molochronik
Donnerstag, 8. Januar 2009

Ist das die Zukunft?: Pynchon, der mysteriöse Mann

(Eintrag No. 352; Comic, Woanders, Literatur) — Mal was kleines, albernes für Zwischendurch. Im vergangenem Jahr bin ich, als begeisterter Wanderer durch den fetten Roman »Gegen den Tag«, ja unter die Pynchonianer gegangen. Toooodsicher werde in den kommenden Monaten und Jahren auch noch die fünf Vorgängerromane (und den einen Kurzgeschichtenband) dieses ungebändigten Rundum-Erzphantasten verköstigen. — {Ergänzung: Vor ein paar Minuten habe ich die englische Ausgabe von »The Crying of Lot 49« beendet. Ist schon enorm, was dieses dünne Büchlein da leistet, noch dazu weil die alten Thurn & Taxis hier als Partei eines sinisteren Kräftemessen auftreten dürfen. Kann diesen kürzesten Pynchon mit gutem Gewissen als Einstiegslektüre in die einzigartige Prosawelt dieses Meisters empfehlen. Nicht vergessen: zieht vielleicht ein bischen mehr an, wenn ihr euch auf eine Runde Strip Botticelli einlasst.}

Im Zuge meiner Pynchon-Begeisterung bin ich über die Reihe »Is This Tomorrow?« von Kelly Shane & Woody Compton gestolpert. Die beiden betreiben ihre lobenswerte Seite mit Pikto-Literatur seit 14. Juli 2003.

Hier nun meine (schnelle) Übersetzung der Folge vom 21. Juli 2003, welche eben Thomas Pynchon gewidmet ist.

Kästchen 1; Oben: Thomas Ruggels Pynchon Jr. wurde am 8. Mai 1937 geboren. Berühmt für seine Zurückgezogenheit sind nur wenig biographische Informationen über einen der vielleicht wichtigsten Autoren des 20. Jahrhunderts bekannt.
Bild: {Schild} Auf Sendung
{Sprechblase} Danke, Musikliebhaber!
Unten: Jedoch soll er mal den Bandleader Spike Jones, den King of Corn, als frühen Einfluss genannt haben.
Kästchen 2; Oben: Es gibt nur wenige bekannte Photographien des Schöpfers von »Die Versteigerung von No. 49«, »Die Enden der Parabel« und »Mason & Dixon«, und alle zeigen ihn als jungen Mann.
Unten: Man vermutet, dass der Autor sich nach der Veröffentlichung seines Debut-Romans »V.« 1963 die Zähne richten ließ.
Kästchen 3; Oben: Es wird gemunkelt / dass Pynchon in den 60ern-Jahren einmal / Torten im Wert von 50$ erwarb / und eine Tortenschlacht vom Zaun brach.
Bild: Don’t fuck with the rocketman {Deutsch im Original: Fickt nicht mit dem Raketenmensch.}.
Unten: Er war auch dafür bekannt, in dieser Zeit ein kleines Plastikschwein bei sich zu haben.
Kästchen 4; Oben: In einem Playboy-Artikel schrieb der Autor Jules Siegel, dass Pynchon / ganz versessen war auf die Shirley Tempel-Nachahmung / von Siegels Ehefrau.
Bild: On the go-go-od ship lollipop …
Unten: Das ähnelt einer Szene in »Die Enden der Parabel«. / Siegel behauptet auch, / dass Pynchon eine Affäre mit seiner Frau hatte.
Kästchen 5; Oben: Pynchon ließ den ulkigen Professor Irwin Corey den National Book Award für »Die Enden der Parabel« in Form einer komischen Stehgreifnummer entgegennehmen.
Bild: … akzeptiere ich diese finanzielle Verfügung – ah – das Stipendium im Namen von, uh, Richard Python für seinen großen Beitrag, und um einige der Geschosse die er geliefert hat zu ziteren …
Unten: Während Corey sprach / flitzte ein nackter Mann / über die Bühne.
Kästchen 6; Oben: 1994 wollte die John Larroquette Show eine Referenz bezüglich einer Pynchon-Sichtung und kontaktierte deswegen den Agenten des Autors.
Unten: Pynchon ließ ausrichten, man solle ihn beschreiben als jemanden, der ein T-Shirt trägt auf dem ein Bild der TX Rocklegende Roky Erikson aus Austin zu sehen ist.
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