(Eintrag No. 530; Alltag)— Habe mich von
Andreas Jahresbilanz anregegen lassen für diesen Beitrag. Mal gucken, was 2009 kommt, hier auf jeden Fall, was für mich 2008 war:
Gut-Buch (Fiktion):
• Thomas Pynchon:
»Gegen den Tag«; super kunterbunte Maximalphantastik mit Luftschiffen und einem historisch verbürgten Meteoriteneinschlag.
• Neal Stephenson:
»Anatham«; philosophische Science Fiction mit Mönchen die sich den Kopf über quantenmechanische Möglichkeitsräume zerbrechen.
• Annie E. Proulx:
»Mitten in Amerika«; realistischer Heimatroman aus dem Panhandle-Gebiet.
• Max Brooks:
»World War Z.«; originelle Verwurstung des Zombie-Genres als Globalisierungs-›Dokumentation‹.
Gut-Buch (Sach):
• Dietmar Dath:
»Maschinenwinter«; macht Laune, den Maschinenpark als Garten zu sehen, den wir besser pflegen und hegen sollten.
• Naomi Klein:
»Die Schock-Strategie«; spannend wie ein Krimi, Hat mir aber die Zornesadern bedenklich anschwellen lassen.
• Douglas R. Hofstadter:
»Ich bin eine seltsame Schleife«; berührend, spannend und anregend.
Gut-Buch (Comic):
• Brian Wood (Text) & Riccardo Burchielli (Zeichnungen):
»DMZ« (US-Trade Band 1-5); Alternativwelt in der New York ein leidgebeuteltes Konfliktgebiet eines neuen amerikanischen Bürgerkriegs ist.
• Tardi (Zeichnungen) & Vautrin (Szenario):
»Die Macht des Volkes« (4 Alben); wild und ungestüm, wie hier die Figuren durch die Revolutionswirren taumeln.
• Alan Moore (Text) & Kevin O’Neill (Zeichnungen):
»The League of Extraodinary Gentlemen: The Black Dossier« (US-Trade); gandios, was diesmal wieder alles in Form frecher Homagen aufeinandertrifft. Hoher Erotik-Anteil!
Gut-Mukke (neu)
• Red Hot Chili Peppers:
»Stadium Arcadium«
• Metallica:
»Death Magnetic«
• Aimee Mann:
»#%&*! Smilers«
Gut-Mukke (alt)
• Bernstein & die Wiener:
»Beethoven Symphonien« (Aufnahme aus den Achtzigern. Neuanschaffung)
• Orpheus Chamber Orchestra:
»Elgar, Vaughn-Williams, Britten« (Neuanschaffung)
• Melos Quartett:
»Beethoven Mittlere Streichquartette«
Gut-Film
•
»Speed Racer«
•
»The Assassination of Jesse James…«
•
»No Country for Old Men«
•
»Lost« (Staffel 1-3)
Beste Momente
• Wiedersehen mit altem Freund der aus Wien zu Besuch nach Frankfurt kam.
• Mit meiner Schwester (die zu Besuch in Frankfurt war) im Palmengarten gewesen.
• Matt Ruff kennengelernt und interviewt (siehe »Magira 2008«).
Surrealster Moment
• Mit jemanden, der gerade eine Angstattacke inkl. Teufelsvisionen hatte, gebetet (
ich bin Atheist!).
Schlimmster Moment
• Anruf meiner Partnerin, nachdem sie einen Leitplankenunfall mit ihrem Auto hatte (nix passiert —
puuuuh).
• Meine Sammel-Rezi für »Magira 2008« absagen müssen.
Weitere Aussichten
• Viel Arbeit (Brotjob).
• Wenig Freizeit (wenig Musenjob).
• Dafür endlich wieder Kohle (wird wohl in Technikspielzeug wie Draw Pad, oder gutes Mirko oder einen Urlaub in London umgesetzt).
Vorsätze
• Die überschaubaren Schulden bald begleichen.
• Mit der Digikammera anfreunden.
• Weniger daddeln.
• Disziplinierter schreiben.
• Bahn-Card auch nutzen und Familie & Freund in der Ferne besuchen
• Gesünder leben (mehr Bewegung, weniger Fast Food und so).
Geschieben von
tkl,
am: Donnerstag, 01. Jan. 2009
Weniger daddeln.
Disziplinierter schreiben.
Playstation essen Blog, Tag, Nacht, Seele auf. Kann jeder bestätigen, der durch Fallout 3 schlurft und Plakatwand für Plakatwand sichtet. Gutes neues Jahr!
Geschrieben von
molosovsky,
am: Donnerstag, 01. Jan. 2009
@tkl:
Mit "Fallout 3" bin ich eh fürs erste feddich. Eigentlich ists mit dem Daddeln auch nicht soooo schlimm, da ich nicht tägliche spiele (das war der Fall in den ersten Wochen meiner Playsie-Existenz). Jetzt bin ich sowas wie ein Quartals-Daddler. Also: ich setzt mir nur alle paar Wochen an die Kiste, aber dann schon für schlimm lange Sessions am Stück.
Geschieben von
simifilm,
am: Donnerstag, 01. Jan. 2009
Das ist aber hoffentlich nicht Dein Ernst?
Geschrieben von
molosovsky,
am: Donnerstag, 01. Jan. 2009
@Simi:
Ich habe lange überlegen müssen, aber aus der Äktschn-Spektakel-Sparte hat mir "Speed Racer" wirklich am besten gefallen (an zweiter Stelle kommen wohl "Hellboy II" und "Enchanted", und Platz drei teilen sich "Quantum of Solace" und "The Dark Knight").
Geschrieben von
simifilm,
am: Donnerstag, 01. Jan. 2009
«Quantum of Solace» ist ein mittelmässiger Actionfilm und ein schlechter Bond, da ist «Ironman» der zehnmal bessere Actionfilm. Zu «Speed Racer»: Ich kenne kaum einen Film, bei dem die schiere visuelle Brillanz in einem so krassen Missverhältnis zum komplett idiotischen Inhalt steht. Da wird diesbezüglich sogar «Metropolis» übertroffen.
Geschrieben von
molosovsky,
am: Donnerstag, 01. Jan. 2009
Als ich "Ironman" das erste Mal geguckt habe, bin ich etwa in der Mitte mal für einige Zeit weggeschlummert (okey: es war nach der Arbeit). Ich hab ihn mittlerweile nochmal ganz geguckt: Als Superheldenfilm ganz gut, aber als Äktschnfilm zu langatmig. Trotz allem Ironiegewzinker nimmt sich das Teil zu ernst.
"Speed Racer" gefällt mir deutlich besser: wilder, kunterbunter, lustiger.
Fragen dazu, wie sinnvoll oder unsinnig ein Film dieser Sparte ist, sind heikel. Kommt halt darauf an, wie man den jeweiligen Film entgegennimmt. Ich lass mich halt lieber auf einen rundum fetzigen albernen Knaller wie "Speed Racer" ein (wenn er so gut gemacht ist), als auf ein quasi-ernst-biederes Militär-Maschinen-Vehikel wie "Ironman". (Nebenbei: Wenn "Ironman" für ab 16 oder ab 18 wär, sähe die Sache vielleicht anders aus.)
Geschieben von
londo,
am: Sonntag, 04. Jan. 2009
Geschieben von
merzmensch,
am: Montag, 19. Jan. 2009
Schöne Rückblicke! :-)
Ich muss auch so ein Review bei mir schreiben.
Ich habe 2008 übrigens auch für mich LOST entdeckt - und es hält mich in seiner Gewalt (nach der vierten Staffel bin ich zur Überzeugung gekommen, LOST sei eines von den wenigen intelligenten und intertextuellen Serien, die im TV-Markt laufen). Denn wenn hier Anspielungen an "Paradise Lost", an Bakunin und Relativitätstheorie im Spiel sind, sind sie nicht nur dekorativ da, sondern sind ein Teil der Lost-Kosmologie.
Diese Woche läuft 5. Staffel im US-Fernsehen an. Ich freue mich schon darauf.
Geschrieben von
molosovsky,
am: Montag, 19. Jan. 2009
Gottseidank bin ich ja spoilerproof, weil mein Arbeitskollege mir natürlich schon das Ende von Staffel 4 erzählen musste (von wegen Ben dreht am Rad).
Ich guck ja jetzt am Abend »ALIAS« und finde einige Ähnlichkeiten, auch wenn »LOST« das, was an »ALIAS« gut ist, noch besser macht. — Der mir am besten gefallende Einzelaspekt an »LOST« ist möglicherweise die Musik von Michael Giacchino; dann natürlich die sehr ›literarische‹ (oder einfach auch: ›für Film und TV komplexe‹) Struktur mit dem Zeitenwechsel zwischen Gegenwart und Flash-Back/Flash-Forward.