molochronik
Sonntag, 4. März 2007

Menükarte: »Verborgene Orte«

(Eintrag No. 333; Lyrik, Juvelinia) — Willkommen zu den »Verborgenen Orten«, zehn Gedichten unstrenger Form über Reisen in imaginär-poetische Terrains, die ich Anfang der 90ger-Jahre in Wien und Hepberg geschrieben habe. Nocturne Meditationen die mir als Überlaufventil für allzu heftigen Gefühls- und Denkanfallüberschwang dienten. Der Titel dieser Sammlung ist eine Homage für die brillianten Comics über die »Cities Obscures« des Künstlers Francois Schuiten und des Autores Benoit Peeters.

Zusammen mit den »Zehn Etüden« (bereits eingepflegt in die Molochronik) , meiner ersten ›brauchbaren‹ Kurzgeschichte und der Novelle »Molosovsky Fragmente« habe ich diese Gedichte versammelt als »Deliterium« zweimal als Privatdruck zugänglich gemacht.

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eins: Exodus
Laßt uns auswandern aus diesen Geistesbreiten…
zwei: Zufahrt
Aus den Tälern des Geistes steigen die Nebel des Summens…
& Cafehaus
Der Mond fällt mitten in den Kaffee…
drei: Wüste
Wir verrichten unsere Notdurft des Geistes…
vier: Fluß
Vergesse nicht. Verspreche nichts was du nicht halten kannst…
fünf: Archiv
In den Regalen tümmeln sich allerlei Exponate…
sechs: Herren der Hölle
In erstickender Umschlingung würgen sich ihre aufgedunsenen, riesenhaften Schwulstleiber umeinander…
sieben: Vakuum
Innerhalb eines Tages erreicht mich die Einsamkeit…
acht: Presse
Sie ist eingesperrt. In einer Kammer…
neun: Brunnen
Irgendwo in den Gedankengängen gähnt der Brunnen in das Dunkel…
zehn: Horror Vacui
Aus den dunklen Tunneln schnattert man es zwischen den Schritten hervor…
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