MOLOsovskysCHRONIK
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geschrieben von molosovsky,
am: Dienstag, 25. Mai. 2010
Eintrag No. 621 — Am vergangenen Samstag trudelte bei mir »Red Dead Redemption« ein. Ich ärgere mich etwas, denn aus irgendeinem Grund funktioniert bei mir das Soundtrack-Runterladen nicht (für mich der Hauptgrund die 5 € Preisaufschlag für die Limited Editon gelöhnt zu haben).

Bisher habe ich etwa 12% der Story gespielt und kann sagen: zum Schwersten, was ich überhaupt jemals gespielt habe, gehört Pferde einfangen und einreiten! Und ich habe richtig Schiss in gewissen bergigen Gegenden, wo es Pumas gibt (die manchmal sogar zu zweit jagen!). So ein Puma wenn ordentlich hinlangt, ist dein Reittier ratzfatz ein Ex-Pferd, und man selbst höchstwahrscheinlich auch gleich ein Gewesener. — Aber ich sollte eh nicht daddeln, sondern schreiben, übersetzten und lesen.

Netzfunde
  • Neal Stephenson, der brillante Autor von »Diamond Age« und »Der BAROCK-ZYKLUS« ist Schirmherr eines ungewöhnlichen Geschichtenwebe-Projekts namens »The Mongoliad«. Los gehen wird es mit Kurzgeschichten von Stephenson, Greg Bear, Nicole Galland, Mark Teppo, und anderen Autoren, die zusammen eine halsbrecherische Abenteuergeschichte im von den Mongolen heimgesuchten Europa des Jahres 1241 vorlegen. Daraufhin sollen unter anderem Kampf-Künstler & -Choreographen, Illustratoren, Programmierer und Spieledesinger weiteres Medienmaterial beisteuern und schließlich den Lesern selbst Gelegenheit gegeben werden, mit eigenen Geschichten zum großen Garn beizutragen. Ich bin bespannt.
  • Verkündet wurden die Nominierungen für den Max & Moritz-Preis 2010 (= Comic-Preis, der auf dem Internationalen Comic-Salon in Erlangen verliehen wird). Ich kenne diesmal erstaunlich wenig. — Bin schockiert, dass »Hector Umbra« nominiert wurde. Zeichnerisch ist der Band ja ganz nett, aber Story und Dialoge sind einfach nur geistlos spätpubertär und nervig. — Entschieden habe ich mich für »Spirou & Fantasio Spezial – Ein Portrait des Helden als junger Tor« von Emile Bravo.
  • Schöner langer Artikel über Ayn Rand von Corey Robin (mit genau der richtigen Portion sachlicher Häme) am 20. Mai in »The Nation«: Garbage and Gravitas / Abfall und Gravität. Der erste Satz geht so:
    Aus dem St. Petersburg der Revolutionszeit stammt Vladimir Nabokov, Isaiah Berlin und Ayn Rand. Der erste war ein ein Romanautor, der zweite ein Philosoph. Die dritte hielt sich für beides, war aber keines davon.

    St. Petersburg in revolt gave us Vladimir Nabokov, Isaiah Berlin and Ayn Rand. The first was a novelist, the second a philosopher. The third was neither but thought she was both.
Wortmeldung
  • Im SF-Netzwerk habe ich mich in die Debatte um »Schaumschwester«, den neuen Roman von Thor Kunkel, eingeklinkt. Als Fan von Thors bisherigen Veröffentlichungen fühlte ich mich bemüßigt, einige (in meinen Ohren) schrillere Mießmache zu kontern. Meine ersten Einträge in dem Thread überspringe ich mal, hier aber meine Meinung bezüglich »Endstufe« , und dass (seit diesem Roman) mit der literarischen Rezeption von Kunkels Büchern einiges extrem, vielleicht sogar exemplarisch, schief gelaufen ist. (Dummerweise habe ich das Buch erst gestern – Montag, 24. Mai – bekommen, und bin grad erst mal drei Kapitel weit drinn). — Das Bild vom Cover hier habe ich mit einem Link zum Bucheintag beim Perlentaucher versehen. Dort gibts bisher nur die Zusammendampfung der FAZ-Rezi von Sandra Kerschbaumer, die, so finde ich, von Tuten und Blasen nur sehr wenig Ahnung hat. Mehr dazu in meiner Rezi.
  • Thomas Klingenmaier hat sich in seinem »Propellerinsel«-Blogeintrag »Batlektüre« als mutigster Batman-Fan aller Zeiten entpuppt.
Zuckerl
  • Ihr wollt niedlich? Vergesst Katzen-Content. Die absolut enzückensten Geschöpfe von Mama Natur, die jedes Herz zum Schmelzen bringen (und sogar Dath Vader ein sanftes ›Jööööh‹-Seufzen entlocken würden) sind Faultiere. Genauer: kleine Baby-Faultiere. Gefunden im Blog der amphibienliebenden Filmemacherin Lucy Cooke: »Sloth Love«.

Meet the sloths from Amphibian Avenger on Vimeo.

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Gro&szlig;er horizontaler Trenner
Geschieben von simifilm,
am: Dienstag, 25. Mai. 2010
Das «lange Batmovie-Wochenende», von dem Klingenmaier spricht, habe ich letztes Jahr für meinen Artikel im «Heyne Science Fiction Jahr 2009» hinter mich gebracht, und ich kann somit guten Gewissens sagen: Schumachers Filme sind noch viel schlechter, als ich sie in Erinnerung hatte (womit ich nicht sage, dass Burtons Filme über alle Zweifel erhaben). In gewissem Sinne knüpfen die Filme zwar an die Camp-Ästhetik der 60er-Jahre-Serie an, kreuzen sie aber noch zusätzlich mit einer seltsamen SM-Ikonographie und – vor allem – entkleiden sie jeglichen Humors. Das Ergebnis ist auf eine sehr aufdringliche, seltsam ironiefreie und laute Art schrill. Von Feinheiten wie vollkommen wirrer Dramaturgie wollen wir gar nicht sprechen ...
Kleiner horizontaler Trenner.
Geschrieben von molosovsky,
am: Dienstag, 25. Mai. 2010
Trotzdem finde ich das Geständnis von Thomas enorm mutig. — Wenn ich mich in Star Wars-Threads oute als einer, der die derzeitige CGI-Clone Wars als beste Star Wars-Filme preist die wo’s gibt, ist das nicht so mutig. (Das wäre, wenn ich sagte, dass ich »Karavane der Ewoks« oder den anderen Ewok-Film als bestes Star Wars-Filmwerk betrachten würde … oder das berüchtigte Holliday Special).
Kleiner horizontaler Trenner.
Geschieben von Sie nannten Ihn Kangaroo,
am: Dienstag, 25. Mai. 2010
Dann sag ich doch schonmal danke für den Hinweis auf Stephensons neuestes "Projekt". Ich werde "The Mongoliad" auf jedenfall im Auge behalten.
Generell muss nochmal gesagt werden, das dein Wochenrückblick eine wirklich gute Idee war, bisher gabs immer was interessantes zu lesen ;-)

Da ja Anfang April die Nominierungen für den Hugo Award rausgingen, wollte ich grad mal nachfragen ob du noch vorhast "The Windup Girl" von Paolo Bacigalupi zu lesen oder vieleicht schon gelesen hast ? Das Buch wurde ja von vielen Seiten sehr gelobt und ich sitz auch grad dran und fühle mich durchaus sehr gut unterhalten.
Interessant fand ich in dem Fall auch, Cherie Priest mit "Boneshaker" auf der Nomineeliste wiederzufinden.
Kleiner horizontaler Trenner.
Geschrieben von molosovsky,
am: Dienstag, 25. Mai. 2010
Als großer Stephenson-Verehrer seh ich es als meine Pflicht, wenigstens auf neue Projekte des Meisters hinzuweisen (wenn ich schon nicht gebacken bekomme, »Cryptonomicon«-, »Anathem«- oder »Snow Crash«-Rezis zu verfassen).

Paolo Bacigalupi hab ich noch nichts gelesen. Viele Leute mit Ahnung und Geschmack schwärmen ja von seinen Sachen, also sollte ich mal reinschauen. Derzeit hab ich Ian Tregillis und seine »Bitter Seeds« als nächstes geplant, wenn ich mit Kunkels »Schaumschwester« durch bin (die übrigens ziemlich gut sind. Schön ätzend mit wohlgestalteten Menschenhass).

»Boneshaker« fand ich zwar sehr unterhaltsam, aber ich bezweifle doch, dass Priest einen Preis dafür verdient hat, auch wenns ›nur‹ der Hugo ist. Ich bin immer noch am abwägen, ob ich mir weitere Bücher von ihr zulegen soll, wenn sie rauskommen. Wird ne spannende Anlese-Session.

Ach ja: danke für den ausdrücklichen Lobeskommentar zur Wochenschau. Auch so ein Blog-Opa wie ich muss mit der Zeit gehen (twittern werd ich aber, wenn überhaupt, frühenstens wenn ich 40 werde, also übernächstes Jahr).
Kleiner horizontaler Trenner.
Geschieben von oliverj,
am: Freitag, 28. Mai. 2010
Zwei Anmerkungen:

Witzig, ich wollte diese Woche in meinem Blog auch noch schreiben, dass ich als Nicht-Konsolenbesitzer über solche Entscheidungen immer nachdenke, wenn es bahnbrechende Titel sogar ins Feuilleton der Zeitungen schaffen. Das war dieses Jahr schon zwei Mal so: Bei Heay Rain, und eben jetzt bei Red Dead Redemption. Habe ein paar Trailer gesehen, gestaunt. Viel Spaß damit!

Und natürlich muss ich noch was zu Ayn Rand sagen. Wie man zu Ihr steht, ist natürlich auch abhängig vom eigenen politischen Standpunkt (weshalb ich einiges bei Ihr auch fragwürdig finde, ihr aber natürlich mit mehr Sympathie begegne als Du). Und selbstverständlich darf man sie für eine schlechte Romanautorin und Philosophin halten. Ihr diese beiden Eigenschaften bzw. "Berufe" aber völlig abzusprechen, wie es häufig von ihren Gegenern bestimmter politischer Provenienz seit Jahrzehnten geäußert wird, das war und ist für mich einfach kein in einer Diskussion akzeptables oder gangbares Argument. Das ist für mich nicht sachliche Häme, da muss man in meinen Augen das "sachlich" streichen.

Bei Bacigalupi bin ich übrigens sehr sicher, dass der Dir gefallen würde, Molo.
Kleiner horizontaler Trenner.
Geschrieben von molosovsky,
am: Dienstag, 01. Jun. 2010
Hallo Oliver.
Kann leider nur kurz antworten.
— Rocktstar rockt mit »Read Dead Redemption«. Meine erste Multiplayer-Session war brutal, aber dennoch eine erstaunliche Sache.
— Rand bleibt für mich persönlich eine gefährliche Witzfigur, deren Prosa ich nicht hinterbekomme. Ich fürche, ich gehöre in die Ablage: ›Einer ihrer Gegener‹.
— Ist ja gut, ich bestelle mir den Bacigalupi. Ich bin aber auch von selbst neugierig,

Klingt jetzt fast unfreundlich. Aber es ist früh, ich muss bald los.
Kleiner horizontaler Trenner.
Geschieben von demaya,
am: Montag, 31. Mai. 2010
Mal ganz generally speaking: Danke für diesen klugen, unkonventionellen, universellen, mutigen und meine eigene verdrehte Logik ansprechenden Blog. Unglaublich toller Einfall mit dem Wochenrückblick, saves my day (naja, oder halt die Woche). Ich liebe dich. Musste ja mal gesagt werden.
demaya, unwissende Nichtbloggerin
Kleiner horizontaler Trenner.
Geschrieben von molosovsky,
am: Dienstag, 01. Jun. 2010
Liebe demaya.
Danke für die Rückmeldung und das Lob, für das ich, wie Sie Sich vorstellen dürfen, meinen Hut ziehe und mich verbeuge.
Kleiner horizontaler Trenner.
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