Die Inhalte dieses Blog dürfen nur unter Beachtung folgender Lizenz von Creative Commons bearbeitet werden. Wenn Sie bezüglich der Rechte hier nicht sicher sind, folgen Sie bitte dem CC-Link oder wenden sich per eMail an mich.
geschrieben von molosovsky, am: Freitag, 22. Feb. 2008
(Eintrag No. 475; Musik, Woanders, Zwischenorienierung) — Ganz schnell nur. Allen, die sich wundern, was aus meinem ›ich will 2008 täglich bloggen‹-Vorsatz wurde, sei gesagt: Am Sonntag/Montag war antville down, kaporres, offline. — Und gestern hatte ich Arbeit Arbeit Arbeit bis oben hin, bis kein Platz mehr war für anderes. — Zwischendurch zeichne ich wie wild Portraits für’s diesjährige (achte) »Magira«, transkripiere & übersetzte Interviews und bossle an weiteren Folgen der Reihen »Bibliothek von Babel«-Wanderungen und »Sandman«-Handreiche.
Jetzt nur ganz schnell, meine jüngsten Umsonst-Musik-Funde mit (bei LastFm und/oder C|Net-Musicdownload. Die direkten Links rauszufiddeln ist mir grad zu viel. — Stichwort: Urban Folk und Progressive Bluegrass.
Ani DiFranco, vor allem ihr Song »Both Hands« hat’s mir angetan.
Split Lip Rayfield, mit »Should Have Seen it Coming«
Richtig fetzig find ich die The Meat Purveyors die tollen neuen Punk-Bluegrass machen. »TMP Smackdown« wendet sich also an Hörer, die entweder zu jung, oder zu besoffen sind, um mit zu kriegen, was Bluegrass eigentlich ist (traditionelle Musik, also Volkskulturpflege und so).
Und einen neuen, wirklich guten Minmalisten habe ich entdeckt: den Hongkonger Alan Morse David, der von der Ballettmusik kommt. Vor allem die 5 Anschmeck-Tracks der Reihe »Night Falls Fast« find ich doll. Sowas geht mir seit Jahren auch oft durch den Kopf. Endlich hats mal einer ausgeschrieben und eingespielt!
geschrieben von molosovsky, am: Samstag, 16. Feb. 2008
(Eintrag No. 471; Musik, ›typisch‹ England, Streichorchester, Renaissance & Moderne, Agnostik) — Heut knall ich Euch mal wieder besten Bildungsbürgerkrempel vor die Füß’. Im Thread »Fantasy und Musik« senfte ich gestern meinen Teil dazu, und bin dann, über welche Google-Pfade genau, weiß ich schon nicht mehr (es hatte aber was mit dem Unterschied / Streit zwischen ›absoluter‹ und / versus ›programmatischer‹ Musik zu tun) bei Ralph Vaughan-Williams (1872 - 1958) gelandet.
Diesen englischen Komponisten des letzten Jahrhunderts habe ich als Teen für mich entdeckt (ich glaub, durch die Life-TV-Übertragung der Eröffnung eines Schleswig Hollstein-Musikfestivals) und bin seitdem ein ›Fan‹ von seinem Zeug. — Bei uns kennt man wohl noch am ehesten seine »Fantasia on Greensleves« und eben das Stück, das auch zu meinen absoluten Favoriten aller Zeiten und Musikrichtungen gehört: die »Fantasia on a Theme by Thomas Tallis«.
Vaughan-Williams machte sich u.a. mit diesem Stück einen Namen als ›verrückter, junger, moderner Komponist‹, denn im Jahr seiner Erstaufführung, 1910, war dieses Stück in der Tat etwas Unerhörtes. — Es freut mich, dass bei lastfm die Möglichkeit besteht, eine komplette Aufnahme in guter Qualität zu hören, eingespielt vom New Zealand Symphony Orchestra unter der Leitung von James Judd (als CD bei Naxos erschienen).
Manche werden das Stück vielleicht wieder erkennen, denn es begleitet sehr effektvoll eine der tragischsten Szenen des brillianten Historienabeneteurfilms »Master and Commander«.
Das von Vaughan-Williams in der Fantasia verarbeitete Thema hat Thomas Tallis (ca. 1505 - 1585) — einer der großen Meister der elizabethanischen ›Golden Age‹ englischer Renaissance-Musik — 1567 für ein Psalter-Gesangsbuch des anglikanischen Erzbischofs von Canterbury geschrieben. Damals, mitten in den Auseinandersetzungen zwischen dem anglikanischen und dem katholischen Fraktionen, haben die Leute zu dieser Melodie folgenden kämpferischen Text gesungen:
Why fum'th in fight the Gentiles spite, in fury raging stout?
Why tak'th in hand the people fond, vain things to bring about?
The Kings arise, the Lords devise, in counsels met thereto,
against the Lord with false accord, against His Christ they go.
Später dann (1906), legte man andere, zahmere Psalm-Verse auf diese im phrygischen Modus gehaltene Melodie.
Wer gut genug Englisch versteht, sollte sich unbedingt die folgenden sechs Teile einer Sendung der Reihe »Discovering Music« von BBC 3 gönnen. Darin wird erfreulich genau die »Fantasia on a Thema by Thomas Tallis« auseinandergenommen und erklärt. Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5 / Teil 6.
Es gibt mittlerweile viele viele Einspielungen dieses Stückes. Die beste ist für meinen Geschmack (ich mags als durch Leonard Bernstein, Riccardo Muti und Claudio Abbado und Günter Wand Geprägter eben satt, mit wumms und mächtig brazend) die durch das »Orpheus Chamber Orchestra«, aufgenommen für »Deutsche Gramophon«.
geschrieben von molosovsky, am: Montag, 21. Jan. 2008
(Eintrag No. 443; Musik, instrumentaler Klavierwahnwitz, ImprovisationMelomanie) — Zur sicherlich schönsten Zeit meines Lebens gehört die Phase, als ich in Wien (Magareten) in einer Künstler-WG zusammen mit zwei anderen Erzkreativisten zusammengelebt habe (Kollege, und mein Menschlichkeitsmentor David brilliert bis heute und offeriert mit amœnokratischer Großzügigkeit seine Gedanken und ezellenten Werke in seinem alten, nicht mehr gepflegten antville-Blog, und seinem neuen, feinen twoday-Blog).
Immer wieder überkommen mich nostalgische Erinnerungen an diese Tage, als ich bei McDonalds (gegenüber dem Opernkino nahe des Opernplatzes; krasse Begegnungen mit und Erzählungen von Balkankonflikt-Flüchtlingen) in der Küche stand und ansonsten ein rechtes Hallodri-Dasein pflegte. Wir drei waren (und sind’s wohl noch) damals große, romatisch-affektierte Fans von Oberimpromagus Keith Jarrett gewesen, haben uns gegenseitig mit Klaviermusik die Tage verschönt und zuweilen auch gemeinsam miteinander Free-Jazz-Krach gemacht.
Zu den absoluten Höhepunkten meines (nicht nur musikalischen) Gewurschtels gehört die »Am Herzen Herumhängen«-Reihe mit sechs Improvisations-Sessions auf dem zum Niederknien großartigen Steinway von Haberer H.. — Da ich mir für das Jahr 2008 fest vorgenommen habe, jeden Tag einen Beitrag hier zu bringen, stieg ich hinab in mein Archiv und habe die letzte Impro-Aufnahme aus dem Jahre 1993 heute auf Vordermann gebracht (hoffentlich habe ich alle richtigen Garageband-Knöpfchen zur Klangveredelung gedrückt und die Tonqualität damit zumutbar gemacht). Ich weiß, für alle, die mit einem ähnlich lahmen Computer durch’s Netzl stromern wie ich, ist die große Musikdatei (43,2 MB!!!) ein kleines Ärgernis.
Aber ich gebe mich der Hoffnung hin, dass es Molochronik-Leser gibt, die eine ähnliche Begeisterung für ungebändigten Stegreifwahn hegen. Schnallt Euch also die Kopfhörer um (macht nicht zu laut, denn das folgende Stück fährt bisweilen ganz schön arg auf), lehnt Euch also zurück, legt die Beine die Beine hoch und genießt die ??? Sekunden.
Mein ganz besonderer, vom Herzen kommender Dank geht an T.H., der mir den nötigen Platz auf seinem Server für solche Sachen zur Verfügung stellt!
Service-EDIT: Damit hier nicht immer gleich alles zum Kriechen und Schleichen anfängt, sobald dieser Eintrag auf der Frontpage der Molochronik auftaucht (beim Vor- & Zurückblättern), stelle ich die Musik-Datei hier in den ersten Kommentar.
geschrieben von molosovsky, am: Dienstag, 04. Dez. 2007
(Eintrag No. 421; Musik, Alltag) — TH hat mir ein Musik-Stöckchen zugeworfen, und brav wie ich nun mal bin (wuff), hier die Antworten (die natürlich nur eine derzeitige Momentaufnahme sind; in einigen Wochen könnten die Antworten wieder anders aussehen).
Ein Song…
… der mich traurig macht: — »Der König von Thule« von Franz Schubert mit Text von Goethe.
… bei dem ich weinen muss: — »Tell me, true Love« von John Dowland.
… bei dem ich sofort gute Laune kriege: — Hasslers »Tanzen und Springen« (vom Album »The King’s Singers European Madrigal History Tour«).
… bei dem ich nicht still sitzen kann: — »Tiny Town« von David Byrne (vom Album »uh-oh«).
… bei dem ich immer laut mitsinge: — »Les jours tristes« von Yann Tiersen (vom Album »L’absente«).
… der meiner Meinung nach zu kurz ist: — »No One Knows I’m Gone« von Tom Waits (vom Album »Alice«).
… der mir etwas bedeutet: — »The Silver Swan« von Orlando Gibbons.
… den ich ununterbrochen hören kann: — »There She Goes, My Beautiful World« von Nick Cave & the Bad Seeds (vom Album »Abattoir Blues/The Lyre of Orpheus«).
… den ich liebe: — »Take a Bow« von Muse (vom Album »Black Holes & Revelations«).
… den ich besitze, aber nicht mag: — ???, mir fällt im Augenblick echt nix ein.
… dessen Text auf mich zutrifft: — »The Fall Of the World’s Own Optimist« von Aimee Mann (nach Elvis Costello vom Album »Bachelor No. 2 or, the last remains of the dodo«).
… von einem Soundtrack: — »Good Luck« von Basement Jaxx (vom »Appleseed«-Soundtrack).
…den ich schon live gehört habe: — »Liar« von Henry Rollins.
… der nicht auf englisch/deutsch ist: — »Vitrum nostrum gloriosum«, ein klösterliches Renaissance-Sauflied eines anonymen Komponisten (vom Album »The King’s Singers European Madrigal History Tour«).
… der von einer Frau gesungen wird: — »Pleasure Is All Mine« von Björk (vom Album »Medulla«).
… meiner Lieblingsband: — Eine Lieblingsband hab ich eigentlich nicht. Am ehrsten reichen dieserzeiten noch Muse oder System of a Down an diesen Titel rann.
… der Erinnerungen weckt: — »Smalltown« von Lou Reed & John Cale (vom Album »Songs for Drella«).
…den kaum jemand kennt, obwohl ihn jeder kennen sollte: — Vielleicht »Cordoba« von Brian Eno & John Cale (vom Album »Wrong Way Up«).
geschrieben von molosovsky, am: Sonntag, 15. Jul. 2007
(Eintrag No. 386; Gedichtvertonung) — Hurrah! Ein Freund der MoloChronik hat dafür gesorgt, daß ich größere Dateien FTP-en, und damit z.B. umfangreichere Musikstücke hier anbieten kann.
Ist schon einige Jahre her, daß ich das großartige Apokalypsegedicht »The Second Coming« von W. B. Yeats vertont habe. Einmal (anläßlich eines Follow-Festes auf der Ludwigsburg) hab ich es auch öffentlich auf der Amateurbühne zum Besten gegeben. Damals waren nicht wenige überrascht, daß ich Musik mach, denn ich hab nun mal vornehmlich den Ruf weg, ein Gehirn- und Labertier zu sein, das vornehmlich von Büchern und Filmen lebt.
Das folgende ist eine rohe Arbeitsversion, erstellt mit dem tollen »Garage Band«-Programm von Apple. Fünf Stimmen und ein durch den Verstärker gejagtes Akkordeon.
THE SECOND COMING
Turning and turning in the widening gyre
The falcon cannot hear the falconer;
Things fall apart; the centre cannot hold;
Mere anarchy is loosed upon the world,
The blood-dimmed tide is loosed, and everywhere
The ceremony of innocence is drowned;
The best lack all conviction, while the worst
Are full of passionate intensity.
Surely some revelation is at hand;
Surely the Second Coming is at hand.
The Second Coming! Hardly are those words out
When a vast image out of Spritus Mundi
Troubles my sight: somewhere in the sands of the desert
A shape with lion body and the head of a man,
A gaze blank and pitiless as the sun,
Is moving its slow thighs, while all about it
Reel shadows of the indignant desert birds.
The darkness drops again; but now I know
That twenty centuries of stony sleep
were vexed to nightmare by a rocking cradle,
And what rough beast, its hour come round at last,
Slouches towards Bethlehem to be born?
Meine Übersetzung geht so:
DIE ZWEITE WIEDERKUNFT
Kreisend und kreisend in einem sich weitenden Strudel
Kann der Falke den Falkner nicht mehr hören;
Alles fällt auseinander; die Mitte vermag nicht zu binden;
Bloße Anarchie bricht über die Welt herein,
Die blutgetrübte Flut rollt heran und überall
Wird die Zeremonie der Unschuld ertränkt;
Den Besten mangelt es an Überzeugung, weiland die Schlechtesten
Erfüllt von leidenschaftlicher Heftigkeit sind.
Sicherlich steht eine Offenbahrung bevor;
Sicherlich steht die Zweite Wiederkunft bevor.
Die Zweite Wiederkunft! Kaum sind die Worte gesprochen
Als ein riesige Erscheinung aus dem Weltengeist
Meine Sicht verstört: irgendwo im Sand der Wüste
Eine Gestalt mit dem Körper eines Löwen und dem Kopf eines Mannes,
Der Blick leer und mitleidlos wie die Sonne,
Bewegt seine trägen Schenkel, wärend weit darüber
Die Schatten aufgebrachter Wüstenvögel taumeln.
Die Finsternis sinkt wieder herab; doch nun weiß ich
Dass zwanzig Jahrhunderte steineren Schlafes
Durch eine schaukelnde Wiege zu Alpträumen getrieben wurden,
Und welch grobes Biest, dessen Stunde schließlich naht,
Kriecht nach Bethlehem um geboren zu werden?
Ich selber bin weder Anhänger oder Praktiker von okkulter Mystik oder religiöser Offenbahrungsinnigkeit, aber ich finde dieses Gedicht trotzdem schön (unheimlich). Kennengelernt habe ich den Text durch das Lesen den wundervollen Romans »Armageddon Rag« von George R. R. Martin. Dieser Roman ist ein melancholischer Abgesang auf die Gegenkultur der 60ger-Jahre. Darin geht es um die fiktive Rockgruppe ›Nazgul‹, die eben aus diesem Yeats-Text einem bombastischen Art Rock-Song gemacht haben. Wer wie ich diesen Roman schätzt, wird sich vielleicht die entsprechende Aufbereitung vorstellen können (lange Instrumental-Passagen, viele Stromgitarren usw.).
Auch Freunde der HBO-Serie »The Sopranos« kennen dieses Gedicht. In der letzten Staffel, der 84. von insgesammt 86 Folgen, lernt AJ dieses Gedicht an der Uni kennen (wunderbar rezitiert vom Darsteller Robert Iler!)
geschrieben von molosovsky, am: Freitag, 06. Apr. 2007
(Eintrag No. 362; Melomanie) — Das erste Mal: kein sich reinsteigerndes Loopstück, sondern ein leicht volkmusik-alpenländisches Stück mit einem durchgehenden Melodiebogen. Auch hab ich einen neuen Trick mit dem Bass angewandt und Tubatute mit (wie ich finde) authentisch schlampigen Habitus. Jetzt brauch ich nur noch Lyriks und jemanden, der auf bayerisch wie Tom Waits klingt, feddich wäre meine Homage an solche Platten wie »Alice«.
Entschuldigt das abgeschnittene Ende. (Ich übe ja noch mit diesem Garageband-Programm.)
geschrieben von molosovsky, am: Freitag, 08. Dez. 2006
(Eintrag No. 318; Musikalische Grundversorgung: Adagio) — Nun also die zweite meiner aktuellen Musik-Playlisten (zum Erträglichmachen von Stumper Arbeit, z.B. html-Gefrickel un Zitatstellenraussucherei). Zur ersten, der Allegro-Playlist, geht’s hier.
»GRÜNDELMUSIK-POTPOURRI«
oder auch: ruhige, fragile, süstere Töne.
Titel: Album (Jahr d. Albums) | Komponist; Interpret; —Molos Kommentar; Schublade.
Lamentu: Real World Sampler (1996) | Trad.; Tenores Di Bitti; —Trad. mediteraner Männerchor; Weltmusik.
Alvin's Theme: OST: The Straight Story (1999) | Angelo Badalamenti; dito.; —Instr. Countryvioline, Gitarre; Soundtrack.
The Whole World: Big Boi & Dre Present... Outkast (2001) | Andre' Benjamin, Antwan Patton, David Sheats, Michael Render; Outkast Feat. Killer Mike; —Hip Hop-Song; Hip Hop/Rap.
Evil Angel: Poses (2001) | Rufus Wainwright; dito.; —Moderner Chanson-Pop-Song m. Kammer-Streichorchester; Alternative & Punk.
geschrieben von molosovsky, am: Mittwoch, 29. Nov. 2006
(Eintrag No. 316; Musikalische Grundversorgung: Allegro) — Nach den heftig ›bildungshuberischen‹ Anliegen der letzten Einträge will ich etwas über meine alltäglichen Entspannungs- und Fokussierungshilfen berichten. — Oft hör ich Musik dabei. Desto stumpfer die Tätigkeit (z.B. Datenbank- und html-Gefrickel), desto lauter die Mukke. Früher (ja früher) hab ich als Teen und Twen häufiger Mixkassetten zusammengestellt. Wer denn auch nicht, wer die entsprechenden Tasten drücken konnte? Kassettenrekorder hab ich seit Jahren keinen mehr, und obwohl ich seit einiger Zeit Zugriff auf einem CD-Brennern hab, unternehm ich nur noch selten solche Privat-Mix-Zusamenstellungen.
Also, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen (Musik empfehlen und meinen Geschmack ansatzweise preisgeben), hier die erste meiner beiden aktuellen Playlisten. Hier geht’s zur zweiten, der Adagio-Playlist.
»FIBBERKLÄNGE-POTPOURRI«
oder auch: lebhafte, wuchtige, freudige Töne.
Titel: Album (Jahr d. Albums) | Komponist; Interpret; —Molos Kommentar; Schublade.
Knee Play 3: Einstein On The Beach {CD 2} (1976) | Philip Glass; The Philip Glass Ensemble, Dir: Michael Riesman; —Chor acapella; Minimalismus.
Hey Ya!: The Love Below (2004) | Andre 3000; Outcast; —Hip Hop-Song; Hip Hop/Rap.
Battle Of The Heroes: OST Star Wars Episode III: Revenge Of The Sith (2005) | John Williams; London Symphony Orchestra; —Orchester & Chor; Soundtrack.
Path Vol. 2: Cult {Special Edition, CD 2} (2001) | Eicca Toppinen; Apocalyptica & Sandra Nasitch; —Rock-Song mit Hardrockcello; Metal.
Main Titles: OST Red Dragon (2002) | Danny Elfman; {Vertragsorchester unter Pete Anthony}; —Instr. Orchester; Soundtrack.
The Denial Twist: Get Behind Me Satan (2005) | The White Stripes; dito; —Rock-Song; Rock.
Catch Me If You Can: OST Catch Me If You Can (2002) | John Williams; London Symphony Orchestra; —Instr. Jazz-Orchester; Soundtrack.
Here's that will challenge all the fair: 17th & 18th Century Songs & Catches (1996) | Henry Purcell; Hiliard Ensemble; —Klass. engl. Kanon, Chor acapella; Classical.
Jane Sandanski: Border Confusion (2001) | Trad.; Sandy Lopicic Orkestar; —Heldenlied mit Balkan-Rockkapelle; Folk.
Duel of the Fates: OST Star Wars Episode I: The Phantom Menace (1999) | John Williams; London Symphony Orchestra; —Orchester & Chor; Soundtrack.
We Both Reached For The Gun: OST Chicago (2003) | John Kander, Fred Ebb; Richard Gere, Renée Zellweger, Christine Baranski & Cast; —JazzMusical-Song; Soundtrack.
Palästinalied: Qntal II (1995) | Walter von der Vogelweide; Qntal; —Mittelalterlied, elekt.; Alternative & Punk.
Out Of Mind: Guitars (1999) | Mike Oldfield; dito; —Instr. Mehrfachspur Gitarrenwahnsinn; New Age.
Pastime with good company: De Janequin aux Beatles {Disc 1} (1999) | Henry VII; King's Singers; —Trad. englisches Lied., Chor acapella; Alte Musik.
geschrieben von molosovsky, am: Montag, 27. Nov. 2006
(Eintrag No. 314; Melomanie) — Und nach zwei langsam sich reinsteigernden MoloMukkestücken (MoloMusik No. 1 und No. 2) nun eines, wo Euch von Beginn an die Ohren volle Wäsch zutrompetet werden. Ich kenn zu wenig byzantisch angehauchten Heavy Metal, also hab ich versucht einen kleinen Ersatz zu basteln.
•••••
After two slow MoloMouthMusique pieces now something that trumpets your ears mightily from the start. I know to few byzentinic heavy metal and had therfore to make some ersatz by myself.
geschrieben von molosovsky, am: Freitag, 24. Nov. 2006
(Eintrag No. 313; Melomanie) — Eine weitere Improvisation für vier Trompeten (zwei ür die Führungsstimme, zwei Umspielungsgehilfen) und einen (verdoppelten) Bass. Viel Vergnügen. Ach ja: als Loop macht das kleine Stück auch Laune. — Siehe auch MoloMusik die Erste.
•••••
My second improvisation, this time for 4 trumpets and bass. Have fun, oh — and this peace makes more sense as loop. — See also MoloMouthMusique No. 1.
geschrieben von molosovsky, am: Donnerstag, 26. Okt. 2006
(Eintrag No. 307; Alltag, Musik) — Vor ein paar Wochen hörte ich auf Deutschlandradio einen kleinen Bericht darüber, daß Sting sich der Lieder des von mir hochverehrten John Dowland angenommen hat. Als jemand, der vor lauter Begeisterung für diesen Renaissance-Barden Dowland-Lieder mit Akkordeonbass-Begleitung singt und Texte des englischen Orpheus zum Spaß an der Freud übersetzt, bin ich freilich ziemlich hingerissen. — Nun kann man zu Sting stehen wie man will, aber ein Popmusiker der weiß, wer die wahren Meister sind und sich entsprechend an diese zwecks Respekt heranwagt, kann nicht ganz verwerflich sein.
Diese Woche hat Andrea (totz unserer knappen Haushaltslage) zugeschlagen und die CD »Songs from the Layrinth« mitgebracht. Ein Hoch auf die Deutsche Grammaphon, daß sie sich ›traut‹, einen U-Musiker, der sich an Gemmen der Weltmusikgeschichte ›vergreift‹, zu verlegen. Einziger Makel: mit nicht mal 50 Minuten und 13 Liedern wird natürlich nur ein kleiner Ausschnitt von Dowlands Werk geboten. Bonus: Sting liest auch schön aus einem Brief, den Dowland aus dem Exil dem Geheimdienstchef von Elisabeth I. geschickt hat (Geoffrey Rush spielt diesen Sir Walsingham hinreissend im Bio-Pic über die Golden Age-Königin von Shakar Kapur.)
Auf der Platte sind einige der besten Lieder Dowlands in Sting'scher Interpetation zu finden (besonders schön: »Five knacks for ladies«; »Can she excuse«; »In Darkness let dwell«). Sting versucht gar nicht erst, die Lieder ›stil- und fachgerecht‹ zu singen, so mit Countertenorstime oder eben klassisch-sauberem Ton. Er gibt die 400 Jahre Lieder vielmehr als Pop- oder ruhige Kneipensongs zum besten, ZU locker und rauchig für strengste Klassikohren, erfrischend und eben angemessen lässig, für Leute mit Ohren ohne Reinheitswahn. Das tut den Stücken nicht schlecht und Dowland wird (hoffentlich?—bestimmt!) Dank Sting viele neue Hörer finden. Gut so, denn Dowland macht glücklich und erzieht zu einem souveränen Umgang mit den Widrigkeiten der Existenz. Dowlands Mischung von Traurigkeit und Ironie, von Leidenschaft und Kalkül hat Ewigkeitsanspruch, ist ganz große Kunst, sowohl auf dem Gebiet der Musik, wie der Lyrik (auch wenn so mancher Text nicht von Dowland sondern einem seiner adeligen Gönner stammt).
Ich freue mich, daß Sting und der Über-Lautist Edin Karamazov zusammengefunen haben. Nebenbei: im Beiheftchen der CD entpuppt sich Herr Summers für mich als sehr netter Plauderer darüber, wie er diesen musikalischen Fingerakkrobaten kennenlernte und überhaupt von seiner Dowland-Beschäftigung.
•••
ZUGABE: Im ersten Beitrag meiner Dowland-Übersetzungs-Fingerüberunen habe ich schon mal kurz auf die in meinen Ohren besten Dowland-Aufnahmen hingewiesen. Jetzt will ich Links nachliefern:
»John Dowland – The Collected Works«: The Consort of Musicke unter der Leitung von Anthony Rooley; Editions de L'Oiseau-Lyre, Decca. — Ensembleaufnahme der Olympierklasse. Nicht ganz billig, aber dafür gibts auf 12 CDs findet sich alls, was der Meister hinterlassen hat. Historisch korrekte Aufnahme. Edin Karamazov meint ja, daß »In darkness let me dwell« das großartigste Lied englischer Sprache ist. Aber die Consort of Musicke-Aufnahme von »Tell me true love« aus »A Pilgrims Progress — Forth Booke of Songs« schlägt für mich so ziemlich alles, was es an Liedgut gibt. Heute noch so aktuell wie annodazumals.
»A Musical Banquet«: Andreas Scholl, Markus Märkl, Christophe Coin; Decca. — Solo-Gesang-Aufnahme von unserem Meister Scholl, und auch hier glänzt Edin Karamazov an der Laute. Sehr dramatische und sehr berührende Aufnahme. Andreas Scholl ragt für mich heraus, weil er wie nur wenige Präzision und (im guten Sinne) Sentiment vereint. Wenn er diese Lieder singt, hat das trotz aller musikalischen Raffinesse immer auch einen ausgeprägt erzählerischen Tonfall. Gute CD zum Einstieg in die Dowlandwelt, denn diese Aufnehm gibts immer wieder (wie eben auch bei JPC) als 9 €-Schnäppchen!
»In Darkness Let Me Dwell«: John Potter, Stephen Stubbs, John Surman, Maya Homburger, Barry Guy; ECM. — Moderner, expressiverer Ansatz mit Saxophon und Zupfbass. Die Neu-Jazz-Variante, insofern sicherlich am stressigsten für Freunde der alten Musik. Vielleicht aber der beste Einstieg für Leute die sich a) sowieso auf die Jazz-Klassik-Melange von ECM stehen, oder b) sonstwie vom Jazz kommen. Die »In darkness let me dwell«-Version auf dieser CD ist sicherlich die unheimlichste und gothicste (im Sinne der Kunst- und Literaturepoche, nicht im Sinne der heutigen Lifestyle-Modeschublade).
•••
SCHLUSSHINWEIS: Es freut mich freilich, wenn durch »Songs from the Labyrinth« Begeisterte, auf der Suche nach deutschen Übersetzungen der Dowland-Texte, hier bei der Molochronik landen. Aber meine Amateurüberstzungen sind freilich nicht so gut, wie die Übertragungen, welche die Deutsche Grammophon auf der Website zur CD anbietet. Wer wegen schlechen Augen oder sonstigen Gründen das Passwort für das herunterladen der PDFs mit den deutschen Beiheft- und Textübersetzung nicht gefunden hat: es lautet Dowland.
geschrieben von molosovsky, am: Sonntag, 01. Okt. 2006
(Eintrag No. 297; Melomanie) — {EDIT 14. Oktober 2006. Um englischen Text ergänzt} Notenlesen kann ich nicht, aber dudeln kann ich. Wer mich kennt oder sich in der Vergangenheit meiner als WG-maskottchen angenommen hat, weiß um meine ›Vor mich hin Musiziererei‹. Hab heute mal mit GarageBand von Andreas über-mac herumgespielt. Man kann damit wirklich erstaunlich schnell irgendwie musik machen. Wer wissen will, was mir zum beispiel die meiste zeit des tages als hintergrundbetüdelung die hirnkastlbühne zuträllert, der mag sich folgendes mp3 anhören.
Ich freu mich, wenn Euch gefällt. Macht damit was Ihr wollt, und zögert nicht, mich für Musikprojekte anzusprechen (siehe Impressum). — Siehe auch MoloMundMukke No. 2.
•••••
I can not read music-sheets, but I can dudel. The following is a litte piece of mouth-music. My first work with GarageBand on Andreas über-macBook. With that programm one can indeed make somehow music, that sounds ›professional‹.
I'm delightet if you like this track. Do whatever you want with it, and don't hesitate to contact me for music projects (see Impressum).