molochronik
Freitag, 15. Juli 2005

Verborgene Orte: Eins — Exodus

(Eintrag No. 220)

Prosalyrische Wanderungen ins Unbekannte

»Reality is just a story thats taken on a life of its own.«
— John Constantine, Dez. 1997

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Exodus

Laßt uns auswandern aus diesen Geistesbreiten.
Einen anderen Trampelpfad finden, oder
einen reizenderen Fluß der Verheißung.

Aber vielleicht haben wir auch den Mut.
Die Kraft hinterbehält uns und die Scheu
nimmt vor Schreck und Kummer reißaus,
ihre Staubwolke umnebelt uns; doch
keine Trübung, nur ein Staubkorn im Gesicht,
eine brennende Träne rinnt herab;
die Dreckwolken senken sich.
Stille kehrt ein.

Durst, Angst und Verlohrenheit umklammern uns.
Hilflos und gedörrt baumeln wir in der Mitte der Kreuzung.

Halte durch mein scheuer Freund.
Bleibe hier und erstarre nicht zu einer Feuersäule.
Wir brauchen deinen Charme.
Wir wollen dein weiches Fleisch,
um unsere Leben formen zu können.

Wir trinken deine nässende Angst
und ergötzen uns an deinem Witz.
Flüchte weiter, tappse umher
auf der Suche und Hoffnung nach deinem Land;
deinen Geistesbreiten und Gefühlsmeridianen.

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Exodus

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