molochronik
Donnerstag, 15. Juli 2004

»ENDSTUFE« von Thor Kunkel, oder: An welcher inversen Form von Eitelkeit krankt Molosovsky, wenn er gerne in solch einen schwarzen Spiegel schaut?

Reflexionen eines ehrenamtlichen Literaturfreundes

Eintrag No. 121 — Was für ein blauäugiger Narr muß ich sein, wenn ich mich im Folgendem mühe, meinem positiven Leseerlebnis, das ich mit »Endstufe« hatte, Ausdruck zu verleihen? Naivität oder Selbsttäuschung sind dabei noch die milderen Vorwürfe, Krypto- und Neofaschist oder antiamerikanischer Revanchist die strengeren Anschuldigungen, die deshalb auf mich fallen mögen. Nach längerem Nachdenken will ich dennoch wagen mein Quentchen beizutragen, denn die aggressive Deutungshoheit von Schwarz-Weißmalern stärkt mit ihrer vorliegenden Fülle in der deutschen Literaturlandschaft eine Rüpelhaftigkeit, mit der niemandem gedient ist.

Holsten {der Kameramann, untergetauchter Deserteur, Multitoxiker} lockerte sein Halstuch: »Ich meine, hatte ich eine Wahl? Manchmal kommt man im Leben an einen Punkt, eine Art Weiche, es könnte rechts oder links abgehen. Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Man überlegt hin und her, wägt ab, doch da …»

»… ist der Zug abgefahren«, ergänzte Ferrie {der Produzent, brauner Dandy des SS-Hygieneinstitutes Berlin mit Dadtscha Gefilderaldo nahe der Wolfschanze}.

»Eben nicht.« Holsten schüttelte den Kopf. »Du sitzt bereits im Zug. Und Ddu weißt weder, wie du zu deinem Sitzplatz gekommen bist, noch hast du einen Schimmer, ob, wie und wo du aussteigen wirst.«

»Herzliches Beileid.« Ferrie öffnete das Handschuhfach {und holt eine Schnupftabakdose mit Koks hervor}. »Im Leben kommt es nicht auf Entscheidungen an, sondern auf den richtigen Riecher.« •••Seite 55

Der schwarze Spiegel »Endstufe« und »Sechsundufzich kleine Nazis«

•••••Zum Photo: Das Buch ohne Schutzumschlag, schwarz schimmernd und matt reflektiv, wie vom Stiefelfetischist und Protagonist Fußmann ausgesucht Unterlage: »Sechsundfufzich kleine Nazis«, gemalt in Hepberg, 17. Februar 1994; Acryl & Tusche; ca. 820 x 600 mm. Notizen am Rand: (Um stupide kleine Geister zu malen, muß der Maler stupide, eintönige Arbeit verrichten). In der Ausstellung »Der zerbrochene Spiegel« {damals in Wien} behauptete ein Kurator, die Tafelmalerei habe zum Faschismus geführt!?! Fakt ist, das es keinen homogenen demokratischen modernen Malstil gibt. (Hommage auf Andy Warhols einziges Bild, das ich mir aufhängen würde »Onehundered and one Coke bottels«.)

In meinem Zimmer hing damals folgendes Motivations-Grafitti:

»Das Weiße im Auge / des Feindes zu sehn / heißt nichts als geduldig / vorm Spiegel zu stehn.«

Die Zeilen sind aus dem Lied »Der alte Herr« von der Heinz Rudolf Kunze-CD »Brille«•••••

Feuillitonmörserrauchschwaden

Wenn es etwas im Zusammenhang mit dem Buch »Endstufe« gibt, daß ich als Leser von Romanen und damit als Kunde von Autoren und Verlagen für beklagenswert halte, dann sind es die fehlende Ruhe der bezahlten Literaturvermittler und der verbissen geführte Überbietungswettkampf im Aufdecken oder Arrangieren(wollen) von Skandalen. Hysterie und Hype trüben jede gelassene Beschäftigung mit Konsumkunst. Leider kann ich mir nun lediglich in der Vorstellung ausmalen, wie sich rücksichtsvollere Berichte über die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Hausverlag Rowohlt und dem Autor Kunkel auf die Aufnahme des Romans in der Öffentlichkeit ausgewirkt hätten. Ist es so schwer die Ablehnung Rowohlts oder das Einspringen von Eichborn unhysterisch zu respektieren? Henrik M. Broders* initialer Angriff im Rezeptionsraum – Kunkel der revanchistische Nazi-Relativierer und US-Leitkulturkritiker – gründet in einer exemplarischen Vernachlässigung journalistischer Anständigkeit (abgesehen, daß er vor Erscheinen des Buches stattfand): kläre den Standpunkt und wähle entsprechend die Mittel, hier: Berichterstattung oder Literaturkritik. Indem Broder unverhohlen einseitig Stellung für Rowohlts Bedenken bezieht, konnte aus einer ästhetischen Differenz ein ideologischer Konflikt werden. Große Kanonen rauchen ratzfatz den Ort des Geschehens zu, und für eine Weile kann man kaum ein Objekt vor sich klar erkennen.

••• * Ich bin nicht sicher, ob der Artikel überhaupt noch im Netz stehen darf, denn SpiegelOnline hat ihn spurlos verschwinden lassen und auf Herrn Broders Homepage findet er sich auch nicht mehr. Aus Vorsicht biete ich also keinen Link dahin an. Kann aber in jeder halbwegs ausgestatteten Bibliothek nachgelesen werden in Spiegel No 7/2004, »Steckrüben der Stalinisten« •••

Andere Lesermedlungen wußten das wummernde ideologisch-historische Gefecht außen vor zu lassen. Doch selbst unter denen, die es verstanden haben »Endstufe« als modernen Roman zu lesen, konnten nicht alle die überreich mit Konventionsbrüchen herausfordernde Lektüre ertragen, und kanzelten sie als eine geschmacklose ab.

••• Empfehlung dazu: Unglaublich schmissig und vergnüglich zu lesen ist die Kritik zu »Endstufe« des Blog-Kollegen praschl, deren Aussage und Urteil ich aber nicht zu teilen vermag. Aufschlußreich sind auch die der Besucher-Kommentare und deren ordentlich pubertäre Abwehr- und Bannungsformeln, sprich: Lächerlichmachungen des Autors und Lustfeindlichkeits- und Verklemmtheitsvorwürfe gegen ihn. Die Überlegung drängt sich mir auf, ob der Herrn praschl möglicherweise seinen verletzten Stolz als Besitzer einer exquisiten Dildosammlung zu rächen hatte. Kann sein, er ist so ein lockerer, offener Typ, auf dessen Wohnzimmercouch sitzend man einer Aussicht auf lustversprechendes Plastik ausgesetzt ist.}•••

Solch eine Einschätzung des Buches läßt mich lernwillig nachfragen, nach welchen Prämissen sich aus dem Ideenknäul Drittes Reich, Pornographie und Elitendekadenz etwas Geschmackvolleres stricken ließe? Globale Biopolitik ist ein kaltes und zutiefst verstörendes Thema, eines der unsentimentalsten Problemfelder der Gegenwart und das nicht erst seit gestern oder vorgestern. Doch warum sollte man gleich abwinkend zusammenzucken, wenn ein Sprachakrobat versucht, Romanlesern eine lächerlich-gruselige Aussichtsplattform auf diesen Abgrund anzubieten?

Das ist in keinster Weise höhnisch gemeint, sondern aufgrund der Erfahrung, daß für manche Narrationskundschaft die Leni Riefenstahl-Zitate in dem Disney-Zeichntrick »Der König der Löwen« schon ein zu selbstverständliches Aufgreifen von mit Nazis konnotiertem Medienhandwerk darstellen. Gerade weil »Endstufe« ein respektloses Graffiti an den manichäischen Mauern der Großdeuter von Gut und Böse darstellt, zog es wohl so viel Unbill auf sich. Dabei gehört das respektlose Beschmieren der Landmarken der Metaphysik zu den charakteristischsten Handlungen von moderner und engagierter Literatur. Es finden sich in Deutschland aber eben zu selten Autoren (oder Autorinnen) die den Mut aufbringen, sich mit den großen konkurrierenden Gesamtmenschheitswidrigkeiten auseinanderzusetzen, und nicht nur mit den lokalen Fieberdelirien zerbröselnder Nationalgemütlichkeiten.

Das Blobbel-Konzentrationslager Erste Welt

Abgesehen davon, daß mich schon Thor Kunkels Erstlingswerk »Das Schwarzlicht Terrarium« (2000) außerordentlich begeisterte, war ich neugierig, welche Spannungen und Harmonien zwischen Nazivergangenheit und Globalitätsgegenwart durch »Endstufe« wie zum klingen oder knattern gebracht werden.

Mein persönliches Verhältnis zu der Frage, wie offen oder abgeschlossen die Beziehungen zwischen dem Dritten Reich und der aktuellen Fortschrittszivilisation sind, möchte ich durch ein Zitat illustrieren. Der amerikanische Science Fiction-Autor Philip K. Dick schreibt in einer Anmerkung (1979) zu seiner Kurzgeschichte »Ach, als Blobbel hat man's schwer« (1963):

»Ich habe beim Schreiben {…} an den Krieg allgemein gedacht; vor allem daran, wie sehr der Krieg jemanden zwingt, so zu werden wie sein Feind. Hitler hat einmal gesagt, die Nazis hätten denn einen wahren Sieg errungen, wenn sie ihre Feinde, allen voran die Vereinigten Staaten, dazu zwingen könnten, so zu werden wie das Dritte Reich – d.h. zu einem totalitären Gesellschaftssystem –, um den Krieg zu gewinnen. Hitler hoffte, damals selbst bei einer Niederlage noch auf einen Sieg. Als ich sah, wie die amerikanische Rüstungsindustrie nach dem zweiten Weltkrieg immer höhere Zuwachsraten verbuchte, kam mir Hitlers These wieder in den Sinn, und ich wurde den Gedanken nicht los, daß der Scheißkerl verdammt recht gehabt hatte. Wir hatten Deutschland besiegt, doch sowohl die USA als auch die UdSSR mit ihren riesigen Polizeiapperaten wurden den Nazis von Tag zu Tag ähnlicher. Nun ja, ich hatte den Eindruck, die ganze Geschichte entbehre nicht eines gewissen sarkastischen Humors (in Grenzen).{..} Was mußte in Vietnam erst aus uns werden, um den Krieg zu verlieren, an einen Sieg gar nicht zu denken; können Sie sich vorstellen, was aus uns hätte werden müssen, um zu siegen? Hitler hätte sich wahrscheinlich nicht mehr eingekriegt vor Lachen, und zwar auf unsere Kosten… wie so viele Lacher letztlich auf unsere Kosten gingen. Und die klangen hohl und grausam, ohne jede Spur von Humor.«

•••»Zur Zeit der Perky Pat«, Haffmans 1994; nur die Geschichte auch in »Minority Report«, Heyne 2002.

Wie sehr wurde die Zukunft der Menschheit von den Nazis infiziert, und ist der entsprechende Virus ein genuin Deutsch-Nationalfaschistischer? Neben offenkundigeren Auswirkungen, wurde das 20. Jahrhundert durch das Dritte Reich auf eine sehr tückische Art infiziert, denn es hat sich bekannterweise erwischen lassen und wurde völlig zurecht – und mit Entsetzten – für seine unmenschlichen Untaten verurteilt. Mit gelassener Paranoia will ich vermuten dürfen, daß es nachfolgenden, allzu menschlichen totalitären Zukunftsgestaltern als lehrreiche Warnung gemahnte, sich eben fürderhin nicht erwischen zu lassen. Dem Auftreten von Verschwörungstheorien und anderen Harlekinaden der Phantasie sind damit Tür und Tor geöffnet, und zurecht mag man solche Spekulationen den Fabulieren, Mannierlichen und Nüchternen verzeihen, aber nicht den Berichterstattern, Gehässigen und Hysterischen. Schlechte Nachrichten – und die Entlarvung des Romans »Endstufe« als Rohrkrepierer revanchistischer Couleur wäre eine solche – sollten ruhig und klar begründet vermeldet werden.

Welche Entwicklungen seit dem Zweiten Weltkrieg bieten sich denn besipielsweise an oder drängen sich auf, wenn man heute (und in der nahen Zukunft) Ausschau hält, zum Beispiel nach Unternehmungen einer künstlichen Selektion und Zucht von Menschen im großen Maßstab? Versucht man sich das vorzustellen, bedenkt dabei den Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft, und orientiert sich grob an Allerweltsroutinen der Machtausübungspraxis – teile und herrsche; dezentralisiere und diversifiziere die Mittel; lärme im Osten und greife im Westen an; sähe Angst und bündle Hoffnung, und dergleichen mehr –, werden ehr früher als später Facetten des Unmenschlichen oder des Lebensentwertenden in der Gegenwart empfindbar.

Wenn mit der erwiesenen Umrundbarkeit der Erde, der Mensch traumatisiert ins unheimliche Äußerste ent-wohnt wurde, und durch die Reiseberichte der Ethnologen sich eine mannigfaltige Exotik der Conditio Humana verstörend vor uns kollektiven und individuellen Weltenentdeckern auftat, so hat das ans-Licht-Bringen der arischen Endlösungsmachenschaften größere Illusionsblasen über das Ausmaß menschenmöglicher Bestialität platzen lassen. Den sich ergebenden schmerzlichen Zwiespalt – die Wachsamkeit für ein »Nie wieder Ausschwitz!« zu wahren, jedoch auf die Gefahr von der permanenten Vergegenwärtigung des Grauens gelähmt zu werden – vermochte die Menschheit damals mit dem Anklagebegriff »Verbrechen gegen die Menschlichkeit« zu bannen. Und während die Zivilisierten sich noch in Klausur darüber befinden, was in der Geschichte der (sagen wir) letzten 500 Jahre und seit Ende des Zweiten Weltkrieges ebenfalls als solches Verbrechen einzuordnen sei, bringen nur wenige den Mut auf klarzustellen oder zuzugeben, daß die posthumanistische Epoche nicht mehr abzuwenden ist, ja sogar im vollem Gange ist.

Mit dem Fiktionsvertrag ins Dritte Reich™

Vielleicht hätten mehr Rezensenten eine wohlwollendere Haltung gegenüber »Endstufe« gefunden, wenn der Roman sich weniger auf die Kokurrenz mit grellen und überzeichneten Narrationswelten, weitestgehend schon gewöhnlich bei Filmen, Bildliteratur und PC-Spielen, eingelassen, und sich zudem eines gemäßigteren oder erhabenerem Tons bedient hätte. Da mir das Buch gefallen hat, darf ich vielleicht eine Erklärung anbieten, warum der Autor mit seinem Buch und die Kritiker mit ihren Erwartungen sich beim Aufeinandertreffen weitestgehend mißverstehen mußten: Kunkel und Eichborn wiesen zu wenig auf den Komik- und Satireaspekt hin, wo die Kritiker doch einem Tatsachen-Enthüllungsroman entgegengefibbert haben. Bei solchen Ausgangspositionen nimmt es nicht wunder, daß faire Formen des Fiktionsvertrages nur selten zustande, und bislang kaum zur Sprache gekommen sind.

Betrachtet man eine Romanlektüre unter dem Gesichtspunkt des Fiktionsvertrages, wird Vertrauen zu einer entscheidenden Bedingung, und die Kontroverse um »Endstufe« stellt sich dann vor allem als aufgeregte Verunsicherung darüber dar, welche narrativen Bespiegelungen des Dritten Reiches zulässig sind und welche eben nicht. »Endstufe« bietet sich als Provokationsfiktion an, die als ernsten Basso Continuo die monströsen Diskurse zur Biopolitik und Anthropotechnik brummen, andererseits sprachparodistisch und thriller-komödiantisch Trivialgenre-Register präludieren läßt. Das Panorama, das »Endstufe« entfaltet, paart Zynik mit Slapstik, reiht Monströses an Haarsträubendes, jongliert mit Zitaten unterschiedlichster Herkunft und ratlos machenden Hinweisen. Selbst aus einer Nasenklammer – ohne die im Schlaf zu ersticken sich der Protagonist Fußmann panisch ängstigt –, wird ein Symbol des technikvertrauenden Menschen.

Es gehört zu den Fähigkeiten von Romanen, den Lesern Trost und Hoffnung zu spenden, Halt und Rat zu bieten, oder auf sinnlich-touristische Gedankenreisen mitzunehmen, und wie bereitwillig wird den Autoren denen solche Bücher gelingen Respekt und Lob entgegengebracht. Fern von solchen Annehmlichkeiten, kann man in »Endstufe« schon ziemlich vergeblich nach unbedenklichen Identifikationsfiguren für entspannungsbedürftige Leser suchen (abgesehen vielleicht von einem Frankfurter Privatdetektiv, dessen Recherchen nach dem in Amerika verschollenen Fußmann das Buch abschließen {oder für die ganz Abgebrühten: vielleicht Heinz Rühmann mit seinen Cameoauftritten als Spanner?}).

Keine Helden, keine poetische Moral, nur menschliche Abgründe und moralische Sprengsätze. Wer Fiktionsverträge mit »Endstufe« eingegangen ist, die zu Interpretationen führen, daß Kunkel den Holochaust nichten wolle, hat zum Beispiel die Furcht des Protagonisten vor dem KZ, daß ihm als kapitaler Sittenstrolch droht überlesen (S. 180), wie auch auffälligere Hinweise auf die Selektions- und Todespolitik des NS-Regimes. Thor Kunkel stellt noch vor Handlungsbeginn die Höllenfahrtscharakteristik und die auf den Kopf gestellten Konvention des Buches klar, beginnend mit hybriden Widmungspersonal

Für Jesus, Nietzsche, Mohammed{…}

fortfahrend mit punkderber Oswald Spengler-Zitatverfremdung als eines der beiden Motti

                                  Sex
Das Geld wird nur vom Blut überwältigt und aufgehoben.

bis zum zweiseitigen Vorspann mit einer Opiumrauschvision über das heutige Berlin des Lebensborngynäkologen Pfister {Fickprotokollautor der Sachsenwaldfilme}, nebst seinen alternativen Rassegesetzten

1. Legislativ richtig ist, was evolutionär richtig ist.
2. Keine Jurisdiktion ohne genetisches Zeugnis.
3. Ist die Exekutive sexy, freut sich der Exekutierte.

Zumindest ich konnte mich nicht hineinsteigern in die Annahme, daß »Endstufe« beansprucht, eine argumentativ wohlbesonnene und beruhigend dargebrachte Narration zu sein.

Als Comicleser habe ich schließlich anerkennend genickt, als im Lauf des Handlungshollerdimott sogar auf das Superheldenmotiv und seine Herkunft (Doctor Magneto – Seite 487) angespielt wurde. Indem der Schluß ambivalente Lesarten zuläßt – entweder als Fußmanns Sehnsuchtshalluzination nach seiner toten Angebeteten, oder als indirekte Schilderung einer science-fictionhaften Begegenung der »elektrozoischen« Art –, lädt »Endstufe« seinen letzten Spott auf Humanismusutopien ab, in denen man für sich zwar beansprucht wie ein Vegetarier zu denken, sich aber wie ein Fastfoodkunde benimmt.

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Weitere Molochronik-Beiträge zu Thor Kunkel und seinen Roman »Endstufe«:

Wahnwellenversprengtes Denken aufgrund Melange aus literarischer Inkompetenz und mieser Profilierungspraxis {Gesellschaft – Über Angriffe des Frankfurter AStA gegen Andrea wegen der »Endstufe«-Lesung am 20. April im Uni-Campus West.}
Die Welt durch die Brille von Kultur-Gonzos: Die Nazi-Mädels vom Kulturzentrum der Uni Frankfurt {Grafimente – Zum Kulturzeit-Bericht von Tilman Jens über die »Endstufe«-Lesung am 20. April.}
Hitler-Geburtstag als Journaillien-Fetisch {Über die Zeitungsreaktionen auf die »Endstufe«-Lesung am 20. April.}
Skribbel für Thor Kunkel {Grafimente – Zwei lustige Blätter.}
Verlag mag nicht {Zur Meldung, daß Rowohlt »Endstufe« ablehnt und Eichborn übernimmt.}

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WOANDERS: Auf den Seiten von Single-Generation findet sich eine brauchbare Übersicht zu »Endstufe« und den Rezensionen.

Und: ich habe im Scifi-Forum einen Thread zu »Endstufe« gestartet.

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