molochronik

Crossover: Todorov & »Brazil«

Eintrag No. 627 — Erster Einblick in ein derzeit im Werden befindliches Illustrations-Projekt (Ergänzung 13. November 2010: Zur Buchseite von Simon Spiegels »Theoretisch phantastisch. Eine Einführung in Tzvetan Todorovs Theorie der phantastischen Literatur«). Nur soviel: es hat mit Phantastik und Todorov zu tun, und ausgebrütet hat es niemand geringerer als mein liebster Internet-Dissens-Partner Simifilm (der Mann, der dafür sorgt, dass mein Hirn und Anspruch auf Zack bleiben).

Wie Molochronik-Leser vielleicht wissen, bin ich nicht gerade begeistert über Todorovs oft zitierte Schrift »Einführung in die fantastische Literatur« … nun ja, genauer: ich bin nicht so glücklich darüber, dass diese merklich in die Jahre gekommene und von den Moden ihrer Entstehungszeit gefärbte Schrift immer noch so ein prominenter Ausgangspunkt für Beschäftigung mit ›der Phantastik‹ ist (denn das, was T. T. meint, kennt man von jeher unter dem stimmigeren Begriff ›Ambivalenz‹). Nichts desto Trotz freue ich mich darüber, dass ich da was Kluges vom Simi illustrieren darf.

Und wie sich Molochronik-Kenner vielleicht denken können, hat Terry Gilliams Film »Brazil« auf meine Entwicklung einen kaum zu überschätzenden Einfluss ausgeübt. »Brazil« funktioniert wie alle groß- und einzigartigen Kunstwerke wie ein fraktaler Kristall … immer und immer wieder fügen sich kleine Ideen-Partikel zu neuen Ästen die sich zurückkrümmen auf die Gesamtform, damit werden zum einen Verweise hinaus zu anderen Werken und in die Welt geschafen, und zum anderen kann man fast an jeder belieben Stelle ein Detail herauspicken und daran zeigen, was für das ganze Werk charakteristisch ist. Das für mich schönste Requisit dieser Art in »Brazil« ist der sogenannte ›Executive Decision Maker‹, den der Bürokrratenheld Sam nach einer Beförderung geschenkt bekommt. Aufsteigen in der Stufenleiter der Macht, aber der von Verantwortung und Paranoia Geplagte soll sich mit einem simplen ›Hirn aus, Zufall an‹-Gegenstand behelfen.

Hier also, was dabei herauskommt, wenn in Molos Hirn Todorov und »Brazil« aufeinandertreffen.

Phantastik-Entscheidungshilfe

Joachim ›NMP‹ Gauck

Eintrag No. 760 — Nur für den Fall, dass dieser Kandidat tatsächlich der nächste Präsi wird, hier schon mal meine Abreaktion zu diesem Fetzenschädel (was der Mann über Hartz IV, Occupy, Sarrazin und andere Sachen vom Stapel gelassen hat, lässt mir den Kamm schwellen).

Tzvetan Todorov mit Genreschubladen-Kopf

Eintrag No. 649 — Das war eine schwere Geburt und hat mich daran erinnert, warum ich vor vielen Jahren gemerkt habe, dass ich nicht wirklich dazu tauge mit Graphik-Design und Illustrationen meine Brötchen zu verdienen. Gewisse Dinge kann ich ja locker aus dem Handgelenk schütteln, meine Improvisationen zum Beispiel.

Aber mein lieber Schwan, was für eine Tortur, wenn es nicht so einfach klappt!

An dem Titelbild für ein kommendes Buchprojekt über Todorovs Fantastik-Theorie habe ich Woche um Woche herumgeschustert und mich nur mit kleinen Hühnertapperl dem hier vorliegenden Ergebnis annähern können. (Ergänzung 13. November 2010: Zur Buchseite von Simon Spiegels »Theoretisch phantastisch. Eine Einführung in Tzvetan Todorovs Theorie der phantastischen Literatur«.) Und auch diese Illu ist stellenweise immer noch peinsam für mich: den Drachen links kann ich nicht ausstehen, bekomme ihn aber nicht besser hin und muss damit leben, dass irgendwann eben mal Schluss sein muss (dafür ziehe ich mich an dem SF-Motiv in der rechten Schublade hoch, dem einen Detail des Bildes, das mich rundum freut).

Tzvetan Todorov

Wenn ich dazu komme und den Mut aufbringe, dann präsentiere ich die ganzen versauten Entwürfe und Zwischenschitte zu diesem Illu. Das Original ist keine Augenweide, denn es ist aus Stücken zusammengeklebt und benötigte entsprechend ausgiebige Digitalkosmetik.

Flattrn Sie diesen Eintrag, wenn Sie der Meinung sind, dass er etwas wert ist. 

»Froschkaninchen« (Darwin in der Schirn #2)

(Eintrag No. 541; Grafimente) — Hier, nach dem Darwin-Portrait, noch ein Skribbel nach einem der Exponate, die man ab 05. Februar in der Schirn Kunsthalle Frankfurt bei einem Besuch der Ausstellung »Darwin – Kunst und die Suche nach den Ursprüngen« bestaunen kann.

»Frosch mit Kaninchenohren«: Nach einer Skulptur von Jean Carriés, 1891. — Ca. 100 x 127 mm; Faber-Castell PITT artist pen ›brush‹ in Moleskin-Kladde; 03. Januar 2009, Frankfurt am Main.

Froschkaninchen

Improscape: »Noch ein weiter Weg«

(Eintrag No. 539; Grafimente, Improvisation) — Es hieß: was gegenständlich ist, solle unter ›Grafimente‹ abgelegt werden; und was nicht gegenständlich ist, solle unter ›Improvisation‹ abgelegt werden.

Nun ist es wieder mal geschehen, das ich eigentlich nicht recht weiß, wohin mit einem Bild, denn es ist weitestgehend von abstrakten Gestrichel und Gepunkte überzogen, streckt und reckt sich jedoch danach, irgendwann mal eine Bas-Lag-Illustration (also was gegenständliches) zu werden. Außerdem ist die Zeichnung nicht durchdacht und geplant entstanden wie ein gegenständliches Grafimente, sondern als gedankenverlohrenes Gekritzel wie meine Impros.

Am besten, ich halte mich einfach Stur an die Richtlinie und lege es unter ›Grafimente‹ ab, und hoffe, dass mich keine Garudas im Traum dafür mit ihren spitzen Speeren π-sacken.

»Noch ein weiter Weg«: Beim »ALIAS«-Gucken nebenbei entstanden. Erster Test meiner Box mit 48 Faber-Castall PITT artist pens ›brush‹; gezeichnet auf Brunnenkarton. — 200 x 200 mm; 26. Januar 2009, Frankfurt am Main

»Noch ein weiter Weg«

Barbarkellner

(Eintrag No. 508; Grafimente) — Wie immer, wenn ich am Schaffen bin und wenig Zeit habe, gibt es auch heute wieder ›nur‹ alten Kram aus meinem Archiv. Folgende Zeichnung entstand in meiner wilden Zeit in Wien, und ist (für US-Comicleser unschwer zu erkennen) nicht unwesentlich durch den Zeichner Simon Bisley inspiriert, dessen Arbeiten für »Lobo« mich schwer begeistert haben.

Ca. 250 x 140 mm; Kaligraphie-Filzstift in Brunnenkladde; 23. Februar 1993, Wien.

»Barbarkellner«

»Tempeleunuch«

(Eintrag No. 505; Grafimente, Fantasy) — Heute gibt’s wieder Material aus meinem Archiv. In den Neunzigern taumelte ich phantasierend durch eine seltsame Welt, die ich mit dem Begriff »Anima Obscura« beschrieb. Hier nun ein Eunuch des Tempels der Großen Göttin, komplett mit Verstümmelung und rituellen Tätowierungen, aber, wie es scheint, ganz fidel.

Ca. 220 x 70 mm; Rotring Art Pen & Faber-Castell Künstlerbuntstifte; 22. Februar 1993, Wien.

Molosovsky flickrt nun.

(Eintrag No. 503; Bildershow) — So, nachdem Freund David mich verführt und eingeladen hat, hat’s mich nun auch erwischt und ich bin unter die Flickrerer gegangen. Zukünftig werde ich den antville-Server also schonen.

Bisher habe vor allem das »Molochronik«-Themenfach ›Improvisation‹ als Flickr-Album ›Improscapes‹ eingepflegt, wo sich jetzt die ganze Sammlung der aufgespielten Einzelbilder bequem auch als Diashow genießen lässt.

www.flickr.com

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