molochronik

Molos Wochenrückblick No. 46

Eintrag No. 708 — In der vergangenen Woche besuchte ich den Unterricht für die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe. — (Die schriftliche & mündliche Prüfung habe ich am gestrigen Montag souverän bestanden. Danke der Nachfrage.) — Weniger weil ich groß büffeln musste, eher schon, um meine Nerven zu schonen und mein Gedächtnis nicht unnötig zu belasten, habe ich mich mit Herumstromern im Internet zurückgehalten, und mich stattedessen der Muse hingegeben und viel gelesen und Filme geguckt.

Derzeit erfreuen wir uns der wohl schönsten Tage des Jahres. Noch ist die Luft frisch wie Quellwasser, die Sonne wärmt bereits so angenehm, dass es eine Wonne ist, draussen zu sein, ohne dabei belästigt zu werden, denn – ›Hurrah!‹ – die Insekten sind noch nicht aus ihren Startlöchern gekrochen.

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Lewis Trondheim & Yoann: »Fennek« bei Reprodukt.Lektüre: Was gibt es also passenderes, als das wunderschöne neue Comic aus der Feder von Meister Lewis Trondheim auf einer Flußuferbank zu genießen: »Fennek«. Ich habe ja eine Schwäche für kleine, kecke Viecher und da gibt es wenige, die mein Herz so hüpfen lassen wie Wüstenfüchse. Die leuchtenden Aquarell-Zeichnungen von Yoann fangen die prächtige Lichtstimmung der afrikanischen Savanne brillant ein, in der sich der kleine Fennek auf der Flucht vor nervigen Schlangen auf die Suche nach dem Halsband des Schamanen macht. Mit seinem anarchistischen Humor versteht es Trondheim, diese Tierfabel amüsant aufzupeppen, und mir gefällt es besonders, wie der kleine Fennek seine Zufallsbegegungen bisweilen einfach auffrisst, wenn sie ihm zu sehr auf den Geist gehen.

Mervyn Peake »Der letzte Lord Groan« (= ›Gormenghast‹ Band 3), bei Klett-Cotta.Seit meinem letzten Lektüre-Bericht habe ich »Der Letzte Lord Groan« und (den aus dem Nachlass von Witwe Maeve Gilmore geretteten und vollendeten) »Titus erwacht« von Mervyn Peake fertiggelesen. Wenn man alle vier Bücher kennt, leuchtet ein, warum der vom Autor zugedachte Name dieser Reihe ›Die Titus-Bücher‹ lautet. Nimmt man alle vier Romane in Augenschein, stellt man fest, dass der Ort Gormenghast nur in den ersten beiden Bänden der Ort der Handlung ist. Allerdings: Wer nur die ersten beiden Bände (»Der junge Titus« und »Im Schloss«) beachtet, wird eher den von Lesern geprägten Reihennamen ›Die Gormenghast-Bücher‹ stimmig finden.

Gormenghast, dieses monarchische Reich des Rituals, dieser absurde Architekturfriedhof mit seinen skurilen Bewohnern glänzt in Roman drei und vier durch Abwesenheit, als erinnerter Traum, vom dem Titus sich nicht sicher ist, ob es real oder nur Trug seiner Einbildung ist. — Den ›Titus‹-Büchern beizukommen ist nicht leicht. Wer aber bereit ist, sich auf die Launen von Peake einzulassen, wer sich auch mal traut ein Phantasiereich zu betreten, in dem nicht eine Handlung im Mittelpunkt steht, sondern eben poetische Sprache, Stimmungen, Orte und Personen, die mit Akribie beschworen werden und auftreten, wie die Figuren in einem ausgeklügelten Marionettentheater, kann wahrlich Großartiges erleben mit diesen Werken.

Mervyn Peake & Maeve Gilmore: »Titus erwacht« (= ›Gormenghast‹ Band 4) bei Klett-Cotta.Weitere Notizen zu meinem Grimm über die Schutzumschläge der neuen deutschen Ausgabe: Band eins ziert ein kleiner Junge, der wohl Titus darstellen soll. Leider ist Titus am Ende des ersten Buches erst ein Jahr alt, der Knabe auf dem Cover also deutlich zu alt. — Band zwei zeigt einen (zu) braven Gebäudekomplex, der mir mit seinen kleinen gothischen Türmchen zu sauber und mikrig erscheint, als dass er das gewaltige, verfallene Gormenghast illustrieren könnte. — Dass es in Band drei keinen auf einem Zombiepferd reitenden Ritter gibt, habe ich schon erwähnt. Auf dem Buchrücken dieses dunkelvioletten Bandes ist der Kontrast zwischen der Umschlagsfrabe und dem dunkelgrauen Schriftzug ›Gormenghast‹ so gering, so dass man den Reihentitel aus einem Meter Entfernung kaum noch lesen kann. — Ebenfalls zu niedrig ist der Kontrast zwischen der weißen Schrift und dem hellorangen Umschlag des viertes Bandes, so dass es eine Qual ist, den Klappentext und die Titel zu entziffern. Zudem zeigt hier das Umschlagsbild ein Segelschiff. Titus reist zwar am Ende Buches über See, aber mit einem Dampfschiff. Wieder klage ich an, dass die Person(en), die für die Motivauswahl verantwortlich war(en), sich nur ungenügend mit dem Inhalt beschäftigt hat (haben).

David Foster Wallace: »A supposedly fun thing I’ll never do again«, englische Taschenbuch-Ausgabe von Abacus.Enormes Vergnügen hat mir »David Lynch Keeps His Head« (1995, der Link führt zu einer gekrüzten Fassung) von David Foster Wallace (aus dem Essayband »A supposedly fun thing I'll never do again«, 1997) bereitet. Eine wilde Mischung aus Drehbericht zu »Lost Highway«, repektvoller Betrachtung zum Werk von David Lynch, und allegemeine poetologische, narratologische Überlegungen, beispielsweise zum Unterschied von Kommerz- und Kunstfilmen. — Letzteres fand ich besonders einleuchtend. Geht ungefähr so:

›Kunstfilme‹ sind teleologischer (also auf ein höheres Ziel gerichtet); sie wollen den Zuschauer ›aufwecken‹, sein Bewußtsein schärfen. Sie verlangen vom Zuschauer, dass er einiges an interpretatorischer Arbeit leistet um kapieren zu können, was der Film erreichen will. Im Grunde also zahlt man Geld, um sich zu abzumühen.

›Kommerzfilme‹ wollen unterhalten und bieten entsprechend ›Phantasien für Geld‹, Phantasien, die dem Zuschauer vorgaukeln, er sei jemand anderes, jemand, dessen Leben irgendwie größer, stimmiger, aufregender und atraktiver und vor allem kurzweiliger ist als das Leben des Zuschauers. Diese Filme trachten danach, den Zuschauer (im übertragenen Sinne) einzulullen und ihm angenehme Träume zu bescheren.

Jesse Bullington: »The Enterprise of Death«, englische Taschenbuch-Ausgabe von Orbit.Schließlich bin ich hingerissen vom zweiten Roman, den Jesse Bullington mit »The Enterprise of Death« vorgelegt hat. Bullington hat letztes Jahr mit seinem »Die traurige Geschichte der Brüder Grossbart« bei mir große Hoffnungen geschürt. Er verstand es darin gekonnt, eine mit Fantasy-Elementen garnierte europäische Vergangenheit auszubreiten. Die Grossbarts machten das späte 14. Jahrhundert unsicher, nun, mit »The Enterprise of Death«, nimmt Bullington uns mit auf eine Reise durch das frühe 16. Jahrhundert.

Hauptfiguren sind: a) das afrikanische Mädchen Awa, die als Sklavin einer Haremsschönheit in die Fänge eines spanischen Necromanten gerät, dessen Schülerin sie wird und der sie mit einem Fluch belegt, von dem sie sich quer durch Europa irrend zu befreien trachtet. — Dabei begenet sie b) dem Maler und Soldaten Niklaus Manuel Deutsch von Bern (von dem auch das Umschlag-Motiv »Der Tod als Kriegsknecht umarmt ein Mädchen« stammt), der Awa im Auftrag seines Herren Albrecht von Stein der Inqusition überbringen soll. — Bullington begeistert mich, denn sein Frührenaissance-Weltenbau ist gewissenhaft recherchiert, seine Magie folglich gut durchdacht und entsprechend stimmig geschildert. Vorsicht Zartbesaitete!: Bisweilen werden Handlung und Sprache derb, brutal und lästerlich, jedoch ohne dabei in platte Effekthascherei abzugleiten. Kurz: Richtig zünftige Vollwertkost von einem meisterhaften Erzähler. (Wundert mich nicht mehr, denn Jesse Bullington offenbart sich in diesem langen Interview-Podcast von Orbit als aufmerksamer Leser von Umberto Eco.)

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»Scott Pilgrim Vs. the World«Film: In jüngster Zeit gab es eine Welle sich ähnelnder Filme, in denen jeweils ein junger, alles andere als heldenhafter Durchschnitts-Typ eine Krise durchmacht, die von Phantastik-Genre-Besonderheiten bestimmt wird: »Wanted« (Leute mit Superkräften und geheime Meuchelmord-Gesellen), »Zombieland« (Überleben in einer Zombie-verseuchten post-apokalyptischen Welt), »Kick-Ass« (Kostümierte Helden ohne Kräfte, die sich aber mit brutalen Gängstern anlegen) und nun eben, für mich mit Abstand der beste dieser Filme, »Scott Pilgrim vs. the World«.

All diese Filme haben zudem gemein, dass sie auf Comic-Vorlagen basieren (oder, im Falle von »Zombieland«, basieren könnten), und die mal mehr, mal weniger, klassische Filmsprache mit aus dem Comic oder von Videospielen übernommenen formalen Spielereien aufpeppen. Zudem gibt es in allen Filmen humorige und romantische Komponenten. — »Scott Pilgrim« ist aber für mich der einzige dieser Filme, der seinen Ton von Anfang bis Ende ohne Fehl und Zittern durchhält; der nicht nachlässt bei seinem Tempo, seinen überraschenden Wendungen und seiner Ideenfülle; der keine unstimmigen Phasen durchmacht oder meine Gutgläubigkeit überstapaziert. Selten, dass ich einen Film zweimal hinterander am Stück gucke und mir dann auch gleich noch die Kommentar-Tonspur reinziehe.
Bryan Lee O’Malley: »Scott Pilgrim Vs. The World« bei Oni Press.

Derart angefixt, habe ich mir auch gleich die sechs Bände des zugrundeliegenden Comics des Kanadiers Bryan Lee O’Malley besorgt. Die minimalistischen Schwarz-Weiß-Zeichnungen sind sicherlich nicht jedermanns Sache, aber ich fand sie sehr passend für die Geschichte über ein Slacker-Milieu, in dem sich die Teens und Twens noch wie Larven, wie Spielzeugfiguren fühlen und verhalten, meist unsicher und ungeschickt mit den eigenen Gefühlen und denen der anderen umgehen. Die Story dreht sich eigentlich nur daraum, dass Scott Pilgrim sich in die neu in die Gegend zugezogene, geheimnisvolle Ramona verliebt, obwohl er noch mit einer Schülerin zusammen ist. Für das Recht Ramona zu umwerben muss Scott deren sieben böse Ex-Liebhaber überwinden. Hier kommen (im Film, aber im Comic noch heftiger) wilde Kampfseqeunzen ins Spiel. Und ich rede hier nicht von normalen Figuren, die sich kloppen und herumscheuchen, sondern Halb-Ninjas, verschlagenen Genies die Todesrobotoer bauen und am großartigsten finde ich, dass solche phantastischen Unmöglichkeiten in der Welt von Scott Pilgrim vollkommen normal sind. Leute arbeiten in vegetarischen Fast Food-Restaurants oder einem Videoverleih, spielen in einer Band, fahren Rollerblades und haben Taschen mit unermesslichen Sub-Space, schwingen magische Schwerter oder springen zum Mond um als Zeichen ihrer Liebe in den Trabanten ein Loch zu schlagen.

Zuletzt möchte ich loswerden, wie unfassbar mich die beiden jüngsten Spielfilm-Animes von Mamoru Hosoda überwältigt haben: »Das Mädchen, das durch die Zeit sprang« (2006) und »Summer Wars« (2009). Ich muss beide noch ein paar Mal gucken, um meine Gedanken zu ihnen halbwegs in den Griff zu bekommen, nur so viel jetzt schon. A) Wie bei nicht wenigen japanischen Zeichentrick-Filmen ist die Detailliebe, die handwerkliche Perfektion (vor allem der Hintergrundzeichnungen … bei den Animationen selbst sind die Japaner ja Meister der billigen aber effektiven Mittel) atemberaubend. Die vielen kleinen Ideen, Beobachtungen, Kleinigkeiten die überall im Bild zu finden sind, erfüllen mich mit Ehrfurcht. — B) Jeder, der auch nur ab und zu gerne den kleinen Zeh ins Genre-Gewässer der Science Fiction oder Science Fantasy steckt, sollte sich diese beiden Filme mal anschauen.

Netzfunde

  • Ich halte mich ja mit Kommentaren zur Situation in Japan zurück. Hier aber ein lesenswerter Kurzessay von Ian Buruma aus der ›FAZ‹: Schönheit als Gesicht des Schreckens. Allein der Anfang illustriert, warum ich diesen Text mag:
    Theorien über Nationalcharakter sind mit Vorsicht zu genießen. Das menschliche Verhalten ist viel zu eigenwillig, als dass man es an Faktoren wie Klima oder natürlicher Umgebung festmachen könnte. Und doch wird man vernünftigerweise annehmen können, dass Menschen, die am Fuß eines Vulkans leben, eine etwas andere Lebenseinstellung haben als die Bewohner einer sanften englischen oder bayerischen Hügellandschaft. Vor allem dürften sie kaum Jahrzehnte damit verbringen, an Vulkanhängen Kathedralen zu bauen.

(Deutschsprachige) Phantastik-Funde

Zur Erinnerung:
Hinweise auf bemerkenswerte deutschsprachige Internet-Beiträge zum Thema Phantastik (in allen ihren U- & E-Spielarten) bitte per eMail an …

molosovsky {ät} yahoo {punkt} de

… schicken. — Willkommen sind vor allem Hinweise zu Texten, die wenig beachtete Phantastikwerke behandeln (z.B. also Einzelwerke statt Seriensachen), oder die über Autoren, Theorie und Traditionsentwicklungen berichten.

Zuckerl

  • Eines meiner Lieblingscomics von Jaques Tardi, »Der Dämon im Eis«, ist bei Fantagraphics auf Englisch erschienen. Und so gibt es eine kleine Leseprobe-Galerie des Verlages bei flickr: »The Arctic Marauder« by Jacques Tardi.
  • Zwei originelle, löbliche ›Propaganda‹-Motive einer portugisischen Werbeagentur zum Thema Klimawandel und Temperaturanstieg: »Soon the weather will be our biggest oppressor«, Motiv 1: Flood; — und Motiv 2: Drought.
  • Wie sieht es aus, wenn man 24 normale Uhren zu einer großen Digital-Uhr zusammensetzt, und vor allem: wie schön ist der Zeigertanz, wenn die Uhrzeit verstreicht? Das führt die Installation The Clock Clock des Künstlerduos ›humans since 1982‹.

The clock clock by humans since 1982, 2010 from Humans since 1982 on Vimeo.

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Molos Wochenrückblick No. 40

Eintrag No. 698 — Gibt wenige Berufsfelder, die ich so innig ver- und missachte wie die Werbewirtschaft. Wurde wieder mal daran erinnert, warum. Bin gestern von einem Trupp, die einen Werbespott für eine Fernost-Automarke drehen, übern Tisch und am Nasenring herumgezogen worden. Kommen zwei nette Menschen an, und fragen ganz lieb, ganz sanft, ganz harmlos, ob sie »ein paar Aufnahmen aus der und der Richtung da und da hin machen können, geht auch ganz schnell«. Geworden ist daraus das Aufbauen von Dollywagenschienen für eine Kran-Kamera, in Beschlag nehmen eines Innenhofes von 20 Metern Durchmesser mittels mehrerer großer Scheinwerfer und Lichtschirme, und gedreht wurden ganze Szenen mit mehreren Darstellern. — Moral: Traue niemals Leuten, die mit Geld wie Heu um sich werfen, und die sich eigenes Catering bestellen, wohin sie auch gehen.

David Foster Wallace: »Unendlicher Spass«, Taschenbuchausgabe.Lektüre: Habe immer noch meine Freude mit David Foster Wallace und seinem Roman »Unendlicher Spass«. So etwas wie eine Handlung ist zwar noch nicht in Sicht, höchstens zu ahnen. Von den ersten 20 Kapiteln stehen die meisten als kleine Vignetten für sich, einige andere bilden einen ersten Komplex um die Familie Incandenza. Es geht um Schüler einer elitären Tennis-Schule; um einen Kiffer, die nun aber wirklich zum allerletzten mal Tage durch-knartzen will; um eine Kifferin, die im Selbstmordtrackt einer Psychatrischen mit ihrem Arzt spricht; um einen Gesundheitsattache, der sich entspannen will beim Dauerglotzen eines ominösen Filmes namens »Unendlicher Spass«, und der dabei verhungert.

Netzfunde

(Deutschsprachige) Phantastik-Funde

  • Es ist wieder soweit! Auf den Websiten der Wiener Tageszeitung ›Der Standard‹ gibt es die neueste Science Fiction- & Fantasy-Rundschau: Der Lichtschein am Ende des Wurmlochs von Josefson. — Diesmal mit Rezensionen zu Büchern von James Tiptree Jr. (übersetzt von Frank Böhmert), L. E. Modesitt, Jr, George R. R. Martin, Daryl Gregory, Gavin Smith, Jetse de Vries, David Moody, Michael McBride, Walter Jon Williams, Christoph Lode, Rob Grant, Paolo Bacigalupi, sowie einer begrüßenswerten Polemik gegen Bequemlichkeit und Einerlei des Fantasy-Marktes, und einer Empfehlung von Scott Westerfelds & Keith Thompsons »Leviathan«
  • Holger M. Pohl zieht für ›Fantasyguide‹ in seiner neuesten Kolumne, Glashaus, über Kritiker her, die sich über Schlampigkeiten und Fehler von Büchern mokkieren, aber selbst mit Fehlern nicht sparen. Ich fühle mich ertappt, denn genau das mache ich ja auch zuweilen. Dazu zwei Hinweise: eine Fehlermeldung als solche büßt ihre Kraft ja nicht ein, wenn die Person, die den Fehler meldet, selbst zu Fehlern neigt; und vergessen wir nicht das ›Salieri-Syndrom‹, wenn man selbst nicht gerade mit überragendem Genie gesegnet ist, aber zumindest über soviel ›Können‹ verfügt, um hohe Güte, oder eben Makel zu erkennen.
    (Anmerk: Wem der Begriff ›Salieri-Syndrom‹ so gar nix sagt, möge sich den Film »Amadeus« von Milos Foreman ansehen.)
  • Nochmal Georg Seeßlen, der die meiner Meinung nach bisher lesenswerteste Rezension zu »Tron Legacy« geschrieben hat: Das elektronische Reenactment. Zwar begegnet er dem Film mit einer ziemlichen Milde, aber der leichte Spott gefällt mir.
  • Gefunden über das ›Lake Hermanstadt‹-Blog von Anubis: Daniel Zalewski hat für den ›New Yorker‹ ein ausführliches Portrait des mexikanischen Filmemachers und Erz-Phantasten Guillermo del Toro verfasst: Show the Monster.
  • Dank (!!!) an Stephan Johach, der mir mitteilte, dass ›Locus Online‹ auf diesen langen und guten Text des ›Guardian‹ hinwies: When Hari Kunzru met Michael Moorcock.
Zur Erinnerung:
Hinweise auf bemerkenswerte deutschsprachige Internet-Beiträge zum Thema Phantastik (in allen ihren U- & E-Spielarten) bitte per eMail an …

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Zuckerl
  • Diesen Link widmte ich dem Empfindungspiraten, denn ich musste bei diesem betrunkenem Oktopus von ›Boing Boing‹ an seine »ich kann nicht, wenn einer guckt«-Reihe denken.
  • Ein kurzweiliges Handels-Spiel für Zwischendurch bei ›Newgrounds‹: Wer wollte nicht immer schon mal Opium billig in Bengalien kaufen, teuer in China verscherbeln, dafür billig Tee in China kaufen und damit die Engländer der viktorianischen Epoche glücklich machen? Bitteschön, dann versucht es mit High Tea, einem wunderschönen kleinen Handels-Spiel von ›Preloaded London‹.
  • Da ich heute schon meine Verachtung für Werbung im Allgemeinen zum Ausdruck bracht, hier zum Ausgleich ein mir wirklich sehr gut gefallener Werbeclip, im Grunde die Verfilmung eines bekanntes Witzes. Weiß nicht mehr, wie ich auf diesen Werbeclip mit schönem Bücherei-Humor gestoßen bin: Schönheit ohne Hirn.
  • Hier drei Links, zu Bildern meines derzeit im Wachsen befindlichen Ordners mit Naturmotiven für den Bildschirm: Manarola, Italy, Eyjafjallajökull Volcano, Iceland, Autumn Leaves, Japan, alle drei bei ›National Geographic‹. Dummerweise finde ich die Links zu drei anderen schönen Photos (Erdmännchen, Kolibri und Ende) nicht mehr.
  • Bei ›Clockworker‹ über Warum Menschen Dinge erschaffen gestolpert, einem Zeichentrick-Kurzfilm von Saul Bass aus dem Jahre 1969.
  • Endlich! Kirby Ferguson setzt seine Dokumentation fort: Everything is a Remix Part 2, glänzende Erläuterung des ständigen Kopierens & Neukombinierens & Verfremdens von Bekannten anhand von »Star Wars«. Wer’s noch nicht wusste: George Lucas ist ein wilder Sample-Künstler.

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