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Übersicht meiner
Filmrezis und
Buchbesprechungen.
Molos Serie zu Neil Gaimans mit umfangreichen
»Hilfreichen Handreichungen«
1: »Präludien & Notturni«
2: »Das Puppenhaus«
3: »Traumland«
Molos Wanderungen durch &raquo;Bibliothek von Babel&laquo;-Banner, gro&szlig;. der Büchergilde Gutenberg
Jaques Cazotte:
»Der verliebte Teufel«
G. K. Chesterton:
»Apollos Auge«
Lord Dunsany:
»Das Land des Yann«
J. L. Borges:
»25. August 1983«
Deutsche Fassungen (auch als PDF) der phantastischen Literaturseminare von ›Crooked-Timber‹ über:
»Der Eiserne Rat« von China Miéville
Deutsche Fassung des Interviews von Laurie Penny mit Terry Pratchett:
»Sex, Tod & Natur«
Remix von Marcus Hammerschmitt:
»White Light / White Heat«
Großes Lob für & Zitate aus:
Neal Stephensons »Diamond Age«
Großes Buh für & Zitate aus:
Tad Williams »Der Blumenkrieg«
Material zum Kapieren:
Der katholische Tolkien
Vorstellung zum 60gen:
Mervyn Peake »Gormenghast«
Molos Übersetzung von Daniel Chandler:
»Eine Einführung in die Genre-Theorie«
Wallpaper für Lovecraft-Fans:
»Soggoth-Idylle mit Hasen«
Wallpaper für Freunde farbiger Plüschodelik:
»Große Acryl-Impro«
Molos beste Dichtheit:
»Verborgene Orte«
Molos kapriziöse Kurzprosa:
»Zehn Etüden«
Exzessive Melomanie als mp3:
Molomukke Eins, Zwei, Drei, Vier & Fünf, sowie die Vertonung von »The Second Coming«
Impropathos auf 'nem Steinway-Flügel:
»Am Herzen Herumhängen – Arbeiten für den Inkubus«
MOLOsovskysCHRONIK
Netztagebuch eines amœnokratischen Phantasten, Skribblers, Kritikers & Übersetzers


Samstag, 24. Januar 2015
geschrieben von molosovsky,
am: Samstag, 24. Jan. 2015

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Sonntag, 4. Januar 2015
geschrieben von molosovsky,
am: Sonntag, 04. Jan. 2015
Nominiert wurde ich von Thomas drüben bei ›Schöner Denken‹. Hier die Antworten auf seine Fragen. — Eigene Nominierungen mit entsprechend neuen Fragen werde ich noch aussprechen.

•••

Warum bloggst Du eigentlich?
—Das ›eigentlich‹ gefällt mir, denn darin schwingt u.a. so ein ›könntest es auch lassen‹ mit. Tatsächlich war 2014 ein trauriges, weil mageres Jahr. Lag zum Teil daran, dass ich mich als Übersetzer und Lektor Projekten des Golkonda Verlags gewidmet habe (neben einem drögen Brotjob der um die 200 Monatsstunden beansprucht); teilweise aber dem Umstand geschuldet war, dass ich in den letzten Monaten kein gutes Händchen mit Schreiben, Zeichnen und dergleichen hatte.

Was ist das Besondere an Deinem Blog?
—Das könnten (am besten wohlgeneigte) Molochronik-Leser besser als ich beantworten.

Dein Lieblingsfilmzitat?
—Im Alltag komme ich immer wieder auf »Schön beschissen gebastelt« aus »Beetlejuice« zurück … leider ist selten ein passender Baum parat, den ich zur dramaturgisch korrekten Unterstreichung der Aussage umtreten kann.

Welches Blog gefällt Dir am besten?
—Muss ich mich entscheiden? Gibt so viele interessante Blogs, bei denen ich regelmäßig vorbeischaue.

Wie schaust Du Filme? Leinwand? DVD? On Demand?
—Größtenteils zuhause auf einem großen Fernseher (den ich seit ca. November 2014 nach fast 20-jähriger TV-Abstinenz besitze, und dessen Sendersuchlauf ich immer noch nicht benutzt habe), von Blu Ray, DVD & Festplatte oder via ›Arte‹-App bzw. ›Netflix‹-App; oder gerne auch im Kino, wobei das Angebot englischsprachiger OV-Filme (meine Lieblingsbeute) in Ffm seit Weggang der US-Army leider deutlich ausgedünnt ist.

Welche/n RegisseurIn würdest Du gerne interviewen?
—Wenn es darum geht, etwas aus einem Filmemacher rauszukitzeln, wie er so tickt, wie er warum seine kreativen und technischen Entscheidungen trifft, dann am ehesten mit David Fincher.
—Mit Ridley Scott würde ich gerne mal ein ernstes Wörtchen dazu reden, warum er sich im Lauf seiner Karriere zu einem Darling der Produzenzen entwickelt hat, der vor allem pompösen (wenn auch schön anzuschauenden) Schwachfug zusammenschustert, dessen Marketing um Klassen besser ist als das Produkt. Kann mir nicht vorstellen, dass »The Duellists«, »Alien«, »Blade Runner«, »Gladiator« und »Kingdom of Heaven« (Directors Cut) Zufallstreffer waren.

Was ist das nächste große Projekt in Deinem Blog?
—Überhaupt mal wieder mehr Einträge zustandebringen; vielleicht auch endlich mal den Mut und die Disziplin zusammenkratzen, um Podcasts oder vBlogs anzubieten … wer weiß?

Was begeistert Dich an Filmen?
—Im Idealfall das Zusammenspiel aus allem: Drehbuch, Schauspiel, Bilder, Musik, und Schnitt. Ich will die maximale Packung: was fürs Hirn und Herz (selbstverständlich auch für Augen und Ohren); explodierende Außerirdische mit philosophischem Tiefgang; künstlerisch fein gemachte Monster-Sause inklusive gesellschaftlicher Relevanz. Für Animationsfilme (aller Art), Filme, welche die aristotelische Einheit aus Thema, Raum und Zeit einhalten (wie zuletzt »Gott des Gemetzels«) und reine Bild- und Musik-Werke (wie die »Quatsi«-Trio) habe ich eine besondere Schwäche.

Der am meisten unterschätzte Film?
—Ganz aktuell: »Die Legende der Prinzessin Kaguya«. So geht Märchen. Der vielleicht reifste ›Kinderfilm‹, den ich kenne. Insbesondere als Freund der Phantastik bin ich einfach nur überwältigt, mit welch zarten, alltäglichen kleinen Dingen es das Studio Ghibli versteht, mich zu bezaubern. Leider werden die Ghibli-Filme in Deutschland saumäßig für den Lichtspielhausmarkt verwertet; laufen immer mit großer Verzögerung bei uns, in wenigen Kinos, und wenn, dann nur einmal am Tag, möglicherweise nur Wochenends und verschwinden schnell wieder. Sind aber viel zu gut und sehenswert, um vor allem für den Heimkinomarkt vermarktet zu werden.

Bist Du der Filmfestivaltyp?
—Eigentlich schon, denn ich bin früher sehr gerne auf Filmfestivals gegangen. Erinnere mich z.B. gerne an Europa- oder Deutschsprachraum-Premieren von »Akira« (70 mm Projektion!), Lars van Triers »Europa«, »Prospero’s Books« oder der erweiterten & restaurierten Version von »Lawrence of Arabia« in den Neunziger-, und »Prinzessin Mononoke« und »Steamboy« in den und Nullerjahren. Leider ging es sich in den letzten Jahren urlaubsmäßig nicht aus, mir entsprechend Urlaub zu nehmen (ich denke immer zu spät daran, welchen zu beantragen). Wie jedes Jahr, will ich auch 2015 ›wirklich‹ versuchen, mir für das ›Fantasy Film Festival‹ die Woche freizuboxen.

Was hältst Du von Creative Commons?
—Von der zugrundeliegenden Idee eigentlich viel, und alle Beiträge der Molochronik stehen unter CC BY-NC-SA 2.0 DE. Aber ich habe mich schon lange nicht mehr mit der Entwicklung auf dem Gebiet näher beschäftigt.

•••
BONUS: DVD/Blu Ray von »Die Legende der Prinzessin Kaguya« erscheint im April 2014. Molo befiehlt: besorgen und sich lehren lassen, wie das mit dem Seele erheben und Herz berühren beim Geschichtenerzählen geht.



Siehe dazu auch meinen Tweet, als ich aus dem Kino kam:
Deutsch: Verglichen mit einem gutem #Ghibli-Flick — z.B. #PrinzessinKaguya — wirken 99% aller anderen Filme völlig psychopathisch, unreif, grausam & zynisch.

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Freitag, 26. Dezember 2014
geschrieben von molosovsky,
am: Freitag, 26. Dez. 2014
Folgender kleiner Plaudereinblick in meine Arbeit als Lektor entstand aus dem eMail-Wechsel mit Golkondas Delany-Herausgeber Karlheinz Schlögel, der dem Beitrag dann für den ›Golkonda Insider‹-Facebook-Auftritt noch eine Einleitung angedeihen ließ (hier kursiv gesetzt).

•••
Auch zu Weihnachten sind alle Golkondianer fleißig. Bevor der zweite Golkonda Band der Geschichten aus Nimmèrÿa überhaupt das Licht der Welt erblickt, aber das dauert jetzt wohl nicht mehr lange, wird der dritte Band von unserem Delany Lektor molosovsky bereits in Angriff genommen und erste Einsichten zur damaligen Ausgabe gewonnen, dazu live aus der Lektoratsstube:

Abgesehen davon, dass ich seit dem ersten Nimmèrÿa-Band begeistert davon bin, wie Delany das Fantasy-Genre gegen den Strich bürstet (kommt meinem Gedankenspiel recht nahe, Alltag und Nebenfiguren zum eigentlichen Mittelpunkt einer Fantasy-Handlung zu machen, und Questen zu veranstalten, die zu nix führen, bei denen die Leut sich dennoch — bzw. erst recht — selbst entdecken), bin ich ziemlich hingerissen von der Aussicht, die erste große amerikanische AIDS-Erzählung bearbeiten zu können. Immerhin ein Stück Literaturgeschichte.

Habe die letzte Stunde (seit 5 Uhr morgens) damit verbracht, die Datei von »Nimmèrÿa 3« (»Flight from Nimmèrÿa«) zu kneten, da die Formatierung reichlich eigentümlich war. Alles benutzerdefiniert, gespiegelte Seiten, Blocksatz mit pfiffig eingestreuten Leerzeichen (wegen Zeilenumbruch?), einige Sachen wie »Ende« oder Zitat-Namen waren als verankerte Textfelder eingefügt (WTF!)… kurz: Großer Spaß, daraus erstmal normale Standardseiten zu machen.

Folgendes ist mir aufgefallen. Wir arbeiten ja ›nach Fassung letzter Hand‹, und die Anhang-Benennung stimmt nicht mit der uns zugrundeliegenden Wesleyan-Ausgabe ( = WA) überein. — »A Tale of Plagues and Carnivals« war im vorliegenden Manuskript als »Anhang A« bezeichnet. — Der vorliegende »Anhang B: Schluß und Aussicht« besteht aus ca. der Hälfte des Appendix der WA von Band 3, sowie dem Appendix aus Band 4 »Return to Nimmèrÿa«. Der in der WA enthaltene »Appendix B: Buffon’s Needle« fehlt völlig. Ich nehme an (›SEUFZ‹), da steht mir ein gutes Stück Komplett-neu-Übersetzung bevor. Mathematische Notation sollte heutzutage kein Problem mehr sein, aber damit beschäftigte ich mich dann, wenn es so weit ist.

Ich hoffe, der Gehirnstärktiger wird mir beistehen, vor allem bei den New Yorker Echtwelt-Slang-Stromschnellen und Mathe-Klippen des Anhangs. Derweil reicht mein Vorrat an Nüsschen, Käse, Schoko und Kaffee über die Feiertage.


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Donnerstag, 29. Mai 2014
geschrieben von molosovsky,
am: Donnerstag, 29. Mai. 2014
Grob gesagt: meine bisher erfolgreichsten Tweets. — Nein Quaterly (= Eric Jarosinski) gehört zu den Twitteren, denen ich schon seit längerem folge. Er beweist sehr vergnüglich, wie man Spaß mit Nihilimus & kritischer Theorie haben kann. Unter anderem kalauert er immer wieder mit einigen der großen Literaten des letzten Jahrhunderts herum, darunter auch meinem Helden Jorge Luis Borges.

Gestern Abend sind mir zwei Kalauer in ›Nein‹-Manier aus dem Hirn gefallen, die ich der geschätzten Molochronik-Leserschaft nicht vorenthalten möchte.
Borges geht in einen Tattoo-Laden & sagt: »Ich hätte gern ein Tattoo von mir im Maßstab eins zu eins.«

•••
Borges war mal Ehrengast einer Tlön, Uqbar, Orbis Tertius-Cosplay Convention, verkleidet als Bilbo Baggins.

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Dienstag, 27. Mai 2014
geschrieben von molosovsky,
am: Dienstag, 27. Mai. 2014
›Schuld‹ ist ein Tweet von Damien Walter:
»Werft einen Blick auf die vernebelnden Hirnverrenkungn, wenn Lovecraft-Fans versuchen seinen Rassismus zu rationalisieren.«

In dem verlinkten Aufsatz »The ›N‹-Word Through The Ages: The Madness of H. P. Lovecraft« (Das ›N‹-Wort im Fortlauf der Zeitalter: Der Wahnsinn von H. P. Lovecraft) von Phenderson Djeli Clark bei ›Media Diversivied‹ wird geschildert, dass Rassismus keineswegs nur ein flüchtiger Aspekt von Lovecrafts Seelenleben war, sondern bereits früh eine seinem Herzen nahe und lebhafte Regung; und dass viele Personen des vor allem weißen Lovecraft-Fandoms diese hasserfüllte Seite des von ihnen verehrten Autors ignorieren, entschuldigen oder verharmlosen.

Zweiundzwanzig Jahre alt hat H. P. Lovecraft folgendes erst nach seinem Tod veröffentliche Gedicht geschrieben. Ist ein schönes Beispiel für jene Seiten seines Charakters, die von seinen Fans gern mal ausgeblendet werden, und mit denen man sich vor allem bei uns nur sehr ungern beschäftigt. — (Ändert allerdings nichts daran, dass er die Horror- & Phantastik-Literatur ungemein bereichert hat … auch im Guten.)

Das Gedicht findet sich in Abteilung ›VII. Politics & Society‹ der Gesamtausgabe von Lovecrafts Lyrik »On Ancient Tracks«. — (Hach gugge mal! Mit vierundzwanzig hat Lovecraft 1914 auch solche ›Gemmen‹ wie »The Teuton Battle-Song« verfasst, nebst Anmerkung zur Überlegenheit der nordischen Rasse aufgrund rücksichtsloser Grausamkeit & unglaublichem Mutes.)

Hier das Gedicht nebst einer gerade von mir schnell erstellten inhaltlichen Übersetzung (Ihr verzeiht mir hoffentlich alle, dass ich mir die Mühe spare, das Ganze auch noch silbengerecht auf Endreime hin zurecht zu dengeln).

On the Creation of Niggers (1912)
When, long ago, the gods created Earth
In Jove’s fair image Man was shaped at birth.
The beasts for lesser parts were next designed;
Yet were they too remote from humankind.
To fill the gap, and join the rest to Man,
Th’Olympian host conceiv’d a clever plan.
A beast they wrought, in semi-human figure,
Filled it with vice, and called the thing a Nigger.


Über die Schöpfung der Nigger
Als die Götter, vor langer Zeit, die Erde schufen
Ward bei Geburt der Mensch dem edlen Bildnis Jupiters gleich geformt.
Als nächstes wurden wilde Tiere für niedere Dienste entworfen;
Doch waren sie der Menschheit nicht zugänglich genug.
Die Kluft zu füllen, zum Rest der Menschen aufzuschließen,
Ersannen die Olympier einen listigen Plan.
Ein Tier sie machten, der Gestalt nach halb ein Mensch,
Flössten ihm Laster ein und nannten das Ding einen Nigger.

ERGÄNZ:
Auch wenn ich seit Entdecken des Blogs »Skalpell & Katzenklaue« von ›Raskolnik‹ ein großer Fan seiner Texte bin, habe ich erst durch einen Tweet-Reaktions-Hinweis seinen zweiteiligen Essay zum Thema entdeckt.

Ein Beitrag zur Debatte um H.P. Lovecrafts Rassismus: Der Gentleman aus Providence und seine Ängste (i) (28. Januar 2012); Der Gentleman aus Providence und seine Ängste (ii) (6. Februar 2012).

Am Anfang des ersten Teils zeigt sich Raskolnik — zurecht — erstaunt darüber, dass in der deutschsprachigen Phantastik-Bloggersphäre (und nicht nur dort, wie ich ergänzen möchte) erstaunlich wenig über diese unbequemen Aspekte von Lovecrafts Denken & Schreiben öffentlich berichtet wird. Als löbliche Ausnahme wird jedoch das von mir ebenfalls wertgeschätzte Blog »Lake Hermanstadt« von ›Anubis‹ und der dortige Eintrag »Lovecrafts Grab« (16. Dezember 2011) erwähnt.

Verweisen möchte ich auch auf meinen eigenen Eintrag »Lovecrafts Träumereien« (Mai 2006), in denen mein jüngeres ich aus sicht meines heutigen selbst peinlich weichgespült auf die sache blickt. inzwischen weiß ich durch weitere lektüren, dass lovecrafts rassismus, fremdenhass und Überlegensheits-phantasien der nordischen weißen rasse keine oberflächliche, vorrübergehende anwandlung war.


Dienstag, 20. Mai 2014
geschrieben von molosovsky,
am: Dienstag, 20. Mai. 2014

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Montag, 28. April 2014
geschrieben von molosovsky,
am: Montag, 28. Apr. 2014
Der geschätzte Übersetzer-Kollege Markus Mäurer fragt in seinem Blog ›TranslateOrDie‹ für einen kommenden Artikel für ›Phantastisch‹, wie es mit dem Leseverhalten bezüglich deutsch- & englischsprachiger Titel auf dem Gebiet der Fantasy & Science-Fiction aussieht.

Hier meine Antworten.
  • Lest ihr auf Deutsch, Englisch oder beides?
    Beides.
  • Lest ihr in Deutschland abgebrochene Serien/Reihen auf Englisch weiter? Lest ihr nicht übersetzte aber interessante Titel auf Englisch?
    Da ich Serien weitestgehend meide, habe ich dieses Problem nicht mehr. Als Teen und noch Anfang meiner Zwanziger ist mir das einige Male passiert und war ein Grund dafür, dass ich meine Unsicherheit Englisch zu lesen überwinden wollte. — Was ›interessante Titel‹ angeht lese ich das allermeiste auf Englisch, weil es dort weit mehr Titel gibt, die mich interessieren: sprachlich, literarisch, thematisch ungewöhnlichere (aber immer noch) Unterhaltungsliteratur. Gramvoll beobachte ich, wie Autoren, die dann doch übersetzt bei uns rauskommen, regelmäßig floppen oder bei weitem nicht den Ruf bzw. die Leserschaft gewinnen, die sie im englischsprachigem Raum haben. (Ich hoffe ja, dass es z.B. mit Jeff Vandermeer dieses Jahr klappen wird, wenn der Kunstmann Verlag die ›Southern Reach‹-Trio bringt.)
  • Wenn ja, lest Ihr trotzdem auch noch deutsche Titel bzw. Übersetzungen?
    Ich lese noch deutsche Titel.
    Übersetzungen lese ich auch: (a) wenn ich weiß, dass der englische Text sprachlich nicht sooo einzigartig ist, dass ich etwas vermisse, wenn ich zur deutschen Ausgabe greife und ich (b) sicher bin, dass die Übersetzung von guter Qualität ist (Beispiele: John Irving bei Diogenes, oder die neue Melville-Übersetzungen bei Hanser); (c) bei von mehr sehr geschätzten Autoren lese ich gerne Englisch und Deutsch, um die Übersetzung mit dem Original zu vergleichen und meinen Spaß daran zu haben, die Entscheidungen und Strategien des Übersetzers zu beobachten.
  • Wer liest nur noch auf Englisch? Und warum?
    Nicht der Fall.
  • Wer liest weiterhin ausschließlich auf Deutsch? Seid ihr mit dem Angebot zufrieden?
    Nicht der Fall.
  • Wie seht ihr die aktuelle Lage auf dem Fantasy und SF-Buchmarkt?
    Zu wenig gute Bücher finden zu den entsprechend guten Lesern. Fandom-Leser oder Fantasy/Science-Fiction-Fans sind nicht zwangsläufig gute Leser. Die Genre-Phantastik krankt daran, dass sie zu viele schlechte Leser hat. Ohne ausreichend gute Leser verfestigt sich bei Verlagen der Eindruck immer mehr, dass Fantasy/Science-Fiction-Leser vor allem Ex & Hopp-Franchise-Zeug genießen wollen. Entsprechend eintönig ist das Angebot.


Mittwoch, 16. April 2014
geschrieben von molosovsky,
am: Mittwoch, 16. Apr. 2014
Habe vor einigen Tagen spät Nachts noch die weitergeleitete Frage einer Leserin beantwortet, warum ich an einer bestimmten Stelle meiner Übersetzung von Ted Chiangs Story »Geschichte Deines Lebens« aus dem Band »Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes« der Begriff ›Groschen‹ und nicht ›Cent‹ verwendet habe. — Überraschenderweise waren Golkonda-Herausgeber Hannes & Karlheinz von meiner Antwort so erfreut, dass sie als Newsblog-Eintrag auf der Verlagsseite verbreitet wurde.

Ich will meine Antwort den MoloChronik-Lesern nicht vorenthalten und biete sie also auch in meiner mir eigenen Textformatierung hier an:

•••••

Frage: Warum wird ›Groschen‹ verwendet und nicht ›Cent‹? (Seite 43, Zeile 16 in »Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes«)

Antwort: Gerehrte Fragestellerin.

GOtt sei Dank eine Frage nach einer Übersetzung-Detail-Entscheidung, die ich beantworten kann. (Es ist nämlich keineswegs so, dass ich jede einzelne Übersetzungs-Entscheidung, die auf meinem Mist gewachsen ist, im Nachhinein selbst noch nachvollziehen könnte.)

Warum an der genannten Stelle ›Groschen‹ und nicht ›Cent‹?

Kurze Antwort: Weil im Original eben nicht ›cent‹ steht, sondern ›one slim dime‹.

Aber: ›one slime dime‹ hieße wortwörtlich eigentlich in etwa ›ein mickriges / lausiges Zehn-Cent-Stück‹. Im deutschsprachigen Raum gab es in Österreich vor der Einführung des Euro noch Groschen; in der BRD (in der ich groß geworden bin) war umgangssprachlich damit ein 10-Pfennig-Stück gemeint. Trotzdem nicht ganz das Gleiche wie ein amerikanisches 10-Cent-Stück.

Also längere Antwort: Wichtiger als das wörtliche Übersetzen einzelner Ausdrücke an und für sich ist bei einer Übersetzung von Prosa, Erzählungen, Romanen (zumindest meiner Ansicht nach), die Stimmung, den Rhythmus, den Erzählton zu treffen und möglichst viele der kulturellen, sozialen, zwischenmenschlichen, psychologischen etc. Anspielungen, Anklänge in die deutsche Fassung rüberzuholen, wie nur geht.

Die Stelle im Original:
Gary held up the tent flap and gestured for me to enter. »Step right up,« he said, circus barker-style. »Marvel at creatures the likes of wich have never been seen on God's green earth.«
»And all for one slime dime,« I murmured, walking through the door.

Wesentlich scheint mir hier, dass Gary — etwas albern, aber das macht ihn ja liebenswert — ein kleines Rollenspiel beginnt, absichtlich ironisch dramatisiert (um die Spannung zu mildern, sich gleich einer ganz großen, nicht nur wissenschaftlichen, neuen Sache gegenüber wieder zu finden) und sich des altertümlichen Sprachgehabes eines Jahrmarktschreiers bedient. DAS rüberzubringen lag mir am Herzen, und dass die Erzählerin mit ihrer eher beiläufigen, zurückhaltenden Art dennoch bei diesem Rollenspiel mitmacht, indem sie umgangssprachlich (›one slim dime‹) antwortet.

Deshalb also in der deutschen Fassung:
Gary hielt den Zelteingang auf, und bedeutete mir mit einer Handbewegung einzutreten. »Hereinspaziert, hereinspaziert«, sagte er wie ein Zirkusausrufer. »Bestaunen Sie Kreaturen, wie sie auf Gottes schöner Erde noch nie zu sehen waren.«
»Und das alles nur für ein paar Groschen«, murmelte ich, als ich durch die Öffnung trat.

Trotzdem, so könnte man beharren, ist one slim dime‹ eben eigentlich ein Groschen‹, ja ganz genau eben ein 10-Pfennig-Stück‹. Aber wie klingt das als Satz?

Letztendlich entscheide ich mich oftmals, was besser klingt, solange es im Grunde eher mehr als weniger inhaltlich stimmt. Buchstäbliche Bedeutung ist eben nicht alles beim Übersetzen.

Ich hoffe, diese Antwort ist hilfreich.

Herzliche Grüße
Alexander Müller / molosovsky

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Sonntag, 6. April 2014
geschrieben von molosovsky,
am: Sonntag, 06. Apr. 2014
Damien Walter is a ›Twitter buddy‹ of mine, Scottish author of reviews and essays, buddhist agent provocateur against all dumb mainstream notions, jester, mocker & critic at the court of the fantastic genres.

In short: check out his website and follow his columns for »The Guardian«.

Today he shared his love for Herrmann Hesse — an author whose achievments I can respect, but I personally quite despise his writings, especially his prose style — but instead of scoffing about Damiens fondness for Hesse, I replied by hinting at a curious quote from Hesse about Edgar Allan Poe.
Found the full quote with context in German, but not in English, which provides me with a perfect opportunity to do something litte for Damien as a »Thank you« for his Twitter friendship and as appreciation for his workings on the internet.

So here is my quick translation vom German to English of the mentioned quote of Herrmann Hesse (In »Gesammelte Werke Band 12; Schriften zur Literatur II«, Werkausgabe edition Suhrkamp; Hrsg. von Volker Michels, Frankfurt 1970; Seite 283):
E. A. Poe
1809 - 1849

The german literature of our days is full of »fantastical« fictions, from which only that of Meyring have a certain depth. The father of this genre, Poe, remains unmatched. Poe, the lonely, impoverished american journalist truly was a marked man, a Cain with the sign of a genius. The whole literature of horror & the fantastic following after Poe will be gone swiftly. Poe may be Americas greatest poet even above Whitman.

»A History of Literature in Reviews and Essays«, 1922


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Freitag, 21. Februar 2014
geschrieben von molosovsky,
am: Freitag, 21. Feb. 2014
Ich stecke fest und der diesjährige Jahresrückblick kommt nicht voran. Habe mich nun entschieden, dass ich via Twitter — Molos Zwitscherei — bescheid gebe, wenn ich fertige Kategorien hier ergänze. Damit ihr geschätzte MolochronikLeser aber schon mal was habt, hier das bisherige ›Work in Progress‹.

•••••

Willkommen bei meinem Jahresrückblick zu den edelsten Zeitverschwendungen, der explosivsten Unterhaltungsmunition, lindernsten Seelenmedizin & potentesten Bewusstseinshanteln des Jahres 2013.

Überflüssig zu erwähnen – aber sicherheitshalber hier noch extra betont –, dass dies meine persönlichen Favoriten des Jahres 2013 sind, & ich deshalb mit GOttgleicher Objektivität alle anderen Bestenlisten zunichte mache. Wenn Eure Lieblinge hier nicht aufgeführt werden, könnt Ihr ja zur Abhilfe Haare raufen & mit den Zähnen klappern. Vielleicht bringts ja was.

Titel, die ich nicht gesehen, gelesen, gehört oder gespielt habe, bleiben natürlich aussen vor. Vor allem bei den Filmen & Games wurde ich vieler Sachen, die mich brennend interessiert hätten, 2013 noch nicht habhaft (ganz besonders bitter beklage ich, dass der neuste in Deutschland anlaufende Ghibli-Zeichentrickfilm »Der Mohnblumenberg« in der ach so mondänen Metropole Frankfurt grad mal eine Woche in den Kinos war).

Die Sortierung folgt diesmal dem Alphabet (nach Autorennachnamen oder Titel), die Reihenfolge stellt also in sich keine Wertung dar (besondere Hervorhebungen wurden in die Kurzbeschreibung integriert).

•••••

GUT BUCH (Prosa)
  • »Pulsarnacht« von Dietmar Dath: Siehe meine Besprechung in diesem Blog. Spontane Kurznotiz nach Beenden des Buches: »Es ist für mich 100 x vergnüglicher, mich mit den Romanzumutungen von Dath abzurackern, als Spaß zu haben mit den mundgerechten Schreibformel-Ergebnissen eines Eschbach«
  • »Nimmèrÿa 1: Geschichten aus Nimmèrÿa« von Samuel R. Delany: Meine erstes Buch von Delany mit dem er sich in meine oberste Fantasy-Liga katapultiert hat (in der sich auch Mervyn Peake, John Harrison & China Miéville befinden). Mit wunderschöner Sprache & erlesenem Stil schildern fünf Kurzgeschichten Schicksale größtenteils einfacher Leuz in einer gut geerdeten Fantasywelt (kann aber auch eine verschollene, unbekannte Vorgeschichtsepoche sein, wie ein fiktives akademisches Vorwort andeutet). Es geht um die Queste der Erkundung der eigenen Sexualität, um sozialen Wandel im Zuge sich ausbreitenden Handels & Geldwirtschaft, um Adelsintrigen, Drachenreiter & Befreiungen aus Verließen. Mich begeistert, wie scheinbar spielerisch Delany es versteht hohen Ton, philosophische Spekulation und gewöhnliches Leben zu vereinen. Freue ich schon sehr auf die weiteren Bände dieser deutschen Ausgabe der Geschichten aus Nimmèrÿa und anderer Bücher von Delany.
  • »The Quantum Thief« (Jean le Flambeur #1)von Hannu Rajaniemi: Was für ein Debüt! Schon mal vom Start weg grandios, wenn ein Hi-Tech-SF-Thriller sich vor dem ehrenwerten Klassiker »Arsene Lupin« von Maurice Leblanc verbeugt. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt: interessanten Weltenbau; entsprechend der vielfältigen ausgeklügelten Technik-Gadgets & Szenerien wohlfeile SF-Poesie. Die Handlung verläuft zweigleisig: a) ein Meisterdieb auf der Suche nach seinem irgendwo versteckten Selbst und b) ein idealistischer Amateurdetektiv soll einen Mord an einen Chocolatier aufklären. Die Äktschnszenen sind bombastisch, Humor- & Emotionseinlagen sind gelungen, die Schreibe ist komplex & kompakt und der Roman damit ein Feuerwerk der Vielfalt: Kurz: ein Spitzen-Titel der Lust auf mehr macht (Band zwei »The Fractal Prince« liegt schon bereit).
  • Thomas Pynchon hat sich seit »Against the Day« in den letzten Jahren zu einem meiner Helden gemausert, zu einem der Autoren, von denen ich mich mit Freuden überfordern lasse. »Mason & Dixon« & »Gravity’s Rainbow« stehen mir noch bevor. Zweiteren habe ich mittlerweile drei Mal angefangen & stecke immer noch irgendwo in der Mitte. — Aber folgende beiden Romane habe ich letztes Jahr genossen:
    »Bleeding Edge«
    »Vineland«
  • Neal Stephenson:
    »Zodiac«
    »Interface«
  • Tad Williams: »The Dirty Streets of Heaven« (Bobby Dollar #1), ungekürztes engl. Hörbuch, gelesen von Joe May: Finde ich ja total toll, dass ich nach vielen, vielen Jahren mal wieder was von Tad Williams gefunden habe, was mir richtig gefällt (Mega-Verrisse schreibe ich nämlich eigentlich nicht so gern). Obwohl dieser Roman nicht mehr darstellt, als dass Herr Williams aufgeschlossen hat an die Mode, sich klassische Mythen, wozu auch der Fundus phantastischer Figuren & Themen der Bibel gehören, in zeitgenössischer Stadtlandschaft tummeln zu lassen (er ist nun also da angekommen wo »The Sandman«, die »Books of Blood«, »Hellblazer«, »Preacher« & mannigfache andere urbane Fantasy schon seit Jahrzehnten weilen), ist das Ergebnis doch eine sehr kurzweilige Freude. Krimi, Komik & Tragik, Spannung, ein bisschen Horror, dargeboten durch einen sich am Noir Krimi-Schnodder orientierenden Erzähler, eine gute Portion »Fuck You!« in Richtung religiöses Schwarz-Weiß-Denken, ein Engel der sich mit einer Höllenschönheit im Bett wälzt … und die Sache ist perfekte Kurzweil. — Habe leider noch nicht prüfen können, was die deutsche Fassung taugt & bin sehr gespannt, welche Umsetzung & Reaktionen Buch 2, »Happy Hour In Hell«, auf dem Deutschen Markt erleben wird, denn da dreht Williams richtig heftig auf und bietet (für seine Verhältnisse heftig krasse) Grausamkeit, Groteskerien, Blutorgien & Ekelsex, dämonische Frauen die mit bezahnten Muschies Männer vergewaltigen, bis zum wonniglichen Brechreiz.
  • Desweiteren erwähnenswert & einen Versuch wert:
    • J. R. R. Tolkien: »The Lord of the Rings«, ungekürztes Hörbuch gelesen von Rob Inglis:
    • Suzanne Collins: »The Hunger Games«-Trio (»The Hunger Games«, »Catching Fire«, »Mockingjay«)


GUT BUCH (Sach)


GUT COMIC
  • Hiromu Arakawa: »Fullmetal Alchemist«:
  • China Miéville: »Dial H for Hero«:
  • Osamu Tezuka: »Buddah«, 8 Bände
  • :


GUT MUKKE
  • »Random Access Memory« von Daft Punk:
  • »The Last of Us« von Gustavo Santaolalla:
  • »The Golden Age« von Woodkid:


GUT GAME (PS3)
Zum ersten Mal die Sparte ›Games‹ & hier kommt die alphabetische Sortierung voll sinnvoll zum Zug, denn mich bei diesen Titel entscheiden zu müssen, welches nun die anderen überragt, ist mir unmöglich. Alle Gold!
  • »The Last of Us« von Naughty Dog: Immer wieder klopfe ich meine Gemütslage in Sachen Games ab, & komme stets zu dem Ergebnis, dass TLoU mein bisheriger Lieblingstitel aller Zeiten ist. Okey, der Multiplayer ist mörderschwer & ich inmitten lauter Kopfschuss- & Schleichkünstler eine absolute Nulpe. No Fun. Aber wer braucht Mehrspieler, wenn die Einzelspieler-Geschichte so überragend gut geschrieben & inszeniert ist. Das Genöle von Rezensenten, die meinen, TLoU wäre eigentlich arg flach & glänze nur darin, die Spieler ›emotionell zu manipulieren‹, entstammt zwar einer durchaus bedenkenswerten Kritik-Tradition, die 90° zur ›Effekt bewirkt Affekt‹-Programmatik des Urvaters der modernen Reisser-Poetik Edgar Allan Poe verläuft, aber völlig verkennt & entsprechend fehlurteilt, wie heftig & imho relevant die Tragödie ist, die dieses Spiel erzählt & spürbar macht. — Ein Mensch reisst nieder, weil er nicht loslassen kann; wird zum Zerstörer, weil er Nähe erzwingen will; raubt der Mehrheit die Hoffnung, weil er seine eigene Verzweiflung alleine nicht bewältigen kann. — Nicht nur die reisserischen, spektakulären, schockenden Sequenzen & Aspekte wurden hochwirkungsvoll umgesetzt, auch & gerade die umsichtige Sorgfalt, mit der die zarten (»You’re gonna so sing for me when we get through this«), kleinen (»Gnomes are super cute. Not Fairies though. They creep me out.«), beiläufigen (»Your watch is broken«) menschlichen Details platziert wurden, macht das Spiel für mich so groß. Überall subtil verteilte Spuren von Kindern & zerstörten Familien, der Härte des Überlebens in der Postapokalypse. und dann erst die Giraffen, der Schwan, der Hirsch, der Schneehase. — Taschentücher bereithalten.
  • »Grand Theft Auto V« von Rockstar: Eingestanden, dass auch mich leichte Wehmut umflorte, weil der Titel nicht mit der Wirkmacht bei mir einfetzt, wie ich erwartet habe. Andererseits war meine Erwartung eben auch ungescheit heftig uffgedreht … eine Grundstellung, mit der man sich fast zwangsläufig einen Kick ins Gemüt reserviert. Doch trotz der ein oder anderen nervigen Nebenfigur, kleiner Macken des Einzelspieler-Modus, & des mich ziemlich frustrierenden, weil lahmarschigen Mehrspieler-Modus, wurde ich beschert mit einer überwältigend gestalteten Welt, vielen amüsanten Details, ‘nem flockigen Gameplay & mit Michael, Franklin & Trevor eine wuchtige Spielfiguren-Trio. — Sonderpunkte gibt’s für den coolen Soundtrack unter anderem mit Tangerine Dream. — Weitere Sonderpunkte gibt’s für Yoga als Minispieleinlage. Macht immer gute Laune, wenn Michael mit hochrotem Kopf wieder in die Senkrechte kommt.
  • »Ni no Kuni« Take-5 & Studio Ghibli: Dummerweise habe ich »Ni no Kuni« gar nicht fertig spielen können, weil mein Speicherstand bei einem Crash verlorenging. Aber die ¾ der Geschichte, die ich absolviert habe, riechen locker (!) für einen Platz unter den Jahresbesten. Die Gestalter von Studio Ghibli & ihr Hauskomponist Joe Hisaishi brillieren darin, allen zu zeigen, wie umfassend doll ein Game daherkommen kann. Die Bossfights auf ›normal‹ brachten mich lustvoll zum Schmitzen. Besonders begeistert mich, wie die Story unerschütterlich auf Prinzipien des Ausgleich-Schaffens und der Harmonie-Verbreitung aufbaut. Hier kann man seine (völlig unironisch gemeint) Gutmenschen-Mukkis trainieren, und das sollten viel mehr große Titel wagen. — Zur Sicherheit Taschentücher bereithalten. — Genuss des Spieles kann dazu führen, dass man mit Decke als Umhang und Stecken als Schwert durch die Nachbarschaft rennt um Leuten zu helfen.
  • »Ico« von Team Ico: Okey, ich hinke ein klein wenig hinterher, dass ich erst im vierten Quartal 2013 dazu kam, diesen Klassiker aus dem Jahre 2001 zu spielen. Ändert aber nix an meiner Begeisterung für dieses eigentlich sehr simple Spiel. Junge mit Hörnern & Mädchen in Weiß wollen aus einer gigantischen Burgruine entkommen. Rufen. Händchen halten. Schattenmonster kloppen. Kisten schieben. Klettern. Hebel umlegen. Was für eine überraschende Stimmungs-Melange aus kraftvoller Zärtlichkeit & unheimlicher Menschenleere. Habe nach über 10 Jahren sofort verstanden, was ein Freund damals meinte, als er mir »Gormenghast«-Fan dieses Spiel empfahl. — Für den Schluss unbedingt Taschentücher bereithalten.


GUT FILM
  • »Django Unchained«: Herr Tarantino trifft stets meinen Geschmack & jeder seiner Flicks beglückt mich mit grandiosen Ideen, kreativem Erzählen, aufwühlenden Wendungen & Perspektiven, vor allem aber mit knackigen, langen Dialogen. Herr Waltz diesmal als heldenhaft guter Deutscher, Herr Caprio zu Abwechslung mal als egomanischer Herrenmensch & viele weitere Darsteller in hinreissenden Rollen. Zudem: angenehm humorig-launig diese engagierte Anklage des ansonsten missachteten Themas Sklaverei in USA.
  • »The East«: Überraschungstreffer. Wollte eigentlich nur mal wieder einen Film mit der mich stets begeistern Ellen Page gucken. Trotz der enttäuschend konventionell-feigen Schlussvolte ein aufwühlender, ruhiger Film über die Rache der Leute mit zuviel Gewissen. Allein die Szene mit der Widerstandskämpfer-Initiation beim gemeinsamen Abendessen zog mir den Teppich unter den Füssen weg. So geht Publikumsbeschämung die inspiriert. — Ein halbes Taschentuch bereithalten.
  • »Gravity«: Abgesehen von der umwerfen Achterbahnfahrt im All; den spektakulär perfekten Bildern & teilweise irre langen Kamereinstellungen; der überzeugenden Veranschaulichung, dass das Kaporresgehen von Dingen große Schönheit zeitigt; erstaunte mich hier, wie gut Frau Bullock sein kann, wenn man ihr entsprechend was zu tun gibt.
  • »The Hobbit (2): The Desolation of Smaug«: Siehe meine Besprechung in diesem Blog. Kurzfassung: Bisher mein liebster Mittelerde-Rambazamba.
  • »Jack Reacher«: Derzeit mit liebster Film mit Tom Cruise, was weniger an Herrn Cruise liegt (der hier schlicht gutes Handwerk abliefert), sondern der geschickten, angenehm altmodischen Inszenierung zu verdanken ist. Absoluter Hammer allerdings ist Werner Herzog (& seine leblosen, vor niederträchtiger List funkelnden Augen) als gieriger, strenger & grausamer Oberböser. — Siehe auch meine Rezension zu dem (hier nicht verfilmten) ersten Roman von Lee Child mit Titelhelden Jack Reacher.
  • »Pacific Rim«: Auch Herr del Toro ist so einer, der bisher nichts abgeliefert hat, was mir missfällt. Guckt genau hin, wie edel, wahrhaftig & freudvoll stumpfe Prügeleien zwischen Riesenmonstern & Titanen-Roboterrüstungen sein können, wenn sie ohne dummes Ironie-Augenzwinkern, sondern mit viel Detail-Liebe & Choreographie-Können aufgeführt werden. Bienchen jeweils für Rinko Kikuchi als zarte aber wehrhafte Mako Mori; den feinen Stockkampf; & die allerliebst gestaltete fremdartige Welt, aus der die Monster kommen. — Mein persönlicher Lieblingsfilm des Jahres!
  • »Silver Linings Playbook«: Sozusagen »Harry Meets Sally« für Leuz mit bipolarem Dachschaden (also MelanchoManiker wie mich, auch wenn ich bisher nur laienhaft von meinen Freunden diagnostiziert wurde). Nicht mehr als eine Gute Laune-Romanze, aber eben erfreulich herzhaft gegen das verständliche Theater anstänkernd, normal & brav sein zu wollen. Wenn schon normal sein, dann weil es einem selbst gut tut, nicht weil es ›die anderen‹ halt gern so hätten. Hut ab für das Tanzfinale, das mit all seiner Ungeschicklichkeit menschlich berührt. — Mindestens ein Taschentuch bereithalten.
  • »12 Years A Slave«: Neben »The East« sicherlich der ernsteste, erwachsenste Film dieser Liste, & im Gegensatz zu »Lincoln« eine rundum gelungene, notwendige, schmerzliche, intensive & plättende Geschichtslektion. Auch die Inszenierung traut sich immer wieder Sachen aufführen, die man selten so konsequent gemacht vorgesetzt bekommt. Ein Meisterwerk. — Mindestens eine Packung Taschentücher bereithalten.
  • Ebenfalls gut, wenn auch mit Abstrichen oder Vorsicht zu genießen:
    »The Conjuring«: Gute Gespensterfilme sind rar, aber hier wurde fast alles richtig gemacht. Herausragende Geräusch- & Klanggestaltung, sachte Steigerung, geschickte Kamera & überzeugende Darsteller — Bienchen für Lily Taylor — sowie eine Menge frischer Ideen lassen diese eigentlich ausgelutsche Formel knackig-firsch erscheinen.
    »Elysium«: Schade, dass Herr Blomkamp das Niveau nicht halten kann, das er mit »District 9« selbst vorgelegt hat. Aber immerhin trumpft Sharlto Copley als energischer Söldner & Judy Forster als skrupellose Präsidentin auf. Zudem immer noch einer der besten SF-Weltenbauten der letzten Jahre & unübersehbar sozialkritisch obendrein.
    »Hänsel & Gretel: Witch Hunters«: Sicherlich der behämmerste Streifen, der es auf diese Liste geschafft hat. Da aber hier Schwachsinn erstaunlich hoch gestapelt wird, gepaart mit haarsträubend planlosen Schauspielern & einer Schwemme lachhafter Gimicks ein kurzweiliges Vergnügen … vorausgesetzt man hat was zu Kiffen oder (wie in meinem Fall) Saufen.
    »How I Live Now«: Frau Ronan seh ich ja immer gern, & wenn schon Bürgerkrieggrauen & Atombombendystopie, dann bitte auch mal einfach aus der Sicht von Jugendlichen auf dem Land, die von den anspringenden Ausnahmezustand-Maßnahmen überrollt werden & ums Zusammenfinden & Überleben kämpfen. Mindestens ein Taschentuch bereithalten.
    »Iron Man 3«: Shane Black hat’s halt druff & deklassiert locker die Vorgänger-Teile. Überraschend, wie bissig so ein Megabudget-Vehikel die jüngere ›War on Terror‹-Zeitgeschichte kommentieren kann. Bienchen für Ben Kingsley der in diesem Film wieder Mal zeigt, wie groß seine Bandbreite ist.
    »I Spit On Your Grave«: Wollte dieses Remake eines stur durchgezogenen Schnetzlers eigentlich nur nebenbei gucken. Die ersten ca. 40 Minuten sind äußerst unangenehm, wenn eine Schriftstellerin ausführlich zuerst belästigt, dann psychisch & schließlich körperlich vergewaltigt wird. Der erbarmungslose Racheparkour mit seinen originell-grausamen Hinrichtungsmethoden entschädigt jedoch voll & hat mich begeistert. Der sadistische Feministen-Sympatisant in mir kam voll auf seine Kosten.
    »Lincoln«: Mit seiner ungehemmt aufdringlichen Absicht, hier ein schultaugliches Geschichtslehrstück abzuliefern nervt Spielberg freilich volle Kanne, aber das mindert nicht das Vegnügen, Herrn Lewis dabei zuzusehen, wie er sich in den beliebtesten Präsi der USA verwandelt.
    »Prisoners«: Die Kamera von Meister Deakins & die ruhige Musik von Jóhannson machen aus diesem beklemmenden Depri-Thriller um eine entführte Tochter etwas ganz Besonders. Bienchen für die Person, die sich am Ende als Bösewicht entpuppt. — Ganz toll & mich fibbern lassend: Regiesseur Denis Villeneuve wird die von mir ins Deutsche übertragene Geschichte »Geschichte Deines Lebens« von Ted Chiang verfilmen!!!
    »Rush«: Ich hasse Autos & noch inniger hasse ich Formel 1. Aber Daniel Brühls Portrait von Niki Lauda ist atemberaubend. Zudem wird eine beherzigenswerte Lektion über fruchtbare & schädliche Arten Rivalitäten zu pflegen geliefert.
    »The Worlds End«: Obwohl dies der schwächste Teil der ›Cornetto‹-Trio ist, wird hier vor dem Hintergrund einer clandestinen Alien-Invasion wieder mal die Geistlosigkeit provinzieller Bürgerlichkeit vorgeführt & zudem die Herausforderung des Erwachsenwerdens sowie Verzweiflung des Klammerns am Jugendlichkeitswahn veranschaulicht. Und Herr Pegg glänzt als ergreifender Tragikomiker.
    »World War Z«: Als Verfilmung der packenden, fiktiven Interview-Collage von Max Brooks freilich Mist, aber wenn man das mal außen vor lässt & den Film für sich nimmt, ein ganz vergnüglicher Zombie-Äktschnkracher, mit unverschämt wimmeligen & quirligen Untoten-Tsunamis. Bienchen für Daniella Kertesz als zähe israelische Soldatin.


GUT SERIE
  • »Elementary«:
  • »Legend of Korra«, Staffel 1 »Air«, Staffel 2 »Spirits«:
  • »Person of Interest«:
  • »Sleepy Hollow«:
  • »Star Trek« (»Next Generation«, »Deep Space Nine«, »Voyager«, »Enterprise«):
  • »Veronica Mars«:
  • »West Wing« und »The Newsroom«:


BESTE/SCHLIMMSTE MOMENTE
  • Twittern macht großen Spaß. Traue mich auch immer mehr auf Englisch zu schreiben.
  • Kaum gebloggt. Molochronik hat darben müssen.
  • Zum ersten Mal via Bildschirmtelefonie mit jemanden über große Strecke kommuniziert (Hi David!). — Würd ich gern öfter machen.
  • Sommerurlaub in Berlin inkl. Übersetzerklause & Grillfest beim Golkonda Verlage.
  • Einen Abend in Berlin angeregt mit einem sehr hellen Zehn(?)-Jährigen über Kosmologie, Wissenschaftstheorie & Mathematik ausgetauscht.
  • Gäste im Herbst. Unter anderem wurde eine Kurzgeschichte geschrieben (wobei mir eine Zeichnung aus dem Ärmel geplumpst ist) & an einem Roman gearbeitet (ich durfte als Ideenabklopf-Gehilfe dienen) .
  • Erschöpfte Verfassung meinerseits & Brüllangriff gegen meine Person führte zu schlaflosen Alptraumtagen & -nächten.
  • PS3-Leseköpfe kaporres. Dann aber Wahnsinninsaktion von hilfreichem Freund, der sich darum kümmerte, dass Ersatz gestellt wird (im Zuge dieses Vorgangs ist mir die zweite Zeichnung des Jahres aus dem Ärmel geplumpst).
  • BuCon in Dreieich. Michael Marrak wiedergetroffen! Spontan für Herrn Mäurer die zwei von Carl Amery herausgegeben G. K. Chesterton-Bände der SF-Klassiker-Reihe des Heyne-Verlages beim anwesenden Antiquariathändler besorgt.
  • Musste Zähne knrischend aus Zeitgründen zurücktreten von dem Projekt, die zweiteilige Bastei-Ausgabe von »Perdido Street Station« für die im März 2014 bei Heyne erscheinende einbändige Neuausgabe abzuklopfen. — Konnte immerhin bescheid geben, dass ›theology‹ auf Deutsch nicht ›Theosophie‹ heißt.
  • TV-Literaturkritiker Denis Scheck empfiehlt den von mir übersetzten Golkonda-Band mit Kurzgeschichten von Ted Chiang (»Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes«) sowohl auf der Buchmesse, als auch in seiner Sendung »Durckfrisch« als eines der besten Bücher des Jahres.


Seit 4720 Tagen aktiv. Am 24. Januar 2015 gab's zuletzt 'ne Änderung.



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