molochronik

Molos Wochenrückblick No. 59 / 60

Eintrag No. 725 — Derweil nur die Links. Leider sehe ich mich nicht vor Freitag dazu kommen, auch etwas über die Lektüren und Filmsichtungen der vergangenen 14 Tage zu schreiben.

Nur soviel auf die Schnelle: »Blödmaschinen« von Georg Seeßlen und Marcus Metz war für mich die ganzen vielen 780 Seiten spannend und ertragreich. Absolute leseempfehlung meinerseits.

Und das neue Opus von Terrence Malick, »Tree of Life«, gefällt mir zwar nicht ganz so gut wie »Thin Red Line« und »The New World«, führt aber dennoch exzellent vor, wie toll, tief und kunstvoll Kino sein kann.

Hier die Rückblick-Links, teilweise auf Hau-Ruck-Art.

Netzfunde

(Deutschrachige) Phantastik-Links

  • Jubiläum: 25 Jahre ist es (echt schon…?; : !) her, dass Alan Moores & Dave Gibbons Meisterwerk »Watchmen« erschienen ist. Guter Grund für ein Sachbuch (»Under the Hood – Die Verweis-Struktur der Watchmen« von Hans-Joachim Backe) zu diesen lecker-schmecker semiotischen Spaghetti unter den Graphic Novels und eine Besprechung desselben für den ›Tagesspiegel‹ durch Lars von Tröne: Pop-Exegese: Forschungen in der Parallelwelt.
  • Für ›Omnivoracious‹ unterhält der eine Meister der zeitgenössischen Phantastik, der Amerikaner Jeff Vandermeer, sich mit dem anderen, dem Engländer China Miéville, über den neuesten Roman von letzteren: »Embassytown«.
  • Was dein Lieblings-»Alien«-Film über Dich verrät (engl.) — Meredith Woerner hat für ›io9‹ diesen Persönlichkeits-Bespiegelung ausbaldowert. Mich spricht demnach die kalte, dunkle Welt des Unbekannten an, denn mein Favorit ist immer noch der erste »Alien« von Ridley Scott (allein schon wegen der Pionierleistung).

Zuckerl

  • Verrückte Skulptur-Kunst von Tim Hawkinson stellt ›Indianpolis Museum of Modern Art‹ vor: irre Mischung aus Modellbau und Mathematik, dieses Möbiusband-Schiff.
  • TGWTG No 1: Stimme den Entscheidungen des ›Nostalgia Critic‹ in allen Punkten zu, wenn er bei seiner neusten Ausgabe von ›Alt vs. Neu‹ der Coen-Brüder-Fassung von »True Gritt« gegenüber der John Wayne-Fassung den Sieg einräumt: Old vs New: »True Grit«.
  • TGWTG Nr. 2: Wer Popkorn- und Genre-Knall-Bumm mag und dennoch einen (Anstands-)Rest Geschmack und Hirn nicht missen möchte, kann sich Bestätigungswonnen verschaffen bei Mathew ›Film Brains‹ Buck genüsslicher Zerlegung von Michael Bays »Transformer 2 – The Revenge of the Fallen« (zweites Video von oben ist der fast einstündige komplette Megacut).
  • Laaange und sehr kluge Besprechung mit reichlich Zeitgeschichts- und Kultur-Erklärung zu Thomas Pynchons »Inherent Vice« hat John Carvill für ›Bright Lights‹ geschrieben: The ›Bong‹ Goodbye (engl.).
  • Filmpalaver: was kommt raus, wenn sich zwei Regiesseure, deren Werk ich sehr schätze, ungezwungen unterhalten? Gebt Euch den Wahn mit Lars van Trier und Paul Thomas Anderson (engl.) auf ›Cigarettes & Red Vines‹.
  • Kurz vor Schluss ließ mir Andrea einen Link-Tipp zukommen. Vorsicht: Über-Putzigkeit voraus! Hier kommt der kleine Eichhörnchen-Nachwuchs im ›flickr‹-Blog.

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Die »Alien«-Filme, oder: Sabber bitte nicht alles voll, Schatzi

»Alien Anthology Box«Eintrag No. 697 — Von allen großen SF-Franchises gefallen mir die »Alien«-Filme am besten, trotz aller Macken (vor allem derer von Film 3 und 4). Nun habe ich die ausführlichen Zusatzmaterialien der BlueRay-Ausgabe von »Alien Anthology« genossen, was ein gelegener Anlass ist, meine alten Einträge aus der (leider immer noch kaputten) Film-Datenbank des SF-Netzwerkes aufzubrezeln.

Auch wenn die Filme als Klassiker der SF gelten und damit ihr Inhalt als bekannt vorausgesetzt werden darf, warne ich, dass ich im Folgenden beiläufig so manche überraschende Wendung verrate. — Allein schon, dass in allen vier Filmen Ripley die menschliche Protagonistin ist, gibt preis, wer den ersten Film überleben wird. Wer die Alien-Filme noch nicht kennt, dem rate ich, sich doch erst einmal die Filme zu gönnen, und erst dann diese meine bescheidene Liebeserklärung zu lesen.

Warum gefallen mir die »Alien«-Filme so dolle? — Darum:

  1. Abgesehen vom allgemein hohem Produktions-Niveau begeistert mich das SF-Design, so, wie das ›used future‹-Konzept beim ersten Mal und in Folge (mehr oder weniger) immer wieder gelungen umgesetzt wurde.
  2. Weil jeder der vier Filme durch das Spiel eines exzellenten Schauspieler-Ensembles geprägt wird. Tatsächlich bin ich der Meinung, dass keiner der vier Flme auch nur eine einzige Fehlbesetzung zu beklagen hat (ja, ich finde, dass auch Wynona Ryder in Film 4 vorzüglich ihre Rolle ausfüllt).
  3. Weil jeder der vier Filme es wagt, seine jeweils eigentümliche Version des Kampfers gegen das Biest zu liefern; also, weil Varianz und nicht Einheits-Rezept die Reihe prägt.
  4. Und schließlich, weil das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt mein persönliches Movie-Lieblingsmonster ist.

Was den letzten Punkt angeht, könnte ich nun anheben zu einem ausgiebigen (und als eigenen Molochronik-Eintrag eigentlich schon lange ausstehenden) Verehrungs-Bekenntnis für das Schaffen von Hans Rudi Giger. Seine »Necronomicon«-Bildbände gehörten zu den ersten zehn Büchern, die ich mir als Teenager angeschafft habe. Damals, in der Hepberger Provinz hatte ich zwar noch keine Möglichkeit, den Film »Alien« zu sehen, aber aus SF-Filmlexikas der Stadtbibliothek und der Buchläden kannte ich Abbildungen vom Monster und von Giger-Kunst, und vom ersten Moment an, war ich diesen Kreationen mit Haut und Haar verfallen.

Man kann sich, denke ich, vorstellen, mit welcher Wucht Gigers Bildbände und meine empfängliche, jugendliche Phantasie zusammenprallten. Auch wenn ich zu einigen Aspekten seines Werkes auf Distanz bleibe (vor allem zu dem ganzen schwarzmagischen Okkultkram), bin ich immer noch davon überzeugt, dass er einer der visionärsten und bedeutendsten bildenden Künstler der letzten Jahrzehnte ist. Neben seinem untrüglichen Gespür dafür, zu veranschaulichen, wie beklemmend das Sein in der heutigen Welt sein kann (kosmisches Grauen!), beeindruckt mich seine erstaunliche Gabe, Grauseliges und Schönes miteinander zu verschmelzen (sehr oft, indem Dinge sexualisiert werden; Giger ist zweifelsohne einer der großen Erotomanen der Kunst), und nicht zuletzt entzückt mich sein desöfteren aufblitzender Humor, sei es in der bitteren Variante deiner »Todgeburtmaschinen«, sei es in satirischer Form, beispielsweise seinem Vorschlag, die Schweiz mit fünf Eisenbahn-Untertunnelung ein riesiges Pentagram einzubohren.

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»Alien«Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt
So ist das mit den Meisterwerken: Wollte ich meine Lieblings-Szenen des Filmes anführen, könnte ich gleich den ganzen Film nacherzählen. Allein schon der Beginn, wenn das große Raumschiff Nostromo vom Bordcomputer gesteuert zum Leben erwacht, gehört zu meinen Höhepunkten der Kinogeschichte. Für mich ist und bleibt »Alien« der prägende Pionier in Sachen ›used future‹, auch wenn »Star Wars« die Ehre gebührt, dieses Konzept bei seinen Tatooine-Schauplätzen etwas früher präsentiert zu haben, (aber: das ›used future‹-Konzept gründet sich bei beiden Filmen auf dem Geschick des Set-Dekorateurs & Produktions-Designers Roger Christian, der es verstand, auf Industrie- und Flugzeug-Schrottplätzen Material für seine SF-Kulissen zusammen zu klauben). Filmgeschichtlich gesehen, ist »Alien« der erste Film, der ein mich vollends überzeugendes SF-Design bietet.

Der erste Teil ist ein finsteres Horror-Märchen, mit dem Weltall, einem fremdartigen Planten als finsteren Wald, und der Nostromo als Platzangst bereitendem düsteres Schloss. Die Mär beginnt ruhig und kühl, steigert sich im weiteren Verlauf zu einer immer panischeren Count-Down-Hetze, und entlässt uns am Ende wieder zu den Klängen sanfter orchestraler Abspannmusik in den Cryo-Schlaf. Die Story ist freilich wenig mehr als ein ›Zehn kleine Jägermeister‹-Spiel, doch die Spannung zu der sich dieses im Verlauf aufschwingt, ist für mich heute noch vorbildlich.

Sehr fein finde ich die kleine Crew mit ihren unterschiedlichen Typen. Überzeugend prollige Gesellen hatschen mit Hawaihemd und Baseballkapp herum, und vor allem eine bürokratisch denkende (genauer: programmierte) Figur ist mit ihrer Kaltherzigkeit ein feines Neben-Monster.

Ich bevorzuge die ursprüngliche, etwas gemächlichere Fassung ohne die ›zum Ei verpuppen‹-Szenen der Quadrology-Edition. — Fazit: 10 von 10 Punkten.

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»Aliens«Aliens – Die Rückkehr
Stimmungsvolle Menschen- und Kolonie-Architektur (die Verlade-Robots!, siehe Kampfmaschinen in »Matrix 2 & 3«), auch wenn die dicken Wummen ein wenig überzogen sind. Feines Alien-Design (nicht von, aber nach Giger), und das Groß-Puppenspiel der Alien-Queen ist meisterlich, trotzdem finde ich die Königin nicht vollends gelungen. Am meisten grummle ich, dass die Masse der Normal-Aliens der Faszinatationskraft des Monsters abträglich ist. Auch wenn das Konzept, dass sich in für sie fruchtbarer Umgebung die Aliens wie ein Insektenstaat organisieren und entsprechend vermehren, prinzipiell interessant ist, werden die Viecher in diesem Film über Gebühr zu Schießbudenfiguren degradiert. Aber dies ist der Äktschn-Kracher unter den Alien-Filmen und erfüllt diese Aufgabe geradezu perfekt. Kein Wunder, das James Cameron mit diesem Streifen Maßstäbe für große SF- und Baller-Flicks gesetzt hat, die seitdem nur selten wieder erreicht wurden.

Einige sehr dick aufgetragene Charaktere laufen herum, die aber durchwegs funktionieren (brillant zum Beispiel Bill Paxton als nervig-cooler Cowboy). Sehr feiner kleiner Schleimer-Bösewicht, und Lance Hendrickson gibt mit anrührenden Körpereinsatz einen äußerst überzeugenden Androiden. Die überlebende Newt ist wohl nicht nur für mich einer der wenigen Fälle, wo ein Kind in einem Äktschnfilm nicht nervt.

Der Extendet Cut ist stimmiger als die Kinofassung, und funktioniert als schräger Vietnam-Film. — Fazit: 9 von 10 Punkten.

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»Alien3«Alien3
Natürlich trauere ich darum, dass von den im Bonus-Matrial vorgestellten Plänen von Vincent Ward zu diesem Teil so wenig umgesetzt wurde. Wahrlich eine großartige Idee, Ripley und ein Alien auf einer aus Holz gemachten Sphäre mönchischer Technik-Verweigerer abstürzten, und das Monster als Inkarnation des Leibhaftigen unter den religiös Erhitzten wüten zu lassen, die daraufhin das Grundübel in der verdorbenen Frau vermuten. Übrig blieb nur, dass sich Ripley und eben wieder nur ein Alien in der Umgebung eines karg ausgerüsteten Gefängnisses für Schwerverbrecher wiederfinden, und dass diese ausnahmslos männlichen Gefangenen ihrer Hysterie mit einem spirituellem Reinheitsgelübte Herr zu werden trachten.

Film 3 präsentiert sich uns wieder als Kammerspiel, wie auch der erste Teil. Zwei leidenschaftliche Theaterschauspieler zeigen, wie man mit Kleinigkeiten Spannung in Dialoge bringt: ein Hoch auf das ›Pärchen‹ Sigorney Weaver und Charles Dance.

Der (zugegeben seltene) Humor liegt mir mehr als der in Teil 2. David Fincher beweist sein Talent bei diesem seinem Spielfilm-Debut bereits mit dem Anfang, der mit beunruhigenden Fragmenten die Ausgangssituation darstellt, und alle Hoffnungen, mit denen der zweite Film endete, zunichte macht. Überhaupt finde ich die düstere Konsequenz (viele beschreiben die Stimmung des Filmes als bedrückend nihilistisch) dieses Teils richtiggehend erfrischend. Dieser Alien-Film eignet sich vorzüglich für trübsinnige Tage, wenn man etwas braucht, in das man sich mit Depri-Laune reinkuscheln kann.

Dieser Film ist erstaunlich gut, wenn man zur Kenntnis nimmt, was für Probleme es bei der Produktion gab. Enttäuschend nur, dass die Schlussjagd sich etwas lang dahinzieht und das die Tricktechnik, mit der Alien umgesetzt wurde, in einigen Szenen sehr zu wünschen übrig lässt. — Fazit: 8 von 10 Punkten.

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»Alien Resurrection«Alien – Die Wiedergeburt
Ich kann verstehen, dass sowohl viele Alien-Fans, als auch viele aus dem Kreise des ›gewöhnlichen‹ Publikums diesen bisher letzten Film der Reihe für mehr oder minder misslungen einstufen. Film 4 ist mit Abstand der hysterischste, der sich am weitesten vom ›Originalton‹ entfernt, und dessen Inszenierung zwischen Äktschn-, Humor- und Horror-Aspekten eine heikle Gratwanderung zusammenwackelt.

Interessanterweise lassen sich einige Sequenzen des Filmes als Selbstbespiegelung von Franchise-Ausbeuterei und überdrehter Alien-Begeisterung lesen: Skrupellose Wissenschaftler (Symbol für Filmproduzenten und Franchise-Spin Doktoren) sind dabei, Aliens zu züchten, und versuchen sie zu zähmen. Einer der Wissenschaftler ist geradezu vernarrt in die Monster und gibt sich ein zärtlich-neckisches Mimik-Duell (grandios dargebracht von Brad Dourif). — Ripley wird von Entsetzten überwältigt, als sie ein Kabinett mit misslungenen Mensch/Alien-Klon-Mischlingen entdeckt (Symbol für: enttäuschte Fans, die nicht ertragen, was aus ihrem geliebten Monster-Franchise gemacht wurde), und einem besonders erbärmlichen Exemplar verpasst die den ›gnädigen‹ Flammentod (eigentlich ziemlich ›ungnädig‹, denn Verbrennen ist recht grauselig; sie hätte dem armen Klon besser erstmal eine Kugel in den Kopf jagen sollen). — Unschuldige Menschen (Symbol für: Alien-Fans, die nicht anders können, als sich einen neuen Alien-Film angucken wollen zu müssen) werden als Versuchskaninchen missbraucht und finden sich über Alien-Eiern fixiert, damit die frischschlüpfenden Face Hugger gleich einen Wirtskörper haben.

Ich kann mir nicht helfen und finde diesen Teil trotz all seiner Unzulänglichkeiten ziemlich unterhaltsam. Genial zum Beispiel die Idee eines guten Untergrund-Androiden (menschlicher als die Menschen) und der drastisch erbärmlichen Klonkreuzung »Ripley 8«. Ich liebe auch den Stationskommandanten (ich sag nur Schuhe putzen), seinen Sicherheitschef und die Weltraum-Piraten. — Meine Lieblingsvignette spielt in der Kantine, wenn die Piraten beim Fernsehgucken Zeit totschlagen und Wynona Ryder versucht, mit Boxhandschuhen aus einer Blechtasse zu trinken.

Der ganz große Flop des Filmes ist mit Abstand das peinlich-behämmerte Design der menschlichen Äuglein in Totenkopfeinfassung für die neue Alien-Brut. Diese neue Alien-Züchtung ist schlicht ein Griff ins Klo. Da hilft der peinsame Abgang des Viehs auch nicht mehr viel.
Fazit: 7 von 10 Punkten.

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10 + + + + + Maßstabsetztendes Meisterwerk; Olympisch.
09 + + + + Überwiegend exzellent; Packend.
08 + + + Bemerkenswert mit leichten Schwächen; Anregend.
07 + + Befriedigendes Handwerk; Kurzweilig.
06 + Unterhaltsam mittelprächtig; Akzeptabel.
Unsichtbare Grenze der absoluten Mittelmäßigkeiten
05 - Brauchbar mittelprächtig; ganz nett, aber insgesamt lau.
04 - - Überwiegend mittelprächtig; Anstrengend bzw. langweilig.
03 - - - Bis auf wenige Momente daneben gegangen; Nervig.
02 - - - - Ziemlich übeles Machwerk; Zeitverschwendung.
01 - - - - - Grottenschlechtes übles Ärgernis; Pathologisch.

Spar-Ausgabe: Molos Wochenrückblick No. 30

Eintrag No. 678 — Ich muss Euch leider mit einer schlanken Ausgabe des Wochenrückblicks abspeisen. Obwohl ich seit dem Wochenende frei habe, bin ich wenig zum Stöbern im Internet gekommen, und die Beute ist entsprechend mikrig. Zudem befinde ich mich im Endspurt meiner Kurzgeschichten-Übersetzerei (zu der ich leider noch nicht sagen kann, was ich da von wem für wen übersetzte … aber soviel sei verraten: ich bin mächtig stolz und froh angesichts der hohen Güte der Stories). — Da es nicht so aussieht, als ob ich diese Woche zu sehr viel mehr kommen werde als Übersetzen und an den Texten zu feilen, werde ich erst nächste Woche Links zu Netzfunden bieten. Für diesmal bleibt es bei Meldungen zu meinem Alltagskram (deshalb auch kein Flattr-Button, denn einen so popeligen Eintrag halte ich nicht für Flattr-würdig).

Allgemein: Eine überraschende Anfrage erreichte mich, und ich habe »Ja« gesagt und werde also nächstes Jahr für ein angesehenes Phantastik-Portal Mitglied eines Jurorenteams für einen Kurzgeschichtenwettbewerb sein. Bin schon gespannt, wie ich mit dieser Aufgabe zurechtkommen werde, oder ob sie nur dazu taugt, meine Nerven zu schreddern und mir Feinschaften einbrockt.

Und gestern konnte ich endlich mein Belegexemplar von Simon Spiegels »Theoretisch Phantastisch« von der Post abholen (das dort seit Donnerstag letzter Woche lag), für das ich Titelbild und einige Portrait-Illus beigesteuert habe. — Tausend Dank an Simon und den p.machinery-Herausgeber Michael Haitel, dass sie mich für dieses edle und nützliche Projekt mit an Bord geholt haben. Jederzeit wieder!
Molo und Simon Spiegels »Theoretisch Phantastisch«.

Film: Zum einen habe ich nun alle sieben Staffeln von »Buffy« gesehen. Ich bin überwältigt, wie gut diese Serie ist, deren erste Staffel ich vor ein paar Monaten eigentlich als leichte Feierabendentspannung angeschafft habe. — Zum anderen genieße ich gerade die ausführlichen Zusatzmaterialien der BlueRay-Ausgabe von »Alien Anthology«. Von allen SF-Serien liegen mir die »Alien«-Filme am meisten am Herzen, trotz aller Macken (vor allem von Film 3 und 4).

  1. Weil mir das SF-Design hier am besten gefällt, so, wie das ›used future‹-Konzept zum ersten Mal und in Folge immer wieder gelungen zum Zuge kommt;
  2. Weil jeder der vier Filme durch das Spiel eines exzellenten Schauspieler-Ensembles geprägt wird;
  3. Weil jeder der vier Filme es wagt, eine ganz eigene Version der eigentlich immer gleichen Story zu liefern; also, weil Varianz und nicht Einheits-Rezept die Reihe prägt.
In den nächsten Tagen werde ich meine alten Einträge aus der Film-DB von SF-Netzwerk auf den Seziertisch legen und aus ihnen einen Blogeintrag zu den »Alien«-Filmen klonen.

»Concerto Grossi« (Op. 6) von Händel, eingespielt von ›Il Giardino Armonico‹.Musik: Ich wandle immer noch fast ausschließlich auf barocken Pfaden, denn bis auf ganz wenige Ausnahmen (Filmmusik von Bernstein und Herrmann), begleitet mich Musik dieser Epoche seit gut einem Jahr. Mehrere Tage lang habe ich alle Hörproben, die ich zu Georg Friedrich Händels »Concerto Grossi« (Op. 6) finden konnte, getestet und bin am Ende bei der Aufnahme von ›Il Giardino Armonico‹ gelandet. Hier geht es zu einem kleinen Promo-Film zu dieser Einspielung. Etwa bei 1:35 kann man die ersten paar Takte der Polonaise aus dem dritten Konzert hören, ein gutes Beispiel für die Wucht und den schnittigen, fast schon schwermetalligen Sound, durch den sich der Streicher-Klang dieser Aufnahme für mich besonders hervortut. Barockmusik, und vor allem solch ein beliebter alter Hase wie Händel, wird ja als Wellness-Musi bis zum Gottserbarmen runtergenudelt. Was für eine Freude, wenn solche Musik dann doch auch mal mit Feuer und Wumms aufgeführt wird.

Lektüre: Bin vor allem mit »Der junge Titus«, dem ersten ›Gormenghast‹-Buch von Mervyn Peake weitergekommen und bald durch. — Für »Zettel’s Traum« von Arno Schmidt hatte ich in der vergangenen Woche nicht so viel Zeit.

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