molochronik

MoloMusik die Dritte

(Eintrag No. 314; Melomanie) — Und nach zwei langsam sich reinsteigernden MoloMukkestücken (MoloMusik No. 1 und No. 2) nun eines, wo Euch von Beginn an die Ohren volle Wäsch zutrompetet werden. Ich kenn zu wenig byzantisch angehauchten Heavy Metal, also hab ich versucht einen kleinen Ersatz zu basteln.










MoloMundMukke No. 3 / MoloMouthMusique No. 3 Länge: 0:54 min / Format: mp3/Qicktime© by Molosovsky

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After two slow MoloMouthMusique pieces now something that trumpets your ears mightily from the start. I know to few byzentinic heavy metal and had therfore to make some ersatz by myself.

MoloMusik die Zweite

(Eintrag No. 313; Melomanie) — Eine weitere Improvisation für vier Trompeten (zwei ür die Führungsstimme, zwei Umspielungsgehilfen) und einen (verdoppelten) Bass. Viel Vergnügen. Ach ja: als Loop macht das kleine Stück auch Laune. — Siehe auch MoloMusik die Erste.










MoloMundMukke No. 2 / MoloMouthMusique No. 2 Länge: 0:56 min / Format: mp3/Qicktime© by Molosovsky

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My second improvisation, this time for 4 trumpets and bass. Have fun, oh — and this peace makes more sense as loop. — See also MoloMouthMusique No. 1.

Der Urahn des Brit-Pop: John Dowland

(Eintrag No. 307; Alltag, Musik) — Vor ein paar Wochen hörte ich auf Deutschlandradio einen kleinen Bericht darüber, daß Sting sich der Lieder des von mir hochverehrten John Dowland angenommen hat. Als jemand, der vor lauter Begeisterung für diesen Renaissance-Barden Dowland-Lieder mit Akkordeonbass-Begleitung singt und Texte des englischen Orpheus zum Spaß an der Freud übersetzt, bin ich freilich ziemlich hingerissen. — Nun kann man zu Sting stehen wie man will, aber ein Popmusiker der weiß, wer die wahren Meister sind und sich entsprechend an diese zwecks Respekt heranwagt, kann nicht ganz verwerflich sein.

Diese Woche hat Andrea (totz unserer knappen Haushaltslage) zugeschlagen und die CD »Songs from the Layrinth« mitgebracht. Ein Hoch auf die Deutsche Grammaphon, daß sie sich ›traut‹, einen U-Musiker, der sich an Gemmen der Weltmusikgeschichte ›vergreift‹, zu verlegen. Einziger Makel: mit nicht mal 50 Minuten und 13 Liedern wird natürlich nur ein kleiner Ausschnitt von Dowlands Werk geboten. Bonus: Sting liest auch schön aus einem Brief, den Dowland aus dem Exil dem Geheimdienstchef von Elisabeth I. geschickt hat (Geoffrey Rush spielt diesen Sir Walsingham hinreissend im Bio-Pic über die Golden Age-Königin von Shakar Kapur.)

Auf der Platte sind einige der besten Lieder Dowlands in Sting'scher Interpetation zu finden (besonders schön: »Five knacks for ladies«; »Can she excuse«; »In Darkness let dwell«). Sting versucht gar nicht erst, die Lieder ›stil- und fachgerecht‹ zu singen, so mit Countertenorstime oder eben klassisch-sauberem Ton. Er gibt die 400 Jahre Lieder vielmehr als Pop- oder ruhige Kneipensongs zum besten, ZU locker und rauchig für strengste Klassikohren, erfrischend und eben angemessen lässig, für Leute mit Ohren ohne Reinheitswahn. Das tut den Stücken nicht schlecht und Dowland wird (hoffentlich?—bestimmt!) Dank Sting viele neue Hörer finden. Gut so, denn Dowland macht glücklich und erzieht zu einem souveränen Umgang mit den Widrigkeiten der Existenz. Dowlands Mischung von Traurigkeit und Ironie, von Leidenschaft und Kalkül hat Ewigkeitsanspruch, ist ganz große Kunst, sowohl auf dem Gebiet der Musik, wie der Lyrik (auch wenn so mancher Text nicht von Dowland sondern einem seiner adeligen Gönner stammt).

Ich freue mich, daß Sting und der Über-Lautist Edin Karamazov zusammengefunen haben. Nebenbei: im Beiheftchen der CD entpuppt sich Herr Summers für mich als sehr netter Plauderer darüber, wie er diesen musikalischen Fingerakkrobaten kennenlernte und überhaupt von seiner Dowland-Beschäftigung.

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ZUGABE: Im ersten Beitrag meiner Dowland-Übersetzungs-Fingerüberunen habe ich schon mal kurz auf die in meinen Ohren besten Dowland-Aufnahmen hingewiesen. Jetzt will ich Links nachliefern:

»John Dowland – The Collected Works«: The Consort of Musicke unter der Leitung von Anthony Rooley; Editions de L'Oiseau-Lyre, Decca. — Ensembleaufnahme der Olympierklasse. Nicht ganz billig, aber dafür gibts auf 12 CDs findet sich alls, was der Meister hinterlassen hat. Historisch korrekte Aufnahme. Edin Karamazov meint ja, daß »In darkness let me dwell« das großartigste Lied englischer Sprache ist. Aber die Consort of Musicke-Aufnahme von »Tell me true love« aus »A Pilgrims Progress — Forth Booke of Songs« schlägt für mich so ziemlich alles, was es an Liedgut gibt. Heute noch so aktuell wie annodazumals.

»A Musical Banquet«: Andreas Scholl, Markus Märkl, Christophe Coin; Decca. — Solo-Gesang-Aufnahme von unserem Meister Scholl, und auch hier glänzt Edin Karamazov an der Laute. Sehr dramatische und sehr berührende Aufnahme. Andreas Scholl ragt für mich heraus, weil er wie nur wenige Präzision und (im guten Sinne) Sentiment vereint. Wenn er diese Lieder singt, hat das trotz aller musikalischen Raffinesse immer auch einen ausgeprägt erzählerischen Tonfall. Gute CD zum Einstieg in die Dowlandwelt, denn diese Aufnehm gibts immer wieder (wie eben auch bei JPC) als 9 €-Schnäppchen!

»In Darkness Let Me Dwell«: John Potter, Stephen Stubbs, John Surman, Maya Homburger, Barry Guy; ECM. — Moderner, expressiverer Ansatz mit Saxophon und Zupfbass. Die Neu-Jazz-Variante, insofern sicherlich am stressigsten für Freunde der alten Musik. Vielleicht aber der beste Einstieg für Leute die sich a) sowieso auf die Jazz-Klassik-Melange von ECM stehen, oder b) sonstwie vom Jazz kommen. Die »In darkness let me dwell«-Version auf dieser CD ist sicherlich die unheimlichste und gothicste (im Sinne der Kunst- und Literaturepoche, nicht im Sinne der heutigen Lifestyle-Modeschublade).

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SCHLUSSHINWEIS: Es freut mich freilich, wenn durch »Songs from the Labyrinth« Begeisterte, auf der Suche nach deutschen Übersetzungen der Dowland-Texte, hier bei der Molochronik landen. Aber meine Amateurüberstzungen sind freilich nicht so gut, wie die Übertragungen, welche die Deutsche Grammophon auf der Website zur CD anbietet. Wer wegen schlechen Augen oder sonstigen Gründen das Passwort für das herunterladen der PDFs mit den deutschen Beiheft- und Textübersetzung nicht gefunden hat: es lautet Dowland.

MoloMusik die Erste

(Eintrag No. 297; Melomanie){EDIT 14. Oktober 2006. Um englischen Text ergänzt} Notenlesen kann ich nicht, aber dudeln kann ich. Wer mich kennt oder sich in der Vergangenheit meiner als WG-maskottchen angenommen hat, weiß um meine ›Vor mich hin Musiziererei‹. Hab heute mal mit GarageBand von Andreas über-mac herumgespielt. Man kann damit wirklich erstaunlich schnell irgendwie musik machen. Wer wissen will, was mir zum beispiel die meiste zeit des tages als hintergrundbetüdelung die hirnkastlbühne zuträllert, der mag sich folgendes mp3 anhören.

Ich freu mich, wenn Euch gefällt. Macht damit was Ihr wollt, und zögert nicht, mich für Musikprojekte anzusprechen (siehe Impressum). — Siehe auch MoloMundMukke No. 2.

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I can not read music-sheets, but I can dudel. The following is a litte piece of mouth-music. My first work with GarageBand on Andreas über-macBook. With that programm one can indeed make somehow music, that sounds ›professional‹.

I'm delightet if you like this track. Do whatever you want with it, and don't hesitate to contact me for music projects (see Impressum).

See also MoloMouthMusique No. 2.










MoloMundMukke No. 1 / MoloMouthMusique No. 1 Länge: 0:53 min / Format: mp3/Qicktime© by Molosovsky

Musiktips für Cynx

(Eintrag No. 287; Alltag, Musik) — Über musik schreib ich bisher wenig. Freu mich deshalb, daß Cynx das Afro Celtic Sound Project in seinem blog empfiehlt. Hab gleich mal entsprechende weitere gute mukke empfohlen dort. Wer also neugierig ist, wie das klingt, wenn orient und okzident sich musikalisch treffen, klickt hier.

Antworten auf seltsame Fragen eines musikalischen Kettenbriefes

(Alltag)TH (in den Molochronik-Comments bekannt als thegrendel) hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Ich fühle mich geschmeichelt und antworte gerne:

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1. Wie viele gigantische Bytes an Musik sind auf deinem Computer gespeichert?
Null. Mit ner 54k-Leitung macht Musik per Internet keine Freude, und ich kenne hier niemanden, mit dem ich per MP3-Technik Musik tauschen könnte.

2. Die letzte CD, die du gekauft hast?
Symphonien und Orchesterwerke von Edward Elgar, eingespielt mit Leonard Slatkin.

3. Welches Lied hast du gerade gehört, als dich der Ruf ereilte?
Im Moment läuft hier Radio mit irgendeinem frühklassischen Klavierkonzert-Geklimper.

4. Fünf Lieder, die mir viel bedeuten oder die ich oft höre?
• Aimee Man – Invisible Ink von der CD »Lost in Space«.
• Metallica – My World von der CD »St. Anger«.
• John Dowland – Tell Me, True Love von der CD »A Pilgrims Solace (Fourth Books of Songs)«; eingespielt vom The Concort of Musicke unter der Leitung von Anthony Rooley.
• Keith Jarrett – Heartland von der CD »Concerts – Bregenz, May 28, 1981«.
• Michael Nyman – Miranda von der CD »OST: Prosperos Books«.

5. Wem wirfst du dieses Stöckchen zu (3 Personen) und warum?
Weiß ich noch nicht.

Vorschläge für neue CD-Zusammenstellungen klassischer Komponisten

(Lyrik, Kalauer) – Wird sich der CD-Markt noch so lange halten, daß wir die ein oder andere folgender Ausdifferenzierungen erleben?

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Beethoven zum Bettenmachen und Schubert für Schachpartien.

Mozart für Boxer, Max Bruch für Ärzte, Monteverdi für den Frühjahrsputz und Brahms zur Steuererklärung.

Gluck für Alkoholiker, Debussy zum Duschen, Purcell gegen Falten, Chopin zum Shoppen und Schumann für Scheidungen.

Britten für Franzosen, Scriabin zum Scrabble, di'Lasso zur Lasagne, Händel für Groß- und Einzelshändler und Bach für Broker.

Stockhausen für Verstockte, Stravinski zum Stricken, Wagner für Verzagte, Strauß gegen Stress und Mahler für Blinde.

»Am Herzen herumhängen«

(Alltag) - Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein gewaltiger für mich. Heute den Mut gehabt, die Sache mit dem Digitalisieren von alten Audio-Kassetten anzupacken.

Also aus der Mikroanlage über den Kopfhörerausgng in den iMac-Mikrophoneingang mit dem Sound Studio aufnehmen, zurechtschnbbeln, Fade Out und Fade In anbringen wo nötig, einmal mit Smooth drüberfiltern, dann abspeichern, in das iTunes schieben, via Apple Talk auf das iBook schicken, um es dort auf CD zu brennen.

Endlich vorbei die Gefahr, daß die alten Bänder meiner Klavierimprovisationen Muskelerschlaffung erleiden, bevor ich eine weitere Aufbewahrung sicherzustellen bewerkstelligen kann. Beginne mit den Aufnahmen von 1993, das Jahr als ich in Wien mit Kollegen Helmut und David eine WG pflegte. Auf Helmuts Steinway klimperte ich die drei Teile von »Am Herzen herumhägnen«, mit den empfindsamen Teilen: »Erholung von der Fröhlichkeit«, »In der Krise Urlaub machen« und »Arbeiten für den Inkubus«. Oh, ich war ein verschreckter junger Twen, fast schon so ängstlich wie heute, aber noch geschützt von einer Geburtshaube der Ahnungslosigkeit.

Richard Wagner

(Grafimente) — Endlich mal gescant und ins Netz gestellt. Für HelK, ohne dessen Beharrlichkeit und Stützräder ich nie Wagner-Spaß entdeckt hätte.

Richard Wagner

Portrait: Richard Wagner

Based on a photography from 1874, made in Vienna. Finally scanned and posted here for HelK, without whom I would never have discovered Wagner-fun. — {Drawn … maybe 2001?}

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