auch den David R, denn er ist der mir persönlich bekannte ordentlichste Kenner dieses Werkes.

Ansonsten: ich will mich wiegesagt mühen, künftig regelmäßiger über die geguckten Filme zu berichten. Und alles, was bei meiner Skala von 1 bis 10 (bzw. von 0 bis 9) eine 7 (bzw. 6) erreicht, lohnt sich für einen Filmabend (bedeutet nämlich, das Werk ist immerhin »befriedigendes Handwerk; kurzweilig«).

»Gomorrah -- Reise ins Reich der Camorra« kann ich DIR ganz speziell empfehlen. Ich bin sicher, dass Du mit dem Streifen etwas anfangen kannst.
Kleiner horizontaler Trenner.
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