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Molos Wunschliste, falls Ihnen die Molochronik gefällt, und Sie mir aus Dankbarkeit eine Freude machen möchen.
geschrieben von molosovsky, am: Samstag, 11. Sep. 2004
(Eintrag No. 138; Film, Geschmackslandkarte) — Hinweis, 30. Juni 2009: Die Film-Datenbank des SF-Netzwerks ist immer noch offline und da die Links dorthin nicht mehr funzen, habe ich sie nun entfernt. Ich werde mich eilen, so bald wie möglich meine Kurzrezis hier in der Molochronik zugänglich zu machen. Habe somit also massig Material um zwischendurch was zu posten.
Entsprechende Veränderungen:
Erstens habe ich die Bewertungsskala geändert. Statt ›von Null bis Neun‹ heißt es nun ›von Eins bis Zehn‹.
Zweitens trenne ich nicht mehr zwischen SF- und Nicht-SF-Filmen. Die entsprechende kursiv- und nicht-krusiv-Formatierungen entfallen.
Drittens trenne ich überhaupt gar nicht mehr zwischen Phantastik und Nicht-Phatastik-Filmen. Ich habe meine ersten entsprechenden Nichtphantastik-Filmtitel bereits in die Übersicht eingepflegt.
Viertens bleibt es dabei, dass die neuesten Rezis in den jeweiligen Wertungsbereichen ganz unten angefügt zu finden sind.
Geschieben von thgrendel, am: Sonntag, 12. Sep. 2004
Kann ja nicht wahr sein. Ich mein, bloß weil ein Film aus'm Computer kommt und nette Bilder hat...
Die ham doch vor lauter Renderwahn komplett vergessen, irgendeine Story in den Film zu packen. Ich mein, ein durchschnittlicher deutschrap-videoclip (um mal das grottigste zu nehmen) hat mehr Handlung und Charaktermotivation.
Wollt ich nur gesagt haben.
Geschrieben von molosovsky, am: Montag, 13. Sep. 2004
…was Deine Parameter für Storybewertung ist, lieber Grendel. Ich zumindest habe mir abgewöhnt allzu strenge oder gleichförmige Maßstäbe an verschiedene Geschichten anzulegen. Gehe ich mit einem Anspruch an Konsistenz, Charakterzeichnung und Plausibilität an Geschichten heran, wie ihn beispielsweise »Der Totmacher« vorlegt, ein brillantes Könnerstück auf diesen Gebieten, stinkt alles ab, was auf Gebieten wie Spektakel, schneller Dynamik und *Märchenhaftigkeit* glänzt: egal ob »Final Fantasy«, »Charlies Angels« oder »Toy Stoy«, alles Dreck im Vergleich mit der Studie über Harmann.
Klar gehe ich an sowas wie »Final Fantasy« also mit bestimmten Vorlieben und Nachsichtigkeiten heran.
Geschrieben von molosovsky, am: Montag, 13. Sep. 2004
…denn Ihren Geschmack kenn ich ja nicht, lieber Supatyp. Meine Wertung bezieht sich nun mal auf meinen Geschmack. Aber zwei Dinge finde ich bemerkenswert:
• einmal, daß sich aus jeder Reihe von noch so knappen Wertungen ein erstes vages Geschmacks-Gefüge ablesen läßt. Sie messen zum Beispiel einem Film den höchsten Wert zu, den ich für ziemlich unerträglich finde und so kann ich beginnen, vermutungsweise herunterzudeklinieren, wie Ihre Sicht auf (SF-)Film(e) beschaffen sein könnte.
• und dann der Hinweis, daß man bei der Filmdatenbank von SF-Netzwerk seine Wertung zum Film abgeben kann und damit die *Hitliste* dort lebendiger wird. Derzeit ist zumindest »Matrix« dort der beliebteste SF-Film (aus einer Datenbank von derweil 205 Filmen). Mit Ihren knappen und aussagekräftigen Kommentaren haben Sie die Ihnen bekannten SF-Filme sicherlich schneller durchbewertet als ich. Ich brauch ja allein schon ungehörig lang, um meine verwuselten Eindrucksfetzen auszuwerten.
Geschrieben von molosovsky, am: Montag, 13. Sep. 2004
Danke Supatyp für Ihre »besten SF-Filme aller Zeiten«. Mit Ihrer Nennung von »Star Wars VI« und »Star Wars IV« geben Sie mir eine wundervolle Gelegenheit, die »Star Wars«-Filme als Fantasy, als Märchen zu outen. Dazu verweise ich gerne auf das FAZ-Interview mit George Lucas von 2002.
GEORGE LUCAS: Im übrigen will ich an dieser Stelle einmal eine weitverbreitete Begriffsverwirrung klären: Die ”Star Wars”-Movies sind kein Science Fiction, sondern pure Fantasy. Also, wenn man so will, moderne Legenden, Mythen.
Ich weiß, diese Argumentation von mir bricht sofort ein, weil ich bin bei »Matrix« oder eben »Final Fantasy« genauso schlampig … äh großzügiger … beim interpretieren des Grenzverlaufs zwischen SF und Fantasy.
Wir können uns denke ich treffen bei »Mad Max« und »Terminator«: die ersten beiden Teile dieser Reihen sind sehr fein, heute noch ansehnlich *krass* und zeichnen sich durch diese gewisse Zeitlosigkeit aus, die jedlicher *Kunst* gut bekömmt.
Wieso fehlt »Starship Troopers« bei Ihnen? Noch nicht gesehen? Oder gerade verhudelt?
Geschrieben von molosovsky, am: Montag, 13. Sep. 2004
Supatyp schrieb:
sfiger gehts kaum
Sie meinen: spaceoperaiger gehts kaum. Das s von sf steht für science, also Wissenschaft. Natürlich macht das den Grenzverlauf nur ein klein wenig solider und es gibt immer noch genug Grauzone. Zudem muß ich gestehen, daß mich willkürliche Aneignungen von Kunst- oder Unterhaltungsproduktbenutzern wie Ihre, die sich gänzlich über die Absicht der Autoren hinwegsetzten, fürchten macht. Darf ich vermuten, daß Ihre einzelnen Geschmacksurteile lustig munter zusammenhangslos und launisch getroffen werden.
Und es geht locker sfiger als »Star Wars«: indem man nämlich wissenschaftliche Sachverhalte oder Diskurse zu einem grundlegenden Element der SF-Geschichte macht. »Star Wars« ist inhaltlich Cowboy und Indianer im Weltraum, oder wers archaischer mag: Ritter und Prinzessin mit Raumschiffen. Außer den Kulissen, also dem Look der Filme, findet sich erstaunlich wenig SF bei »Star Wars«. Der Todesstern ist nur eine lustige Variation auf den Flammenaugenturm von Freund Sauron im »Der Herr der Ringe«.
...habe gleich einmal etliche Filme bewertet, und danach noch ein paar Bücher.
Übrigens entspricht "Star Wars" von der Struktur her in einigen Punkten einem anderen Genre: "Junger Abenteurer hält um Hand der Prinzessin an, muss aber erkennen, dass sowohl er als auch die Prinzessin Kinder des fiesen Governeurs sind." das wäre ein klassischer Piratenfilm (man muss sich nur an Stelle des Gouverneurs Darth Vader denken).
Geschrieben von corinthas, am: Dienstag, 14. Sep. 2004
Hier erstmal ein link (leider in English): www.locusmag.com
Wobei sämtliche SF-Autoren ihre Meinungen über unsere zukünftige sociale Enwickelungen geben.
Zum thema "Grenzverlauf zwischen SF und Fanasy":
Es ist schade dass das Publikum heutzutage nur mit hilfe einer Hülle von SF in ein Märchen glauben kann. Es ist als ob die Wissenschaft von SF dem Film Glaubwürdigkeit schenkt, den er als "gewöhnliches" Märchen nicht haben würde. Einfach schade {/
Hier auch gleich mein SF Film-Tip:
Dark Star (1974)
Ein ganz lustiger film, wo 3 überlebenden ein ganzes Raumshiff für sich haben und, weil sie so weit von der erde enfernt sind, einfach ziellos durchs All ziehen.
Geschrieben von molosovsky, am: Mittwoch, 15. Sep. 2004
Das frage ich mich ja immer, lieber Corinthias. Wozu der Aufwand sich Raumschiffe und den ganzen Kulissen-SF-Schnickschnack auszudenken, wenn damit *nur* eine Variante auf Grimms Märchen erzählt wird. Oder noch weiter zurückreichender: wozu phantastische Welten erfinden, um die x-te Version einer Jesus- oder Buddah-artigen Erlösergeschichte zu erzählen?
Ich bin im Lauf der Zeit sehr sensibel geworden für Phantastik, die mit neuen Ornamenten den Leuten die guten alten hierarchischen, monotheistischen Großphantasmen reindrückt.
»Dark Star« ist fein. Die nihilistische Bombe, sag ich nur.
Geschrieben von corinthas, am: Mittwoch, 15. Sep. 2004
Dark Star spoiler!
Dass war im film "Dark Star" der einzige weg die Bombe zu entschärfen.
Phenomenologie, das Studium der Phenomäne. Alles was wir wahrnehmen wird uns durch die Sinnen mitgegeben. Aber weil unsere Sinne nicht grade zuverlässig sind können wir nie sicher sein ob unsere Wahrnehmungen wirklich "echt" sein.
Hiermit versuchen die Astronauten im film die sprechende Bombe zu überreden dass sie den Befehl sich zu detonieren nie erhalten hatte.
Ein Film voll Humor und Philosophie! :)
Übrigens diese ganz deutsche Neigung alle Namwörter gross zu schreiben ist ein Drama! :p
Geschrieben von yiyippeeyippeeyay, am: Sonntag, 24. Apr. 2005
Hi /mol/ch!
Wollte dich nur mal loben wegen deiner ausführlichen Referenz auf "unsere" Film-DB. Willst nicht Mod. dort werden, damit du auch "Jimmy Neutron" einpflegen kannst?-)
Auch großes Lob auf dein Porträt des neuen "guten Sprechers" der Katholiken - bin mal gespannt was er im Sinne der von der Kirche gepeinigten Welt Gutes von sich gibt...
Geschieben von aesthet, am: Donnerstag, 21. Jul. 2005
Hallo molosovsky,
ich möchte es dir noch einmal an dieser Stelle sagen:
Dein kleines Karteikärtchen für Filmbewertungen gefällt mir ganz außerordentlich.
Mit dieser Einteilung lassen sich Filme so einfach und doch so differenziert einschätzen. Besser geht kaum.
Neun Punkte, und zwar mit Bienchen!
Ein herzliches Schulterklopfen, der Ästhet (aka Jueps)
Geschrieben von aesthet, am: Dienstag, 30. Aug. 2005
Hallihallo molosovsky,
ich habe da mal eine Frage:
Kennst du schon das asiatische Meisterwerk "Hero"? [Bitte im Geiste ankreuzen:]
[_] Ja
[_] Nein
[_] Vielleicht
[_] Kommen da auch andere Tiere vor?
Wenn ja, dann kannst du deine beachtliche Liste von Rezis im good ol' Scifiboard mal um eine Bewertung dieses Titels erweitern, würd' mich freuen...
Wenn nein, dann ist das meine Empfehlung des...Tages für dich. Ein Augenschmaus, der dir bestimmt gefällt, so wie ich dich kenne (kaum).
PS: Und bevor wieder die vermaledeite Frage in den Raum gewabert kommt - "Hero" ist Phantastik!
Geschrieben von molosovsky, am: Donnerstag, 01. Sep. 2005
…und finde den Film auch sehr beeindruckend. Ich weiß aber immer noch nicht so richtig, wie ich den werten soll. Mal erscheint mir die Geschichte brilliant, mal ausgesprochen zynisch. Immerhin: ein supereifriger Bulle entpuppt sich als Attentäter der aber dem Kaiser am Ende nur eine harmlose Lektion erteilt, über der aber trotzdem Liebende ins Unglück stürzten. Immerhin: ästhetisch ein Gipfelgenuß.
Und natürlich ist der Film Phantastik. Für mich beginnt Phantastik (siehe Descartes, siehe »The Matrix«) bereits mit der Wirklichkeits-Konstruktion im Hirn.
Geschieben von merzmensch, am: Sonntag, 08. Jun. 2008
Mein absoluter SF-Lieblingsfilm ist "Avalon" (japanisch-polnische Koproduktion). Das erste, was man nach der Vorführung denkt: "was war denn das für seltsame unglogische Aneinanderreihung der Spezialeffekte?". Wenn man aber den Film analysiert, und gegebenenfalls nochmals anschaut - versteht man, alles in diesem Film ist stählernen Logik, alles ist akribisch durchdacht, der Film ist reine Philosophie.
Ich habe "Avalon" 14 mal gesehen - ohne ein Filmfreak zu sein. Und ich werde es immer wieder tun, denn jedes Mal entdeckt man neue Aspekte der Kosmologie, die in diesem Film herrscht.
:-)
Geschrieben von molosovsky, am: Freitag, 13. Jun. 2008
… lieber Merzmensch.
Der Trailer zu »Avalon«, den ich im Netzel gefunden habe, läßt mir das Wasser im Munde zusammenlaufen. Leider hat den Film meine Videothek nicht. Aber ich werd mal gucken, ob die DVD kostengünstig genug zu beschaffen ist, um den Kauf zu wagen.