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geschrieben von molosovsky, am: Dienstag, 21. Aug. 2007
(Eintrag No. 398; Literatur, Phantastik, Psycho-SF, Conspiration) — Letzte Woche stromerte ich beim Eschenheimer Turm in Frankfurt herum und freute mich, daß dort in Steinwurfweite meines Leib- und Magen-Comicladens »T3« und neben meinem englischsprachigen Stamm-»Turm«-Kino nun ein neuer englischer Buchladen »Readers Corner« zu finden ist. Der Buchladen wird von zwei netten Damen betrieben, die einst an der Hauptwache für eine ›Ausbeuter‹-Buchladenkette schufteten (die Kette, die andernorts vor einigen Jahren dadurch von sich Reden machte, daß man schon mal Kameras ohne Wissen der Angestellten unter den Deckenpanelen versteckte). »Hoidrio«, was hab ich mich gefreut dort den niegelnagelneuen, vierten Roman, »Bad Monkeys«, des 1965 geborenen Amerikaners Matt Ruff als Erstkaufgelegenheit vorzufinden. (Nebenbei die frohe Botschaft, daß Matt unter die Blogger gegangen ist .)

Bei einer Handvoll Autoren muß ich so schnell es geht die neuen Bücher lesen, egal, in welchem Buch ich sonst grad steck, egal wie pleite ich bin. Matt Ruff ist so einer dieser wunderbaren Autoren, weil er in mehrfacher Hinsicht Literatur-›Ideale‹ musterknabenbrilliant erfüllt, die mir lieb und teuer sind. Seine Romane kann man als flotte Popkorn-Unterhaltung lesen. Man kann sich mit der (Obacht!) ›postmodernen‹ Intertextualität seiner Romane vergnügen und den vielen kecken Anspielungen auf U- und E-Kultur-Zeug nachspühren (Spielebücher sozusagen). Man kann sich an den immer auch vorhandenen zeitkritischen Aspekten erfreuen, und daß diese besorgte Kritik eben nicht so bieder und trocken mit einem Oberleherzeigefinger dahergewedelt wird. Und Matts Romane bieten immer fiktiven Weltenbau extraodinaire, weit abseits von dem, was ich in meinen schlechthinig-polemischen Anwandlungen gern mal als McPhantastik anprangere.

Nur eine bittere Pille mutet mir Matt Ruff zu: er läßt sich wirklich peinsam Zeit für seine Bücher. Als ich vor ca. zehn Jahren zum Internetnutzer aufstieg, war eines der ersten Dinge, die ich mich traute, Matt eine kleine eMail zu schreiben, mit zwei Fragen (leider hab ich diesen Austausch nicht mehr auf meiner Platte). Ich frug ihn damals, warum er so lange für seine Romane braucht, bzw. ob er vielleicht (so wie z.B. Kim Newman/Jack Yeovil) noch unter anderem Namen veröffentlicht (ich hatte ihm damals durchaus im Verdacht mit Neal Stephenson ident zu sein … aber immerhin: Matt und Neal sind Kumpels und Matts Frau las Neals »Barock-Zyklus« Korrektur). Mr. Ruff antworte aufrichtig, ein fauler Mensch zu sein und als Autor eben lieber sorgfältig zu arbeiten, weil er weniger Wert darauf legt, ein alle Jahre veröffentlichender Hype-Autor zu sein. — Diesen ›Mißstand‹ hat Matt nun etwas gemildert, denn an seinem neuesten, bisher kürzesten Roman »Bad Monkeys« hat er ›nur‹ vier Jahre gebosselt.

Worum gehts in »Bad Monkeys«? Hier meine (etwas hemdsärmelige) Übersetzung des Klappentextes:
Jane Charlotte wurde wegen Mordes verhaftet. Der Polizei erzählte sie, Mitglied einer geheimen Organisation zu sein, die sich der Bekämpfung des Bösen widmet; ihre Abteilung nennt nicht ›Behörde zur endgültigen Beseitigung von hoffnungslosen Personen‹, kurz: ›Schlechte Affen‹.

Aufgrund dieses Geständnis landet Jane in der psychatrischen Abteilung des Knastes, und der Gefängsnispsychiater versucht herauszubekommen, ob Jane lügt, oder verrückt ist — oder ob sie ein ganz anderes Spiel spielt.
Für die ca. 230 Seiten brauchte ich zwei Tage, bzw. drei Sitzungen. Ganz besonders heftig war für mich diesmal die Erfahrung, einen verhältnismäßig aber konzentrierten kurzen Ruff zu lesen, der mir mehrmals den Kopf in alle Achsen drehte wie's ihm passt, auf einnehmend, verwirrende und mich hinreissende Art. »Bad Monkeys« schreit danach verfilmt zu werden (was aber eigentlich nix heißt, denn ich finde das Lob ›so packend wie ein Film‹ für Literatur zumeist läppisch).

Der Roman ist einerseits ein Kammerstück, eine Charkterstudie, denn die Handlung setzt im Juno 2002 ein, im weißen Raum einer Gefängsnispsychatrie in Nevada, wo ein Dr. Vale die festgenommene Jane verhört. Diese ›White Room‹-Kapitel sind kurz, auktorial erzählt, rekapitulien bzw. leiten zu den längeren Kapiteln über, in denen Jane als Ich-Erzählerin ihre Lebensgeschichte als ›Bad Monkey‹-Agentin erzählt. Die Art des Verhörhumors läßt sich fein illustrieren anhand weniger Zeilen von S. 3:
»Also, bei Ihrer Arbeit für Bad Monkey«, sagt der Arzt, »was machen Sie da? Böse Menschen bestrafen?«
»Nein. Gewöhnlicherweise töten wie sie einfach.«
Jane ist eine packende, charismatische Erzählerin, wenn sie von ihrer wilden Kiffer-Jugend im San Francisco der Siebziger berichtet; davon, wie sie ein netter Polizist zu Verwandten aufs Land bringt, nachdem sie beim Dope-Anbau erwischt wurde und ihre alleinerziehende Mutter durchdrehte. Schön sachte driftet dann die realistische Welt ins Verschwörungs-Phantastische, wenn die jugendliche Jane eine seltsame ›Natürliche Ursachen‹-Knarre findet (mit der man Herzinfarkte und Schlaganfälle verursachen kann), ein Artefakt einer namenlos bleibenden Organisation, von der Jane später für die Abteilung ›Bad Monkeys‹ rekrutiert wird.

Ganz besonders freut und beeindruckt mich, daß Matt Ruff mit diesem Roman eine hinreissende Homage auf Philip K. Dick — den (für mich) großartigsten US-Schriftsteller der zweitem Hälfte des 20. Jahrhunderts — vollbracht hat. Trotz aller Späßchen und Thrills pulsen die Erz-Fragen von P. K. Dicks Werk (»Was ist Menschlich?«, »Wer bin ich?« und »Was ist Wirklichkeit?«) stets merklich durch den Strang der Erzählung. Was hab ich Seite um Seite gestaunt, wie eingängig »Bad Monkeys« ist, und doch zugleich wie verwickelt, mit seinen zig-ineinandergeschachtelten Finten. Nachdem ich das Buch zuklappte, hab ich gut zwei Stunden spät nach Mitternacht am offenen Fenster gesessen, und mir den Wahnsinn durch Kopf und Gemüt gehen lassen, hie und da bestimmte Stellen nochmal gelesen und fassungslos darüber gestaunt, daß solche kunstvollen Kniffe tatsächlich möglich sind. Und wie immer bei Matt bin ich baff, wie dieser Kerl es schafft sehr ernste Dinge in einem so vergnüglichen Garn einzuweben.

Der für mich schönste, alles zusammenfassende Weisheitsspruch aus »Bad Monkeys«: OMNES MUNDUM FACIMUS (›Wir alle machen die Welt‹).

Im Frühjahr 2008 soll dieser meiner Meinung nach beste Einstiegsroman in die faszinierenden Welten von Matt Ruff bei Hanser auf Deutsch erscheinen. — Soweit zu meinem lustvollen ›Mind-Fuck‹ mit »Bad Monkeys«. Im Folgenden gibts als Service noch eine kurze Übersicht zu seinen ersten drei Romanen.

»Fool on the Hill« (1988) besteht aus drei großen Strängen die alle an der Cornell-Uni angesiedelt sind bzw. dort zusammenfinden: Einmal Tierfantasy mit einem Hund und einer Katze die sich auf die Suche nach dem Hundehimmel begeben. Dann ein Krieg kleiner Campus-Elfen (die alle Namen aus Shakespeare Stücken haben) gegen einen begraben geglaubten dämonischen Bösewicht und dessen Rattenarmee. Schließlich das Liebesfreud- und Leid-Aufundab von George, einem Hilfsdozenten und Windbeschwörer, nebst den Abenteuern seiner Kumpels und Kumpelinnen einer extravagant-anarchistischen Studentengruppe. Ein Campus-Roman mit Gewürzen der griechischen Mythologie und humorigen Verbeugungen auf Mittelerde und Tolkien-Spinner. — Davor, daneben und dazwischen tummeln sich viele kleine Geschichten in der Geschichte wie die vom Mann mit der Phobie vor der Zahl 13, der Einritt der Bohemier in einem Provinzkaff, der Golemhorror verbreitenden bösen Gummibraut ect pp ff. Ziemlich atemberaubend, was Ruff in seinem Erstling alles durcheinanderschmeißt: Komik, Abenteuer, Spannung, Tragik und Romantik … zudem ist »Fool on the Hill« ein Buch, daß ungestüme Hoffnung atmet, zu guter Laune ansteckt.

»Sewer, Gas & Electric«, zu Deutsch »G.A.S. – Die Trilogie der Stadtwerke« (1997), pendelt ebenfalls zwischen überraschend vielen verschiedenen Genres. Im großen und ganzen ein wilder, satierisch-kritischer ›Science Fiction Fantasy Verschwörungsthriller‹-Prosacomic, wie sein Vorgänger manchmal brüllend komisch, manchmal bitterböse … wobei die Tragik sich diesmal vornehmlich im großen Weltenbau-Plot entfaltet. Hier folgen nämlich, nachdem ein Virus fast alle schwarzhäutigen Menschen ausradiert hat, manche der danach populär gewordenen Elektroneger nicht den wohlbekannten Asimov'schen Robotergesetzten; es kämpfen u.a. Ökoterroristen mit 'nem bunten U-Boot gegen megareiche Industriekapitäne; und es monstert sich ein mutierter Kanalhaifisch durch New Yorks Eingeweide. Trotz all der munter-originellen Szenen und Abenteuerlichkeiten, wird der Leser am Ende in eine etwas bedrückende Stimmung entlassen, was aber angesichts des bis heute ja heftig gallopierenden Infowar-Wahnsinns nur angemessen ist. Sehr aufregend fand ich die in »G.A.S.« stattfindende Auseinandersetzung mit der bei uns weitestgehend unbekannten Ayn Rand, einer Vulgärmaterialistin und als Erfinderin des ›Objektivismus‹ geistiges Pinupgirl heutiger Chicago-Boys, Neocons & Neoliberalen, deren Weltbild zumindest mich sorgenvoll fingernägeknabbernd frösteln läßt.

»Set This House In Order«, zu Deutsch »Ich und die Anderen« (2003) ist für mich vielleicht Ruffs bisher bester und beeindruckenster Roman. Der englische Untertitel lautet »A Romance of Souls«, und das ist wortwörtlich gemeint. Hier geht es um zwei Menschen, die an dem ›Multiplen Persönlichkeits Syndrom‹ leiden. Während Andy von seinem Zustand weiß und damit ganz passabel umzugehen gelernt hat, weiß die von Black-Outs geplagte Penny gar nichts davon, daß viele konkurrierende Teilpersönlichkeiten sich um ihren Körper kabbeln. Im Milieu der Seattle'schen New Economy begegnen sich Andy und Penny als Mitarbeiter einer IT-Spiele-Firma namens ›Virtuell Reality‹, und brechen später auf zu einem irrwitzigen Trip ins Herz der provinziellen USA und die Vergangenheits-Geheimnisse von Andys Seelenzertrümmerung zu ergründen. Obwohl dieses dritte Buch von Ruff meistens genauso verspielt und humorig wie seine beiden Vorgänger ist, mutet es seinen Lesern stellenweise gruselige Aspekte familiärer Grausamkeiten (taugt nicht allen, aber ich hab hiermit gewarnt). Ruff bleibt aber anständigt, da er keine Spektakelausbeutung mit dem Thema Kindesmißbrauch betreibt. Sehr angenehm und passend, daß »Ich und die anderen« nicht so wirr und trügerisch wie »G.A.S.«, sondern ehr optimistisch-romantischer wie »Fool…« ausklingt. Zudem ist es sprachlich und den dramaturgischen Fluß betreffend merklich ruhiger als seine beiden Vorgänger.

Großes Lob kann ich in allen drei bisherigen Fällen dem Übersetzer-Paar Giovanni und Ditte Bandini aussprechen. Sehr ordentliche Arbeit … und woran liegt das meiner Einschätzung nach sicherlich zum Teil? Weil der Hanser-Verlag den beiden immer löblich Zeit für die Übersetzungs einräumte.

•••••
»Bad Monkeys« (US/UK 2007), 230 Seiten, HarperCollins, ISBN: 0061240419; Deutsch gebunden im Frühjahr 2008 bei Hanser.
»Ich und die anderen« (»Set this House in Order – A Romance of Souls« US/UK 2003).
Deutsch: Gebunden (2004) bei Hanser, 600 Seiten, ISBN: 3446205357
Taschenbuch (2006, vier Auflagen) bei dtv, Titelillustration von , 688 Seiten, ISBN: 3423208902
»G.A.S. – Die Trilogie der Stadtwerke« (»Sewer, Gas & Electric – The Public Works Triology« US/UK 1997);
Deutsch: Gebunden (1998) bei Hanser, 624 Seiten, ISBN: 3446192905;
Taschenbuch (2000; sechs Auflagen) bei dtv, 621 Seiten; ISBN: 3423207582.
»Fool on the Hill« (US/UK 1989);
Deutsch: Gebunden (1991) bei Hanser, vergriffen;
Taschenbuch (1993; vierzehn Auflagen) bei dtv, 576 Seiten; ISBN: 3423207493
abgelegt unter: Literatur
Geschieben von paliato am: Dienstag, 21. Aug. 2007
G.A.S., und dass ich den gelesen habe, ist schon wieder ein paar Jahre her, aber jetzt hast du mich tatsächlich so neugierig gemacht, dass ich mir die drei Bücher in nächster Zeit wohl mal kaufen werden :)
Geschrieben von molosovsky, am: Mittwoch, 22. Aug. 2007
Ich will dem DTV-Verlag ja nicht das Geschäft vermiesen, aber es gibt (noch) öffentliche Büchereien (nicht dass es heißt, ich verleite Leute mit der Molochronik zum Geldrausjubeln für dann doch ZU wirre Bücher. — Ich geb Leseempfehlungen, keine Kaufempfehlungen).

Ich mag den DTV-Verlag, manchmal sogar sehr, wenn ich alte Gemmen von ihm finde, wie die Kubin-Reihe, den Schopenhauernachlass oder die Masken Gottes.
Geschrieben von paliato, am: Mittwoch, 22. Aug. 2007
Die Bücherei hier im Ort habe ich schon lange lange ausgelesen an dem Material, das mein Interesse wecken konnte, und das war nicht unbedingt wenig.
Inzwischen besitze ich Bücher gerne. Einerseits, um es noch einmal lesen zu können, um in Ruhe lesen zu können, um nachzuschlagen, um mich mit der Präsenz der Geschichten umgeben zu können, wer weiß ;)
Ich bin auch niemand, der seine Bücher verkauft, da gibt es einfach eine Barriere tief innen drin.
Um mal zum DTV-Verlag zu kommen: Ich finde 9,90 für die Taschenbuchausgabe eigentlich recht passabel, und zudem gibt es auch noch ebay, den amazon-marketplace und wasweißich noch.
Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, dass du Bücher empfiehlst und ich gleich losrenne, um den Verlagen Geld ins Maul zu werfen für Schrott. G.A.S. hat mir damals sehr gefallen, wenn ich mich recht erinnere, habe ich mir deswegen auch das erste Mal den Bolero angehört ;)
Egal, ich schwafle, auch wenn ich mich manchmal ärgere, Geld unnötig ausgegeben zu haben, gehören die Ausgaben für lesenswerte Bücher bestimmt nicht dazu.
Geschrieben von molosovsky, am: Mittwoch, 22. Aug. 2007
Wie hab ich mal frei nach (glaub ich) Schopenhauer gedichtet:
Ein Buch zu kaufen, auch ohne die Absicht es zu lesen
ist auf jeden Fall eine löbliche Tat gewesen.
Geschrieben von paliato, am: Mittwoch, 22. Aug. 2007
:D "Es wäre gut, Bücher zu kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte, aber man verwechselt meistens den Ankauf der Bücher mit dem Aneignen ihres Inhalts." ich denke mal, den meintest du ;)
Allerdings auch ein wahres Wort. Wie oft höre ich doch bei Fragen nach Autoren oder Büchern die Antwort "ja, hab' ich; aber nie gelesen", was dann hauptsächlich philosophische und klassische Werke (was auch immer man darunter jetzt versteht :D) betrifft.
Da fällt mir gerade ein: Schon Hal Duncan's Vellum gelesen? Wäre bestimmt einen Artikel hier wert.
Geschrieben von molosovsky, am: Mittwoch, 22. Aug. 2007
Sehr wahre Worte zum Kauf und Nicht-zum-Lesen-kommen von Büchern. Als jemand mit dem Budgetrahmen ›ALG-II plus 170 Euro Freibetrag von meinem 400 Euro-Job‹ bin ich aber etwas gefeit gegen die Versuchung, mir alles zu besorgen, was mich mehr oder minder heftig bis spontan interessiert :)

Hal Duncan’s »Vellum« reizt mich sehr (allein schon wegen der Story von Duncan in »Pandora« No. 1, und dem Jubellob von den ›richtigen‹ Leuten). Ich reche aber damit, daß ich es mir noch hier in Ffm für 3 Euro ausm englischen Ramsch ziehen kann. — Zudem, wie ich in meiner Ruff-Rezi oben schrieb, bin ich weniger ein ›Neuigkeiten so schnellschnell wie möglich haben Woller‹. Desto älter ich werde, desto mehr machen sich AlterSack-Affekte in mir breit und ich lasse mich immer weniger von Novitäten hinreissen (freu mich aber wie Schnitzel, wenn ich mal bezaubert und verführt werde vom richtigen Neuen; siehe meine Begeisterungsanfälle für z.B. Miéville und Clarke in den letzten Jahren).
Geschieben von molosovsky am: Samstag, 25. Aug. 2007
Wer den Meister mal in Bewegung sehen und hören will, begibt sich zum heutigen Eintrag in Matts Blog.
Geschieben von molosovsky am: Mittwoch, 19. Dez. 2007
So. Der Termin steht fest.
»Bad Monkeys« erscheint am 09. Februar 2008 bei Hanser.

Um ebenfalls im Februar erscheint ein Hörbuch von »Bad Monkeys« auf 5 CDs, gelesen von Jasmin Tabatabai und Heikko Deutschmann. — Toll. Vielleicht wird ein entsprechender Erfolg dazu führen, dass endlich mal die WDR-Hörspielfassung von »G.A.S. - Die Trilogie der Stadtwerke« aus dem Jahre 2000 rauskommt.

Und zuletzt: Matt berichtet in seinem Blog, dass er Ende Januar 2008 nach Europa kommt, um die französische und deutsche Veröffentlichung von »Bad Monkeys« mitanschubsen zu helfen. Voraussichtlich besucht er bei uns Berlin und Frankfurt/M, vielleicht auch Hamburg. — Ich bleib am Ball.
Geschieben von ishiro am: Donnerstag, 20. Mrz. 2008
Huhu, molo!

Nachdem ich nicht weniger als ein halbes Jahr fern aller Bücher blieb, weil da ja gar keine Bilder drin sind und so, hat sich gestern eine Sponsorin meiner lesefaulen, geistig schon ganz verkommenen Gestalt angenommen und mir einen dezenten Oarschtritt in den lokalen Buchladen gegeben. Mit 20 € möge ich mir bitte eine Lektüre aussuchen, und nach 30 Minuten Rumwandelei dachte ich schon, ich würde auf keinen Klappentext mehr stoßen, der mir auch nur ein Quentchen Interesse ermöglichte. Dass ich in solchen Momenten aber auch immer, vom Angebot überwältigt, vergesse, die Phantastikabteilung zu durchstöbern!

However-auch-always, letztlich war's "Bad Monkeys", das mich aus der Zelebrierung meines eigenen Desinteresses riss. Matt Ruff hatte ich schon mal hier in der Molochronik nett beskribbelt gesehen, und da du nur die schick darstellst, die dir zusagen, musste er ja was taugen.
Binnen 4 Stunden hatte ich das Buch verschlungen, den Schluss musste ich zwei-, dreimal lesen, um klarzukommen.

Mein Fazit, für das ich mal ganz dreist meine persönliche Grafikskala bediene:
██████████████████░░ 18 / 20 stolze Punkte für den wilden Psychotrip mit verschossener Narkolepsie, die mich bis nachts um 2 nicht traf. Lustigerweise dachte ich während des Verschlingens auch mehrfach, dass das Werk unbedingt verfilmt werden müsse...
Geschrieben von molosovsky, am: Freitag, 21. Mrz. 2008
Freut mich, dass Du dem Affen Zucker gabest, ishiro.

Ein Widerwort jedoch, der zeichner-ethiscen Reputationswahrung wegen: ich zeichne nicht nur jene schön, die ich persönlich hoch schätze! Für Protrait-Aufträge (siehe meine Zeichnungen für die »Magira«-Jahrbücher) habe ich schon einige Male Leute sehr fein gezeichnet, von deren Schreibe ich wenig halt. Nein ich nenne jetzt hier keine Namen!
Geschieben von azi am: Donnerstag, 10. Apr. 2008
Hi,
ich habe mir verkniffen, die Rezi zu lesen bevor ich das gute Stück gehört habe. Jetzt kann ich sagen: Du hast recht.

wordpress.finstercon.de
Geschrieben von molosovsky, am: Dienstag, 22. Apr. 2008
Hallo azzi.
Freut mich, dass Dir »Bad Monkeys« so gut gefallen hat (Danke für den Link!). Deine Hörbuch-Rezi spricht vieles an, was auch ich an Matts Fabulieren mag: eben dieses beeindruchende Miteinander von unterhaltsam-haarsträubender Abenteuergeschichte UND zeitkritischer-philosophischer Reflektion. — Beispiel: für mich ist der vielleicht unheimlichste und beunruhigenste Aspekt, der in »Bad Monkeys« angesprochen wird, das in technische Evaluierungen gesetzte Vertrauen (bzw. die Paranoia), sprich, unser Verhältnis gegenüber allgegenwärtiger Überwachung und vor allem die Möglichkeit einer technisch ermöglichten, superobjektiven Feststellung, ob ein Mensch ›gut‹ oder ›böse‹ ist, im Buch dargestellt anhand des ›Shibboleth‹-Testes. (Nebenbei: »Bad Monkeys« ist eine sehr gelungene Generalwatsche gegenüber diesem Gut/Böse-Denken, wie es ja leider durch den ›War on Terror‹ oder auch den ›War on Drugs‹ weltpolitisch en vouge ist.) Ganz flockig spricht hier Matt über die Gefahren, wenn wir Menschen unser Hirn und Herz abgeben, weil Technik-Gadgets uns urmenschliche Aufgaben und Verantwortungen (scheibar) abnehmen, so nach dem Motto: »Pah, ich brauch nicht nachdenken und abwägen ob diese oder jene Person ›gut‹ oder ›böse‹ ist, denn ich kann mich auf diesen Test verlassen«. — Ein vorzüglicher Seitenhieb auf alle Schreibtischtäter!

Und: auch ich fand Jasmin Tabatabei in der Rolle von Jane hervorragend! Wirklich ein gutes Hörbuch. Vielleicht (hoffentlich!) sorgt die gute Resonanz zu »Bad Monkeys« dafür, dass das WDR-Hörspiel von »G.A.S. – Die Trilogie der Stadtwerke« in absehbarere Zeit mal auf den Markt gebracht wird. Immerhin sind wir in Deutschland meines Wissens nach die einzigen, die aus Matts Büchern Lauschwerke gemacht haben. Ist doch eine Schande, dass dieses »G.A.S.«-Hörspiel im Rundfunkarchiv vor sich hindümpelt.
Seit 2339 Tagen aktiv. Am 17. Juli 2008 gab’s zuletzt ‘ne Änderung.
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