molochronik
Dienstag, 21. Juni 2005

John Dowland: »Unquiet thoughts«

(Literatur, Lyrik) – Text und Übersetzung eines Liedes des englischen Renaissance-Komponisten und Lautisten John Dowland (1563-1626).

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Unquiet thoughts, your civil slaughter stint
and wrap your wrongs within a pensive heart:
and you: my tongue that makes my mouth a mint,
and stamps my thoughts to coin them words by art,
be still: for if you ever do the like
I'll cut the string that makes the hammer strike.

But what can stay my thoughts they may not start,
or put my tongue in durance for to die?
When as these eyes, the keys of mouth and heart,
open the lock where all my love doth lie;
I'll seal them up within their lids for ever:
so thoughts, and words, and looks shall die together.

How shall I then gaze on my mistress' eyes?
My thoughts must have some vent else heart will break.
My tungue would rust as in my mouth it lies,
if eyes and thoughts were free, and that not speak.
Speak then, and tell the passions of desire;
which turns mine eyes to floods, my thoughts to fire.

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Unruhige Gedanken, spart mit eurer höflichen Metzelei
und wickelt eure Fehler in ein nachdenkliches Herz:
und du: Zunge, die aus meinem Mund ein Prägeamt macht,
und meine Gedanken zu kunstvollen Wort-Münzen stempelt,
sei still: denn wenn du noch einmal solches tust,
werd ich den Riemen kappen der den Hammer schlagen läßt.

Doch was bleiben kann, wissen meine Gedanken noch nicht,
soll ich meine Zunge also vertrösten bis zum Sterben?
Wenn diese Augen – der Schlüssel des Mundes und des Herzens –
das Schloss öffnen worin all meine Liebe wohnt;
werde ich sie hinter ihren Lidern für ewig versiegeln:
so sollen Gedanken, und Worte, und Blicke zusammen sterben.

Doch wie soll ich die Augen meiner Dame schauen?
Meine Gedanken brauchen ein Ventil, sonst platzt das Herz.
Meine Zunge würde in meinem Munde liegend einrosten;
wären Augen und Gedanken frei, und nichts dürfte gesprochen werden.
Sag nun, und erzähl von Leidenschaften der Sehnsucht;
die meine Augen fluten, und meine Gedanken entflammt.

Aus »The First Booke of Songs«, 1597.

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