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geschrieben von molosovsky,
am: Dienstag, 10. Jan. 2012
Eintrag No. 758 — Die Blogtradition gebietet als Anlass für ein schwer notwendiges Lebenszeichen einen Rückblick auf die guten Sachen des vergangenen Jahres.

Gut Buch (Prosa)
  • »True Grit« von Charles Portis. Seit langer Zeit ein Roman, an dem ich keinerlei Makel feststellen konnte (denn mir fallen eigentlich immer irgendwelche Kleinigkeiten auf, an denen man noch hätte fizzeln können). Habe mir gleich darauf die anderen vier Bücher von Portis besorgt und bin bisher von »Dog of the South« ebenfalls ziemlich angetan. — (Und natürlich finde ich die Neuinterpretation als Film von den Coen-Brüdern viel besser als die alte Erstverfilmung mit John Wayne … auch wenn ein John Wayne-Film immer den entzückenden Charme eines John Wayne-Filmes hat.)
  • »Deadwood« von Pete Dexter. Ziemlich sicher, dass dieses dreckige, harte, tragische, melancholische und bisweilen abstrus- und/oder brutal komische Wild West-Panorama eine wichtige Inspiration für die gleichnamige HBO-Serie gewesen ist, auch wenn das nirgends offiziell eingestanden wird. — (Wenn ich jemals einen Fantasy-Roman schreiben wollte, wäre dieser Roman ein gutes Vorbild für die Struktur und Erzählhaltung, an der ich mich zu orientieren versuchen würde.)
  • »Embassytown« von China Miéville. Der erste richtige SF-Roman von Miéville bietet erstaunliche Spekulationen über eine Gesellschaft ohne sprachliche Symbole, die Macht von Metaphern und ist zudem eine eindringliche Auseinandersetzung mit Suchtproblemen und Kolonialismus.
  • »Reamde« von Neal Stephenson. Habe diesen über 1000-Seiten dicken Wälzer in wenigen Tagen verschlungen. Gelungene Äktschn mit Geheimagenten, Terroristen, Onlinerollenspielern und Geiseln, oben drauf geschmückt mit erhellenden Schmunzelkirschen zum Thema Mainstream-Fantasy.
  • Die ›Bigend‹-Trio von  William Gibson, bestehend aus »Pattern Recognition« (›Finden Sie raus, wer diese viralen kleinen Kult-Filmschnippsel ins Internet stellt‹), »Spook Country« (›Auf den Weltmeeren ist ein geheimnisvoller Container unterwegs. Finden Sie heraus was drin ist‹) und »Zero History« (›Finden Sie raus, wer die Klamotten für die Underground-Modemarke Gabriel Hounds entwirft‹), etwas kühl und  trocken, was mich aber nicht stört, denn Gibson flicht immer wieder auch geradezu poetische Stellen ein. Genial finde ich seinen thematischen Ansatz, die moderne Welt der sich auflösenden Staaten, der allgegenwärtigen Informationsgesellschaft, der Post-IX.XI.-Befindlichkeit anhand des Spannungsfeldes zwischen (bzw. der Gemeinsamkeiten von) Geheimdiensten und Marketing abzuklopfen. — Mein Liebling ist übrigens Buch 1, »Pattern Recognition«, nicht zuletzt, weil ich die weibliche Hauptfigur ins Herz geschlossen habe.
  • »Cyclonopedia. Complicity With Anononymous Materials« von Reza Negarestani. Eine verwirrend, verstörend betörende Hatz durch einschüchternd komplexe Themenstrudel veranstaltet dieses Theorie-Fiktionswerk. Ein Muss für jeden, der gerne eine wilde, gelungen relevante Mischung aus Cthulhu-Mythos, Geologie, orientalischer Dämonologie, kritischer Theologie und Petropolitik inkl. ›War on Terror‹ erleben möchte. — Auch wenn ich wahrscheinlich nur ca. 50% dieses Buches verstanden habe, bin ich beeindruckt. (Und falls dieses eigenwillige Meisterwerk jemals ins Deutsche übersetzt werden sollte, habe ich jetzt schon Mitleid und Respekt für wer auch immer das bewerkstelligen soll.)
  • Desweiteren möchte ich kurz als empfehlens- weil lesenswert erwähnen:
    — die mit seltsam-heftiger Selbstbezüglichkeitsschleife versehene Zeitreisenovelle »How To Life Safely In a Science-Fictional Universe« von Charles Yu;
    — das nekromatische Katz(Meister)- & Maus(Adeptin)-Duell im Renaissance-Europa in »The Enterprise of Death« von Jesse Bullington;
    — den Biopunk-Thriller und Bürgerkriegskrisen-Bericht »The Windup Girl« von Paolo Bacigalupi;
    — das kampfreichen Völkerwanderungs-Fantasyabenteuer und Auftakt der ›Foreworld‹-Reihe »The Mongoliad« von Greg Bear, Neal Stephenson & Friends; 
    — Berliner Stadtjungs erleben Abenteuer in den frühen Siebzigern: »Bloß Weg Hier!« von Frank Böhmert;
    — gute SF-Kurzgeschichten, gut geschrieben, gut übersetzt: »Wir waren ausser uns vor Glück« von David Marusek;
    — Fantasy-Kurzgeschichten der etwas anderen Art (gelungener Slalom zwischen zart und unheimlich): »Das Flüstern zwischen den Zweigen« von Markholf Hoffman.
Gut Buch (Sach)
  • »Blödmaschinen« von Markus Metz und Georg Seeßlen. Auch wenn die gewaltige Erkenntnislawine des Buches einen gewissen Deprifaktor mit sich führt, berauscht der Materialreichtum dieses gewitzten Dialektikrundumschlags. Phantastikfreunde dürfen sich zudem über gelungene Horror- und SF-Metaphern freuen.
  • »9. 11. Zehn Jahre danach. Der Einsturz eines Lügengebäudes« von Matthias Bröckers und Christian C. Walther. Weils ohne große Polemik die vielen empörenden Löcher der größten Ungereimtheit des jungen Jahrhunderts aufführt.
  • »The Magic of Reality« von Richard Dawkins und Dave McKean. Ein lehrreiches Jugendbuch – Dawkins, wie so oft,  knuffig onkel-lehrerhaft – und Dank der atemberaubend schönen Gestaltung von McKean ein gigantischer Augenschmauß.
  • »Codex Seraphinianus« von Luigi Serafini. Schon Anfang der 80-ger erschienen, hat es nun endlich in meine Sammlung geschafft. Eine Bilderbuch-Enzyklopädie aus einer seltsamen anderen Welt. Gnadenlos undurchschaubar. Megapotente Verzauberungskraft. Ergiebige Traumreiseninspiration.
Gut Comic
  • »Nausicaä aus dem Tal der Winde« von Hayao Miazaki. Der Film ist, wie auch bei »Akira«, ein Spielfilmtrailer für das um einiges umfangreichere Manga-Epos. Dystopische Öko-SF-Fantasy vom Feinsten.
  • »The Hunting of the Snark« von Lewis Carroll und Mahendra Singh. Carrolls Werk ist einer meiner liebsten Klassiker und Singh hat daraus einen munteren Reigen der surrealen Kunst gemacht.
  • »Habibi« von Craig Thompson. Tragische Geschichte als Verneigung vor dem Zauber von 1001 Nacht, Ballade über den nahen Osten und Meditation über die Macht des Geschichtenerzählens.
  • »Gotham Central« von Ed Brubaker & Greg Rucka und diversen Künstlern, am besten ist der Stammzeichner dieser leider viel zu früh eingestellten Reihe: Michael Lark. Ganz feine Idee, dass nicht der dunkle Ritter und seine diversen Erzfeinde im Mittelpunkt stehen, sondern die Kommissare der Polizei von Gothams erstem Revier.
Gut Mukke
  • »The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford« (Soundtrack) von Nick Cave und Warren Ellis. Langsam, ruhig, melancholisch, perfekt.
  • »L. A. Noire« (Soundtrack) von Andrew & Simon Hale sowie Songs im Stil der 40er-Jahre eingespielt von The Real Tuesday Weld mit Claudia Brücken. Treffliche Krimistimmung.
  • »Batman: Arkham City« (Soundtrack) von Nick Arundel und Ron Fish. Gelungene Mischung der Batman-typischen Mukke von Elfman und Zimmer.
  • »Where Are The Arms« von Gabriel Kahane. Auch das zweite Album von Kahane bietet ausgetüfftelte Instrumentoerungen, wendungsreiche Melodien und geistreiche Lyrik.
Gut Film
  • »Scott Pilgrim Vs. The World«: Großartige flotte Romanze mit Game-Stilistik, und eine erstaunlich treue Umsetzung des ebenfalls lohnenden Comics.
  • »Super«: Endlich ein Film, der krass, gnadenlos, ätzend und dennoch anrührend von den Schattenseiten des ganzen Superheldengedöns erzählt.
  • »The Adventures of Tintin«: Spielberg hat es doch noch drauf.
  • »Ponyo«: Bei Myazaki kann man wieder Kind sein und das ist wundervoll.
  • »Summer Wars«: Ein SF-, Familien-Film wie eine prallgefüllte Wundertüte.
  • Kurz seien noch als sehenswert erwähnt:
    »X-Men: First Class«: Trotz der kleinen Makken endlich wieder ein ›tiefer‹ Superheldenflick. Fassbender und McAvoy brillieren als junger Magneto und Prof. X.
    »Tucker & Dale Vs. Evil«: Verblüffende Inversion des Schemas ›Killer-Hillybillies killen unbedarfte Jugendliche‹.
    »Sherlock Holmes: Games of Shadows«: Respektable Fortsetzung dieser Wiederbelebung des bekannten Privatdetektivs. Diesmal mit auch mit gelungenem Auftritt des Erzfeindes Moriarty.
    »Carnage«: (= »Gott des Gemetzels«) Wenn der Text stimmt, dann reichen eben zwei gute Schauspielerinnen und zwei gute Schauspieler. Zudem ein feines Beispiel der Wahrung der aristotelischen Einheit von Raum, Zeit und Thema!
Beste Momente
  • Janelle Monáe-Konzert im Mousonturm (dessen Bühne eigentlich eine Nummer zu klein war)
  • Kurzurlaub Berlin mit einem wunderbaren lange Spaziergang durch den Park von Charlottenburg; Treffen mit geschätzten SF-Netzwerk-Foristen; Plausch- und Kaufrunden im »Otherland«-Buchladen; Abendessen mit den Herrn Riffel, Böhmert und Kettlitz …
  • … dort dann abgemacht, dass ich nach den Ted Chiang-Geschichten (siehe »Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes« erschienen im Golkonda Verlag) als nächstes den ersten Hellboy-Kurzgeschichtenband »Odd Jobs« übersetzen werde
Vorsatz
Experiment: keine neuen Bücher kaufen dieses Jahr, sondern sich mal auf die eigene Bibliothek verlassen, um zu prüfen, wie ›stabil‹ und ›ergiebig‹ die ist.
Nein. Halt. Stop.
Maximal 10, oder pro Monat eins, also 12 Bücher übers Jahr verteilt anschaffen. Vorschau der bereits gebongten Titel:
— (Februar) Matt Ruff: »The Mirage«;
— (Februar) Nick Harkaway: »Angelmaker«;
— (Mai) China Miéville: »Railsea«;
— (Juli) Ian Tregillis: »The Coldest War«.
— (August) Neal Stephenson: »Some Remarks«;
— … und der Erscheinungstermin des vierten Romanes von Lawrence Norfolk, »John Saturnall’s Feast«, steht noch nicht fest.

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geschrieben von molosovsky,
am: Samstag, 19. Nov. 2011
Eintrag No. 755 — Derweil ich noch auf meine Paperbackausgabe der umfangreichen, von Jeff und Ann Vandermeer zusammengestellten Anthologie »The Weird« (hier das Inhaltsverzeichnis in Jeffs Blog) warte, freue ich mich wie Schnitzel darüber, daß sich Alfred Kubin schön langsam zu einem heißen Tipp im englischsprachigem Raum mausert.

Nicht nur eröffnet ein längerer Auszug von Kubins »Die andere Seite« die »The Weird«-Anthologie, Jeff Vandermeer widmet auch den ersten Beitrag der Reihe »101 Weird Writers« bei ›Weird Fiction Review‹ Meister Kubin: The Tortured Triumph of "The Other Side". — Ebendort hat diese Woche auch Paul Charles Smith unter dem Titel The Shadow World of Alfred Kubin: The Life and Art of a True Original ein Lobpreis auf Kubins Pionierleistung angestimmt.

Smith hat schon vor einiger Zeit in seinem Blog zwei Beiträge über Kubin verfasst: zum ersten über die Themen in dessen Frühwerk (Themes in the Early Work of Alfred Kubin); zum zweiten insbesondere über »Die andere Seite« (The Other Side).

Nachtrag — Damien Walter hat für ›The Guardian‹ eine herrlich begeistert wirre Jubelei zu der Anthologie geschrieben: Beware The Weird!.

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geschrieben von molosovsky,
am: Freitag, 04. Nov. 2011
Eintrag No. 752 — Derzeit komme ich zu kaum etwas und bin darüberhinaus mit Herbstmüdigkeit und Blödheit geschlagen, weshalb es schmerzlich lange keinen Wochenrückblickeinträge mehr hier gab.

Heute aber wenigstens die neueste Folge meiner Buchregal-Besichtigung. Es geht weiter mit dem viertem Brett des 80-er Billie-Regals an der Ostwand meines Zimmers.



Gut die Hälfte der ersten Reihe wird von Neal Stephenson-Büchern dominiert. Bis auf »Interface« besitze ich alle englischsprachigen Ausgaben, von denen ich lediglich »Zodiac« noch nicht gelesen habe. Wer noch gar nichts von Stephenson kennt, dem sei zum einen sein schmales aber gehaltvolles Sachbuch über Betriebssystem- und Graphikoberflächenkultur »In the Beginning was the Command Line« empfohlen; von seinen Romanen halte ich »Diamond Age« für ein exzellentes Beispiel geistreicher und literarisch gelungener Science Fiction. Ansonsten ist es kein Geheimnis, dass für mich der dreibändige, gut 3000 Seiten starke »Barock-Zyklus« bis dato der Lektürehöhepunkt meines Lebens ist.
— Den restlichen Platz nehmen Bücher ein, die wegen ihrer Höhe hier unterbracht sind, wie die englische, farbige Ausgabe von »House of Leaves« von Mark Z. Danielewski; »Seeing Further«, die von Bill Bryson herausgegebene Sammlung mit kulturgeschichtlichen Aufsätzen über die Royal Society (enthält Texte u.a. von Neal Stephenson, Margaret Atwood, Ian Steward und Richard Dawkins); »The Magic of Reality«, die wunderschöne Zusammenarbeit von Richard Dawkins (Text) und Dave McKean (Illustration); das kluge religionskritische »Breaking the Spell« von Daniel C. Dennett (glänzt dadurch, dass es weniger polemisch ist Dawkins bekannteres »The God Delusion«); den »DTV-Atlas Musik«; Wolfgang Reinhards feine historische Kulturanthropologie »Lebensformen Europas«; Jan Philipp Reemtsmas »Vertrauen und Gewalt«; die Digitale Bibliothek-Ausgabe von Karlheinz Deschners »Kriminalgeschichte des Christentums«; sowie »The Steampunk Bible« von Jeff Vandermeer und S. J. Chambers.



Auch in der zweiten Reihe finden sich viele Stephenson-Bücher, diesmal deutsche Ausgaben. Desweiteren ist eine Abteilung Insel-Taschenbuchausgaben untergebracht (die »Bekenntnisse« von Augustinus — »Know Thy Enemy!« —; Themenbände zu den Städten London, Florenz, Moskau und Paris; Anthologien zur antiken griechischen und römischen Welt, sowie eine deutsche Ausgabe der »Canterbury Tales« von Chaucer). An Romanen finden sich hier Karen Duves »Die entführte Prinzessin« und Seyfrieds »Hereo«, an Sachbüchern John Keegans »Die Kultur des Krieges«, Barbara Ehrenreichs Studie »Blutrituale« sowie zuletzt der Aufsatzband »Der Krieg der Geschlechter« von Camille Paglia.

geschrieben von molosovsky,
am: Sonntag, 02. Okt. 2011
Eintrag No. 749Frank Böhmert hat, angeregt von dieser Reihe hier, einen Blick in sein Buchregal gewährt, genauer: in das Regal mit den Büchern, vor denen er den Hut zieht, die er mindestens 3 x gelesen hat.

Das erfüllt mich nun mit genug schlechtem Gewissen und Dringlichkeit, um trotz vollgeballerten Kalender und altweibersommerlicher Lethargie endlich eine neue Folge meiner eigenen Buchregalwanderung zu veröffentlichen.

Wir sind immer noch beim nördlichsten 80cm-Regal der Ostwand. Auf dem dritten Brett von Oben stehen in erster Reihe eigentlich nur zwei Autoren, die ich zu den für mich Wichtigsten zähle.



Links meine Sammlung mit Büchern von Helmut Krausser. Besonders freut mich, dass ich es geschafft habe, die Reihe seiner Tagebücher komplett als Belleville-Erstausgabe zu sammeln (Superidee: Krausser hat je einen Monat literarisch Tagebuch geführt, von Mai 1992 bis April 2004). Die kompletten Tagebücher gibt es auch (antiquarisch) als Rowohlt-Taschenbuch, und unter dem Titel »Substrat« hat Helmut eine ›Best of‹-Auswahl zusammengestellt.

Was kann ich Lesern als guten Einstieg empfehlen? — Wer dicke Dinger mag, der soll zu »Melodien« greifen; wer’s kurz und knackig mag, zu »Schmerznovelle« oder »Der große Bagarozy«. Mein persönlicher Liebling ist die Erzählung »Die Hunde von Pompeii«. — Von den Lyrik-Bänden kann ich alle empfehlen. Ganz besonders aber möchte ich »Denotation Babel« hervorheben, das sich in »Gedichte ’79-’99« findet.

Als kleiner Trenner zwischen Krausser und dem nächsten Autor dieses Regals steht die Taschenbuchausgabe mit einer Auswahl verschiedener Texte von Egon Friedell, »Vom Schaltwerk der Gedanken«.

Nun folgen meine Wolf von Niebelschütz-Bücher. Allen Lesern und Leserinnen, die bestrebt sind, sich mit Hingabe sowohl der deutschsprachigen Literatur als auch der Phantastik zu widmen, sei Niebelschütz dringlich ans Herz gelegt, und sich einen seiner beiden großen Romane widmen: dem heitereren, Barock-Götterspiel »Der Blaue Kammerherr« oder dem düstereren Mittelalterepos »Die Kinder der Finsternis«. — Jahrelang habe ich suchen müssen, bis ich von den beiden Dieterichs-Bänden mit Niebelschützens gesammelten Reden & Essays (»Freies Spiel des Geistes«), bzw. Gedichten & Dramen Ausgaben gefunden habe, die ich mir leisten konnte und wollte.

In erster Reihe oben auf liegen (von links nach rechts) derzeit meine zerlesene Schopenhauer-Bio von Safranski, zwei englische William Morris-Auswahlbände, eine englische »Paradise Lost«-Ausgabe, den von Andrea ausgeliehenen Sammelband mit vier Gothic-Novels (»The Castle of Otranto«, »Vathek«, »The Monk« & »Frankenstein«), und Bunyans »The Pilgrims Progress«. Schließlich noch die zweibändige Taschenbuchausgabe von Egon Friedells »Kulturgeschichte des Altertums«.


Auch die zweite Reihe wird hier von Krausser und Niebelschütz dominiert. Ansonsten kullern hier Bücher von Robert Harris, Gisbert Haefs , Annie E. Proulx, Orhan Pamuk und als besondere Gemme eine die deutsche Ausgabe von Michael Critchtons »Eaters of the Dead« (der Vorlage für den Film »Der 13. Krieger«) herum.

geschrieben von molosovsky,
am: Dienstag, 27. Sep. 2011
Eintrag No. 748 — Entschuldigt die Verspätung, dafür gibts diese Woche auch richtig was auf Brot, und so gut wie alles aus der Sparte ›Kunst & Popkultur‹. Für gewichtige Gesellschafts- & Poltikthemen hatte ich keinen Kopf.

Halt!

Moment!!

Der Sepp war ja im Lande!!!

Zumindest habe ich mir da die Zeit genommen, mir seine Bundestag-Rede anzugucken, bzw. ihren Abdruck in der ›F.A.Z.‹ durchzulesen. Ich erlaube mir zum einen, mir Sorgen zu machen, da der Sepp mit Origenes-Zitaten praktisch zum Kampf aufrechter Katholen und Christenmenschen gegen den Staat aufruft:
Wenn jemand sich bei den Skythen befände, die gottlose Gesetze haben, und gezwungen wäre, bei ihnen zu leben …, dann würde er wohl sehr vernünftig handeln, wenn er im Namen des Gesetzes der Wahrheit, das bei den Skythen ja Gesetzwidrigkeit ist, zusammen mit Gleichgesinnten auch entgegen der bei jenen bestehenden Ordnung Vereinigunen bilden würde …

Und zum Zweiten fand ich erschütternd, wie leicht es für den Sepp war, mit seiner Schlangenzungenkunst einen Gutteil der versammelten Politiker – die eigentlich eine zumindest skeptische und zurückhaltende Position zum Popst oder Pepst oder Papst und seiner Weltsicht haben sollten – an der Nase herumzuführen. Da scheint er nämlich die Grünen zu loben, begrüßt die Generation der ökologischen Bewegung, die seit den 70er Jahren ›nach frischer Luft in der Politik schrien‹, weil den ›jungen Menschen bewusst geworden war, dass irgendetwas mit unserem Umgang mit der Natur nicht stimmt‹. — Und dann rammt er das katholische Menschenbild in den Bundestag, wenn er darauf besteht, dass auch der Mensch Natur ist, sich nicht selbst macht sondern (das steht zwischen den Zeilen) von GOtt geschaffen wurde. — Überrascht hat mich, dass Richard Kämmerlings ausgerechnet in der ›Die Welt‹ das ausdeuten durfte: Gegen alles, was wider die Natur des Menschen ist.
•••
Lektüre
Zu meiner Entspannungslektüre abends vorm Einschlafen habe ich »Habibi« von Craig Thompson erkoren. Ich konnte nicht widerstehen, als ich die günstige englische Ausgabe von Faber & Faber bei dem Buchhändler meines Vertrauens für Anglo-Amerikanisches sah (»Readers Corner«). Bei der auf Titel und Bild verlinkten deutschen Ausgabe von Reprodukt gibt es die ersten 20 Seiten als Leseprobe. Und die englische Website zum Buch bietet eine ehrfuchtsgebietende Erstellungs-Gallerie.
•••
Neal Stephenson: »Reamde«Mit »Reamde« von Stephenson bin ich durch und fand den Roman sehr unterhaltsam.

Ungewöhnlich ist wohl, dass Stephenson sich ›zurücklehnt‹ und es zu genießen scheint, ›einfach nur‹ einen kurzweiligen Thriller mit viel Verfolgung, Geballer und so manchen IT-Heckmeck anzubieten. Keinerlei phantastische Elemente. Neal wandelt sozusagen auf dem Genre-Feld von Tom Clancy und »24«.

Der arme Neal begibt sich zu jedem seiner frisch erschienenen Bücher aus seiner Schriftsteller-Klasue und absolviert Promostunts wie zum Beispiel dieses ›Goodreads‹ Video-Interview. Das Gespräch bietet einiges interessantes, aber stellenweise meine ich doch wahrzunehmen, wie Neal zwischen Langeweile und Genervtheit schwankt, dies aber ganz gut zu überspielen weiß. — Stephenson ist mein Held, wenn er auf eine Leserfrage, ob er weitere Fortsetzungen zum »Barock-Zyklus« plant und liefern will, in etwa folgendes antwortet: Ja, er hatte unglaublich viel Spaß mit den Figuren aus dem »Barock-Zyklus«, und er könnte locker und würde gerne mehr über sie schreiben, aber er befürchtet, dass er dann nur noch über die Shaftoes, die Waterhouses, Enoch Root & Co. schreiben würde bis er alt ist, und als Schriftsteller will er doch noch einige andere Gipfel erklimmen. — Sag ich ja: heutzutage ist es edler und abenteuerlicher, keine Serienware zu schreiben!
•••
Immerhin hat »Reamde« meine Stephenson-Begeisterung nun so sehr entfacht, dass ich mir am Wochenende endlich das »The Mongoliad«-App besorgt habe, und bisher (nach 6 von aktuell 42 Kapiteln) finde ich diesen historischen, im Jahre 1241 n.d.Z. einsetzenden ›Martial Arts‹-Roman von »Neal Stephenson, Greg Bear and Friends« ganz fein. — Es gibt vier Handlungsstränge: a) christliche Schwertbrüder aus allen möglichen Ecken Europas, die nahe der polnischen Stadt Legnica lagern. Eine Gruppe macht sich auf den Weg nach Karakorum, mit dem Ziel, Ugedai, den Kahn der Kahns zu töten um die Mongolen zu schwächen. Die restlichen Schwertbrüder bleiben zurück, um am b) Zirkus des Schwertes der Mongolen teilzunehmen, einer Reihe von Duellen Mann gegen Mann. Erster ausführlicher Kampf: junger Wikinger mit großem Schwert gegen jungen japanischen Krieger mit Stangenwaffe. Schließlich gibt es noch c) Ereignisse am Hofe des großen Kahns in Karakorum und d) in Rom.
•••
Nachdem ich das längste Hörbuch meines bisherigen Lebens vor einiger Zeit abgeschlossen (die ca. 130 Stunden des »Barock-Zyklus«) habe, folgt seit letzter Woche die Hörbuchfassug »Illuminatus! – The Eye in the Pyramid«, dem ersten Buch der »Illuminatus!«-Trio von Robert Shea und Robert Anton Wilson. Der Vortrag des Erzählers Ken Campbells, und des Dialogsprechs Christopher Fairbank gefällt mir unglaublich gut. — Hier der Beginn von Campbells Vortrag als illustriertes ›youtube‹-Filmchen (die Soundqualität des Hörbuches ist freilich um einiges besser).

•••
Film
  • Jim Emerson bietet auf seiner ›vimeo‹-Seite schon seit langen nette kleine Filmchen an, aber in den letzten Tagen hat er einen interessanten Dreiteiler, »In The Cut«, zusammengestellt, in dem er der Frage nachgeht, anhand welcher handwerklichen Kriterien des Schnitts man gute von schlechten Äktschn-Sequenzen unterscheiden kann. Er analysiert zuerst ›schlechten‹ Äktschn-Schnitt in Shots In The Dark (anhand von »The Dark Knight«); dann ›guten‹ Äktschn-Schnitt in A Dash Of Salt (anhand von »Salt«); und als Referenz zeigt er die Tugenden von drei Klassikern der Autohatz-Äktschn in I Left My Heart In My Throat in San Franciso (anhand von »The French Connection«, »Bullitt« und »The Lineup«). — Ich kann mir vorstellen, dass nun viele Molochronik-Leser (wie ich) der Meinung sind, dass »The Dark Knight« sicherlich bratziger und unterm Strich ›besser‹ ist als »Salt«. Dem Urteil von Emerson was die beiden herausgestellten Autoverfolgungen dieser Filme betrifft, kann ich aber nicht widersprechen.

In the Cut, Part I: Shots in the Dark (Knight) from Jim Emerson on Vimeo.

  • Auch Rob Ager analysiert Filme. Allerdings konzentriert er sich auf weit mehr, als das reine Handwerk, sondern kümmert sich um Themen, Zeichen, Querverweise, Perspektiven und wie diese erzählerisch arrangiert werden. Ein besonders gelungenes Beispiel für Agers ausführliche ›youtube‹-Dekonstruktionen ist sein Vierteiler »A City Of Nightmares« zu David Lynchs »Mulholland Drive«.


Literatur
  • Übersetzen betrachte ich als sehr edle Sache. Nicht umsonst bin ich sehr froh, dass ich nach Jahren des Übersetzens aus Lust und Laue nun für Golkonda Ted Chiangs Kurzgeschichten übersetzten durfte. — Einer der ›prominentesten‹ und fleissigsten Übersetzer, Joachim Körber, hat letztens mit Torsten Dew vom ›Wortvogel‹-Blog ein langes und interessantes Interview über seine Arbeit geführt: Teil 1: »Gott, habe ich dieses Buch gehasst«; und Teil 2: »Niemand sitzt in New York und sieht sich Wim Thoelke an!«.
  • In den nächsten Tagen erscheint auf Engisch der abschließende dritte Roman von Scott Westerfelds (Prosa) und Keith Tompsons (Illustrationen) »Leviathan«-Trio. Den namensgleichen ersten Band habe ich hier kurz bejubelt. Für ›io9‹ haben die beiden ein paar Worte dazu verlohren, warum sie den Ersten Weltkrieg als Setting für ihre Geschichte gewählt haben: Why World War I should be the new World War II.
Wunderwelt der Pflanzen
  • Der Klangkünstler Diego Stocco zaubert Rhythmus-Mukke mit einem Bonsai als Instrument: Music From a Bonsai.

Diego Stocco - Music From A Bonsai from Diego Stocco on Vimeo.

  • Ich finde es immer wieder erstaunlich, wenn ich entdecke, dass es in der tatsächich stattfindenden Wirklichkeit ›magisch‹ anmutende Bauten gibt, denen ich zuerst in Fantasy-Welten begegnet bin. In so manchem Fantasyweltenbau züchten z.B. Elfen sozusagen Mega-Bonsai-Architektur. Hier nun ein Bericht der ›Architzer‹-Website über aus Baumwurzeln geschaffene Brücken in Indien: Living Infrastructure.
Kunst
  • Wie man mit Schnürchen feine Zeichnugen an die Wand nadelt, zeigt die Künstlerin Debbie Smyth.
  • Porzellan taugt immer noch als Material für modern-barocke Kunst, wie Katsuyo Aoki zeigt.
  • Monstertorten in quitscherosa bietet uns Scott Hove.
  • Colin Johnson erstellt große Collagen-Zeichnungen. Entdeckt habe ich ihn über seine Arbeit »Everything or Nothing«
  • Befremdlich-poetische Miniatur-Skulpturen baut Thomas Doyle.
  • Zum Schluss hält Sunni Brown eine ergreifende ›TED‹-Rede für die Kunst des Kritzelns: Doodlers, unite!
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geschrieben von molosovsky,
am: Dienstag, 13. Sep. 2011
Eintrag No. 747Perry Rhodan feiert Fufzigsten?! Soll sein. Schön für die Rhodan-Fans … mir herzlich Wurscht. Vielleicht, aber nur ganz vielleicht, wenn eine angeschwipse Muse mir das Hirn durchwuschelt, werde ich mir den bald erscheinenden ersten Band des Neustarts der Reihe, »Perry Rodan NEO«, besorgen.

IX.XI. hat zehnten Jahrestag. Führt mir nur vor Augen, dass ich zu den sogenannten ›Verschwörungstheoretikern‹ gehöre, weil ich nicht dem traue, was die öffentlich-rechtlichen- und (sogenannten) Qualitäts-Medien über diesen Zerstörungsakt verbreiten.
Halt.
Stop.
Schon alles durcheinander.

Als jemand, der ziemlich früh der Meinung war, dass an den offiziell verbreiteten Erklärungen zum Anschlag etwas nicht stimmt, gehöre ich wohl zu den ›IX.XI.-Verschwörungstheoretikern‹. Andererseits ist das, was Mainstream-Medien und herrschende politische Kräfte an Erklärungen verbreiten selbst geeignet, als Verschwörungstheorie bezeichnet werden zu können … eben als ›offizielle Verschwörungstheorie‹. Und nun kann man sich nun lange gegenseitig zeihen, Anhänger der einen (paranoiden) oder anderen (gutgläubigen) Verschwörungstheorie zu sein. Bringt aber auch nicht viel.

Sinnvoll wäre schon eher, die ganze Angelegenheit mal wirklich ordentlich zu untersuchen, und nicht etwa, entscheidende Daten und Dokumente zu vernichten oder gar nicht erst heranzuziehen, bzw. wichtige Zeugen zu befragen, bzw. deren Aussagen zuzulassen. Wie ich vor einigen Wochen schon berichtete, bietet das Buch »9.11. Zehn Jahre danach« von Bröckers und Walthers eine schöne Übersicht zu den undichten und fragwürdigen Stellen der offizellen Version.

Ach ja, dieser ›Telepolis‹-Text von Marcus Klöckner ist ein schönes Beispiel für die Art, wie die Qualitätsmedien mit den (paranoiden) IX.XI.-Verschwörungstheorien umgehen: 9/11: Wie Kritiker zu Zirkusdarstellern wurden (= Eine Analyse des ›Die Zeit‹-Artikels Ein Wahn stützt den anderen von Jörg Lau).

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Neal Stephenson: »Reamde«Lektüre: Mit großer Begeisterung nun fast die Hälfte von Neal Stephensons »Reamde« erreicht. Zur Struktur: Das Buch – die Atlantic-Ausgabe – hat 1042 Seiten besteht aus zwei Teilen: A) »Nine Dragons« (7 Kapitel, bzw. 142 Abschnitte), und B) »American Falls« (12 Kapitel, bzw. 142 Abschnitte), mein Dramatis Personæ (also Verzeichnis der Figuren mit Namen) zählt bisher 41 Figuren, und ich habe eine ganze Reihe Abschnitte hinter mir, die Szenenapplaus verdienen. Jupp, Stephenson gehört zu den wenigen Autoren, bei deren Büchern ich mitgehen kann, wie sonst nur bei Popkorn-Kino.

Die Handlung teilt sich bisher in zwei große Stränge. Zum einen wird die Geschichte von Richard Forthrast erzählt, dem ›schwarzen Schaf‹ eines gut situierten Farmerclans aus Iowa, der sich 1972 vor der US-Armee nach Kanada verkrümelt hat und mehr aus Zufall damit beginnt, durch den Schmuggel von Dope über die Grenze Geld anzuhäuften. Mit diesem Geld hat er in British Columbia ein hübsches Landschloß renoviert und betreibt es zusammen mit einem Motorradclub-Kumpel als Ausflugsziel für Ski- & Snow Board-Narren. Nach einigen ziellosen Jahren gründet Richard in den späten 80ern dann zusammen mit einem chinesischen Geschäftsmann eine Spiele-Firma und startet das Multiplayer Rollenspiel der Fantasywelt T’Rain. Ein Gutteil des Romanes dreht sich um die Entwicklung und wirtschaftliche Funktionswiese von T’Rain, und einige packende Abschnitte finden in der Spielewelt selbst statt.

Eine der erwähnten Szenen, die mich zum lauten Johlen und lustvollem Jauchzen brachte, schildert ein Arbeitstreffen der Story-Entwickler der T’Rain-Spielewelt. Richard hat zwei Fantasy-Autoren engagiert. Zum einen einen den angesehenen englischen Professor Donald Cameron, Mittelalter- und Sprach-Experte; zum anderen den amerikanischen Vielschreiber Devin Skraelin. Die beiden kriegen sich in die Wolle was die Schreibweise von Fantasy-Begriffen der T’Rain-Welt angeht, was in der sogenannten ›Apostropocalypse‹ mündet. Donald, ganz penibel auf Plausibilität und Schlüssigkeit bei der Entwicklung von Fantasy-Begriffen erpicht, deutet aus, dass die Art wie Devin mit Apostrophen um sich schmeißt Unsinn ist. Devin findet derart kleinkrämerische Begründungsambitionen Quatsch, denn Fantasy-Begriffe wie T’Rain, K’Shetriae oder D’uinn sollen einfach nur cool aussehen. — Dieser Gegensatz ift typisch für die Fantasy-Szene und spiegelt sich auch wider in einem Krieg zwischen zwei Spieler-Fraktionen auf T’Rain: Fantasy-Welten und deren Inhalte werden von Design-Teams entworfen und das Aussehen der verschiedenen Rassen, Klassen usw. richtet sich unter anderem nach bestimmten Farbpaletten. Die einen Spieler bleiben den klassischen Farbpaletten treu (= die ›Earthtone Coalition‹), andere Spieler basteln sich Modifizierungen um z.B. iheren Zwerg in schrillen Popfarben herumlaufen zu lassen (= ›Forces of Brightness‹).

Handlungstreibendes Element ist ein gemeiner Virus, eben REAMDE, der Computer von T’Rain-Spielern infiziert, dort dann alle privaten Daten verschlüsselt und die Opfer auffordert, eine Summe der Spieleweltwährung in einem bestimmten Gebiet von T’Rain abzuliefern. — Der zweite große Handlungsstrang folgt Richards Nichte Zula und ihrem Hacker-Freund Peter. Peter hat sich mit einem zwielichtigem Typen, Wallace, auf einen Handel mit Creditkartendaten eingelassen. Dummerweise ist Wallace ein begeisterter T’Rain-Spieler und seine IT-Anlage hat sich REAMDE eingefangen. Und richtig fatal ist nun, dass Wallace unter anderem wichtige Finanzdaten der russischen Mafia verwaltet, und diese durch REAMDE durch Geisel-Verschlüsselung unzugänglich wurden. Zula und Peter finden sich schneller als ihnen Lieb ist in der Gewalt von russischen Gangstern, denen sie helfen sollen müssen, die Virus-Programmierer zu finden. Es kommt zu einer großen Äktschn-Sequenz, mit ca. 230 Seiten schon ein Roman im Roman, in der chinesischen Sonderwirtschaftszonen-Stadt Xiamen.

Genug zu »Reamde« für heute.
Hier die Links.

Politik, Gesellschaft & Hochkultur:
  • Anlässlich der feinen Neu-Auflage von Egon Friedells »Kulturgeschichte des Altertums« und »Kulturgeschichte der Neuzeit« bei Diogenes, bringt ›Glanz & Elend‹ den Text Das Lebensrezept.
  • Weiland die Qualitätsmedien einen der brillantesten Großessays der seit langer Zeit erschienen ist tunlichst ignorieren (oder dumm-abfällig behandeln) , ich spreche von Georg Seeßlens und Markus Metz Buch »Blödmaschinen«, findet sich immerhin auf den Seiten von ›Literaturkritik.de‹ eine halbwegs faire und wohlwollende Besprechung von Thomas Neumann: Wie man blöd wird.
(Deutschsprachige) Phantastik-Links
  • Die neuste Ausgabe von Josefons SF- & Fantasy-Rundschau auf den Seiten des österreichischen ›Der Standard‹, Weird Weird West, behandelt diesmal Bücher von Allen Steele, Al Ewing, Jack Ketchum, Marcel Theroux, Armin Rößler & Heidrun Jänchen, Stephen Hunt, Brian Keene, Debra Doyle & James D. MacDonald, Steven Gould und Laird Barron.
  • Good News Everyone! Nick Harkaway, der mich mit seinem Debüt »The Gone-Away World« umgehauen hat, zeigt in seinem Blog das wunderhübsche Cover der UK-Ausgabe seines im März 2012 erscheinenden nächsten Romanes »Angelmaker«. — Und bei ›io9‹ kann man das ebenfalls ansehnliche US-Cover bestaunen, sowie zwei verschiedene kurze Waschzettel zum Inhalt.
Zuckerl: Popkultur & Kunst
  • Molo hat eine weiche Seite, vor allem wenn es um Natur geht. Hier mein neuster Desktopschmuck-Fund bei ›National Geographic‹: Hirsche in Japan, genauer in Nara, der erstaunlichen Stadt, in der Rehe als heilig gelten, und wo diese anmutigen Tiere deshalb frei herumlaufen.
  • Es gibt wenige Dinge, die mich so entzücken, wie locker-flockig dargebrachte wissenschaftliche Infos. Der youtube-Kanal von ›Minute Physics‹ bietet (auf Englisch) reichlich davon.
  • Phantastik jenseits der ausgelatschten Genre-Formeln 1: In seinem ›{feuilleton}‹-Blog bietet uns John Coulthart einen kleinen Einblick in das surrealistische Werk »Initiations In The Abyss« von Jim Hartem. Wer die Collage-Romane von Max Ernst mag, wird hier fündig.
  • Phantastik jenseits der ausgelatschten Genre-Formeln 2: Die Künstler Waone (= Wladimir Manzhos) und Aec (= Aleksei Bordusov) pflegen unter dem Namen ›Interesni Kazki‹ die schöne Tradition, Häuserwände mit bunten Motiven zu schmücken. In ihrem Blog Interesni Kazki kann man die Früchte ihres Schaffens am Objekt selbst bestaunen. Und auf der Website von ›All Over‹ werden einzelne Arbeiten der Ausstellung »Paranoya & Shtrihi geboten. Sei allen Phantastik-Fans von »Yellow Submarine« und Luigi Serafini empfohlen.
  • Zum Schluß etwas Video-Kunst von Johan Rijpma, der Verblüffendes mit Klebebandrollen anstellt: Tape Generations. Besonders hinreissend finde ich den Sound.

Tape Generations from johan rijpma on Vimeo.

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geschrieben von molosovsky,
am: Samstag, 06. Aug. 2011
Eintrag No. 743Zur Inhaltsübersicht.

Die Illustrationen einer alten französischen Ausgabe habe ich dem flick-Album von blaque jaques entnommen.

XVI. Liebesgeschichte des Gliedermännchen.

Deine Augen sind Sterne!
Sterne sind Deine Augen!
. . . . . . . .
Sterne meiner Nächte!
. . . . . . . .
Wenn der Stern der Liebe aufgegangen
. . . . . . . .
Ist es möglich. Stern der Sterne?
Fragmente aus deutschen Dichtern.

Geheime Denkwürdigkeiten aus der mythologischen Zeit. Eines Zephyr’s Autobiographie. — Die Rache der Venus. — Ein Gliedermännchen, das seine Flügel wieder erhält.

Es wäre vielleicht am passendem Orte genau zu berechnen, wie lange die Ohnmacht des Gliedermännchens dauerte; aber uns fehlen die algebraischen Formeln für derartige Aufgaben, und selbst Zacharias Dahse würde hier stecken bleiben, denn wer kann den Moment calculieren, wo die Knospe aufblüht und der Wassertropfen sich kristallisiert. So viel ist indessen gewiß, als er wieder zu sich kam, krähte der Hahn und verkündete das Wiedererwachen der Natur. Aurora zog ihre Rosahandschuh an, um mit zarter Hand den Vorhang der Nacht aufzuziehen und der Lampenputzer der Himmelslichter zündete die Sonnenstrahlen an.


Reize eines schönen Morgens, welches Wesen kann bei Eurem Zauber gefühllos bleiben? Das Herz des Gliedermännchens war nicht geschaffen Euch Widerstand zu leisten. Ein süßes Bedürfnis nach Mitteilung bemächtigte sich seiner Seele, der Hauch des Morgens gab ihm neue Kräfte; bald stand es auf. Die Gliedermännchen liebten es nicht, lange ausgestreckt zu liegen. Kaum war das unserige von Neuem auf den Beinen, als es mit einem schmerzlichen Seufzer ausrief:

»Junger Zeuge meiner Schwäche, ich darf Ihnen Nichts mehr verheimlichen: erfahren Sie also meine Geschichte.

»Unbekannten Eltern verdanke ich das Dasein. Eines Tages entschlüpfte ich den duftenden Lippen irgendeiner Nymphe, die vor Liebessehnsucht seufzte; so werden alle Zephyre geboren, denn wie ich Dir jetzt auch erscheine, ich bin ein geborener Zephyr.

»In dieser Eigenschaft trieb ich mich auf’s Geratewohl im Raume umher. Da keine sorgsamen Eltern meine Erziehung überwachten, so ward ich ein boshafter kleiner Taugenichts. — Ich schlüpfte in die versteckten Falten, spielte mit den Locken, lüftete die Schleier der Spröden und brachte den Kopfputz der Coquetten in Unordnung. Ein alter Faun, mein guter Freund, lehrte mich tausend Streiche, die unschuldigen Schäferinnen zu quälen, und ich ermangelte nicht seine Unterweisungen auszuführen.

»Eines Tages hatte ich mich zu einem Trupp Zephyre gesellt, die ihr Wesen in einem Walde trieben, als ich eine junge, allerliebste Schöne sich nähern sah, die kaum mit ihrem sentimantalen Halbstiefelchen den Rasen zu betreten wagte und fortwährend ängstlich um sich blickte; es handelte sich offenbar um ein Stelldichein. Augenblicklich gab ich meinen Kameraden ein Zeichen; wir näherten uns mit Zephyerschritten, umzingelten das holde Wesen und wetteiferten darin, sie zu quälen. Bald flatterte ihr Umschlagtuch in die Lüfte, bald schlug ihr Sonnenschirmchen um, bald wieder flog ihr Halstuch fort. Der alte Faun lachte hinter einem Baume versteckt, dass ihm der Bauch wackelte. Überrascht und erschreckt durch diesen gewaltsamen Angriff, gab das holde Kind sich alle erdenkliche Mühe uns Widerstand zu leisten; ich war jedoch am meisten darauf erpicht sie zu necken, als plötzlich meine Gespielen, der Faun und das junge Mädchen verschwanden, meine Flügel abfielen und ich mich allein, vier Fuß größer fand, mit einem mit Goldstaub betreufelten Barte, in einem Purpurgewande mit einem Rosenkranz auf dem Kopfe und einer Lyra in der Hand.


»Verzweifelnd und voll Entsetzen suchte ich mir die Ursache dieser Verwandlung zu erklären, da gurrte mir eine auf einem nahen Aste sitzende Taube Folgendes zu: — ›Ich bin der Vogel der Venus; Deine Bestrafung kommt von ihr. Du weißt, daß die Götter und Göttinnen mitunter die Gestalt gewöhnlicher Sterblichen annehmen, um deren Freuden zu teilen. Du hast Venus in einem Vergnügen gestört. Um Dich zu züchtigen verwandelte sie Dich in einen Menschen und noch dazu in einen Dichter; Deine frühere Gestalt erhälst Du nicht eher wieder, als bis Du lange verliebt in sie gewesen, und es ihr gefällt Dir zu verzeihen‹.

»Dies begab sich in der Umgegend von Rom, unter der Herrschaft des Kaisers Gallienus. Am Tage richtete ich Episteln an den Monarchen und in der Nacht dichtete ich Oden an Venus, um sie zu erweichen. Ich liebte sie in der Gestalt des Sterns. Bald sind es zweitausend Jahr, daß ich sie liebte, zweitausend Jahr, wo ich nicht aufgehört habe Poet zu sein, was nachgerade sehr ermüdend wird.

»So aber ereignete sich meine Umwandlung.

»Ich saß im Opernhause zu Berlin in einem Sperrsitz ruhig und guter Dinge, als eine Loge in meiner Nähe geöffnet wurde und ein wunderschönes Weib (Sie wissen ›wunder‹ ist die beliebteste Berliner Zusatzformel für alles, was den Berlinern imponiert, wenn es auch gar nicht wunderbar ist; dies Mal war jedoch die Bezeichnung richtig) also, als ein wunderschönes Weib darin Platz nahm. Aller Augen waren gleich dahin gerichtet. Man muss gleich mir das Feuer gesehen haben, das aus allen diesen Augen strahlte, um sich einen Begriff von der Schönheit der Unbekannten zu machen. Nie, ich schwöre es bei Liszt und Lind, war die Verwunderung rascher, allgemeiner, lebendiger. Ein Auge, das wahrscheinlich Archäolog war, rief entzückt: ›Das ist Venus selbst, wie sie leibt und lebt!‹


»Der Ausruf war keine Berliner Übertreibung sondern Wahrheit. Meine alte Natur erwachte; ich warf der Fremden einen brennenden Blick zu; sie schien mich huldvoll anzulächeln. Meine Verwegenheit trieb mich an, wieder so keck zu sein, wie ich es als Zephyr gewesen; ich passte ihr am Ausgange auf, und will ihr ein Briefchen in die Hand drücken; da wendet sie sich um, betrachtet mich stolz von oben bis unten und sagt: ›Du bist nur eine Marionette!‹

»Ach, dieser gräßliche Ausspruch ward zur Wahrheit! Das Blut erstarrte mir in den Adern, meine Gelenke verhärteten sich, meine Arme wurden länger, meine Beine, die vor Schrecken zitterten, schlugen zusammen und gaben einen klappernden Ton; ich sah meine Nase sich über die Maaßen verringern, und als ich meine Handschuh anziehen wollte, hatte ich hölzerne Hände. Ohne mir Rechenschaft geben zu können, von der Kraft, die mich fortriss, ward ich von der Erde emporgehoben und auf diesen Planeten hingesetzt. Die schöne Frau im Opernhause zu Berlin war Venus selbst gewesen; sie hatte mich auf die Probe stellen wollen, und, als sie den Himmel verließ, einen Nebel benutzt, der mir nicht gestattete ihre Abwesenheit zu bemerken. Nun ermessen Sie die Größe meines Falls!

»Seit diesem Augenblicke vegetiere ich als ein Verbannter hier auf dem verschlafenen Planeten, es ist ein totes Gestirn das als Sibirien oder Botanybai dient für Diejenigen, mit denen die Götter unzufrieden sind. Ich habe diesen traurigen Aufenthalt mit meinen Erinnerungen bevölkert, und mit großem Aufwand und Geduld die schöne Welt, von der ich scheiden musste, hier nacherschaffen. Als Gliedermännchen konnte ich nur über Automaten herrschen. Sie werden finden, daß mir die Fabrikation meiner Untertanen und die Verfertigung meines Königreiches leidlich gelang; trotzdem langweile ich mich aber entsetzlich und wäre glücklich, wenn ich oft die Gelenheit hätte, wie heute, meinen Schmerz in den Busen eines Freundes auszuschütten.«

Als er diese letzten Worte vernahm, konnte Schwadronarius sich der Tränen nicht enthalten und stürzte in die Arme des Gliedermännchens.

»Bringen wir uns nicht in Rührung«, sagte der Herr Zephyr, »lassen Sie mich die Geliebte betrachten; gerade jetzt pflegt sie auf ihrem Balkon die Kühlung des Abends zu genießen und das Leuchtfeuer anzuzünden, nach dem sich die Liebenden richten welche Nachts auf dem Meere der Liebe schiffen. Sehen wir, ob mir ihre Augen Hoffnung winken.«


Das Gliedermännchen legte das Auge an die Laterna magica und rief: »Oh Himmel!«

Schwadronarius wandte sich um und sah Nichts mehr, weder das Gliedermännchen noch die Laterna magica, nur ein kühler frischer Windhauch spielte mit seinen Haaren, woraus unser Neugott sich beeilte zu schließen, daß Venus dem Zephyr seine ursprüngliche Gestalt wiedergegeben hatte.


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geschrieben von molosovsky,
am: Dienstag, 26. Jul. 2011
Eintrag No. 740 —  Kinners, wie die Zeit vergeht! Wisst Ihr noch, wann ich das letzte Mal von meinen Entscheidungen bei ›Wer ist dir lieber?‹ berichtet habe? — Nein? — Vor über drei Monaten! — Also nicht lange gefackelt. Entscheidungen müssen her!!!

Jack Nichsolson oder Heath Ledger (als Joker): Wenn es nur darum ginge, wer der bessere Joker war, würde ich ›weder / noch‹ sagen, wenn es darum geht, wessen Schauspielerleistung ich höher schätze, dann Nicholson.Yul Brunner oder Telly Savalas: Meine Stimme geht an den König von Siam!Physik oder Chemie: Finde beides zu interessant und wertvoll, um mich entscheiden zu wollen, also wieder ›weder / noch‹.Tim Taylor oder Al Borland: Ähh, das ist wohl TV-Kultur. Habe keine Ahnung. Kenne beide nicht.Beckmann oder Kerner: Diesmal kenne ich immerhin die Namen dieser TV-Fuzzis. Weiß aber sonst zu wenig, um die unterscheiden zu können. Also wiederum, ›kenne beide nicht‹.Inge Meysel oder Marie-Luise Marjan: Und nochmal ›kenne beide nicht‹.Lena oder Nicole: Schlimme als das grausige »Ein bischen Friede« ist selbst lena nicht. Trotzdem unterm Strich für mich ein ›weder / noch‹-Fall.Spiegelei oder Rührei: Klarer Fall. Ich bin ein Rührei-Typ.Jim Knopf oder Lukas der Lokomotivführer: Ich mag Lukas ein kleines bischen mehr.Darth Vader oder Yoda: Seit »The Attack of the Clones« ist für mich der Kampf-Flummi nicht mehr zu toppen.David Beckham oder Victoria Beckham: Bin nicht kompetent genug, hier eine Entscheidung zu treffen, also ›weder / noch‹.Prince William oder Kate Middleton: Ebenso. Wertner Enke oder Uschi Glas: Ich boller einfach mal so rum und wähle den Enke.Cats oder Das Phantom der Oper: Hmmm, schwer. Als Teen mochte ich beide. Aber die Texte von Cats sind (siehe T. S. Eliot) doch 'nen winzigen Tick gehaltvoller.Humphrey Bogart oder Ingrid Bermann: So sehr ich die Bergman mag, den Bogart finde ich einfach noch besser.Max oder Moritz: Ist das nicht völlig Wurscht? Ich werf ne Münze … halt nein, ich finde, Max sieht nicht so nervig aus. Adam oder Eva: Meine Sympathien liegen bei Frauen, die mir was zu Essen bringen.Liz Taylor oder Richard Burton: Wieder ein ›weder / noch‹-Fall.Frühling oder Herbst: Mein liebste Jahreszeit ist eh der Herbst.Harry oder Sally: Als Rollenvorbild für mich bevorzuge ich Harry.Cornflakes oder Müsli: In Phasen die sich über mehrere Jahre erstrecken, mag ich mal das eine, mal das andere lieber. Derzeit bin ich ein Müsli-Typ.
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Wunderbare Neuigkeiten! Matt Ruff präsentiert auf seiner Website nun erste offizielle Infos über seinen (auf Englisch) im Frühjahr 2012 erscheinenden fünften Roman »The Mirage«. Hier eine schnelle Übersetzung von mir vom Waschzettel des Buches:

9. November 9, 2001: Fundamentalistische Christen haben vier große Düsenmaschinen entführt. Zwei davon steuerten sie in die Tigris & Euphrat-Welthandels-Türme in Baghdad, und das dritte in das Arabische Verteidigungsministerium in Riad. Die Passagiere des vierten Flugzeuges, dessen Bestimmung Mekka gewesen sein soll, bringen ihre Maschine in der Wüste zum Abstürzen.

Die Vereinigen Arabischen Staaten rufen einen Krieg gegen den Terror aus. Eine Koalition arabischer und persischer Truppen landet an der Ostküste Amerikas und errichtet in Washington D.C. eine Grüne Zone …

Heute, einige Jahre später, ebbt der Krieg in Amerika langsam ab. Mustafa al Baghdadi, ein Agent der arabischen Heimatsicherheitsbehörde, verhört im Irak einen festgenommenen Selbstmordbomber. Der Gefangene behauptet, dass die Welt in der sie leben ein Trugbild ist — in der wirklichen Welt ist Amerika eine Supermacht und die arabischen Staaten nur eine Ansammlung ›rückwärtsgewandter Drittwelt-Nationen‹. Eine Ausgabe der New York Times vom 12. September 2001, die bei der Durchsuchung der Wohnung des Attentäters gefunden wird, scheint seine Aussage zu bestätigen.

Es bleibt nicht bei diesem einen Zwischenfall. Andere festgenommene Terroristen erzählen die gleiche Geschichte, und man findet weitere ›Artefakte‹. Der Präsident verlangt Antworten, doch Mustafa und sein Team entdecken bald, dass weitere Interessensgruppen ihre Finger im Spiel haben. Der Verbrecherboss Saddam Hussein führt eigene Ermittlungen durch, und der Chef des Nachrichtendienstes des Senates, ein Kriegsheld namens Osama bin Ladin, macht vor nichts Halt um die Wahrheit über das Trugbild zu verbergen.

Und Matt hat auch schon zusammengeschrieben, welche Musik er beim Schreiben von »The Mirage« vor allem gehört hat.

Politik, Gesellschaft & Hochkultur:
  • Georg Dietz, ›Der Kritiker‹ unter den SpOn-Bloggern, klärt uns auf betreffs Sieben Wahrheiten über die Hochkultur. Durch die Brille der Genre-Theorie gesehen ist für mich schon lange klar, das ›Hochkultur‹ eben auch nur eine Nische für ein spezielles Fandom ist.
  • Ein weiteres Adendum zu dem enorm gehaltreichen und anregenden Buch »Blödmaschinen« liefert Georg Seeßlen in seinem Blog ›Das Schönste an Deutschland sind die Autobahnen‹: Lob des Raunens.
(Deutschrachige) Phantastik-Links
  • Für das Blog der  ›Bibliotheka Phantastika‹ hat moyashi am Beispiel des »Games of Thrones«-Kalenders 2012 von Joe Picacio wunderbar zusammengemeckert, was an typischer Epic-Fantasy-Grafik nicht stimmt: Blind oder nicht blind, das ist hier udie Frage.
  • Simon Spiegel bietet als PDF auf seiner Website eine Rezi zu Alex Melzers »Weltenbauer: Fantatstische Szenarien in Literatur, Games und Film«. Wer sich selbst einen Eindruck von der exemplarischen Nutzlosigkeit von Melzeners Schrift verschaffen will, kann hier in einer umfangreichen Leseprobe stöbern.
  • »20th Century Boys« hat letztes Wochenende den Eisner-Award gewonnen, schöne Gelegenheit für den ›Tagesspiegel‹ Inga Steinmetz dieses beeindruckende Groß-Manga empfehlen zu lassen: Mörderische Freundschaft.
  • Noch was aus dem ›Tagesspiegel‹: Diesmal hat sich Steffen Richter der ersten sechs Titel der ›Neue Welt‹-Reihe des Verlages Matthes & Seitz angenommen: Luftschlösser und Quantenburgen. Diese Science Fiction-Reihe wurde von der Szene (mich eingeschlossen) selbst bisher kaum wahrgenmoen, mit Ausnahme von Thor Kunkels lesenswerten Roman »Schaumschwester«.
  • Viel Stoff für die Ohren bieten die Tonmitschnitte der Seminare Science Fiction and Politics von Courtney Brown. Bereits verkostet habe ich die Einführungsfolge, sowie die Beiträge zu Neal Stephensons »Snow Crash«. Ganz besonders freut mich, dass auch das Werk der Science Fiction-Musikerin Janelle Monáe berücksicht wird.
Zuckerl: Popkultur & Kunst
  • Seit ich als Hauptschüler Bachs Orgelmusik in der Einspielung von Helmut Walcha kennenlernte, und kurz darauf die Böhmsche Einspielung der Brandenburgischen, bin ich dem Jay Es Be verfallen. Letztes und dieses Jahr hatte ich wieder eine von diesen monatelangen Phasen, in denen ich auf dem Weg zur und von der Arbeit praktisch nur Bach hörte (Savall und Göbel-Einspielungen). — David Ramirer ist einer meiner Freunde, die so eine arge Bach-Begeisterung verstehen. Ihn hat’s, wie’s scheint, in letzter Zeit auch wieder vermehrt zum Thomas Cantor hingezogen, denn in seinem Blog tummeln sich wieder vermehrt elektromusikalische- und bildnerische Interprationen Bach’scher Werke: hier erstmal zum Hören für die freunde gehobener contrapunktik das »Ricercar a 6« (aus »Musikalisches Opfer«), und anschließend dann zwei visuelle Analysen / Umsetzungen dieses Stücks: ein wenig musikanalyse am mittwochabend und ein semi-chromatischer tanz.
  • Dank an Andrea für diesen Linktipp: Kent Rogowski macht Collagen aus verschiedenen Puzzels und nennt diese knallbunten Farbgranaten dann Love=Love.
  • Das Architektur-Blog ›The Web Urbanist‹ bietet einen umwerfenden Rundgang durch menschengemachte Himmelgewölbe: 15 Stunning Modern Ceiling Designs.
  • Zum Abschluss ein Filmchen bei ›Neatorama‹, das ich putzig-gruslig finde (aber vorsicht: manche von Euch finden folgendes sicherlich grausig-eklig!): Leckerer (toter!) Tintenfisch fängt wegen des Natriums in der Soja-Soße an zu zucken: Tanzender Tintenfisch
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geschrieben von molosovsky,
am: Sonntag, 24. Jul. 2011
Eintrag No. 739 — Kommen wir nun zum untersten und letzten Regalbrett des nord-östlichen 80-cm-Billys. Hier gehts okkult und durcheinander zu. Kein Wunder, denn dieses Regal ist etwas schwer zugänglich und da sammelt sich nun mal schnell, was ich nur selten rausziehe.



Es beginnt links mit ein wenig Erotica: der kleine Jan Saudek von Taschen; ein kleiner Katalog des Frankfurter Kunstvereins aus dem Jahre 1998 mit Zeichnungen des wahnsinnigen Javier Gil und der Taschenbildband »Digital Desires« von Natacha Merritt.
— Darauf liegen die Tarot-Karten, mit denen ich ab und zu rummwurschtl: eines von Milo Manara, das klassische Rider Waite-Deck und die unglaublich coolen ›World of Darkness‹-Karten aus der Welt des Rollenspiels »Mage – The Ascension«.
— Daneben dann einige alte Bücher von Andrea, die ich gerne in Verwahrung genommen habe: über Hexen, Haiti & Voodo, wobei »Der Tanz des Himmels mit der Erde« von Maya Deren sicherlich der beste Titel ist. Auch der weiter rechts stehende (ebenfalls Andrea gehörende) Band »The Magic Island« von William Seabrook ist ein lesenswerter Klassiker über die magische Seite von Haiti
— Nun meine paar alten Magie-Bücher, die im Lauf der Zeit nicht aussortiert wurden: toll zum Blättern der fette »Alchemie & Mystik«-Ziegel von Taschen; dann die Werke von Austin Osman Spare; und das wundervolle Buch zum Giger-Tarot und das Nachschlagewerk von Akron & Banzhaf zum Crowley-Tarot (ein Klassiker der Wohngemeinschafts-Esoterik).
— Bereichernde Schau auf die Geschichte der modernen Esoterik bieten die beiden Bücher von Colin Wilson »Das Okkulte« und »Mysteries«, auch wenn ich den Ausführungen über die geistigen X-Kräfte nicht mit dem Herz folgen mag.
— Schnitt und wir befinden uns in einer kleinen Abteilung mit Büchern über ferne Weltgegenden und historische Reiseaufzeichnungen des Unionsverlages und des Erdmann Verlages.
— Auch wenns nicht komplett ist, mag ich die etwas zerfledderte Diogenes-Ausgabe von Jules Vernes »Die großen Seefahrer & Entdecker«; daneben steht der »Südöstliche Bildersaal« des unvergleichlichen Fürst Pückler (mein erster Kandidat für eine deutsche ›Liga der außergewöhnlichen Gentlemen‹).
— Ganz rechts, eigentlich völlig Fehl am Platze, steht das dicke Ding mit den vergnüglichen Aufzeichnungen von Karl Ignaz Hennetmair »Ein Jahr mit Thomas Bernhard«.

Oben auf liegen noch zwei Sachbücher: einmal das etwas trockene aber ausgiebige Recherchefrüchte bergende »Magie & Magier im Mittelalter« von Christa Tuczay und der etwas planlose aber ebenfalls stoffreiche Titel »Der Teufel« von Alfonso di Nola.
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Damit ist die Wanderung durch das erste Regal abgeschlossen. Stehen noch sieben vor uns.

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geschrieben von molosovsky,
am: Dienstag, 19. Jul. 2011
Eintrag No. 735Lektüre: Geht etwas wild und durcheinander zu bei mir derzeit, da ich in einer Phase bin, in der ich verschiedenes durcheinander lese. Auf dem Gebiet der Sachbücher erfreue ich mich zweier Aufsatzsammlungen zum Thema Science Fiction.

1) »Red Planets. Marxism and Science Fiction« (Hrsg. von Mark Bould und China Miéville), in dem sich 13 Texte finden. In der Einleitung leistet Mark Bould eine interessante Schau auf die Veränderung der Kommentierung der globalen Ökonomie durch die SF anhand von Jules Vernes »20.000 Meilen unter dem Meer« und »The Matrix«. — Die erste Abteilung »Things to Come« beschäftigt sich mit den Spuren des utopischen ›noch nicht‹ von Ernst Bloch; — die zweite Abteilung »When Worlds Collide« legt u.a. am Beispiel der Werke von Charles Stross und Ken MacLeod dar, wie SF geschichtliche Zustände kommentiert, in denen sich Gelegenheiten für revolutionäres Hanlen eröffnen; — die dritte Abteilung »Back to the Future« schlägt am Beispiel der Werke u.a. von Philip K. Dick, Ursula K. Le Guin und dem Weimarer Kino alternative Science Fiction-Studien vor, die vom durch Darko Suvin gesetzten Paradigma abweichen. In seinem Nachwort »Cognition as Ideology: A Dialectic of SF Theory« nimmt China Miéville dann Suvins Theorie derart beim Wort, dass deren unterschwellige ideologische Setzungen deutlich zu Tage treten.

2) Eine wahre Fundgrube (mit 554 großformatigen Seiten) ist »The Routledge Companion to Science Fiction« (Hrsg. Mark Bould, Andrew M. Butler, Adam Roberts & Sherryl Vint). In vier Abteilungen werden Aufsätze zu den Bereichen Geschichte (18 Texte), Theorie (14 Texte), Themen und Herausforderungen (12 Texte) und Subgenres (12 Texte) geboten. — Soweit ich die Texte zur Geschichte der SF gelesen habe (die Ausführungen zur Literatur, Film und Comics umfassen), bin ich schwer begeistert über die nüchternen und sachkundigen Darlegungen. — Der Theorie-Teil berücksichtigt neben den zu erwartenden Aufsätzen über Feminismus, Sprache, Postmoderne und postkoloniale Studien auch Texte über marxistische SF-Theorie, Queer-Theory, Virtualität und Posthumanismus. — Die Abteilung Themen und Herausforderungen sind vor allem für akademische Leser von Interesse, denn hier werden Themengebiete behandelt, die sich (wenn) noch eher am Rande der universitären Diskurse abspielen, also Sachgebiete wie z.B. Tierstudien, digitale Spiele, Umweltfragen, Musik und Pseudowissenschaft. — Der Subgenre-Teil widmet sich dann gebräuchlicheren speziellen Feldern und Betrachtungswinkeln wie Arthouse- und Blockbuster-Filmen, Hard-SF und Space Opera, Alternativgeschichten und Slipstream. Besonders freut mich natürlich der Aufsatz über Weird Fiction von China Miéville.

Bereite mich auf’s zehnjährige Jubiläumsrekapitulieren von IX.XI. vor, u.a. indem ich Mathias Bröckers (dessen »Die Drogenlüge« ich empfehlen kann) & Christian C. Walthers »11.9. Zehn Jahre danach« lese. Gutes Buch, das zusammenträgt, welche Teile der offiziellen Geschichtsschreibung (vor allem »9/11 Commission Report«) einer ordentlichen staatsanwaltlich-forensischen Untersuchung nicht genügen, wer also nochmal vorzuladen ist, welche Unterlagen freizugeben sind, welche Umstände von unabhängigen Experten geprüft werden müssten. Es ist ja wahrlich erstaunlich und empörend, was da von Statten ging und geht: wie die offizielle Untersuchung geführt wurde, welche Erkenntisse, Spuren und Zeugen (begründungslos oder mit platten Ausflüchten) unberücksichtigt blieben.

In der ›F.A.Z.‹ (im Netz nun anderswo nachzulesen) erschien am 15. Juli eine Kurzkritik von Raphael Gross, der sich darüber beklagt, dass das Buch in einer ARD-Sendung lobend vorgestellt wurde: Verschwörungstheorie: Was geschah am 11. September 2001? / Die ARD präsentiert ein Panorama der Unsicherheiten. — Eine, wie ich finde, ziemlich ungustiöse Kritik, denn Gross geht gar nicht auf die Sache selber ein, sondern verfrachtet Autoren und Ansinnen einfach mal in die böse Ecke des Krypto-Antisemitismus. — Erfrischend dann aber wieder die Erwiderung von Herrn Walthers im Blog von Herrn Bröckers: Versagende Überwachungsinstanzen.
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Um nicht kirre zu werden vor lauter Sachbuch-Fakten entspanne ich mich mit den »Demon Download«-Büchern von Jack Yeovil (= Kim Newman).

Ich habe diese Quatrologie vor ca. 20 Jahren unkomplett gelesen. Neben den »Warhammer Fantasy«-Romanen von Yeovil gehören die »Demon Download«-Bücher nicht nur zum Besten, was jemals für die legendäre Spieleschmiede ›Games Workshop‹ geschrieben wurde, sondern auch zum Höhepunk dessen, was ich (bisher) an knackiger, exzellent geschriebener Genre-Krachbumm-Phantastik kenne.

Allein die Mischung! Der ›Dark Future‹-Weltenbau ist in einer nahen, ziemlich kaputten Zukunft angesiedelt und erinnert an Stoffe wie »Mad Max« und »Die Klapperschlange«. Wir haben also knappe Rohstoffe, chaotische Zustände in gesetzlosen Zonen der U.S.A., eine korrupte Regierung die nach der Peiffe großer Technologie- und Bio-Ware-Unternehmen tanzt, überall auf der Welt gewalttätige Konflikte zwischen Unabhängigkeits-Kämpfern und Hegemonie-Söldnern, während mediale Blödmaschinen die neusten Promi-Skandale und Sexutainment-Spielchen verbreiten. Western-artig ist der Gesetzeshüter- und Banditen-Konflikt, nur wird weniger geritten als mit Autos, Trucks und Motorrädern herumgefahren. Vom Cyperpunk entleiht man sich transhumanistische Gadgets, Hackerei und Datensurfen. Von Lovecraft und den Seinen übernimmt Yeovil das Konzept der Großen Alten, also finsteren Dämonen, die danach trachten, ihr Unwesen auf der Erde zu treiben. Das alles ist angereichert mit deftigen parodistischen und satirischen Dreingaben, ohne dass die äktionreichen Stories darunter leiden.

(Deutschsprachige) Phantastik-Links Zuckerl: Popkultur & Kunst
  • Habe in den vergangenen Tagen nach neuen Schreibtischhintergrund-Schmuckbildern gestöbnert und folgende Gemmen geerntet: Behold the Power; — Lions, Kenya (Photo von Wai Chun Turnbull bei ›National Geographic‹); — Tree, Arches National Park (Photo von Bill Keaton bei ›National Geographic‹).
  • Unter dem Titel Nahaufnahmen hat ›Der Freitag‹ ein schönes Portfolio der Reportagen-Illustrationen von Güdel zusammengestellt. Ich bin ein leidenschaftlicher Fürsprecher der Tradition, Zeitungstexte mit genuinen Illustrationen zu versehen.
  • Zweimal dolle Kunst, die im Blog ›This is colossal!‹ vorgestellt wurde: Zum einen die Verpixelten Tiere von Laura Bifano. Eine wahrhaft schräge Idee, in Gemäldeform Tiere so darzustellen, als ob sie aus Pixelblöcken zusammengesetzt wären.

    Zum zweiten die Stahldraht-Skulpturen von Tomohiro Inaba.
  • Am Schluss noch ein Clip mit humorigen Werbefilmchen für eine Hypotheken-Firma: Lustige ›Ameriquest‹ Werbung.


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Seit 3638 Tagen aktiv. Am 07. Februar 2012 gab’s zuletzt ‘ne Änderung.

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