molochronik

Burnout-Link-Tipps — #4

Hier die vierte Lieferung der (fast) täglichen kulturellen Link-Bonbons, die mir Freude machen und Kraft spenden und die ich seit meinem Burnout-Zwischenfall mit ›meinen Leuten‹ in einer kleinen Privatmitteilungs-Gruppe bei Twitter teile.

CSS-Frust

Es kotzt mich an, dass ich es seit der antville-Umstellung — die viele schöne Seiten hat! — nicht schaffe, Absätze mit alternativen Style als gescheite Absätze zu formatieren.

So wie hier. Eine Leerzeile zwischen zwei Textblöcken erkennt der Editor als Absatz {p} und rückt die erste Zeile, entsprechend meiner CSS-Definition, etwas nach links aus.

Wenn ich das selbe aber z.B. mit meiner Zitat-Formatierung mache, denn erkennt der Editor keine Leerzeilen als Absatz {p} …
… wie z.B. jetzt grad, und damit lassen sich auch keine Einrückungen usw. gestalten.

Wenn es irgendwelche Durchblicker gibt, dann nur her mit Rat und Hinweis.

Neues Layout … Dank der fleissigen Ameisen von antville.org

Die Möglichkeiten des neuen Layouts mit vielen neuen Funtionen und zeitgemässerem Code — hey, Java! — haben mich veranlasst, das Molochronik-Layout zu resetten.

Ich hoffe, dass die geschätzten Molochronik-Leser, die hier kommentieren, die neuen Eigenschaften und Möglichkeiten genauso genießen wie ich.

Mal schaun. Vielleicht führt das ja dazu, dass ich mich wieder öfter melde.

Cheers
molosovsky

Aus der Lektorwerkstatt (»Nimmèrÿa 3« von Samuel R. Delany)

Folgender kleiner Plaudereinblick in meine Arbeit als Lektor entstand aus dem eMail-Wechsel mit Golkondas Delany-Herausgeber Karlheinz Schlögel, der dem Beitrag dann für den ›Golkonda Insider‹-Facebook-Auftritt noch eine Einleitung angedeihen ließ (hier kursiv gesetzt).

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Auch zu Weihnachten sind alle Golkondianer fleißig. Bevor der zweite Golkonda-Band der Geschichten aus Nimmèrÿa überhaupt das Licht der Welt erblickt, aber das dauert jetzt wohl nicht mehr lange, wird der dritte Band von unserem Delany Lektor molosovsky bereits in Angriff genommen und erste Einsichten zur damaligen Ausgabe gewonnen, dazu live aus der Lektoratsstube:

Abgesehen davon, dass ich seit dem ersten Nimmèrÿa-Band begeistert davon bin, wie Delany das Fantasy-Genre gegen den Strich bürstet (kommt meinem Gedankenspiel recht nahe, Alltag und Nebenfiguren zum eigentlichen Mittelpunkt einer Fantasy-Handlung zu machen, und Questen zu veranstalten, die zu nix führen, bei denen die Leut sich dennoch — bzw. erst recht — selbst entdecken), bin ich ziemlich hingerissen von der Aussicht, die erste große amerikanische AIDS-Erzählung bearbeiten zu können. Immerhin ein Stück Literaturgeschichte.

Habe die letzte Stunde (seit 5 Uhr morgens) damit verbracht, die Datei von »Flucht aus Nimmèrÿa« (»Flight from Nimmèrÿa«) zu kneten, da die Formatierung reichlich eigentümlich war. Alles benutzerdefiniert, gespiegelte Seiten, Blocksatz mit pfiffig eingestreuten Leerzeichen (wegen Zeilenumbruch?), einige Sachen wie »Ende« oder Zitat-Namen waren als verankerte Textfelder eingefügt (WTF!)… kurz: Großer Spaß, daraus erstmal normale Standardseiten zu machen.

Folgendes ist mir aufgefallen. Wir arbeiten ja ›nach Fassung letzter Hand‹, und die Anhang-Benennung stimmt nicht mit der uns zugrundeliegenden Wesleyan-Ausgabe (= WA) überein. — »A Tale of Plagues and Carnivals« war im vorliegenden Manuskript als »Anhang A« bezeichnet. — Der vorliegende »Anhang B: Schluß und Aussicht« besteht aus ca. der Hälfte des Appendix der WA von Band 3, sowie dem Appendix aus Band 4 »Return to Nimmèrÿa«. Der in der WA enthaltene »Appendix B: Buffon’s Needle« fehlt völlig. Ich nehme an (›SEUFZ‹), da steht mir ein gutes Stück Komplett-neu-Übersetzung bevor. Mathematische Notation sollte heutzutage kein Problem mehr sein, aber damit beschäftigte ich mich dann, wenn es so weit ist.

Ich hoffe, der Gehirnstärktiger wird mir beistehen, vor allem bei den New Yorker Echtwelt-Slang-Stromschnellen und Mathe-Klippen des Anhangs. Derweil reicht mein Vorrat an Nüsschen, Käse, Schoko und Kaffee über die Feiertage.

Zwei Borges-Kalauer

Grob gesagt: meine bisher erfolgreichsten Tweets. — Nein Quaterly (= Eric Jarosinski) gehört zu den Twitteren, denen ich schon seit längerem folge. Er beweist sehr vergnüglich, wie man Spaß mit Nihilimus & kritischer Theorie haben kann. Unter anderem kalauert er immer wieder mit einigen der großen Literaten des letzten Jahrhunderts herum, darunter auch meinem Helden Jorge Luis Borges.

Gestern Abend sind mir zwei Kalauer in ›Nein‹-Manier aus dem Hirn gefallen, die ich der geschätzten Molochronik-Leserschaft nicht vorenthalten möchte.

Borges geht in einen Tattoo-Laden & sagt: »Ich hätte gern ein Tattoo von mir im Maßstab eins zu eins.«

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Borges war mal Ehrengast einer Tlön, Uqbar, Orbis Tertius-Cosplay Convention, verkleidet als Bilbo Baggins.

Molo kommentiert Finale der Eurovision 2013. Malmö. #esc

Hatte am Samstag Arbeit und mir deshalb erst am Sonntag die Eurovision-Beiträge via YouTube anguggen & auf Twitter kommentieren können. Hier mein gesammelter Senf.

  1. Frankreich: Morphing-Mitte zwischen Tina Turner & Barbara Streisand. Mitstampf-Klage, vermutlich (kein kein Französisch).

  2. Lithauen: Och ist der süüüß. Holt der schon Stöckchen? Kann’er Männchen machen?

  3. Moldavien: Lavakönigin mit Sahnetopping liefert brauchbaren Galaauftritt ab.

  4. Finnland: Lollipop-Chainsaw CosPlay ohne Kettensäge?! Geh mir fort!

  5. Spanien: Trotz sehr feinem Gaita-Tröten sowas von harmlos. Putze Fingernägel.

  6. Belgien: Brautloser Sänger dem zwei Hupfdohlen aus Palmers »Addicted To Love«-Video zugelaufen sind.

  7. Estland: Haben vergessen, die Farb-TV-Gebühr komplett zu zahlen. Bisher domierten die biederen.

  8. Belarus: Das Zeug auf den Beinen der Trällermaus ist sicher auch gut für Edelholz- & Lederpflege.

  9. Malta: Soll das ein Song sein oder ein Pitch für eine freundliche Vorabendserie über Social Media-Nutzer?

  10. Russland: Ach diese Tartarinnen die ›bauwer‹ statt ›power‹ singen.—Kein Kaviar mehr im Kühlschrank. Argh! Grumpf!

  11. Deutschland: Wiederhole; Puntschkrapfen-Umpfta-Pop von der Stange (nach der Mode des vergangenen Jahres).

  12. Armenien: LeZepp & Black Sabbath als Inspiration? Wenigstens gibts mal eGitarren. Männer-Duschgelwerbung-tauglich.

  13. Niederlande: Erster Sympathie-Bonus von mir für gnadenloses Moll & vom Dach purzelnde toooote Vögel. Ich freu mich!

  14. Rumänien: Als Ming der Grausame noch Haare hatte! Der Schmerz! Bleib mir weg mit dem Gom-Jabbar!

  15. England: Bonnie Tyler liefert unvermeidliche Hausfrauen-Ballade. Gott ist das öde & fad & unendlich langweilig.

  16. Schweden: Der Junge mit der Ereaserhead-Frisur hat seine Mutti verloren & will aus dem Jodelparadies abgeholt werden!

  17. Ungarn: Mitleid überflutet mein kleines karges Gemüt. In Ungarn Herzeige-Nerd sein ist wohl echt hart.

  18. Dänemark: Diese Flöte hat nur eine Melodie. Der Rest ist auch von exquisit weichgebügelter Monothonie.

  19. Island: Oh, der Labrador kann auch singen. Diese Hundepreisschauen werden immer raffinierter.

  20. Azerbajian: Unterm Strich schmerzen orientalische Schwiegermütter-Träume mich nicht so sehr wie die westlichen.

  21. Griechenland: Ne Niedersauffhymne mit trad. Akkustikinstrumenten & SkaRhythmus. Gebongt!

  22. Ukraine: Hodor! Boah. Das ist die fröhlichste Nihilisten-Hymne, die ich seit langem gehört habe.

  23. Italien: Na, dieser gutangezogene, geschmackvolle Schmachtfetzen hat wenigstens mal Hand & Fuß. Trotzdem: ital. Robbie-Williams-Klon

  24. Norwegen: Wenigstens EIN Titel mit fett Elektromukke, wenn auch das Lied selbst mega-mäh ist.

  25. Georgien: Liefern diesmal den Albano & Romina Power-Tribute. Alarmsirenen-Idyllik, bäh!

  26. Irland: Man merkt, daß die Iren richtig gut Übung haben im planlos peinlich sein.

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